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Das ehemalige Flussbett des Turia in Valencia

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Man kann sich über die Idee und die Umsetzung sicher streiten. Wir waren jedenfalls ziemlich begeistert von den Planern, die das Flussbett des Turia umgestalteten. Dieses Gewässer bereitete den Einwohnern der Stadt viel Kopfzerbrechen und sorgte für enorme Schäden, sowohl materiell als auch an Personen. Schon zur Römerzeit waren die immer wiederkehrenden Überschwemmungen durch den Fluss ein Problem. Besonders schwer traf es Valencia 1957, als die Fluten mehr als 100 Menschenleben kosteten und enorme wirtschaftliche Schäden anrichteten.

Die Behörden beschlossen, den Turia drei Kilometer nach Süden zu verlegen und damit die Stadt aus der Gefahrenzone zu nehmen. Solche Flussverlegungen sind nicht außergewöhnlich und würden kaum großes Aufsehen erregen. In Valencia entstand jedoch ein fantastisches Vorhaben daraus, das der Stadt eine sowohl für die Einwohner als auch für die Touristen beispielgebende Zone brachte. Die zehn Kilometer des alten Flussbettes wurden konsequent zu einer wunderbaren Parklandschaft mit Freizeit-, Kultur- und Sporteinrichtungen umgestaltet. Höhepunkt dabei ist zweifellos die „Stadt der Künste und Wissenschaften“ - die Ciudad de las Artes y las Ciencias. Dieser Komplex aus futuristischen Bauten ist einzigartig und hat sich zu einem der wichtigsten touristischen Höhepunkte Valencias entwickelt.

Die Brücken des Turia

Die Brücken über das ehemalige Flussbett des Turia wirken manchmal etwas unwirklich, denn Wasser fließt hier schon seit einigen Jahren nicht mehr. Heute überspannen die Bauwerke die Gärten, Parkanlagen und Freizeiteinrichtungen im ehemaligen Flusslauf. Ein „Hingucker“ sind sie allemal, ganz gleich, ob es um die alten teilweise prächtig gestalteten oder um die neuen eleganten und kühn geschwungenen Brücken geht. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, bei unserem Bummel entlang des Turia--Bettes die Brücken zu überqueren und dabei viele Feinheiten zu entdecken. Von den Brücken hatten wir auch einen wunderbaren Blick über die mit viel Grün gestalteten Anlagen.

Die Puente L´Assut D´Or Der Brückenpfeiler mit den Stahlseilen Die Puente del Regne

Schon von weitem sahen wir die jüngste Brücke, die Puente L´Assut D´Or, die den ehemaligen Fluss zwischen dem Oceanográfic und dem Museo Principe Felipe überquert. Das gewaltige Bauwerk ist – wie mehrere Bauten der Ciudad de las Artes y Ciencias - ebenfalls eine Arbeit des Architekten Santiago Calatrava. Jeweils drei Fahrspuren führen in beiden Richtungen über die weiße Brücke aus Stahl und Beton, die 39 m breit und 180 m lang ist. Das im wahrsten Sinne des Wortes hervorragende Merkmal der Brücke ist der 123 m hohe gebogene Pfeiler mit 29 Stahlseilen. So erinnert der Brückenbogen an eine übergroße Harfe.

Nachgebildeter Wasserspeier an der Puente del Regne

Fasziniert waren wir von den gotischen Wasserspeiern nachempfundenen Drachenfiguren. Diese vier Bronzestatuen – zwei an jedem Ende – sollen als „Hüter der Brücke“ die Puente del Regne – die Brücke des Königreiches – schützen. Trotz dieser Figuren ist die Brücke eine der jüngsten der Stadt. Sie ist mit 220 m aber auch die längste und mit jeweils vier Fahrspuren auf beiden Seiten dem heutigen starken Verkehr angepasst. Die Erbauer achteten auf den Einklang der Brücke mit dem Stadtbild, so erhielt sie Straßenleuchten im Art Deko Stil.

Auch relativ neu ist die Puente del Àngel Custodio, die Brücke der Schutzengel. Sie wurde 1949 aus Stahlbeton erbaut und hat eine Länge von 150 m. Bei einer Breite von 31,6 m weist sie einen Mittelstreifen sowie Bürgersteige auf beiden Seiten aus. Ein Hingucker sind die gusseisernen Straßenlaternen im Pariser Stil des 19. Jahrhunderts, die erst kürzlich aufgestellt wurden.

Die Puente del Àngel Custodio Die Puente de Aragón

Aus dem Jahre 1933 stammt die Puente de Aragón, die Aragonien-Brücke. Ihre Wahrzeichen sind die vier allegorischen Figuren an den Brückenenden. Auch sie verfügt über einen Mittelstreifen sowie zwei Bürgersteige bei einer Breite von 30 Metern. Insgesamt sechs Bögen mit einer Spannweite von 25 m und die Übergänge lassen sie auf eine Gesamtlänge von 167 m kommen.

Statue an der Puente del Mar Die Puente del Mar

Bedeutend älter ist die Puente del Mar, die Meeresbrücke. Schon vor dem 16. Jahrhundert existierte an dieser Stelle eine Brücke, die jedoch infolge einer Überschwemmung zerstört wurde. Die 1591 errichtete Puente del Mar diente über Jahrhunderte der Verbindung zwischen dem Hafen und der Stadt. Nach dem Bau der Aragonien-Brücke wandelte man die Meeresbrücke in eine Fußgängerbrücke um und ergänzte sie durch imposante Freitreppen. Wahrzeichen der Brücke sind die Statuen der Jungfrau Maria und des Heiligen Pascual, die unter kleinen Pavillons auf der Brücke stehen. Als sehr altes Bauwerk ist die Puente del Mar mit 8,35 m nicht gerade breit, was die Einrichtung als Fußgängerbrücke erklärt. Mit 160 m Länge und 10 Bögen ist sie jedoch ein für die damalige Zeit beachtliches Bauwerk.

Die Puente de las Flores Die Puente de las Flores

Ihrem Namen alle Ehre macht die Blumenbrücke, die Puente de las Flores. Wer die Brücke überquert wandelt entlang unzähliger Blumen. Im Mittelteil der Brücke stehen zahlreiche Blumenkästen mit prachtvoll blühenden Pflanzen, die Fahrbahnen und Bürgersteige trennen. Das in schlichten Formen errichte Bauwerk wurde im Jahre 2002 eingeweiht.

Der Architekt Santiago Calatrava, der für viele Bauwerke der Ciudad de las Artes y Ciencias verantwortlich zeichnet, entwarf auch die moderne und den futuristischen Bauten angepasste Puente de la Exposición, die Ausstellungsbrücke, die oft auch Punete Santiago Calatrava genannt wird. Im Volksmund ist sie aber eher bekannt als „La Peineta“ - der Steckkamm. Wenn man die Brücke sieht, findet man diese Bezeichnung gar nicht so weit hergeholt. Wir empfanden diese Brücke als weiteres gelungenes Beispiel für moderne und sehr ansprechende Architektur.

Die Puente de la Exposición Bogen an der Puente de la Exposición

Zu den alten Brücken gehört die Puente del Real, die Real-Brücke. Schon im Mittelalter existierte hier eine Holzbrücke, die als Zugang zum Santo-Domingo-Kloster diente. Die vielen Hochwasserkatastrophen des Turia-Flusses setzten allerdings dieser Brücke stark zu, so dass sie 1517 endgültig gesperrt wurde. Ende des 16. Jahrhunderts war dann die neue Brücke, die Puente del Real, fertig gestellt, die bis heute ihren Dienst versieht.

Für die Touristen vorrangig interessant und bei den Streifzügen durch die Stadt am ehesten genutzt sind diese Brücken. Allerdings ist damit die Aufzählung noch nicht vollständig. Über das ehemalige Flussbett des Turia führen noch einige andere, so die Puente de Monteolivete, die Puent de Serranos, die Puente de la Trinidad, die Puente San José und einige weitere.

Parque Gulliver, Spielplatz der Superlative

Solch einen Spielplatz hätten wir uns in unserer Heimatstadt gewünscht. Was die Verantwortlichen von Valencia hier zustande gebracht haben, ist einfach grandios. Trotz unseres - vorsichtig gesagt – nicht mehr jugendlichen Alters ließen wir es uns nicht nehmen, den Spielplatz auch einmal zu nutzen. Das Kind im Manne - und auch der Frau – ist eben immer spürbar.

Parque Gulliver mit dem liegenden Gulliver Gullivers Haare als Rutsche

Es sind aber natürlich vorrangig Kinder, die hier einen Riesenspaß haben. Auf einem großen Platz inmitten des ehemaligen Flussbettes haben die Gestalter eine riesige Figur des Gulliver aus Jonathan Swifts Roman „Gulliver bei den Liliputanern“ platziert.

Gulliver als Kletterplatz

Die liegende Gestalt, die mit Seilen und Pflöcken am Boden fixiert ist, dient als idealer Kletterplatz. Die Haare u.a. Teile sind als Rutschen gestaltet. Es ist also ein Abenteuerspielplatz, wie ihn sich Kinder wünschen. Die Kleinen kommen sich hier, wenn sie auf dem riesigen Gulliver herum turnen, wirklich wie Liliputaner vor. Den richtigen Überblick über die Figur bekommt man jedoch nur von oben. Möglichkeiten dafür sind aber nicht vorhanden. In einer kleinen Ausstellung am Spielplatz ist jedoch ein Modell mit der Übersicht zu sehen.

Palau de la Música, der Musikpalast

Der Musikpalast Palau de la Música ist eines der frühen Bauwerke im trocken gelegten Flussbett des Turia. Im April 1987 wurde das Gebäude mit seinen vielen Glasflächen eingeweiht und hat sich seitdem zu einem der unbestritten größten kulturellen Highlights Valencias entwickelt. Heute kann man sagen, dass der Palast eines der bedeutendsten Konzerthallen Europas geworden ist. Doch nicht nur die künstlerischen Darbietungen sorgen für Furore, auch die architektonische Gestaltung des verglasten Gewölbes lässt es zu einer touristischen Perle werden.

Der Palau de la Música, der Musikpalast

Entworfen hat den Palau de la Música der Architekt José María García de Paredes, der auch Konzerthallen in Granada und Madrid gestaltete und mehrfach Preise für seine Werke erhielt sowie Träger des Nationalen Architekturpreises ist. Im Palast hat das Orchester von Valencia seinen Sitz, aber auch internationale Stars und Klangkörper gastieren hier. Das Gebäude fügt sich ausgezeichnet in die Umgebung ein. Im ehemaligen Flussbett wurde ein großes Wasserbecken eingerichtet, in dem sich der Palau de la Música spiegelt. Wasserfontänen sorgen für zusätzliche Abwechslung. Leider konnten wir diesen Anblick jedoch nicht genießen, während unseres Aufenthaltes wurde gerade das Becken renoviert. Mit solchen Widrigkeiten muss man sich manchmal einfach abfinden. An der Schönheit des Musikpalastes haben wir uns trotzdem erfreut.

Jardines del Turia, die Gärten des Turia

Genau genommen gehören zu den Jardines del Turia, den Gärten des Turia, alle Einrichtungen im rund 10 km langen trocken gelegten Bett des Flusses, von Valencias Zoo bis zur Ciudad de las Artes y Ciencias. Doch zum besseren Verständnis hat sich heraus kristallisiert, dass verschiedene Abschnitte des Parkes, wie die Stadt der Künste, der Parque Gulliver u.a. unter ihrem eigenen Namen genannt werden. Allgemein als Jardines del Turia wird so das Areal im Norden genannt, das seit 1984 konsequent in eine Parkanlage mit zahlreichen Sport- und Freizeiteinrichtungen umgestaltet wurde.

Jardines del Turia Jardines del Turia

Der größte Park Valencias ist auf jeden Fall zum beliebten – wenn nicht sogar zum beliebtesten – Treffpunkt der Einheimischen und auch der Touristen geworden. Hier kann man wunderbar spazieren gehen, joggen oder Sport treiben. Die Wege sind gesäumt von Baumalleen, Palmenhaine sorgen für Schatten und das eine oder andere Wasserbecken erinnert noch an die ursprüngliche Natur des Flusslaufs. Überall sind ausreichend Sitzgelegenheiten zu finden um sich auch einmal auszuruhen. Spielplätze, Parcours für Cross-Räder oder einfach normale Fahrradstrecken und Sportplätze sorgen für umfangreiche Möglichkeiten, die Freizeit aktiv zu verbringen. Es ist deshalb kein Wunder, dass die Bürger und Stadtväter so mancher bedeutenden Metropole bewundernd – und auch oft ein wenig neidisch – auf diese „Grüne Lunge“ Valencias schauen.

Jardines del Turia Jardines del Turia

Das besonders Schöne für Touristen ist, dass sich dieses Bummeln mit dem Anschauen bedeutender Sehenswürdigkeiten verbinden lässt, die im oder direkt am ehemaligen Flussbett stehen. Neben dem Palau de la Música und der Stadt der Künste sind das u.a. das Museo de Historia – das Geschichtsmuseum – im Inneren eines alten Wasserspeichers, das Museo Provincial de Bellas Artes – das Provinzmuseum der Schönen Künste – im Palacio de San Pío V und weitere Höhepunkte bei der Stadtbesichtigung.

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