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Tour in den Süden von Rhodos

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Der Süden von Rhodos gilt noch immer als der „Wilde Teil“ der Insel. Doch auch hier hat sich einiges geändert, die meisten Straßen sind asphaltiert und fast alle Sehenswürdigkeiten lassen sich gut erreichen. Das gilt zumindest für die Anfahrt mit dem eigenen Fahrzeug, die öffentlichen Verkehrsmittel sind hier wenig präsent. Auch Hotels sind in dieser Gegend weniger zu finden, bis wenige Kilometer nach Lindos gibt es einige, doch dann werden sie zur Seltenheit.

Wir fanden es sehr gut, dass auf den Straßen des Südens relativ wenige Autos unterwegs waren. Im Gegensatz zur nördlichen Ostküste und speziell der Region um Rhodos-Stadt hatten wir hier die Straße fast für uns allein. Touristisch ist der Süden immer noch wenig erschlossen, doch auch hier findet man zahlreiche Sehenswürdigkeiten und zudem sehr interessante Landschaften. Eine Tour rund um den Südteil von Rhodos ist also immer lohnend.

Das Kloster Skiádi

Die Hauptstraße bildet einen großen Ring um den Süden der Insel, kleinere Straßen führen durch diesen Ring vom Norden zum Süden, außerdem verläuft eine etwas größere Straße zum südlichsten Punkt von Rhodos, dem Prasonisi Beach. Wir hatten uns entschlossen, am Beginn der Ringstraße nach Westen in Richtung Apolakkiá zu fahren. Der Abzweig beginnt bei Gennádi, einem Bauerndorf, bis zu dem inzwischen einige Hotels vorgedrungen sind. Fährt man von dort aus in Richtung Westen, kommt man zum Ort Váti. Dieses Dorf mit den charakteristischen weißen kubischen Häusern und dem für uns originellen Namen eignet sich gut für eine Rast, denn hier gibt es einige gute Tavernen. Die Taverne Plátanos punktet dabei mit typischen Gerichten aus gekochtem Fleisch von jungen Ziegen und anderen griechischen „Klassikern“. Auch für einen kurzen Spaziergang eignet sich die Umgebung mit Hügeln und Olivenhainen.

Rhodos

An der Westküste geht dann eine kleinere asphaltierte Straße ab, die nach rund 4 Kilometern zum Kloster Skiádi in den Bergen führt. Um dieses Kloster ranken sich einige Geschichten, die von Wundern erzählen. Das beginnt schon mit der Entstehungsgeschichte des Klosters. Vor einigen hundert Jahren sollen hier drei Eremiten gelebt haben. Nachts bemerkten sie öfter einen seltsamen Lichtschein an der Küste. Als sie dem nachgingen, entdeckten sie eine Ikone mit dem Abbild der Muttergottes mit dem Kind. Ihrer Überzeugung nach hatte diese Ikone der Evangelist Lukas persönlich gemalt. Woher sie diesen Glauben bekamen, ist allerdings nicht bekannt. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Ikone verschwunden war. Die Eremiten fanden sie in einem verfallenen Tempel wieder und errichteten an dieser Stelle das Kloster Skiádi.

Rhodos

Die zweite wundersame Geschichte ist deutlich jüngeren Datums. Im Jahre 1993 wüteten Waldbrände in der Umgebung des Klosters, das von den Flammen eingeschlossen wurde. Die Feuerwehr kapitulierte und gab die Hoffnung auf, es zu retten. Der Pope jedoch betete 14 Tage lang in der Kirche des Klosters und es geschah tatsächlich ein Wunder. Nach diesen 14 Tagen konnte das Feuer gelöscht werden und das Kloster samt des Popen hatte nicht den geringsten Schaden genommen. Es ist schon erstaunlich, wir glauben aber doch eher an ein „irdisches Wunder“.

Wir fanden die Anlage sehr schön, auch wenn die Klostergebäude selbst aus dem Jahre 1861 stammen und kunsthistorisch nicht besonders wertvoll sind. Die Kapelle der Kirche ist allerdings wesentlich älter, sie soll seit dem 14. Jahrhundert existieren. Natürlich ist das Highlight des Klosters die Ikone der Muttergottes. Das Kloster Skiádi wird von einem freundlichen Ehepaar behütet, das an die Besucher Kaffee ausschenkt. Eine kleine Gabe in den Opferstock ist also angebracht.

Von Skiádi nach Lachaniá

Wir wollten vom Kloster weiter in das Innere der Insel fahren. Laut einiger Reiseführer sollte die Strecke von Skiádi über mehrere Kilometer nur aus Schotterpiste bestehen und schwer zu fahren sein. Offensichtlich hat sich da aber etwas getan, denn die Straße war erfreulicherweise asphaltiert und die Fahrt durch die bergige Landschaft zwar sehr kurvenreich und teilweise steil, aber wir fanden sie hochinteressant.

Rhodos

Unser nächster Halt war in Mesanagrós, einem winzigen Dörfchen mit wenig mehr als 60 Einwohnern, hauptsächlich Alte. Die Taverne im Ort wurde in mehreren Reiseführern empfohlen, doch der Wirt hat gewechselt. Wir fanden es unter den Bäumen im Garten der Taverne sehr angenehm und auch der Wirt war sehr freundlich. Doch das Essen „holte uns nicht vom Hocker“, wir hatten schon besser gegessen. Wahrscheinlich verirrt sich doch selten ein Besucher hierher.

Rhodos Rhodos

Das Sehenswerte in Mesanagrós ist ohne Zweifel die kleine Kirche, die Kirche Mariä Entschlafung. Der erste frühchristliche Kirchenbau stand hier schon im 5. Jahrhundert, ein weiterer entstand im 7. Jahrhundert. Auf den Ruinen dieser Kirchen wurde die heutige errichtet. Von den früheren Kirchen ist noch eine verzierte Säule vorhanden, die über dem Eingang eingebaut wurde. Kunstwerke sind auch das Taufbecken aus Marmor sowie die aus Holz geschnitzte Altarwand mit dem Abbild der Zwölf Apostel. Welche Bedeutung diese Kirche früher einmal hatte zeigt sich daran, dass sie in der Anfangszeit sogar ein Bischofssitz war.

Die Kirche Ágios Thomás erinnerte uns von außen eher an ein winziges Vorratshaus o.ä. Dieses kleine weiß getünchte Gebäude hätten wir nie als Kirche identifiziert und im Inneren konnten wir uns kaum vorstellen, dass hier eine größere Zahl Gläubige beten. Interessant war dieses Kirchlein aber gerade deshalb. Rund um diesen Kirchen-Winzling befindet sich ein riesiger Festplatz mit zahlreichen Tischen und Bänken. Hier versammelt sich am Sonntag nach Ostern, dem Thomas-Sonntag, fast die gesamte Bevölkerung des Inselsüdens um diesen Tag zu feiern.

Rhodos Rhodos

Hat man genügend Zeit, würden wir noch einen Abstecher zur Kapelle Ágios Giórgos Várdas empfehlen. Dazu müsste man aber schon bei Apolakkiá von der Hauptstraße abbiegen und ein Stück nach Norden fahren. Nach knapp 4 Kilometern kommt man zu einer Anhöhe über dem Stausee von Apolakkiá. Hier steht versteckt die kleine Kapelle, die noch winziger und unscheinbarer aussieht als Ágios Thomás. Wer diese Kapelle erbaut und ausgestaltet hat, weiß man nicht. Entstanden ist sie aber wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts und so alt sind auch die Fresken in der Kapelle, die zu den ältesten auf Rhodos zählen.

Prasonisi Beach, das Surferparadies

Zu einem Urlaub auf Rhodos gehört einfach der Besuch des südlichsten Zipfels der Insel, des Prasonisi Beach. Übersetzt bedeutet Prasonisi etwa „grüne Insel“ und das hat natürlich seinen Sinn. Am südlichsten Punkt von Rhodos, dem Kap, gibt es einen schmalen Sandstreifen, der manchmal durchbrochen wird und dann mit Wasser bedeckt ist. Dann ist der südlichste Punkt eine Insel. Allerdings ist dieser Kanal eine richtig gefährliche Wasserrinne. Hier sind schon mehrere Schwimmer tödlich verunglückt. Meist kann man aber trockenen Fußes zum Kap gelangen.

Rhodos Rhodos

Früher war diese Ecke der Insel schwer zu erreichen, heute gibt es eine asphaltierte Straße die über rund 8 Kilometer von Kattaviá zum Strand von Prasonisi führt. Der ist meist sehr belebt, allerdings kaum von Badegästen. Baden ist an dieser Ecke nicht angesagt, denn Prasonisi ist eine ausgesprochen stürmische Gegend. Im allgemeinen ist es hier durch den starken Wind kühler als an anderen Stellen der Insel und die feinen Sandkörner, die der Wind durch die Luft wirbelt, schmirgeln die Haut wie Sandpapier.

Rhodos

Dafür ist der Strand ein Paradies für Surfer und Drachengleiter. Auch einige Segelboote kreuzen vor der Küste. Das Surfen sollte man aber wirklich können, denn die anscheinend sehr guten Bedingungen können für Unerfahrene schnell gefährlich werden. Es gibt einen breiten flachen Streifen, in dem man gut stehen kann, doch außerhalb dieser Zone können die Wellen meterhoch werden, an manchen Tagen erreichen sie mehr als 3 Meter. Wie sollte es anders sein, diese Bedingungen sind natürlich auch ideal für Surfschulen, davon gibt es hier einige. Am Prasonisi Beach werden Kurse gegeben und Surfbretter ausgeliehen. Billig sind diese Kurse aber nicht.

Wir hatten uns wohlweislich davor gehütet, uns auf solch ein Brett zu stellen, diese Sportsleute sind wir nicht. Doch auch den Zuschauern bieten die Surfer auf dem Wasser so einiges, langweilig wurde es uns hier jedenfalls nicht. Möchte man zwischendurch etwas essen oder trinken, dann stehen einige Tavernen zur Verfügung. Am Prasonisi Beach existieren auch Hotels, doch deren Zimmer sind den Surfern vorbehalten und können nicht vor Ort gebucht werden.

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