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Fraser Island - die größte Sandinsel der Erde

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Fraser Island gilt als größte Sandinsel der Erde. Sie ist ungefähr 122 km lang, etwa 15 km breit und hat eine Fläche von 1600 Quadratkilometern. Die höchste Sanddüne der Insel ist ca. 240 m hoch und wird auch "sandblows" genannt. Das soll daran erinnern, dass die Insel mehr Sand fasst als die Sahara. Das klingt unvorstellbar, aber diese Insel sollte man unbedingt erlebt und gesehen haben.

Bis auf ein paar Gesteinsformen vulkanischer Herkunft besteht die Insel nämlich ausschließlich aus Sand. Die Insel entstand aus Brandungsströmen über Tausende Jahre hinweg. Die Australier sagen, dass irgendwann einmal der ganze Sand der australischen Ostküste auf Fraser Island landen würde.

Dingos (Wildhunde) auf Fraser Island

Fraser Island auf der Karte

Auf Fraser Island leben eine Vielzahl von Vögeln, Säugetieren und etwa über 200 Dingos. Dingos sind australische Wildhunde und mit Vorsicht zu genießen. Meist durch menschliches Fehlverhalten kommt es immer wieder zu Dingoattacken, die mit schweren Verletzungen oder auch tödlich enden. Bislang ist ein Todesfall eines neunjährigen Jungen aus dem Jahre 2001 bekannt, der durch einen Dingo tödlich verletzt wurde.

Dingos sind Wildtiere und keine Streichelhunde, das sollte man nie vergessen. Am besten ist es, wenn man genügend Abstand zu den Dingos hat, jedoch sollte man auf keinen Fall wegrennen, denn dann wird man angegriffen. Läuft ein Dingo auf einen zu, dann sollte man die Hände überkreuzt auf dem Brustkorb halten und ganz langsam rueckwärts laufen.

Wichtige Tipps für einen Aufenthalt auf Fraser Island

Wer einen Trip nach Fraser Island plant sollte ein paar Basics dringend beachten. Man benötigt unbedingt ein Fahrzeug mit Vierradantrieb, anderst ist es nicht möglich die Sandstraßen zu bewältigen; Wer baden möchte, dem sind wie oben schon beschriebenen Seen zu empfehlen, die bei der brütender Sommerhitze zur Abkühlung super geeignet sind; das Meer ist wie oben ebenfalls schon erwähnt tödlich für den Menschen, also davon sollte man dringend absehen, aber die vielen Warnschilder an den Stränden erinnern immer wieder daran.

Bei Nacht ist es untersagt auf der Insel zu fahren. Des Weiteren lauern nachts viele Gefahren wie die Dingos, die nachtaktiv sind, oder die vielen Schlangen, die ebenfalls auf der Insel leben. Deshalb sollte man nachts wenn man auf Toilette muss immer zu zweit sein, so dass einer davon die Umgebung ableuchten kann.

Toiletten gibt es nämlich nur in dem Ressort, so dass man wie es bei einem Abenteuertrip üblich ist, seine Toilettengänge in der Natur erledigen muss. Hier wird dringend von den Tourguides darauf hingewiesen, dass man ein 50 cm tiefes Loch ausgräbt und anschließen wieder zuschaufelt. Die Utensilien dafür werden durch die Tourorganisationen, wie unten weiter beschrieben wird, gestellt.

Lake Mac Kenzie

Wenn man von der Fähre aus einen Blick auf die Insel wirft, dann sieht sie viel zu grün aus, als dass man sie als größte Sandinsel der Welt bezeichnen könnte; Auf der Insel sind 200 Süßwasserseen und Regenwälder verstreut.

Simys Abkühlung im Lake MacKenzie Schneeweißer Sand am Lake MacKenzie

Die Seen sind extrem sauber und glasklar, vor allem der berühmte Lake MacKenzie, welcher sogar dreifarbig wirkt. An Ufernähe ist das Wasser durchsichtig, dann türkisblau und wenn man weiter raus schwimmt, wird es immer dunkler. Das ist einfach unglaublich. Dieses Farbenspiel muss man einfach gesehen haben. Das nebenstehende Bild kann diese Farbenpracht nur annähernd wiedergeben. Das Wasser ist sehr kalt, aber bei Temperaturen über 35 Grad, kalt genug für eine Abkühlung.

75 Mile Beach

Der berühmte 75 Mile Beach befindet sich an der Ostküste der Insel und gilt als offizieller Highway. Befahrbar ist dieser Highway durch Fahrzeuge mit Allradantrieb und dient ebenso als Flughafen für Kleinflugzeuge.

Sandstraßen auf der Insel 75 Mile Beach 75 Mile Beach als Landebahn der Kleinflugzeuge

Die meisten Besucher haben so einen multifunktionalen Strand noch nie gesehen. Ein Strand ist doch normalerweise zum Baden bzw. zum Sonnen da. Hier ist Baden nicht möglich, dafür fahren Autos und landen Flugzeuge... Es landen mehrmals am Tag Kleinflugzeuge auf der Insel. Informationen zu Rundflügen über die Insel bekommt man in jedem Touristikbüro in Hervey Bay.

Das Baden an diesem Strand ist lebensgefährlich, hier herrschen groeßtenteils heimtückische Strömungen, und das Wasser wird sehr schnell tief und von Haien beherrscht. Der Sand ist allgemein auf Fraser Island sehr sauber und sehr fein, ein Traum für jeden Strandliebhaber.

Elli Creek

Digitalkamerareinigung Fluss Elli Creek

Auf der Fahrt am 75 Mile Beach entlang gelangt man an zu dem Fluss Elli Creek. Elli Creek ist Fraser Islands größter Frischwasserfluss. Dieser mündet direkt ins Meer. Wer mutig ist, der kann ein Stück im Fluss in den Regenwald hinein laufen, und ich muss sagen, das war echt sehr schön. Angenehm bei dieser kleinen Wanderung ist, dass man größtenteils im Schatten läuft und eine angenehme Kühlung an den Füßen hat.

Angeblich soll der Fluss frei von gefährlichen Tieren sein, ich bin mir zwar da nicht so sicher, aber ich habe zumindest keine sehen oder spüren können. Ein paar wenige kleine Fische kann man im Wasser sehen, aber die machen einem nichts.

Im Elli Creek kann man ungefähr 400 Meter in Regenwald hineinwandern, weiter geht es nicht, weil das Gebüsch zu dicht zum Durchlaufen ist. Das Wasser ist zwar eiskalt, tut aber bei der australischen Sommerhitze sehr gut für eine Abkühlung. Es ist glasklar, teilweise sogar fast durchsichtig. Wer den Rückweg nicht im Fluss gehen möchte, der lässt sich im eiskalten Wasser mit der Strömung mittragen.

Wrack Maheno

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf der Insel ist das Wrack Maheno. Dabei handelt es sich um ein ein Schiff, welches im Jahre 1935 auf Grund gelaufen ist und nun im Sand von Fraser Island feststeckt und mit den Jahren immer weiter versinkt.

Simy vor dem Wrack Maheno

Heute sind nur noch die oberen Decks des Schiffes zu erkennen. Es ist ausdrücklich verboten das Wrack zu betreten; eine Besichtigung kann also nur von außen erfolgen. Maheno ist ein ehemaliger Luxusliner, es lief aufgrund eines für die Jahreszeit untypischen Zyklons auf Grund.

Die Maheno wurde von einem kleineren Schiff gezogen und sollte eigentlich in Japan verschrottet werden. Der Maheno wurden Schrauben und Ruder zum Transport ausgebaut um den Strömungswiderstand zu verringern. Bei dem Sturm wurde das Schiff jedoch manövrierunfähig. Jegliche Versuche das Schiff loszubekommen scheiterten. Die Maheno wurde in den ersten Jahren von damaligen Inselbewohnern für Festzwecke benutzt, Jahre später diente sie der Royal Air Force (RAAF) als Zielobjekt.

Indian Heads

Blick ins Landesinnere Blick auf die so genannte Haibucht Aufstieg zum Indian Heads

Kommen wir zu einem weiteren Highlight der Insel Fraser Island: Einen traumhaften Ausblick auf die Insel, den langen Strand und das Meer erhält man auf den Indian Heads. Von dort aus kann man, wenn das Wasser ruhig ist, eine Vielzahl von Haien, Delphinen und Meeresschildkröten im Wasser sehen. Die Bucht wird auch Haibucht genannt.

Ein maximal 10 Minuten langer Fußmarsch und man ist schon oben auf dem Indian Head, na ja es kommt drauf an, wie gut man zu Fuß ist, man sollte auf keinen Fall in Flip Flops hoch laufen, da man über kleinere Felsen und steinigen Wege laufen muss, also halbwegs gutes Schuhwerk anziehen, dann ist der Aufstieg kein Problem.

Lake Wabby

Blick auf die Sanddüne und den Lake Wabby Sanddüne auf dem Weg zum Lake Wabby

Der Lake Wabby ist ein kleiner See, der von großen Sanddünen umfasst wird. Um an den Lake Wabby zu gelangen, muss man zunächst einen 13 km langen Walkingtrack durch den Sand bewältigen. Das Baden im Lake Wabby ist erlaubt und dient ebenso als Abkühlung wie auch der Lake MacKenzie oder der Fluss Elli Creek. Hier kann man sich schön etwas von dem langen Spaziergang erholen bevor man die steile Sanddüne wieder hinauf laufen muss.

Die Australier sagen, dass in einigen Jahren (vielleicht auch Jahrzehnten) der Lake Wabby nicht mehr existieren wird, da die enormen Sandmassen immer weiter nach vorne dringen und den Lake Wabby unter sich begraben werden.

3-Tages Cheepsafari auf Fraser Island

Auf der Insel gibt es ganz am Anfang wenn man mit der Fähre ankommt ein kleines Hotel und außerdem noch ein Ressort wo man in einem eingezäunten Gebiet auch campen kann. Ansonsten gibt es eine Vielzahl von angeschriebenen Plätzen direkt am Strand wo man frei campen darf.

Es besteht auch die Möglichkeit einen Rundflug über die Insel zu machen und auf dem 75 Mile Beach zu landen um das sehenwerte Wrack Maheno zu begutachten und anschließend wieder in Richtung Festland zu fliegen.

Es werden aber auch viele Tagestrips nach Fraser Island angeboten, für Leute die nicht so viel Zeit haben. Ich empfehle jedem, der etwas Abenteuer liebt, einen dreitägigen Self-Driver Trip; diese werden meistens von den Hostels angeboten. Wir befanden uns im Global Palace Hostel in Hervey Bay und buchten da die dreitägige Tour; Natürlich ist es ein Risiko, denn die Leute, die da mitgehen, kennt man ja nicht, und man ist auf die Gruppe gestellt. Wir hatten jedoch Glück und verstanden uns super.

Die Gruppen bestehen aus 9 Personen, die zusammen einen 4WD Jeep bekommen. Dann bekommt man eine Einweisung, sowie eine Inselkarte. Danach begibt man sich mit der 9-Mann-Gruppe zusammen ins Einkaufszentrum, da man ja Verpflegung für die nächsten drei Tage benötigt. Die komplette Campingausrüstung samt Geschirr wird einem gestellt, so dass man nur einen Schlafsack und etwas Kleidung benötigt. Wenn alle Erledigungen komplett sind, geht es los auf die Insel und ich kann nur sagen, es war ein riesen Spaß, der unvergesslich bleiben wird. Tagsüber fährt man die oben benannten wichtigen Plätze an, und wenn die Dämmerung einbricht, sucht man einen geeigneten Platz um die Zelte aufzuschlagen.

Meistens trifft man noch ein paar andere Backpacker, so dass man eine Gruppe von sechs Zelten ist. Und den Tag lässt man mit einem gemütlichen Beisammensein mit Barbecue unter bezauberndem Sternenhimmel, wo man meistens die Milchstraße deutlich sehen kann, ausklingen.

Doch auch bei diesem Trip erlebten wir etwas Unangenehmes. Bis heute ist es unklar ob es Naturschützer waren, die ein Problem mit den Touristen auf der Insel haben oder ob es eine andere Grupee von Backpackern waren, die sich einen dummen Streich erlaubten. Zunächst zu den Zelten, hierbei handelt es sich lediglich um eine Stange und quasi eine Plane darum, ansonsten wird das Zelt nur mit den so genannten Häringen um Boden befestigt.

Ein kleiner Baby Dingo

Eines nachts wachte ich auf, da ich auf einmal eine Gestalt vor unserem Fenster des Zeltes sah, welche versuchte leise um die Zelte herumzulaufen. Daraufhin weckte ich meinen Reisebegleiter und machte ihn darauf aufmerksam das irgendetwas nicht stimmt. Nachdem wir die Taschenlampe anmachten rannte die Person fluchtartig weg. Ich versuchte weiterzuschlafen, doch das gelang mir wieder nicht, da ich erneut aufwachte, diesmal durch ein helles Licht welches ca. 50m von unseren Zelten entfernt war und direkt unser Gebiet ableuchtete.

Wieder weckte ich meinen Begleiter, doch außer dass es uns immer mulmiger wurde, konnten wir nicht viel machen. Wir versuchten uns auf den Schlaf zu konzentrieren. Mir gelang es zunächst, bis ich durch eine ruckartige Bewegung meines Reisebegleiters aufwachte und dieser wild mit einem Gegenstand am Zelteingang umherschlug; Es war wie im schlechten Film, aufeinmal steckte ein Dingo, welcher die Größe eines ausgewachsenen Wolfes hatte, seinen Kopf rein und atmete aufgeregt ins Zeltinnere...

Ich schrie nur noch "Hilfe" und mein Puls war auf 180, doch meinem Reisebegleiter gelang es das Tier in die Flucht zu schlagen. Die Nacht war für uns natürlich gelaufen, seltsam war nur, dass keiner in den anderen Zelten aufwachte, zumindest haben wir nichts davon bemerkt. Am nächsten Morgen hörten wir alledings die anderen fluchen und siehe da, nun hatten wir die Erklärung für die nächtliche Aufregung. Die unbekannte Person hat doch tatsächlich alle Häringe aus den Zelten gezogen und im näheren Bereich herumgeworfen.

Des Weiteren wurde auf jedem der Zelte ein ca. 20 cm langes blutiges Fleischstück ausgelegt, mit dem Ziel die wilden Dingos anzulocken, was auch teilweise gelungen ist. Das Ziel der unbekannten Person war wohl, dass die Tiere versuchen auf das Zelt zu springen um an das Fleisch zu gelangen, was glücklicherweise nicht erfolgte, denn das wäre meiner Meinung nnach böse ausgegangen, da die Zelte sofort eingestürzt wären und womöglich die einen oder anderen von uns verletzt worden wären. Heute kann ich darüber lachen und sagen, es war sehr abenteuerlich und aufregend, aber auch nur weil es gut ausgegangen ist. Also Vorsicht vor bissigen Hunden und unangenehmen Personen auf der Insel!!!

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