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Die Geschichte der Stadt Valencia

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Valencia, die wunderschöne Stadt am Mittelmeer, kann auf eine sehr lange Geschichte zurück blicken. Das sind immerhin rund 2000 Jahre, in denen die Stadt eine wechselvolle Entwicklung durchlief. Es gab dabei viele beachtenswerte Höhepunkte, aber natürlich auch Rückschläge und Misserfolge. Eigentlich ist Valencia sogar noch älter, die Ursprünge reichen bis in das iberische Tyris zurück. Die offiziell anerkannte Stadtgründung erfolgte jedoch im Jahre 138 v. Chr., wobei wieder einmal – wie bei so vielen bekannten Städten – die Römer die entscheidende Rolle spielten.

Mit den Mauren erreichte Valencia einen Höhenflug, der seinesgleichen sucht. Nach diesem „Goldenen Zeitalter“ konnten die christlichen spanischen Könige nach fünf Jahrhunderten die Stadt zurück erobern und später das Königreich Valencia gründen. Für eine geschichtlich kurze Zeit brach ein zweites „Goldenes Zeitalter“ an, dem ein ziemlicher Abschwung folgte.

Mit der Erstarkung des Bürgertums im 19. Jahrhundert und der beginnenden Industrialisierung wuchs Valencia gewaltig, wie so viele andere Städte in dieser Zeit. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nach dem Sturz des Diktators Franco, begann für Valencia ein neuer Aufschwung, sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Heute ist die Stadt eine hoffnungsvolle Metropole, die als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und Autonomen Gemeinschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Römer und Mauren in Valencia

Die günstige Lage, das Klima und das Umland sorgten schon früh für eine Besiedlung der Gegend um die heutige Stadt Valencia. So richtig begann deren eigentliche Geschichte aber mit den Römern, die weite Teile Europas und Afrikas unter ihrer Kontrolle hatten und denen die Gründung zahlreicher sehr bekannter Städte zu verdanken ist.

Auch Valencia ist eine dieser Gründungen. Sie geht auf den römischen Konsul Dezimus Junius Brutus zurück, der im Jahre 138 v. Chr. Valentia Edetanorum als Ansiedlung ausgedienter Legionäre errichtete. Aufgrund der Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handelswege entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Marktplatz, der später sogar das Recht zur Münzprägung erhielt. Zwischenzeitlich kam es zu einer rund 50 Jahre andauernden Krise, die durch einen Krieg zweier römischer Feldherrn gegeneinander verschuldet wurde. Danach konnte sich die Stadt wieder erholen und stieg nach dem Niedergang des bis dahin führenden Ortes Sagunt sogar zur wichtigsten Stadt der Region auf.

Die Ankunft der Mauren in Südspanien änderte vieles und brachte diesen Regionen eine mehrere Jahrhunderte währende positive Entwicklung mit großen wirtschaftlichen Erfolgen und erstaunlich toleranten Lebensweisen. Balansiya, wie die Stadt zu dieser Zeit hieß, kam 718 unter die maurische Herrschaft. Die Mauren sorgten für ein bewundernswertes System an Bewässerungsgräben, durch die sich die Landwirtschaft prächtig entwickelte. Das Tribunal de las Aguas, das Wassergericht, geht auch auf diese Zeit zurück und spielt bis in unsere Tage eine große Rolle.

Den Spaniern unter ihrem Nationalhelden El Cid gelang es 1094 für eine kurze Zeit die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, doch schon 1102 fiel sie wieder unter maurische Herrschaft. Am 9. Oktober 1238 konnte dann König Jaime I. von Aragon die Mauren endgültig vertreiben und ihre über 500 Jahre währende Herrschaft brechen. Valencia wurde wieder christlich. Sicher, die Mauren waren fremde Eroberer, doch ihr Wissen und ihre Toleranz waren sehr positiv für die Region.

Die Geschichte Valencias bis zum 20. Jahrhundert

Die Rückeroberung Valencias durch die Christen brachte der Stadt allerdings auch einige Vorteile. So entstand das Königreich Valencia, das zwar zum Bestand der Krone von Aragon gehörte, aber ansonsten ein unabhängiger Staat war. Jaime I. belohnte so die Adligen, die ihn im Kampf gegen die Mauren unterstützt hatten.

Trotzdem brach eine schwere Zeit an, denn wie auch im übrigen Europa wurde die Bevölkerung im 14. Jahrhundert durch Pestepidemien stark dezimiert. Mehrere Volksaufstände und verschiedene Fehden des Adels taten ein Übriges, um Valencia nicht aus der Krise zu bringen.

Das änderte sich im 15. Jahrhundert, das als weiteres „Goldenes Zeitalter“ gilt. Wirtschaftlich und kulturell erfolgte ein gewaltiger Sprung, der die Stadt zu einer der bedeutendsten Handelszentren werden ließ. Literatur, Bildhauerei und Malerei standen auf dem Zenit und auch die Architektur der Stadt erhielt zu dieser Zeit einige der schönsten Bauwerke Valencias. Der Miguelet - der Glockenturm der Kathedrale – und die berühmte Seidenbörse – die Lonja – stammen aus dieser Epoche.

Caspar Amat – Relief im Innenhof des Universitätsgebäudes

Leider dauerte dieses „Goldene Zeitalter“ nicht an, schon im 16. Jahrhundert ging es wieder bergab. Das lag zum großen Teil an der Entdeckung Amerikas, durch die sich viele traditionelle Handelsrouten änderten. Dieses Schicksal teilte Valencia mit einigen anderen ehemaligen Handelshochburgen. Dazu kamen noch Aufstände des Volkes gegen Adel, Kirche und Großbürger, die aber niedergeschlagen wurden. Das Inquisitionstribunal, das in der Stadt seinen Sitz erhielt, sorgte ebenfalls für Angst und Terror, was einer weltoffenen Stadt stark entgegen stand.

Im Spanischen Erbfolgekrieg stand Valencia auf der Verliererseite. Die Stadt unterstützte Erzherzog Karl von Österreich, doch der Bourbone Phillip V. setzte sich durch. Dieses Ergebnis war für Valencia tragisch, denn Phillip V. schaffte die Autonomie des Königreiches Valencia ab und verbot offiziell die Sprache der Region. Ab 1768 war das Spanische die einzige geduldete Sprache.

Auch das 19. Jahrhundert begann mit kriegerischen Auseinandersetzungen und Revolten, so dem Spanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Napoleon. Das Bürgertum erstarkte und besonders ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Modernisierung der Stadt und der Wirtschaft, u.a. mit dem Bau des Hafens. Diese Modernisierung und Industrialisierung ließ Valencia zum Ende des Jahrhunderts enorm wachsen, z. B. durch die Einbeziehung vieler Vororte.

Valencia im 20. Jahrhundert und heute

Nach langer Zeit wurden erst im 20. Jahrhundert wieder Anstrengungen unternommen, Valencia seine Unabhängigkeit zurück zu geben. Unter der republikanischen Regierung in den 30er Jahren sah es ganz so aus, als würden Stadt und Region zu alter Stärke gelangen. Diese Aufbruchstimmung war jedoch nur von kurzer Dauer, denn die Putschisten unter Franco gewannen und Spanien geriet für rund vier Jahrzehnte unter seine Diktatur.

Neubauten am Flussbett des Turia Hochstraße an der Stadt der Künste und Wissenschaften

Für Valencia, dass Franco nicht unterstützt hatte und im letzten Jahr des Bürgerkriegs Hauptstadt der Republik war, hatte das tragische Folgen. Politische und  ideologische Unterdrückung sowie wirtschaftliche Krisen waren in den Jahren der Franco-Diktatur an der Tagesordnung. So wurden auch die Sprache und die kulturellen Wurzeln der Valencianos unterdrückt.

Erst nach Francos Tod 1975 setzte eine Wende eine. Die Rechte Valencias auf Autonomie wurden im spanischen Grundgesetz verankert und die Kultur sowie die Sprache der Region erlebte eine neue Blüte. Wirtschaftlich und touristisch lag die Stadt allerdings noch längere Zeit im Dornröschen-Schlaf. Um die Jahrtausend-Wende änderte sich auch das und Valencia entwickelte sich zu einer wirtschaftlich soliden und touristisch hochinteressanten Stadt.

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