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Rund um den Rathausplatz von Valencia

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Als wir auf dem weitläufigen und prachtvollen Plaza del Ayuntamienteo - dem Rathausplatz - standen, wurde uns sehr schnell klar, dass Valencia eine sehr wohlhabende Stadt ist oder zumindest lange Zeit war. Die prachtvollen Bauten im Gründerzeit- und Jugendstil rund um den Platz, besonders das Rathaus und das Postgebäude, sind schlichtweg eine Augenweide. So manche andere namhafte Stadt wird hier leicht neidisch werden, zumal die gesamte Bausubstanz am Plaza del Ayuntamiento in sehr gutem Zustand ist und das Ensemble der Bauwerke eine passende Einheit ergibt, die man so nicht oft sieht.

Der Platz wirkt aber nicht nur durch diese prächtigen Bauten, er ist auch eindeutig das lebendige Zentrum der Stadt. Er ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, hier halten zahlreiche Buslinien, natürlich gibt es Taxistände und selbst Fahrräder kann man hier ausleihen. Hotels, Gaststätten, die Post, eine Tourist-Information und Läden lasen den Plaza del Ayuntamiento gleichzeitig zu einem regen Geschäftsknotenpunkt werden. Bei alldem ist der Rathausplatz aber erfreulich grün geblieben. Palmen vor dem Rathaus, Bäume und Büsche rund um den Platz sowie Rasen und Blumenbeete sorgen für einen angenehmen Anblick. Der wird noch ergänzt durch die Blumenkioske am Platz mit ihren farbenfreudigen Auslagen.

Das Rathaus von Valencia

Das Rathaus von Valencia ist unserer Ansicht nach ein ausgesprochen kunstvolles Gebäude, das vom einstmaligen Wohlstand der Stadt zeugt und dem an sich schon sehr imposanten Plaza del Ayuntamiento das i-Tüpfelchen aufsetzt. Dabei ist die eigentliche Grundlage des Rathauses eine Mädchenschule aus dem 18. Jahrhundert. In dieses Gebäude zog der Stadtrat im Jahre 1854, als der bis dahin als Rathaus genutzte gotische Bau baufällig wurde.

Das Rathaus von Valencia Verzierungen am Rathausturm Der Rathausturm mit der Stahlkuppel

Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Stadt stark wuchs, entstand mit einem Anbau die heutige Größe. Das insgesamt palastartig wirkende Bauwerk bekommt seinen besonderen Anblick durch zwei Rundtürme mit eliptischen Kuppeln. Die wiederum erhalten ihren speziellen Reiz durch glasierte Kacheln. Über dem Eingangsportal thront ein breiter Balkon. Dieser Abschnitt des Hauses wird noch einmal durch einen hoch aufragenden Turm mit metallener Stahlgerüst-Kuppel und einem Uhrwerk betont.

Das Rathaus bei Nacht

An den Vormittagen von Montag bis Freitag ist das Rathaus geöffnet, dann besteht die Gelegenheit, auch einmal das Innere zu besichtigen. Finden allerdings Sitzungen statt, dann sind einige Säle geschlossen. Das Rathaus ist von außen schon sehr prächtig anzusehen, doch das Innere des Gebäudes übertrifft diese Pracht noch einmal.

Kunstausstellung im Rathaus

Besonders der Sala de Cristal, der Kristallsaal, erinnert mit seinen Gewölben, Deckenmalereien, Stuck-Verzierungen und gewaltigen Kronleuchtern an Festsäle in prunkvollen Schlössern. Im Stadtparlament sind vor allem die Bänke aus edlem Holz ansehenswert. Insgesamt 109 Abgeordnete finden hier Platz. Im 1. Stock laden das Stadtmuseum und das Geschichtsarchiv zu einem Besuch ein. Hier ist u.a. das Schwert Jaimes I., des Königs, der die Mauren zur Kapitulation zwang, zu sehen. Etwas versteckt, an der Rückseite des Gebäudekomplexes in der Calle Arzobispo Mayoral, ist der Eingang zu einer kleinen Kunsthalle, in der interessante Ausstellungen zu erleben sind.

Das Post- und Telegrafengebäude

Aus all den eleganten und imposanten Gebäuden des Plaza del Ayuntamienteo ragt neben dem Rathaus ein Bauwerk mit einem metallenem Aufbau in Form eines Turmes heraus, das Edificio de Correos, das Postamtsgebäude. Im ersten Moment könnte man glauben, dieses ausgefallene Bauwerk sei das Rathaus, prunkvoll genug wirkt es.

Das Post- und Telegrafenamt Das Post- und Telegrafenamt mit dem charakteristischen Turm

Das Post- und Telegrafenamt wurde von 1915 bis 1922 im Eklektizismus errichtet, das heißt, hier wurden Architektur-Elemente verschiedener vergangener Epochen gemischt. So entstand ein ungewöhnlicher, aber elegant wirkender Bau, der noch als Besonderheit einen Turm aus Metall erhielt. Wir finden, für ein Postgebäude und Telegrafenamt passt dieser Turm ausgezeichnet und symbolisiert das Metier fantastisch. Besonders auffällig ist auch der Eingangsbereich mit einer Umrahmung aus ionischen Zwillingssäulen und einem Rundbogen mit allegorischen Figuren. Die Eingangshalle fällt durch ihre Ellipsen förmige Kuppel auf. Auch wenn man gerade nichts in einer Post zu tun hat, lohnt also ein Besuch dieses Gebäudes allemal.

Plaza de Toros, die Stierkampfarena

Eine spanische Stadt, besonders in den südlichen Provinzen, ist ohne Stierkampfarena kaum vorstellbar. Zwar regt sich auch in Spanien der Widerstand gegen diese „Sportart“ und in Katalonien wurden die Veranstaltungen schon verboten, doch in anderen Gegenden – so auch in Valencia – sind Stierkämpfe nach wie vor Höhepunkte und Volksfeste.

Plaza de Toros, die Stierkampfarena Plaza de Toros, die Stierkampfarena

Valencias Arena liegt direkt neben dem Nordbahnhof, also in Reich- und Sichtweite der Altstadt. Schon vor der Mitte des 19, Jahrhunderts gab es hier eine – allerdings unvollendete – Stierkampfarena. Das heutige Gebäude wurde im klassizistischen Stil zwischen 1850 und 1860 errichtet. Für die damalige Zeit war es bautechnisch eine Sensation. Zufall ist es sicher nicht, dass diese Arenen dem Kolosseum der Römer gleichen, hier wie dort fanden (und finden) blutige Kämpfe statt und hier wie dort gewinnen einmal die Tiere und einmal die Menschen.

Die Arena in Valencia ist auf jeden Fall ein imposanter Bau. Mit einem Durchmesser von 52 m und einer Höhe von 17,65 m auf vier Stockwerken ist es eine Imitation des römischen Amphitheaters von Nimes. Knapp 13.000 Besucher finden in dem Rund Platz. Rund um die Arena verlaufen 24 Sitzreihen, teilweise von zwei Galerien überdacht, die auf Pfeilern aus Gusseisen stehen.

Der Stierkampfarena angeschlossen ist das Stierkampf-Museum, das Museo Taurino. Wir waren neugierig und haben es uns einmal angesehen, obwohl wir eigentlich nicht viel mit Stierkampf am Hut haben. Wir müssen zugeben, dass es schon beeindruckend war, die Bilder, Exponate und Original-Ausrüstungen der berühmten Matadoren zu sehen. Allerdings sagten uns die Namen der umjubelten Kämpfer nicht viel, genauso wenig, wie die Namen der Stiere, die es zu Ruhm brachten. Die Arena selbst kann nicht besichtigt werden. Einerseits fanden wir das etwas traurig, denn es hätte uns schon gereizt, einmal hier zu stehen. Andererseits ist die Arena allein, ohne den Trubel der Veranstaltungen, sicher nicht übermäßig reizvoll. Wer einen Stierkampf miterleben möchte, hat zum Fest der Fallas und zur Feria im Juli die besten Chancen.

Estación del Norte, der prachtvolle Nordbahnhof

Bahnhöfe sind in den wenigsten Fällen echte Sehenswürdigkeiten, doch der Nordbahnhof, die Estación del Norte von Valencia, kann dieses Privileg auf jeden Fall in Anspruch nehmen. Das Gebäude im prachtvollen Jugendstil ist wahrlich eine Augenweide, zumindest was das Äußere und die Eingangshalle mit Restaurant und Geschäften betrifft. Die eigentlichen Bahnsteige erscheinen da eher profan, doch das tut dem Highlight-Charakter des Bahnhofs keinen Abbruch.

Estación del Norte, der Nordbahnhof

Der Nordbahnhof liegt nur wenige Meter vom Innenstadtkern mit dem Plaza del Ayuntamiento entfernt. So wird er automatisch in einen Stadtbummel durch die touristische Altstadt einbezogen und reiht sich ein in eine Anzahl prächtiger und fantastisch renovierter Bauten des Jugendstils, die Valencias Innenstadt zieren. Es sind nicht allzu viele Städte, die auf ein derartiges Ensemble gut erhaltener Jugendstilgebäude verweisen können.

Mosaik an der Fassade des Nordbahnhofs

Die Estación del Norte entstand in den Jahren von 1906 bis 1917 und ist beeinflusst von den Ideen der Wiener Secessionisten, einer Vereinigung Wiener Künstler, nach denen eine Variante des Jugendstils benannt wurde – Secessionsstil oder auch Wiener Jugendstil. Das weiße Gebäude ist durch wunderschöne Ornamente und Mosaike geschmückt, die den Fassaden einen palastartigen Eindruck geben.

Wandgestaltung der Eingangshalle

Wir waren jedenfalls begeistert von diesem Gebäude und den Verzierungen außen und im Inneren. Viele der Ornamente und Mosaike sind aus Kacheln der traditionellen Valencianer Keramik gestaltet, so dass ein künstlerischer Bezug auf die Gegend von Valencia hergestellt wurde. Die Verbundenheit der Künstler zur Region zeigt sich auch in den Motiven, die sehr oft das Wappen der Stadt darstellen und auch die Reichtümer der Landwirtschaft dieser Gegend preisen, nämlich Orangen, Lorbeer und Rosen. Wunderbar gelungen fanden wir auch das Restaurant im Bahnhof. Hier wird ein längerer Aufenthalt nicht zur Last, man trägt eventuelle Verspätungen in diesen Räumen mit Fassung.

Restaurant im Nordbahnhof

Es ist wohl nicht übertrieben, wenn wir meinen, dass der Bahnhof selbst ein Kunstwerk ist und man in seinen Hallen praktisch eine kleine Kunstausstellung besuchen kann. Die Farbintensität der Ornamente und Mosaike ist beeindruckend. Selbst an einem verregneten Tag, an dem wir den Bahnhof besichtigten, strahlten die Farben. Als kleines Manko empfanden wir lediglich das etwas schäbig wirkende Dach über den Gleisen, das neben der prächtigen Eingangshalle doppelt trist erscheint.

Weitere Sehenswürdigkeiten rund um den Rathausplatz

Das Gebäude der Banco de Valencia in Sichtweite des Rathausplatzes an der Ecke Calle de las Barcas und Calle Sorolla ist wohl eines der prächtigsten Häuser der Stadt. Man könnte meinen, es handelt es dabei um einen der Paläste aus früheren Jahrhunderten, doch das Gebäude entstand erst 1942. Den Architekten ist damit unserer Meinung nach ein Höhepunkt gelungen, denn das Haus erstrahlt in intensiven Farben und ist prachtvoll mit Ornamenten aus farbigen Kacheln und Stuck-Motiven verziert. Eine Vielzahl von Balkonen in den unterschiedlichsten Ausführungen ergänzt die Fassade und lockert sie auf. Besonders prachtvoll erscheint das Haus in der Dämmerung, wenn es von Scheinwerfern angestrahlt wird.

Die Banco de Valencia

Ebenfalls in der Calle de las Barcas steht das Gründerzeit-Gebäude des Teatro Principal. Es beherbergt einen der schönsten Säle der Stadt und bietet Platz für 800 Zuschauer. Gespielt wird das ganze Jahr über, sowohl Eigenproduktionen als auch Gastspiele gehören zum Programm des Hauses. Auch die Palette der Genres ist weit gefächert, es gibt Operettenaufführungen, Ballett, Theaterstücke und auch Popkonzerte.

Etwas Pech hatten wir schon. Bei unserem Besuch in Valencia waren einige der bedeutenden Sehenswürdigkeiten wegen Bauarbeiten und Renovierungen nicht zugänglich, so auch der Palacio del Marqués Dos Aguas. Andererseits haben wir uns natürlich gefreut, dass auch die noch nicht sanierten Gebäude einer Verjüngungskur unterzogen wurden. Den Touristen – und selbstverständlich auch den Einwohnern – kommen diese Arbeiten auf jeden Fall zugute.

Fassade des Palacio del Marqués Dos Aguas

Trotz der ziemlich stark verblassten Farben der Fassade konnten wir ahnen, welch wunderbares architektonisches Kunstwerk dieser Palast der zwei Wasser darstellt. Ursprünglich war es ein Barockbau, im 18. Jahrhundert nahm man jedoch zahlreiche Änderungen vor. Das hat aber nichts an der Pracht des Palastes geändert. Das Gebäude ist überaus reich verziert, Marmor und Stuck dominieren die Fassaden. Ein besonderes Schmuckstück ist das Portal aus Alabaster, mit Darstellungen von Figuren, Pflanzen und anderen Elementen. Zwei riesige Figuren verkörpern die beiden Flüsse Turia und Júcar – daher auch der Name des Gebäudes, der Palast der zwei Wasser. Sie sollen die Fruchtbarkeit demonstrieren, die das Umland Valencias durch sie bekommt. Im Palast sind besonders der Kutschen-Saal, der Ballsaal sowie der Chinesische Saal äußerst sehenswert.

Ein weiteres Highlight im Palast ist das Museo Nacional de Cerámica y Artes Sunturias González Marti, oder kurz gesagt, das Keramikmuseum. Hier sind wertvolle Exponate der Keramik-Manufakturen von Manises, Paterna und katalonischen sowie aragonischen Manufakturen zu sehen. Besonders wertvoll sind dabei eine traditionelle valencianische Küche, ausgestattet mit Keramik-Kacheln sowie ein Abbild der Gottesmutter mit Kind.

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