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Schlösser in München und Umgebung

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München ist eine der deutschen Städte mit einer beeindruckenden Vielfalt an historischen und auch modernen Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen verschiedene Schlösser und Parkanlagen, die das Bild der Stadt sehr gut ergänzen und gleichzeitig für erstaunlich viel Grün sorgen. Die wohl bekannteste Schlossanlage direkt in der Metropole ist Nymphenburg, dessen Besuch bei einer Münchentour ein absolutes Muss ist.

Zwar weniger bekannt, aber mindestens so attraktiv und kulturhistorisch wertvoll ist der Schlosspark Schleißheim mit mehreren Schlössern. Er gilt als Kurfürst Max Emanuels Versailles; Nicht ohne Grund, denn sowohl in der barocken Gestaltung als auch im Prunk lehnt sich die Anlage stark an das Vorbild in Frankreich an, und auch der Kurfürst träumte von einer absolutistischen Herrschaft.

Schloss Nymphenburg

Nicht allzu weit vom Olympiapark entfernt liegen das Schloss und der Schlosspark Nymphenburg, ein Ensemble, das sich kein Münchenbesucher entgehen lassen sollte. Die Verkehrsanbindung ist mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht ganz so ideal, wie bei vielen anderen Münchener Sehenswürdigkeiten. Das ist aber wirklich kein Grund zum Resignieren, denn mit dem Nahverkehr der bayerischen Metropole ist man eigentlich etwas vewöhnt. Das Nymphenburger Schloss erreicht man mit Bus oder Straßenbahn. Auch eine U-Bahnfahrt ist möglich, allerdings muss man dann noch ein ganzes Stück laufen oder in Tram bzw. Bus umsteigen.

Ansicht der Schlossanlage vom Rondell aus Das Hauptschloss mit dem ehemaligen Landhaus

Schon von weitem fällt die Anlage dem Besucher ins Auge. Rund 1,5 km führt ein Kanal zu den Schlossgebäuden, flankiert von südlicher und nördlicher Auffahrtsallee. Vom Schlossrondell vor den Bauwerken bekommt man schon einen ersten Eindruck des Ensembles. Als wir dort standen, wussten wir, dass uns ein schönes Erlebnis mit sehr interessanten und anschauenswerten Architekturen und Landschaften erwartete. Dass wir nicht allein dieses Bedürfnis hatten, merkte man an den Besuchermassen, die auch zum Schloss strebten. Nymphenburg ist einer der Höhepunkte Münchens und dementsprechend gefragt; Wenn es sich vermeiden lässt, sollte man die Tour dorthin möglichst nicht an einem Feiertag unternehmen, vor allem, wenn dann vielleicht auch noch schönes Wetter herrscht.

Ursprung der Anlage im Stil des Barock war die Landvilla Nymphenburg von Henriette Adelaide, der Frau des Kurfürsten Ferdinand Maria. Dieser schenkte sie ihr aus Anlass der Geburt des Thronfolgers. Max Emanuell erweiterte alles mit symmetrischen Anbauten zu einer imposanten Schlossanlage und ließ den Park mit kleinen Burgen und Gartenlandschaften ausbauen. Auch seine Nachfolger gestalteten und ergänzten die Anlage weiter. Lange Zeit war sie beliebte Sommeresidenz der Wittelsbacher und schrieb dabei Geschichte, besonders im 19. Jahrhundert. Im Jahre 1825 starb Bayerns berühmter König Maximilian I. im Schloss und 20 Jahre später wurde hier der spätere Märchenkönig Ludwig II. geboren. Auch Otto von Bismarck hinterließ hier seine Spuren. 1863 fand an diesem Ort sein einziges Treffen mit Ludwig statt.

Das Hauptgebäude vom Park aus gesehen

Der Eintrittspreis ist erschwinglich und man kann ihn staffeln, je nachdem, ob man die gesamte Anlage mit Schloss, Marstallmuseum und Parkburgen mit den Innenräumen sehen oder nur den Schlosspark besuchen möchte. Im Sommer ist von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet, ab Mitte Oktober bis März von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Im Winter sind die Parkburgen außer der Amalienburg geschlossen, deshalb ist der Eintritt in diesen Monaten reduziert.

Das barocke Schloss wurde innen mehrmals verändert, und so sind die Räume in den Stilen des Hochbarock bis zum Klassizismus zu sehen. Mittelpunkt ist der ursprüngliche Bau, das ehemalige Landhaus mit seiner markanten Freitreppe. Zu beiden Seiten reihen sich die später angebauten Gebäude, so die vier Pavillons, der Marstall, die Orangerie und das Kloster. Zur Stadtseite hin stehen um ein Rondell insgesamt zehn Kavaliershäuser, fünf auf jeder Seite.

Steinerner Saal Schönheitengalerie

Ist die Anlage schon von außen sehr beeindruckend, erwarten die Besucher im Inneren wahre Pracht- und Prunkräume. Vor den Handwerkskünstlern des grossen Festsaales, des Steinernen Saales, mit seiner wunderbaren Rokokoaustattung kann man nur den Hut ziehen. Etwa zwanzig weitere kunstvoll gestaltete Räume sind zu besichtigen Mehrere Vorzimmer und Schlafzimmer, darunter das Schlafzimmer der Königin, das Wappenzimmer, ein Zimmer mit Brüsseler Wandteppichen und ein chinesisches Lackkabinett mit Lackmalereien sind nur einige der einmaligen Sehenswürdigkeiten. Besonders erwähnen sollte man noch die Schönheitengalerien König Ludwigs I., deren Wände voller Gemälde mit Porträts ausgesuchter Schönheiten sind. Kein Zweifel, Ludwig hatte einen guten Geschmack.

In den früheren Stallungen des Kavalierbaues ist seit 1952 das Marstallmuseum untergebracht. Die ausgestellten Kutschen, z.B. der Krönungswagen Kaiser Karls VII. und der Große Prunkwagen König Ludwigs II., bilden zusammen mit anderen eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Art in Europa. Ergänzt wird die Ausstellung noch durch kostbare Reitausrüstungen, Gala-Geschirre und den Porträts der königlichen Leibreitpferde.

Die Anlagen des Schlossparks Monopterus im Schlosspark

Sehr beeindruckend fanden wir auch den Schlosspark, den in der Gesamtheit zu erkunden viel Zeit erfordert. Das Gelände mit zenralem Kanal, zwei großen Seen, den Parkburgen und einem umfangreichen Wegenetz erfuhr, genau wie die Schlossanlagen, im Laufe seines Bestehens einige Umwandlungen und Erweiterungen. Grundlage war ein kleiner Garten in italienischer Art, der vergrößert und in einen französisch geprägten Barockpark verwandelt wurde. Ansätze davon sind noch im Eingangsbereich am Hauptschloss mit dem Ziergarten und der Fontäne zu sehen. Der restliche Park wurde im 19. Jahrhundert im Stil eines englischen Landschaftsgarten gestaltet.

Architektonische Kunstwerke sind auch die Parkburgen in den Parkanlagen. Die Amalienburg, ein Jagdschlösschen im Rokokostil, schenkte Kurfürst Karl Albrecht seiner Gemahlin Maria Amalia. Von außen wirkt das Gebäude relativ schlicht, doch kommt man in die Innenräume, wird man von der prachtvollen Ausstattung ungemein beeindruckt. Die reichen Verzierungen, Spiegel, Schnitzwerke, Tapeten und allerlei anderes Interieur erschlägt einen förmlich mit Prunk; Exotisch wirken das Fasanenzimmer und die Küche, die mit chinesischen Stofftapeten und holländischen Fliesen gestaltet sind.

Die Badenburg

Die Badenburg diente dem körperlichen Wohl der Wittelsbacher, doch auch Feste wurden hier emsig gefeiert. Davon zeugt der mit Stukkaturen und einem Gewölbefresko ausgestattete Festsaal. Die Badeanlage orientiert sich an den prunkvollen Bädern der römischen Kaiser und auch an den türkischen Badehäusern. Das Herzstück der Anlage ist das große Badebecken, in dem man bequem schwimmen kann.

Wenn sich die Wittelsbacher und ihre Gäste vom Mailspiel, das dem Golfspiel ähnelt, erholen wollten, nutzten sie die Pagodenburg. Das kleine Gebäude hat ein Unter- und ein Obergeschoss. Im Erdgeschoss, in dem die Farben Blau und Weiß dominieren, sind holländische Kacheln und eine figürliche Deckenmalerei zu bewundern. Das Obergeschoss ist in zahlreiche kleine Räume aufgeteilt, in denen sich die Herrschaften erholen oder auch andere Dinge treiben konnten.

Die Magdalenenklause erweckt von außen den Anschein einer Ruine, was allerdings gewollt ist. Es soll die Vergänglichkeit des Irdischen symbolisieren und das Heim eines Eremiten darstellen. Dazu diente auch die Platzierung in einem Stück künstlich verwildertem Wäldchen. Innen jedoch ergibt sich ein gänzlich anderes Bild. Hier dominiert wieder die prachtvolle Ausstattung, wenn auch nicht ganz so prunkvoll wie in den anderen Gebäuden. Sehenswert sind besonders der Speisesaal und die Kapelle.

Schlosspark und Schlösser Schleißheim

Kurfürst Max Emanuel hatte politisch keine allzu glückliche Hand. Seine wechselnden Allianzen mit den Österreichern und später gegen diese zusammen mit den Franzosen, brachten Bayern keinen Vorteil, im Gegenteil. Trotzdem genießt Max Emanuel einen guten Ruf, denn ihm sind die Parks und Schlösser Nymphenburg und Schleißheim zu verdanken. Der Fürst, der auf dem Höhepunkt absolutistischer Machtgedanken seinem großen Vorbild, dem französischen Sonnenkönig, nacheifern wollte, hatte für Schleißheim große Pläne. Die Anlage sollte eine gewaltige Königsresidenz werden. Im Endeffekt wurde daraus nichts, Schulden und seine verfehlte Politik ließen alles einige Nummern kleiner werden. Doch ändert das nichts daran, dass mit Nymphenburg und Schleißheim barocke Anlagen entstanden sind, die architektonische, bauhistorische und landschaftsgärtnerische Höhepunkte in München und ganz Deutschland wurden und heute einen großen Anteil an den Touristenströmen haben.

Immerhin ist der Barockpark Schleißheim einer von nur noch zwei Barockgärten in ganz Deutschland, die noch den originalen geometrischen Stil dieser Anlagen bewahrt haben. Der zweite noch vorhandene Barockpark dieser Art ist Herrenhausen bei Hannover. Dem damaligen Geschmack entsprechend sind alle Anlagen in geometrischen Formen angeordnet. Kreise, Quadrate und wie mit dem Lineal gezogene Wege haben die Natur in geometrische Muster gepresst. Die Mittelachse des Parks bildet ein schnurgerader Kanal, der aus dem Ringkanal des Schlosses Lustheim kommt und in das Bassin des Neuen Schlosses mündet.

Das älteste Gebäude im Komplex ist das Alte Schloss, ein Bauwerk, das noch im Stil der Spätrenaissance errichtet wurde. Vorgänger dieses Baues war ein schlichtes Landhaus, das von neun kleinen Kapellen umgeben war. Maximilian I. ließ dann von 1616 bis 1623 das Landschloss erbauen, das heute eines der wenigen Beispiele einer Landresidenz aus der Zeit der Spätrenaissance ist. Im 2. Weltkrieg erlitt es schwere Schäden und wurde 1972 zum großen Teil wieder hergestellt. Im Alten Schloss ist eine Ausstellung des Bayerischen Nationalmuseums zu sehen. Christliche Kultobjekte aus der ganzen Welt und eine Schau über die Kulturgeschichte Ost- und Westpreußens geben dem interessierten Besucher Einblicke in sehr unterschiedliche Themen.

Der Höhepunkt ist unserer Ansicht nach das Neue Schloss, ein Galerieschloss, dass der Kunstsammler aus Leidenschaft Max Emanuel zu seinem Versailles machen wollte. Im Jahre 1701 begann der Bau des Prestigeprojektes, doch Geldmangel und politische Wirren stoppten die Fertigstellung. Von 1719 bis 1726 wurde weiter gebaut, doch fertig wurde das Schloss noch später. Entstanden ist trotz allem ein prunkvoller Bau im Stil des Spätbarock und des Rokoko, der sich über eine Länge von 335 m erstreckt. Der imposante Mitteltrakt fällt dem Betrachter als erstes ins Auge. Die Eckpavillons sind durch Verbindungsflügel mit dem Mitteltrakt verbunden.

Wirkt das Neue Schloss schon von außen prachtvoll, so ist es im Inneren noch um einiges prunkvoller; Reich verziert und mit Schlachtengemälden aus Max Emanuels Kämpfen gegen die Türken geschmückt sind der Große Saal und der Viktoriensaal Kunstwerke, die ihresgleichen suchen; Auch die Große Galerie braucht sich wirklich nicht zu verstecken. Der Kunstliebhaber Max Emanuel hatte sage und schreibe 1000 Bilder erworben und konnte sich rühmen, mit der Großen Galerie eine der ersten Gemäldegalerien Europas zu besitzen. Auch die Zimmer des Kurfürsten und der Kurfürstin sind ausgesprochen sehenswert.

Das spätbarocke Schloss Lustheim findet man am gegenüberliegenden Ende des Parks. Der Name des Gebäudes triftt zu, denn hier wollte Max Emanuel die Schäferstunden mit der Kaisertochter Maria Antonia verbringen. 1685 heiratete er Maria Antonia, doch glücklich wurde die Ehe nicht, und lange dauerte sie auch nicht an, denn Maria Antonia starb schon 1692 im Kindbett. Danach lebte Max Emanuell längere Zeit mit der polnischen Königstochter Therese Kunigunde Sobieska im Schloss.

Bemerkenswert sind die gewölbeüberspannenden Deckengemälde im Schloss Lustheim, die für die damalige Zeit etwas völlig Neuartiges darstellten. Der Besucher des Schlosses kann sich an einer bemerkenswerten Sammlung Meißener Porzellans erfreuen. Unter den 1800 Stücken der Sammlung finden sich u.a frühe Geschirre Böttgers, des Mannes, der August dem Starken die Porzellanproduktion ermöglichte. Auch Porzellan-Tierfiguren des berühmten Künstlers Kändler sind ausgestellt.

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