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Canberra - Die Gartenhauptstadt

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Canberra teilt das gleiche Schicksal wie einst Bonn. Es ist eine saubere, nette und eigentlich recht schön anzuschauende kleine Hauptstadt. Die Parks sind perfekt gepflegt, die Straßen sauber, sehr breit und sehr lang, die Bewohner ordentlich, freundlich und relativ wohlhabend. Und trotzdem reisen internationale Besucher lieber nach Sydney oder Melbourne, bestaunen das Great Barrier Reef oder den Uluru. Aber halt! Canberra hat mehr zu bieten, als der erste Blick vermuten lässt.

Wissenswertes über Canberra

Über dem Parlament weht die australische Flagge

Canberra hat 340.000 Einwohner (Stand 2009) und ist Australiens größte Stadt, die im Landesinneren liegt. Von Sydney aus sind es nur drei Stunden Autofahrt - ein Ausflug, der sich für kulturell Interessierte auf alle Fälle lohnt. Denn Canberra hat nicht nur furchtbar viele Museen, sondern wartet auch mit Unverhofftem auf. So ist die Stadt ein El Dorado für Freunde des Rotlichtmilieus. Mit Fyshwick und Mitchell hat die ansonsten eher bieder anmutende australische Hauptstadt sogar zwei legale (!) Rotlichtbezirke. Doch Sie interessieren sich hoffentlich mehr für die kulturellen Highlights der Hauptstadt... und davon gibt es zahlreiche: das Parlamentsgebäude, das War Memorial, einen künstlich angelegten See mit Fontäne und interessanten Denkmälern am Ufer und die beste Auswahl an Museen, die Australien zu bieten hat.

Blick auf Canberra Auch Kinder lieben Canberra

Canberra ist die Heimat des Nationalmuseums, der Nationalgalerie, der Porträtgalerie, der Staatsbibliothek und des Staatsarchives. Auch für Kinder bietet Canberra viele spannende Museen wie ein Dinosauriermuseum oder das Wissenschaftsmuseum Questacon.

Wer also dachte, das "kleine" Canberra könne er doch leicht auf einen Tag besichtigen, der hat sich getäuscht. Schon deswegen, da die Stadt - auch wenn sie wenige Einwohner hat - doch eine ziemlich große Fläche bedeckt. Sprich: Man sollte Vorsicht walten lassen, denn was sich laut Reiseführer oder Stadtplan nach einem netten Spaziergang anhört, würde in einer Tageswanderung enden. Die Entfernungen in Canberra sind riesig und was auf der Karte ganz nah aussieht, ist in der Realität eine ganze Ecke weg.

Die Anfänge der Stadt

Blick vom Mount Pleasant auf Canberra

Grund dafür ist, dass Canberra eine Stadt ist, die nicht natürlich gewachsen ist. Canberra wurde ins Leben gerufen, nachdem sich Melbourne und Sydney bis auf die Knochen um den Hauptstadttitel gestritten hatten und keine Einigung finden konnten. Es wurde ein internationaler Städtebauwettbewerb abgehalten und die Entscheidung fiel schließlich auf den Entwurf des US-amerikanischen Architekten Walter Burley Griffin. Canberra sollte nach seinen Vorstellungen eine Gartenstadt werden und so legte man 1913 den Grundstein für eine sehr geplante Stadt, deren Straßen breit und großzügig waren, mit vielen Parks und sogar einem künstlichen See, der nach dem Architekten persönlich benannt wurde.

Wer sich die Zeit nimmt, auf eine der Anhöhen in oder um Canberra zu fahren oder zu steigen (Mount Pleasant, Mount Ainslie, Telstra Tower), der kann den Blick auf die künstlich angelegte Metropole genießen und die Symmetrie und die Idee der Gartenstadt nachvollziehen. Ein kurzer Ausflug, der sich auf alle Fälle lohnt, um den Grundriss der Stadt zu erkennen!

Das Parlamentsgebäude

Besonders interessant und deswegen unbedingt einen eigenen Abschnitt wert ist das Parlamentsgebäude in Canberra. Es ist direkt in den Capitol Hill hineingebaut und verkörpert ein Beispiel für gelungene moderne Architektur. Das Parlament bildet das Zentrum der Stadt. Von ihm aus erstrecken sich weite Boulevards nach Yarralumla, wo die herrschaftlichen Gebaeude der Botschaften zu bewundern sind, nach Manuka und Kingston, wo es die besten Restaurants und Cafes gibt, zum Australian War Memorial, zum Wissenschaftsmuseum Questacon und zur National Gallery of Australia.

Fahrt auf das Parlament zu. Zu Fuß richtet man in der australischen Hauptstadt wenig aus. Blick auf das australische Parlament (rechts im Bild)

Das Parlament in Canberra wurde 1988 von Königin Elisabeth II eröffnet. Seine Planung hatte bereits 1978 begonnen, als man feststellen musste, dass das bisherige Gebäude aus allen Nähten platzte. Der damalige Premierminister Malcolm Fraser schrieb einen Wettbewerb aus, an dem sich 329 Architekturbüros aus 28 Ländern beteiligten. Das Gewinnerdesign stammte von den australischen Architekten Mitchell, Giurgola und Thorp. Das Gebäude selbst wurde dann über sieben Jahre hinweg gebaut.

Das australische Parlament in Inneren

Neben dem interessanten Fassadenbild des Parlaments lohnt sich auch ein Besuch im Inneren, der übrigens kostenlos ist. Im Inneren kann man nicht nur einer Parlamentssitzung lauschen oder die Kammern besichtigen. Das Parlament ist auch ein Museum, das mehr als 5000 australische Kunstwerke beherbergt, die Australiens Kunstgeschichte in den vergangenen Jahrzehnten und der Gegenwart widerspiegeln. Die bekanntesten Bilder stammen von Fred Williams, Arthur Boyd und Mandy Martin, die mit Red Ochre Cove das größte in Auftrag gegebene Gemälde Australiens dort ausstellt.

Museen in Canberra

Wer nach dem Parlament noch kulturellen Atem hat, der kann aus einer ganzen Riege an Museen auswählen. Die für Urlauber interessantesten sind (in meinen subjektiven Augen) das Nationalmuseum, das ebenfalls kostenlos ist, die Nationalgalerie sowie das Dinosauriermuseum und das Wissenschafts- und Technologiemuseum Questacon.

Digitalkamerareinigung Das Nationalmuseum in Canberra überrascht mit moderner Architektur

Vor allem das Nationalmuseum ist ein weiteres architektonisches Highlight, das sich geschmackvoll in die Acton Peninsula Canberras einfügt. Die Architektur des Gebäudes soll die Diversifikation und Vielfältigkeit der Ausstellungen im Inneren des Museums widerspiegeln. Dementsprechend bunt, kantig und eckig ist das Gebäude von außen und zudem sehr modern. Im Inneren lernt man dagegen viel über das "Alte" und "Überlieferte": das Land, das Volk, die Ureinwohner. Dadurch dass immer wieder einzelne gewöhnliche wie ungewöhnliche Menschen vorgestellt werden, wird das Museum nie langweilig, sondern erklärt dem Besucher viel in personifizierter Art und Weise - ein genialer Trick, um Historie interessant und greifbar zu machen.

Wer nach den Gemälden im Parlament noch mehr Bedarf an Bildern hat, dem sei ein Besuch in der National Gallery of Australia empfohlen; Neben aktuellen Ausstellungen hat das Museum eine feste Ausstellung mit über 100.000 Werken, die australische Kunst, Aboriginal & Torres Strait Islander Kunst sowie internationale Kunst abdecken.

Ideal für Grundschulkinder und Teenager ist ein Besuch im Questacon, dem Wissenschafts- und Technologiemuseum Australiens, in dem Kinder und natürlich auch Erwachsene eine Menge lernen können. Neu ist zum Beispiel ein sogenanntes Measure Island, wo Kinder über Uhrzeit und Messungen lernen. In anderen Ausstellungen geht es um die Erde, Fotografie oder das Wetter. Shows und interaktive Displays machen den Besuch zu einem richtigen Abenteuer für Kinder. Nicht verpassen sollte man das Erlebnis des freien Falls und den Simulator. Schöner ist Achterbahnfahren nur in echt...

Furchteinflößend: der Kopf eines T-Rex

Ebenso eindrucksvoll für Kinder ist das National Dinosaur Museum in Canberra. Das Museum hat sich seit 1993 zu einer stattlichen Ausstellung des urzeitlichen Getiers entwickelt und beherbert heute die größte Sammlung an Dinosaurien und anderen prähistorischen Fossilien in Australien. Allein die über 20 kompletten (!) Skelette sind einen Besuch wert. Kinder erhalten einen Fragebogen und müssen Dinosaurierzähne, Beine und Zehen zählen und erhalten nach "bestandener Prüfung" ein Zertifikat und einen Aufkleber bzw. einen (echten!) Haizahn; Während man für das Questacon mindestens einen halben Tag einplanen sollte, so läßt sich das Dino-Museum gut auf eine Stunde erledigen.

Täuschend echt - aber eher für kleine Menschen gebaut

Interessant ist es dabei auch nachzufragen, wie der Stand der Forschung gerade ist, denn kaum ein anderer Kontinent verbirgt noch so viele Geheimnisse wie der australische. So wurde erst 1994 ein spektakulärer Fund gemacht. Ein Ranger fand in einer Schlucht in einem abgelegenen Nationalpark einen Baum, der gar nicht mehr existieren sollte. Die Wollemi Pine wird heute als lebender Dinosaurier der Pflanzenwelt bezeichnet und ist für die Biologie eine internationale Sensation.

In der Nachbarschaft des Dinosauriermuseums ist übrigens eine Sammlung von Miniaturhäusern - ein Besuch, der sich für Klein- und Grundschulkinder anbietet. Die Displays sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und in einem Mini-Dorf können die Kleinen im Anschluss noch selbst spielen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Canberra

Jeder Australier besucht in Canberra nicht nur das heimische Parlament, sondern auch das War Memorial. Das Gebäude, das an die Gräuel des Krieges und an die Verdienste und Tapferkeiten der australischen Soldaten erinnert, hinterlässt bei einem deutschsprachigen Besucher natürlich andere Stimmungen und Gefühle. Im Gegensatz zu dem teilweise gespaltenen Nationalverständnis in Deutschland oder Österreich, sind die Australier jedoch sehr stolze Nationalisten, wenn gleich im positiven Sinne.

Weite Boulevards führen zum Australian War Memorial

Wie alles, das australisch ist am Australia Day am 26. Januar gefeiert wird, so wird den "Kriegshelden" - den sogenannten Diggers - jedes Jahr am Anzac Day gedacht. Mit dem War Memorial ist eine dauerhafte Ausstellung geschaffen worden, die zum Beispiel an das Opfer der australischen Armee im Ersten Weltkrieg im türkischen Gallipoli erinnert oder an die großen Verluste in Pozières 1916 in Frankreich.

Die Wasserfontäne im Lake Burley Griffin erinnert ein wenig an den Genfer See.

Ein etwas heitererer Ort ist der künstlich angelegte See Lake Burley Griffin. Der See wurde 1963 angelegt, als der Fluss Molonglo aufgestaut wurde. Er ist mitten in Canberra und ist - mit sieben Quadratkilometern Größe und 36 Kilometern an Uferlinie - ein weiteres Beispiel für die großen Entfernungen in der "kleinen" Hauptstadt. Übrigens liegen die erwähnten Museen - die Nationalgalerie, das Nationalmuseum und die Staatsbibliothek direkt am Ufer des Sees; Ein Weg führt einmal um den See und Spaziergänger, Jogger und Radfahrer bevölkern die Uferstraße.

Im See selbst gibt es sechs kleine Inselchen und zwei Brücken, die den See überspannen. Wer den See umrunden oder mit dem Boot befahren will, der kann entsprechende Fahrräder und Boote am Acton Park Ferry Terminal an der Nordseite des Sees ausleihen; Ausflugsboote legen ebenfalls an diesem Anleger ab. Direkt am See ist auch das Captain James Cook Memorial, das an die Entdeckung Australiens 1770 erinnert.

Nicht zu übersehen ist die Captain Cook Wasserfontäne mitten im See, die sechs Tonnen Wasser 147 Meter hoch in die Luft jagt und wirklich eindrucksvoll ist. In gewisser Weise erinnert sie an die Jette d'Eau in Genf, auch wenn das geordnete und geradlinigie Canberra ansonsten wenig mit der Schweizer Stadt zu tun hat.

Canberra bietet so viele Sehenswürdigkeiten, dass man eine ganze Sammlung von Fotos nur über diese Stadt machen kann. Eine schöne Idee ist es, die besten Fotos in einem Fotokalender zusammenzufassen, dann wird man jeden Tag an seinen schönen Urlaub erinnert. Fotokalender kann man über Internet-Seiten ganz bequem zusammenstellen und bestellen - eine Geschenkidee für Freunde und Bekannte, und natürlich auch für einen selbst.

Canberras wilde Seite - Kängurus

Sie sehen so friedlich aus und können dabei doch eine wilde Seite zeigen - Kängurus

Canberra hat bei aller Ordnung aber auch ein paar wilde Seiten an sich. Nicht nur in den völlig legalen Rotlichtvierteln kann man so manche interessante Gestalt antreffen, auch die Kängurus der Hauptstadt sind nicht ganz ohne. Sie schaffen es regelmaeßig in die internationalen Schlagzeilen. So ist im März 2009 ein Känguru in der Wohnung eines Schweizer Kochs in Canberra Amok gelaufen. Das etwa 40 Kilo schwere Tier war nachts durch ein Fenster gesprungen und dann wie wild im Haus umhergehüpft. Dem Wahl-Australier gelang es mit Müh und Not und nur mit Unterhose bekleidet das Tier aus der Haustür wieder hinauszuscheuchen.

Das Erlebnis ist zudem kein Einzelfall. Bereits im August 2007 waren 3200 Kängurus in eine Militärbasis in Canberra gestürmt und hatten jede Menge Unfug angerichtet. Normalerweise brauchen Sie aber keine Angst vor den hüpfenden Wahrzeichen Australiens zu haben. Wer Kängurus sieht, sollte einfach Abstand halten und sich wie bei jedem anderen wilden Tier respektvoll und ruhig verhalten. Wer nicht nur im Zoo, sondern auch in freier Natur auf die Suche nach Kängurus gehen möchte, für den lohnt sich eine Wanderung im Canberra-Naturpark. Dort haben Sie gute Chancen, vielleicht dem einen oder anderen hüpfenden Amokläufer zu begegnen...

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