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Outback - das Niemandsland in Australien

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Für die Australier gelten Regionen, welche fern von jeglicher Zivilisation liegen als Outback. Das Outback von Australien umfasst etwa drei Viertel der Fläche des fünften Kontinents. Nicht nur das Northern Territory und West Australia gehören zum Outback, sondern auch ein Teil von den Bundesstaaten Queensland, New South Wales und South Australia gehören dazu.

Das Outback bietet unterschiedlichste Landschaftsformationen und Klimazonen. Im Outback, welches auch bei vielen Reisenden als Niemandsland bezeichnet wird, gibt es Regionen die extrem trocken sind, vor allem im Westen. Hier fällt teilweise jahrelang kein Tropfen Regen, und die Temperaturen steigen im Sommer über 50C; diese Gebiete sind völlig unzugänglich.

Alice Springs, Outback, Kings Canyon, Ayers Rock und The Olgas auf der Karte

Durch die feuerrote Erde im Zentrum Australiens wird das Outback auch "The Red Centre" genannt; wer einmal dort war, der weiß wovon ich spreche. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl in diesem Niemandsland zu sein, diese Ruhe, Hitze und doch trotz feuerroter, trockener Erde, verschiedene Pflanzen und Tiere zu begutachten können. Jeder, der einmal nach Australien reist, sollte unbedingt das Rote Zentrum bereisen, erst dann kann man mitreden und man weiß wovon die ganze Welt spricht, wenn es heißt: das berühmte Outback Australiens.

Alice Springs - das Tor zum Outback

Alice Springs, eine kleine Stadt mitten im roten Zentrum im australischen Outback, hat ca. 27.000 Einwohner. Ich flog von Sydney aus nach Alice Springs, genau 3,5 h Flug über das Niemandsland; Wenn man aus dem Fenster des Flugzeuges schaut sieht man nur verschiedene rote Farben und einfach ein Nichts. Ich dachte zunächst, oh mein Gott, wo komme ich denn da hin, aber es ist ein Muss wenn man in Australien ist und ein unbeschreibliches freies Gefühl von Stress und Hektik, einfach Ruhe...

Alice Springs ist die einzige große Stadt im Outback Australiens und sozusagen das Tor der Infrastruktur ins Outback, es ist sage und schreibe 1500 km von allen anderen großen Städten des Landes entfernt. Alice Springs ist der wichtigste Ausgangspunkt ins Rote Zentrum. Alice hat sein eigenes Flair, etwas staubige Outbacksiedlung bis hin zu modernen Restaurants, Hotels und einer kleinen Einkaufsstraße genannt Todd Mall, hier findet man alles was mit dem Outback zu tun hat, vor allem viel Kulturelles der Aboriginis, die hier in Alice überwiegend ihr zu Hause haben.

Vor allem in den späten Abendstunden versammeln sich viele Aboriginis im Kern der Stadt. Touristen sollten hier abends nicht alleine zu Fuß unterwegs sein; es wird in jedem Reiseführer empfohlen am besten bei Dunkelheit ein Taxi zu der Unterkunft zu nehmen, um eventuellen Übergriffen oder sonstigen Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen. Nachfolgend beschreibe ich einige empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten von Alice Springs:

Alice Springs Desert Park

Wüstenechsen im Outback Wüstenechsen im Outback

1997 wurde der Desertpark eröffnet, welcher nur etwa zehn Autominuten entfernt von Alice Springs liegt. Er ist die neueste Attraktion in der Region. Hier kann man über 140 Tierarten sowie 350 Pflanzensorten sehen. In natürlicher Umgebung wächst eine typische Wüstenflora. Es wird nachgesagt, dass man hier in kürzester Zeit mehr sehen kann, als bei einer tagelangen Outbacktour. Der Rundweg im Park hat eine Länge von ca. 1,6 km; auf diesem kann man verschiedene typische Landschaftsformen des Outbacks ansehen. Der Park liegt am Larapinta Drive.

Royal Flying Doctor Service

Im Royal Flying Doctor Service wird man ausreichend über die ärztliche Versorgung der Menschen, die fern ab der Zivilisation auf abgelegenen Farmen leben, informiert; Aber auch Touristen, die auf der Reise durchs Outback ärztliche Hilfe benötigen, werden versorgt. Ich persönlich habe die Station auch besucht und war sehr fasziniert und beeindruckt von der Arbeit dort.

Adelaide House

Das Adelaide House ist das erste Hospital, welches in der Region entworfen und 1926 eröffnet wurde. Es wurde von dem Gründer der fliegenden Ärzte John Flynn (1880-1951) entworfen. Heute gilt es als Nationalmuseum mit Ausstellungen aus der Gründerzeit und beschreibt das Leben des Referenden John Flynn.

Das Adelaide House ist in der Todd Mall in Alice Springs zu finden. Der pedalgetriebene Radiosender wurde in einer Hütte hinter dem ehemaligen Hospital von John Flynn und einem deutschen Techniker namens Alfred Traeger entwickelt. Als Andenken an John Flynn wurde die Memorial Church 1956 neben dem Adelaide House errichtet. Die Asche des Referenden ruht am Rande der Berge westlich der Stadt unter einem runden Felsblock (Flynn's Grave Historical Reserve).

Panorama Guth

Wer ein Panoramabild mit einer Breite von 60m und einer Höhe von 6m sehen nöchte, der kann das Kunstwerk von Henk Guth an der Hartley Street begutachten. Dieses Kunstwerk zeigt die Landschaft des Red Centre von Australien.

Museum of Central Australia

In diesem Museum am Ford Plaza in der Todd Mall kommen Besucher, welche ein starkes Interesse an der Kultur der Aboriginis sowie an Naturgeschichte haben, auf ihre Kosten.

Mineral House

In diesem Haus werden neben der Geologie und dem Mineralienabbau von Zentralaustralien auch die Permits für die Suche nach Mineralien und Edelsteinen gezeigt. Dieses Haus liegt in der Hartley Street.

MacDonnel Ranges

Felsendurchgang der Mc Donnell Ranges Gesteine der Mc Donnell Ranges Simy in einer Schlucht der Mc Donnell Ranges

Zu den grössten Attraktionen in der näheren Umgebung von Alice Springs gehören die faszinierenden Schluchten der MacDonnell Ranges. Westlich von Alice gesehen reicht der West MacDonnel Ranges etwa 160 km nach Westen. Als Geheimtip für Reisende gelten die östlichen MacDonnel Ranges, diese bieten eine Reihe von bezaubernden geologischen und geographischen Merkmale.

Old Telegraph Station

Am North Stuart Highway, 3 km nördlich, findet man die alte Telegraphenstation, die zu den sehenswertesten und historisch bedeutendsten Gebäuden in Alice Springs zählt. Hier wird die Geschichte vor allem durch alte Ausstellungsstücke dargelegt. Um das Gebäude befindet sich ein großer Park, welcher als ein beliebter Picknickplatz gilt. Wer ein erfrischendes Bad nehmen möchte, der sollte sich in der nähe gelegenen Alice-Quelle eine Abkühlung holen.

School of Air

Dieses Zentrum, welches in der Head Street zu finden ist, kann von jedermann besucht werden. Hierbei handelt es sich um eine Schule, die Kinder auf den weit abgelegenen Farmen im Outback über das Funknetz der fliegenden Ärzten unterrichtet.

Anzac Hill

Wer einen Blick über die Stadt werfen möchte, kann dies vom Anzac Hill aus genießen. Hier sind die gepflegten, künstlich bewässerten Grünanlagen und Baumreihen sowie die geradlinigen Straßennetze von Alice sichtbar. Ebenso hat man einen traumhaften Blick auf die Kette der Mac Donnell Ranges im Süden. Der Hill befindet sich am Wills Terrace, nördlich am Stadtrand von Alice.

Frontier Camel Farm

Vor der gewaltigen Kulisse der Mac Donnel Ranges liegt die Frontier Camel Farm. Hier werden in einer ausgedehnten Dattelpalmenplantage Kamele und Dromedare gezüchtet. Die Tiere gelten hier schon als Tradition, denn früher bis zum Jahre 1927 wurde der Ort mittels Dromedarkarawanen versorgt. Erst 1927 wurde dann die Eisenbahnlinie errichtetet, mit der Alice Springs dann erreicht werden konnte.

Im Eintrittsgeld enthalten sind ein Kamelritt sowie ein Besuch des Kamelmuseums und des benachbarten Reptilienmuseums. Ein Highlight ist der Camel Cup Mitte Mai; hier rennen Dromedare samt Reitern um die Wette. Alles findet man am Ross Highway 6 km östlich von alice Springs.

Ghan Preservation Society

In diesem Museum kommen besonders die Eisenbahnfreunde voll und ganz auf ihre Kosten. Es wurde ein Bahnhof rekonstruiert, der die alte Ghan Bahn zeigt. Zweimal in der Woche sind Ausflüge mit einer historischen Lokomotive auf Gleisen der alten Eisenbahnlinie möglich. Zu finden ist dieser Komplex in der MacDonnel Siding, Noris Bell Avenue, etwa 10 km südlich von Alice.

Bojungles Bar

Bojungles Bar Alice Springs

Wer tagsüber viel besichtigt hat und abends gemütlich ausgehen und nette Leute treffen möchte, dem empfehle ich ganz besonders die berühmte Bojungles Bar im Kern von Alice Springs. Hier trifft man meistens Backpackers aus aller Welt, und die Stimmung ist wunderbar, so dass man den Abend im Niemandsland gemütlich ausklingen lassen kann. Vor allem hat natürlich jeder viel zu erzählen, was man tagsüber oder auf der bisherigen Australien-Reise alles erlebt hat.

Der Kings Canyon im Watarrka National Park

Kings Canyon ist die größte Schlucht des Red Centres und ist ein Teil des etwa 72.000 ha großen Watarrka National Park in der George Range. Die bezaubernden teilweise über 200m hohen Sandsteinwände wirken, als ob sie geradezu mit einem Messer abgeschnitten wurden. Am Grund des Canyon gibt es zauberhafte Wasserlöcher, in denen man teilweise baden gehen kann, und eine einzigartige Pflanzenwelt.

Blick auf den Nationalpark Üppige Pflanzenwelt am Grund des Canyon Blick auf Garden Eden

Wer über den Kings Canyon Walk, der zu empfehlen ist, wandert, der gelangt in den "Garden of Eden". Hier sieht man üppige Vegetationen, die teilweise einer früheren feuchteren Klimaperiode angehören. Auf dem Plateau über dem zauberhaften Canyon haben sich durch Verwitterungen Sandsteinkuppeln unterschiedlicher Größe entwickelt. Diese werden wegen ihrer Ähnlichkeit mit verfallenen Straßen und Häusern auch "Lost City" genannt.

Blick vom Plateau aus auf die 200m hohen Sandsteinwände Blick vom Plateau auf Wasserquellen

Es gibt zwei Möglichkeiten den Kings Canyon zu erkunden. Einer ist auf dem Kings Canyon Walk, welchen ich persönlich gemacht habe und sehr empfehlen kann. Dieser bietet eine zauberhafte Sicht ins Tal und vor allem auf die senkrechten Felswände sowie die versteinerten Sandsteinkuppeln auf dem Plateau. Der Aufstieg führt über einen sehr steilen Pfad, was in der heißen Sommerhitze nur sportlich fitten Reisenden zu empfehlen ist.

Dieser Weg führt zunächst über einen sehr stelen Pfad zur Nordflanke der Felsklippen, dann durchquert man den Kings Creek, und eine Abkühlung ist im grün bewachsenen Garden of Eden möglich. Der Rueckweg erfolgt über die Südseite durch die schönen Sandsteinkuppeln von "Lost City". Der gesamte Weg hat eine Länge von etwa 6 km und dauert ungefähr 4 Stunden.

Ayers Rock - ein Wahrzeichen Australiens

Der etwa 126.000 ha große Uluru Nationalpark umfasst natürlich nicht nur den rostroten Ayers Rock, sondern auch die rostbraunen etwas abseits gelegenen Felsgruppen der Olgas, auch Kata Tjuta genannt. Da der Ayers Rock mit seinen verschiedenen heiligen Stätten vor allem einen sehr wichtigen Platz in der Mythologie der australischen Ureinwohner einnimmt, wurde das Gebiet im Jahre 1985 an die Pitjantjatjara-Aboriginis zurückgegeben. Deswegen lautet der offizielle Name in der Sprache der Pitjantjatjara "Uluru", was jedoch den eher geläufigeren Namen "Ayers Rock" nicht in den Hintergrund drängen kann.

Simy vor dem Ayers Rock

Die Ureinwohner haben den Felsen für 99 Jahre an die Australian National Park & Wildlife Service zur touristischen Nutzung verliehen. Seither wird der Park von den Vertretern der Aborginis (Uluru/Kata Tjuta Board Management) verwaltet. Der Ayers Rock hat seinen Namen Sir Henry Ayer, Premierminister von South Australia 1855-1897, zu verdanken.

Ayers Rock bei Sonnenaufgang

Die meisten der über 2000 ansässigen Ureinwohner sind verschwunden oder leben in den sogenannten Outstations und haben kaum mehr Anteil am erträglichen Touristengeschäft. Die UNESCO hat im Jahre 1987 den Park in die "Worlds Heritage List" aufgenommen, seitdem stehen die einzigartigen Naturdenkmäler sowie die Tier- und Pflanzenwelt unter weltweitem Schutz.

In der wüstenartigen Sandebene sind nur karge Trockenvegetation, Stachelgras und vereinzelte Büsche und Bäume, die sogenannten Desert Oaks zu sehen. Im geschützten Bereich am Fuß der Felsen sammelt sich Regenwasser, wenn es dann mal regnen sollte, was jedoch in Sommermonaten mal gelegentlich vorkommen kann. Dann entwickeln sich hier sehenswerte Blütenteppiche aus Wildblumen, dann kann man sogar die Stuarts Desert Rose, die Wappenblume des Northern Territory sehen. Wer Tiere sehen möchte, der sollte dies am besten frühmorgens oder gegen Abend versuchen. Am faszinierendsten sind jedoch die Farbspiele des Ayers Rocks und der Olgas bei Sonntenuntergang, aber auch bei Sonnenaufgang.

Hier herrscht ein wüstenhaftes Klima mit einer relativ hohen Verdunstung. Tagsüber ist es überwiegend sehr heiß; in den Winternächten sinkt jedoch die Quecksilbersäule schon mal unter den Gefrierpunkt. Das kann man sich kaum vorstellen, aber es ist wirklich so. Ich befand mich im Januar hier am Ayers Rock und da war es tasüber ausgesprochen heiß, und nachts hatte man das Gefühl, dass man erfriert. Sehr seltsam, aber es ist wirklich so.

Ayers Rock Resort

Im Jahre 1984 wurde das sehr anspurchsvolle Ayers Rock Resort eröffnet, dieses liegt außerhalb des Nationalparks. Durch die farbenprächtige architektonische Gestaltung fügt es sich recht gut in die Landschaft ein. Das Resort ist wie eine kleine Stadt angelegt; es hat einen Campingplatz, Geschäfte, Restaurants und ein Informationsbüro für den Nationalpark. Ebenso verfügt das Resort über ein Observatorium, hier kann man den südlichen Sternenhimmel betrachten.

Ayers Rock (Uluru)

Steiler Aufstieg auf den Ayers Rock Sandkuppen des Ayers Rock

Dieser farbenträchtige, üppige Sandstein hat eine Höhe von 348m, eine Länge von 3,4 km und einen Umfang von 8,8 km. Der Ayers Rock besteht aus Sandstein und Konglomeraten; diese wurden im Laufe von Jahrtausenden durch tektonische Bewegungen sehr stark gekippt. Die sehr starken Temperaturgegensätze, Wasser und Wind setzen dem großen Felsen jedoch sehr zu; Nach einer gewissen Zeit entstanden Kerben sowie Klüfte an einigen Stellen und richtige Hohlräume. Je nach Sonnenstand sorgen die oxidierenden Eisenmineralien für ein zauberhaftes Farbenspiel.

Am schönsten ist das Farbenspiel bei Sonnenuntergang, dann hebt sich der Monolith fast glutrot vom dunklen Hintergrund ab. Dies kann man am besten von der Sunset Viewing Area aus beobachten; diese befindet sich ziwschen Felsen und Resort. Kaum weniger eindrucksvoll ist er bei Regen, dann erschient er glänzend metallisch, schwarzgrau und weißleuchtend dank der Gischt der vom Felsen herabstürzenden Wassermassen.

 Blick vom Ayers Rock ins Tal Auf dem Weg zur Spitze des Ayers Rock

In der Mythologie der australischen Ureinwohner ist der Ayers Rock eine heilige Stätte und das Besteigen des Felsen Tabu. Doch den wenigsten Besuchern ist bewusst, dass sie beim Besteigen des Felsens ein Heligtum der Aborigins missachten. Seit einer geraumen Zeit diskutieren die Aboriginis über ein Aufstiegsverbot. Man sagt, dass wer den Aboriginis Respekt erweisen möchte, der lässt den Aufstieg sein.

Leider muss ich mich persönlich auch zu denjenigen zählen, die auf den Ayers Rock gestiegen sind, mir war das so nicht bewusst, was das den Aboriginis wirklich bedeutet, und ich dachte, das ist ein einmaliges Erlebnis und ein langersehnter Traum auf diesen sehr schönen, aber auch unheimlichen Berg hinaufzusteigen. Der Marsch zur Spitze des Berges dauert 1 h, wer jedoch Zeit hat, sollte auch den Uluru Circuit Walk gehen, welcher ungefähr 3-4 h dauert. Hier kommt man an einigen heiligen Stätten z.B. Höhlen, Felsformationen und Wasserlöchern vorbei, die als solche zu respektieren sind. Ayers Rock ist ein unbeschreibliches, sehenswertes Erlebnis und Naturspektakel.

The Olgas

Die Olgas, auch Kata Tjuta genannt, was auf Deutsch "viele Köpfe" bedeutet, ragen etwa 32 km westlich vom Ayers Rock gesehen aus der wüstenhaften Ebene heraus. Die höchste Kuppel davon ist der Mount Olga mit einer Höhe von 546m; Einst waren die Olgas ein einziges gewaltiges Felsmassiv. Auf Grund des Gesteinsmaterials wurde durch die zerstörenden Kräfte der Verwitterung der Komplex in einzelne Kuppeln aufgespalten. Es sind genau 36 Kuppeln, die aus dem Boden herausragen und eine beeindruckende Wirkung auf einen haben.

Gespaltene Felskuppeln Valley of the Winds Auf dem Weg zum Valley of the Winds, im Hintergrund eine der Kuppeln

Es gibt drei Parkplätze, von wo aus leicht begehbare Wanderwege in das Gebiet der Felskuppeln führen. Vom nördlichen Parkplatz aus führt ein Rundwanderweg ins Valley of the Winds, Dauer 2-3 h, ein unbeschreibliches Erlebnis die Olgas zu erkunden. Diesen Walk kann ich sehr empfehlen, da ich ihn selbst erkundet habe, und es war traumhaft schön. Vom westlichen Parkplatz aus gelangt man ostwärts in den Mount Olga Gorge Walk, Dauer 1-2 h. Ebenso ist es möglich, zwischen den einzelnen Kuppen der Olgas zu wandern. Man sollte jedoch auf schwierige Klettertouren gefasst sein; Wegmarkierungen fehlen meistens.

3-Tages-Abenteuertour zum Ayers Rock

Wer einmal im berühmten Outback in Australien ist, der sollte sich unbedingt Zeit nehmen, eine der mehrtägigen Touren ins Red Centre zum Uluru/Ayers Rock zu machen. Ich persönlich kann die Tour mit Mulgas sehr empfehlen, vor allem stimmt hier das Preis-Leistungsverhältniss. Außerdem lernt man hierbei viele nette junge Leute von der ganzen Welt kennen.

Digitalkamerareinigung

Die tour mit Mulgas hat mich nur 250 A$ gekostet und beinhaltet die 3 Tage / 2 Nächte-Tour, Essen, Transport, Eintrittsgelder und Campingausstattung. Wer keinen eigenen Schlafsack hat, muss zusätzlich noch 5 A$ bezahlen. Bei der Tour sind ungefähr 20 Personen dabei, und man schläft wirklich in der Wildnis in einem sogenannten Swag an einem Lagerfeuer, sehr romantisch, da Australien einen zauberhaften Sternenhimmel hat, den ich nirgendwo anderst auf der Welt so erlebt habe.

Folgendes sollte man auf die Abenteuertour mitnehmen; das Prinzip der Veranstalter lautet "so wenig wie möglich": Sonnencreme und vor allem eine Kopfbedeckung, ein Moskitonetz, welches man bei Nacht über den Kopf zieht (ist kein Muss, aber das kann ich nur empfehlen), Insektenspray und natürlich sehr gute und bequeme Wanderschuhe, da man täglich bis zu 10 km läuft.

Es ging am Morgen um 6 Uhr los, und alle Teilnehmer schienen noch recht müde zu sein, so dass nachdem alle im Bus waren, erstmal um die Wette geschnarcht wurde, bevor man eigentlich realisiert hat, dass man auf einer der aufregendsten Abenteuertouren ist. Nachdem wir einige Kilometer über die roten Psiten zurückgelegt hatten, erklärte uns unser Tourguide Clen wie die nächsten Tage ablaufen werden.

Aufstieg des Kings Canyon Walks

Danach gab es die ersten Sandwiches (zwar sehr lecker, aber nicht unbedingt drei Tage lang). Nachdem wir fünf Stunden unterwegs waren kamen wir an unserem ersten Ziel, dem Kings Canyon, an. Hier gibt es drei verschiedene Walks um den berühmten Canyon zu erkunden. Die Touren unterscheiden sich in Länge und Schwierigkeitsgrad.

Bei uns fühlten sich alle dem schwierigsten Grad gewachsen, so dass wir den Kings Canyon Walk, der drei Stunden dauert und 6 km lang ist, aussuchten. Ich kann nur sagen, das Schwitzen und die Anstrengung hat sich gelohnt. Das muss man unbedingt gesehen haben, es war eine total beeindruckende Aussicht. Der Walk ist eigentlich nur zu Anfang sehr steil, wo man stark ins Schwitzen kommt, aber sonst eigentlich für fast jeden zu bewältigen.

Für genügend Essen ist während er gesamten Tour immer gesorgt, da braucht man sich keine Sorgen machen. Es gab immer wieder Sandwichs und Snacks. Die Nacht verbrachte man in sogenannten Swags. Das sind etwas größere Schlafsäcke, aus stärkerem Material mit einer Matratze darin, und in diesen Swag steckt man seinen eigenen Schlafsack rein; das sollte man unbedingt machen, denn die Nächte im Outback sind äußerst kalt, das würde man so nie denken.

Tagsüber geht man vor Hitze fast ein und nachts denkt man, dass man erfriert und kommt sich vor wie im Winter. Den Swag muss man dann über den Kopf ziehen; er schützt vor allem vor Schmutz und Wind und natürlich auch vor ungebetenen Tierchen. Das Moskitonetz sollte man dann noch über den Kopf ziehen, denn die Insekten im Outback sind unerträglich.

Auf dem Plateau des Canyons

Wir lagen dann abends unter einem traumhaften Sternenhimmel um ein Lagerfeuer herum; unser Guide versorgte uns mit leckerem Essen, und so konnte man einen wundervollen Tag ausklingen lassen. Ich muss schon sagen, dass es auch ein etwas unheimliches Gefühl war, kein Zelt über dem kopf zu haben und die Geräusche der nicht sichtbaren Tiere zu hören; es war sehr abenteuerlich und ein unvergessliches Erlebnis für mich.

Am darauffolgenden Morgen ging es es dann sehr früh weiter und zwar zum Aussichtspunkt, von dem man den Sonnenaufgang am Uluru und zeitgleich die Olgas sehen kann. An diesem Morgen war es sehr sehr kalt, man sollte gut mit einem warmen Pullover oder einer Windjacke eingepackt sein. Es war ein sehr berührender Moment, als die Sonne über dem Uluru aufging.

Danach haben wir erstmal auf dem Parkplatz gefrühstückt, so dass wir gut gestärkt zum nächsten Walkingtrack übergehen können. Vor allem hat der warme Kaffe und Tee sehr gut getan und so konnten wir uns noch etwas aufwärmen. Nach dem Frühstück fuhren wir weiter zu den Olgas; da es noch nicht zu warm war, war es genau richtig, den nächsten Track anzutreten. Ich wusste zuvor nicht, dass die Olgas so schön und beeindruckend sind. Hier gibt es ebenfalls verschiedene Walkingstracks. Clen lief mit uns den Track, welcher ungefähr eineinhalb Stunden dauerte. Es ist zu empfehlen die gesamten Olgas zu umlaufen, denn die riesigen Sandsteinkuppeln sind sehr beeindruckend wenn man davor steht.

Simy in einem sogenannten Swag

Nachdem wir nun alle wieder heil am Treffpunkt ankamen, ging es gleich weiter zum Uluru. Auf diesen bezaubernden Berg hat jeder gewartet, denn mit Australien verbindet jeder den Uluru und ich muss schon sagen, es war ein Traum und ein bewegender Moment den ich nie vergessen werde.

Zunächst haben wir aber das Cultural Centre am Uluru besucht, was ein Muss ist. Hier kann man die Kunstwerke der Aboriginis begutachten und als Souvenir kaufen; ebenso lernt man hier die Bedeutung des Uluru für die Aboriginis und deren Kultur kennen. Danach fuhren wir an die Basis des Uluru und da erstarrt man erstmal vor Freude, so beeindruckend ist dieser Anblick. In Wirklichkeit ist der Uluru noch viel schöner, als wie man ihn von Postkarten oder aus dem Fernsehen kennt, einfach unbeschreiblich!!! Clen erzählte uns einiges über den Berg und man erkennt erst wenn man davor steht, wie groß und bezaubernd dieses Naturspektakel ist.

Abends fuhren wir dann auf einen in der Nähe des Uluru gelegenen Parkplatz wo wir zu Abend gegessen haben während die Sonne am Uluru unterging. Der Sonnenuntergang war genauso beeindruckend wie am Morgen der Sonnenaufgang. Während des Sonnenuntergangs wechselten die Farben des Uluru ständig und es war schon mystisch, dieses Spektakel zu betrachten. Alle Menschen auf dem Parkplatz waren still und haben diesen Moment auf sich wirken lassen. Es war so ruhig, dass man wohl eine Nadel auf den Boden fallen gehört hätte. Nach dem Naturspektakel ging es wieder zu unserem Nachtlager, wo wir den erneuten wundervollen Tag im Outback Australiens ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen mussten wir wieder früh aufstehen; Heute durften wir komplett um den Uluru herumlaufen, darauf freuten wir uns alle, und wer es sich zutraute hatte auch die Möglichkeit, den steilen, gefährlichen Aufstieg auf den Uluru zu wagen. Aus Respekt vor den Aboriginis sollte man den Berg nicht besteigen. In jedem Reiseführer wird darauf hingewiesen. Allerdings konnte ich dem Aufstieg auf den Ayers Rock nicht wiederstehen, habe meine Regeln gebrochen und bin bis auf dem Gipfel hochgeklettert. Ich fühlte mich so frei von allem und es war ein wundervolles Gefühl, ich konnte es nicht fassen dass ich auf diesem besagten roten Berg stehe von dem immer jeder erzählte.

Der Walkingtrack um den Uluru herum ist knapp 10 km lang, ein Wahnsinn, aber es ist alles ebenerdig. Je nachdem wie gut man zu Fuß ist dauert der Track 1-1,5 Stunden; man kann den Track auch in Flip Flops laufen.

Um den Uluru herum gibt es sogenannte sacred places, d.h. Heilige Orte, an denen gebetet wird und das Fotografieren nicht gestattet ist. Wer es dennoch wagt und dabei erwischt wird, der muss mit einer Geldstrafe bis zu 5000 A$ rechnen. Da es genügend Möglichkeiten gibt, den Uluru von anderen Ecken aus zu fotografieren, an denen es erlaubt ist, sollte man den Bitten der Aboriginis nachkommen und es an den sacred places unterlassen.

Nachdem ein erneuter erlebnisreicher Tag im Red Centre Australiens zu Ende war, ging es wieder zurück nach Alice Springs, nocheinmal ca. 4,5 Stunden Fahrt. Doch auch eine stundenlange Fahrt durch das Outback ist beeindruckend, hier kann man viele wildlebende Tiere wie Kamele, Pferde und vor allem eine Vielzahl von Känguruhs beobachten.

Nachdem wir in Alice Springs angekommen sind, trafen wir uns alle noch im Restaurant zum Abschlussessen und feierten bis tief in die Nacht. Die Reise ins Outback war eines meiner schönsten Erlebnisse in Australien. Wer sich immer noch nicht sicher ist, diese Abenteuertour zu machen, der sollte nicht länger überlegen.

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