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Rund um die Kathedrale von Valencia

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Valencia ist eine typisch spanische Stadt, also besonders reich an katholischen Kirchen. In der Bedeutung sticht dabei eine besonders hervor – die Kathedrale. Rund um dieses Gotteshaus, im Zentrum der Altstadt, konzentrieren sich viele der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, so z.B. die Basilika de Nuestra Senora de los Desamparados, der Palau de la Generalitat, wunderschöne Patrizierpaläste, der Almudin und andere mehr.

Zwei der bekanntesten und bedeutendsten Plätze Valencias erstrecken sich neben der Kathedrale, der Plaza de la Virgen sowie der Plaza de la Reina. Beide sind Touristenmagneten, denn auf und an diesen Plätzen bekommt man das Flair Valencias zu spüren. Hier finden sich neben den wunderbaren Gebäuden viele Gaststätten, hier herrscht der Trubel einer Touristenmetropole und gleichzeitig findet man ruhige Ecken, in denen man ausspannen und das Treiben rundum beobachten kann.

Die Kathedrale von Valencia

Valencias Kathedrale, die Catedral de Valencia y El Miguelete, ist ein ungewöhnliches Bauwerk, das sich stark von den uns gewohnten unterscheidet. Es erinnert so gar nicht an die üblichen Kathedralen, die in vielen Städten stehen. Das ist nicht erstaunlich, wenn man die Entstehungsgeschichte des Baues kennt. Ursprünglich stand an dieser Stelle eine römische Kapelle, die der Göttin Diana geweiht war. Die Mauren errichteten an deren Stelle die größte Moschee Valencias, die wiederum nach der Rückeroberung der Stadt durch Jaime I. in ein christliches Gotteshaus verwandelt wurde. 1262 begann der Bau der heutigen Kirche, damals im gotischen Stil.

Die Kathedrale von Valencia Das spätromanische Portal

Der Bau und die Fertigstellung zogen sich allerdings über mehrere hundert Jahre hin, was großen Einfluss auf die Darstellung der Kathedrale hatte. Die Baustile wandelten sich und damit auch die Kirche. So kann man an den drei Portalen sehr gut die unterschiedlichen Stilrichtungen erkennen. Das älteste Portal, das zum Bischofspalast gerichtet ist, wurde im spätromanischen Stil erbaut und durch zwei stilisierte gotische Fenster abgeschlossen. An der Plaza de la Virgen befindet sich das Portal Puerta de los Apóstoles im Stil der Spätgotik. Die zwölf Apostel und die Gottesmutter sind als Statuen in das Portal eingearbeitet. Erstaunlicherweise ist über dem Portal eine Rosette mit dem Davidsstern zu sehen. Im 18. Jahrhundert – und damit als letztes – wurde die Puerta de los Hierros, die Tür der Brandmale, im Barockstil errichtet.

Die Puerta de los Apóstoles mit dem Davidsstern Die reich verzierte Purta de los Hierros

An den drei Portalen lässt sich sehr gut erkennen, wie sich die Baustile wandelten. Ist das erste Portal im spätromanischen Stil noch relativ schmucklos und geradlinig erbaut, erkennt man im zweiten schon einen viel größeren Hang zur Gestaltung mit schmückenden Elementen. Das Barockportal ist – dem Zeitgeschmack entsprechend – ziemlich prunkvoll und reich verziert.

Auch am Gebäude selbst sind die unterschiedlichen Baustile gut zu erkennen. Ungewöhnlich für eine Kathedrale sind die flache Bauweise und die Kuppeln, die an eine maurische Moschee oder an Kirchen der Orthodoxen erinnern. Wie ein separates Bauwerk wirkt der wuchtige Glockenturm, der Miguelet am Plaza de la Reina. Der Name kommt von der größten Glocke, der 11 Tonnen schweren Miguel. Daneben gibt es im Turm noch weitere 11 Glocken. Der von 1381 bis 1418 errichtete achteckige Turm gehört mit seinen 51 m Höhe zu den wichtigsten Wahrzeichen Valencias. Der Aufbau für die Glocken war anfänglich aus Holz erbaut, erst im 17.Jahrhundert ersetzte man ihn durch einen steinernen.

Der Miguelet mit dem Barockportal Der Miguelet, der Turm der Kathedrale Statue am Turm

Hat man Glück, kann man den Glockenturm besteigen und die fantastische Aussicht über die Altstadt von Valencia und darüber hinaus genießen. Allerdings muss man dazu 207 Stufen einer Wendeltreppe überwinden. Wer schon viele Kirchtürme in anderen Städten bestiegen hat, die manchmal 400 und mehr Stufen haben, wird darin aber kein allzu großes Problem sehen.

Das Hauptschiff mit dem Altar

Das Innere der Kathedrale ist genauso einen Besuch wert. Besonders wertvoll ist der Hauptaltar aus dem Jahre 1507 im Stil der Renaissance. Der Altar zeigt Darstellungen aus dem Leben der Jungfrau Maria. Es wird vermutet, dass die Schöpfer des Altars zuvor in der Werkstatt Leonardo da Vincis gearbeitet hatten. Erwiesen ist das jedoch nicht. Mehrere Kapellen im Kirchengebäude sind eindrucksvolle architektonische Bauten und beherbergen teilweise sehr wertvolle Kunstschätze. So soll der Trinkbecher, aus dem Jesus beim letzten Abendmahl getrunken haben soll, hier aufbewahrt sein. Im Museum in der Kathedrale befinden sich zwei Gemälde Francisco Goyas und weitere Gemälde bekannter Künstler.

Plaza de la Virgen, der Jungfrauenplatz

Der Plaza de la Virgen, der Platz der Jungfrau, ist der wohl bekannteste Platz Valencias. Das liegt an verschiedenen Faktoren. Hier konzentrieren sich eine ganze Reihe der berühmtesten Sehenswürdigkeiten, so das spätgotische Portal Puerta de los Apóstoles der Kathedrale, der Turia-Brunnen, die Basilika, einige Paläste sowie der Regierungspalast, der Palau de la Generalitat. Zur Beliebtheit bei den Touristen trägt noch bei, dass der Platz verkehrsberuhigt und Fußgängerzone ist. Allerdings gerieten wir etwas in Verlegenheit, als wir den Platz besichtigen wollten. Die Bauten und die Lage stimmten eindeutig, doch die Hinweistafeln am Platz sagten etwas anderes. Der in jedem Reiseführer als Plaza de la Virgen beschriebene Platz heißt auf Valencianisch Plaza de la Mare de Déu und dieser Name steht auf jedem Straßenschild.

In der Basilika

Wer an einem Donnerstag in der Stadt ist, sollte sich auf keinen Fall ein Spektakel entgehen lassen, dass hier seit mehr als 1000 Jahren stattfindet – das Tribunal de las Aguas. Dabei geht es um das so wichtige Wasser für die Bewässerung der Felder. Landwirte, die sich darin uneins sind, können in einer mündlichen Verhandlung ihre Streitigkeiten vor einem Schiedsgericht beilegen. Alle zwei Jahre wählen die Bauern aus ihren Reihen acht Leute für dieses Gericht.

Das Spektakel findet immer donnerstags gegen Mittag vor der Puerta de los Apóstoles statt. Wenn es auch nicht mehr so viel Streitigkeiten wie früher gibt, ist die Veranstaltung doch jederzeit ein Magnet für die Touristen. Allerdings gilt auch hier der Satz : Zeitiges Kommen sichert die besten Plätze. Bei den Massen, die sich vor dem Portal drängen, haben wirklich nur die ersten eine gute Sicht auf das Geschehen.

Gottesdienst in der Basilika

Belebt ist der Platz auch zu anderen Zeiten nicht zu knapp. Doch kann man hier auch ganz gut entspannen, denn rund um den Platz gibt es mehrere Cafés mit Freisitzen. Wer es eiliger hat, kann auch eine kurze Rast am Turia-Brunnen einlegen. Die große Figur auf dem Brunnen stellt den Fluss Turia dar, die kleineren die acht Kanäle, mit denen die Felder um Valencia bewässert werden. Der Brunnen ist ein beliebter Treffpunkt und besonders schön am Abend, wenn er angestrahlt wird.

Die Basilika de Nuestra Senora de los Desamparados wurde nach der Schutzheiligen der Stadt benannt. Sie ist Valencias einzige Kirche, die völlig neu erbaut und nicht auf den Grundmauern einer anderen errichtet wurde. Von außen sieht die Basilika ziemlich unscheinbar aus, wir hätten sie niemals für ein so bedeutendes Bauwerk gehalten. Das Gebäude mit dem Kuppeldach ist durch einen Torbogen mit der Kathedrale verbunden.

Kuppel mit Fresken in der Basilika

Erbaut wurde die Basilika von 1652 bis 1667 als Barockgebäude. Ungewöhnlich für derartige Bauten sind das ovalförmige Innere und die mit glasierten Ziegeln gedeckte Kuppel, die uns wiederum an ein maurisches Gebäude erinnerte. Die Kuppel befindet sich auch nicht in der Mitte, sondern etwas versetzt in Richtung zur Kathedrale.

Begeistert waren wir vom Innenraum, der prächtig geschmückt ist. Am Hauptaltar sind die Jungfrau von Desamparados sowie zwei weitere Schutzheilige Valencias abgebildet. Die Jungfrau auf dem Bild hat den weniger schmeichelhaften Namen „Die kleine Bucklige“ erhalten, weil sie auf dem Gemälde in einer leicht gekrümmten Stellung abgebildet ist. Richtig fantastisch fanden wir die Fresken in der Kuppel, deren Farben auch nach so langer Zeit noch leuchten.

Die Valencianos sind zum größten Teil katholisch und die Kirche spielt in ihrem Leben auch heute noch eine wichtige Rolle. Das merkten wir, als wir die Basilika zu unterschiedlichen Zeiten besichtigten. Ganz gleich, ob am Vormittag oder am späteren Abend, die Basilika war immer gut gefüllt und es fanden praktisch ohne Unterbrechung Gottesdienste statt.

Palau de la Generalitat Prunkbauten am Plaza de la Virgen

Gegenüber der Basilika steht das Gebäude des Palau de la Generalitat, der Sitz der Landesregierung. Der dreigeschossige Palast wurde im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und vor einiger Zeit zum Nationalen Denkmal erklärt. Dem eigentlichen Palast wurden später noch zwei Türme angefügt, der erste im 17. Jahrhundert, der zweite erst 1952. Im Inneren ist er prächtig ausgestattet. Im Goldenen Saal im ersten Turm befindet sich eine reich gestaltete Kassettendecke im Stil der Renaissance. Die Monarchen des Königreiches Valencia sind im Königssaal dargestellt und Gemälde des bekannten Künstlers Joan Sarinenas hängen im Sala de Cortes und in der Palastkapelle.

Der Turia-Brunnen

Der Plaza de la Virgen wird neben diesen Gebäuden noch von einigen sehr prachtvollen Palais begrenzt, an denen der Reichtum der Stadt und ihre Bedeutung gut zu erkennen sind. Hinter dem Palau, am Plaza de Manises, sind zwei weitere Paläste, die leicht übersehen werden, aber hinter den anderen prunkvollen Gebäuden nicht zurück stehen. Der Palacio de Baylia und der Palacio de la Scala haben eine bedeutende Geschichte hinter sich.

Rund um den Plaza de la Reina, den Platz der Königin

Der Plaza de la Reina, der Platz der Königin, mit dem Haupteingang der Kathedrale und dem Miguelete, dem Glockenturm, ist ebenso wie der Plaza de la Virgen ein Touristenmagnet. Allerdings konzentrieren sich die Menschenmassen hier auf den Vorplatz der Kathedrale und die Freisitze der Restaurants am Straßenrand, denn im Gegensatz zum Plaza de la Virgen ist der Platz der Königin keine Fußgängerzone, sondern rund um den Platz pulsiert der Straßenverkehr. In der Platzmitte gibt es Grünanlagen mit Bänken, doch hier geht es bedeutend ruhiger zu als auf dem trubelhaften Platz der Jungfrau.

Der Glockenturm von Santa Catalina

Wer eine Kutschfahrt durch die Altstadt von Valencia unternehmen möchte ist hier richtig. Am Rand der Grünanlagen warten die Kutscher auf Fahrgäste. Auf den Bürgersteigen reihen sich die Freisitze der Restaurants, die praktisch Tür an Tür existieren. Auch die Busse der Stadtrundfahrten stoppen am Plaza de la Reina, so dass hier das Ein- und Aussteigen möglich ist.

In der Kirche Santa Catalina Statue in der Kirche

Der Miguelete, der Turm der Kathedrale steht direkt am Plaza de la Reina, aber nur wenige Meter entfernt ragt noch ein markanter Turm in den Himmel, der Kirchturm von Santa Catalina. Der schlanke 49 m hohe Glockenturm mit einem sechseckigem Grundriss ist ebenfalls ein Wahrzeichen Valencias. Es gibt auch eine Kirche, doch der Turm ist baulich eigenständig. Der Glockenturm mit fünf Stockwerken und einer kleinen Kuppel entstand im 17. Jahrhundert im barocken Baustil.

An dieser Stelle befand sich die älteste Kirche der Stadt aus der Zeit der Rückeroberung von den Mauren. Von diesem Bau ist jedoch nur wenig übrig geblieben. Heute erscheint die Kirche mit einer neoklassischen Hauptfassade. Das Bauwerk ist ein dreischiffiges Gotteshaus mit sechseckigem Grundriss mit Kreuzgewölbe und Seitenkapellen. Kunsthistorisch gesehen hat die Kirche sicher keine großen Schätze aufzuweisen, doch trotzdem fanden wir die Besichtigung des Innenraums hochinteressant.

Am Plaza Redonda

Von der Calle de San Vicente Mártir, die den Plaza de la Reina mit dem Plaza del Ayuntamiento verbindet, geht eine kleine unscheinbare Gasse ab, die zum Plaza Redonda führt. Irgendwie fühlten wir uns hier in ein römisches Amphitheater versetzt. Dieser kleine kreisrunde Marktplatz, der von einem Rondell von Häusern umschlossen ist, erinnert wirklich an ein derartiges Theater. Inmitten von engen Gassen entstand 1840 dieser runde Platz, der von Wohngebäuden mit Läden im Erdgeschoss umgeben ist. In der Mitte steht ein Brunnen und im Rund sind zudem noch jede Menge Verkaufsbuden versammelt. Der Plaza Redonda ist eine „Hochburg“ der Souvenir-Geschäfte und aufgrund seines außergewöhnlichen Erscheinungsbildes ein weiterer Touristenmagnet. Leider herrschte bei unserem Besuch relative Ruhe, denn auch hier wurde gebaut und restauriert, was sehr schön ist, aber eben für den Moment Einschränkungen bringt.

Weitere Sehenswürdigkeiten rund um die Kathedrale

Der Almudin mit Brunnen Am Platz des Almudin

Geht man vom Plaza de la Virgen in Richtung Osten, gelangt man nach kurzer Zeit an einen kleinen, verschlafen wirkenden Platz. Uns erinnerte dieser Ort an einen alten Marktplatz in einem kleinen Dorf. In der Mitte des Platzes steht ein Brunnen, doch die eigentliche Sehenswürdigkeit ist ein flaches Gebäude, der Almudin. Im 14. Jahrhundert wurde dieser ehemalige Getreidespeicher Valencias auf den Grundmauern eines maurischen Palastes errichtet. Bis zum 17. Jahrhundert besaß er einen offenen Innenhof, dann wurde dieser überdacht. Heute dient der Almudin als Ausstellungs- und Kunstraum.

Kunsthistorisch hat sie keine weitreichende Bedeutung und verfügt auch über keine besonders erwähnenswerte Kunstschätze. Trotzdem beeindruckte uns die Iglesia de Santo Tomás y San Felipe Neri – was für ein pompöser Name – ungemein. Die Kirche ist ein Beispiel der Neoklassik, einer Stilrichtung, von der es in Valencia eine ganze Reihe Gebäude gibt. Der Innenraum ist sehr sehenswert, besonders auch durch die Kuppel, die den Altarraum in ihr Licht taucht.

Iglesia de Santo Tomás y San Felipe Neri Iglesia de Santo Tomás y San Felipe Neri

In der Nähe befindet sich eine weitere Kirche, die Iglesia de San Juan del Hospital, die Valencias älteste Kirche ist. Das merkt man auch am schlichten Bau, der noch nicht überladen ist, wie bei vielen späteren Gotteshäusern. Der Bau geht auf einen Ritterorden zurück, der an der Rückeroberung Valencias von den Mauren teilgenommen hatte und die christlichen Werte wieder stabilisieren wollte.

Archäologen schlägt das Herz höher am Plaza de la Almoina, direkt hinter der Kathedrale. Ein Teil des Platzes ist abgesperrt und man sieht auf eine Grube, in der sich archäologische Reste von Bauten aus der Zeit der Araber, Westgoten und Römer befinden. Am Almoina, im Palacio del Marqués de Campo, ist das Stadtmuseum zu besichtigen. Hier wird die Gemäldesammlung des Rathauses aufbewahrt und gezeigt, mehr als 800 Werke aus dem 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Außerdem sind hier eine Sammlung von Maßen und Gewichten sowie Zeichnungen und Stiche ausgestellt.

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