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Die Geschichte von Rhodos

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Die bekannte Geschichts-schreibung von Rhodos reicht weit zurück, die Insel taucht schon lange vor der Zeitrechnung in den Geschichtsannalen auf. Erste Besiedlungen sind bereits aus der der Jungsteinzeit bekannt. Großen Einfluss auf die Insel hatten auch die Minoer von Kreta, jenes sagenhafte Kulturvolk. Ihnen folgten die Mykener, die Dorer und andere Völker aus dem Mittelmeerraum. Dazu gehörten natürlich – wie sollte es anders sein – auch die Römer.

Die unterschiedlichen Kulturen spielten weiterhin eine große Rolle für die Insel, so gehörte Rhodos für einige Zeit zum Oströmischen Reich, erlebte Überfälle der Araber und wurde zu einem Stützpunkt des Johanniter-Ordens. Mehrere hundert Jahre stand die Insel dann unter türkischem Einfluss, fällt Anfang des 20. Jahrhundert an Italien bis sie schließlich 1947 wieder griechisch wird. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Rhodos eine überaus bewegte Geschichte hinter sich hat.

Rhodos bis zur Zeit des Byzantinischen Reiches

In der Jungsteinzeit entstanden auf Rhodos die ersten Siedlungen und mit dem sesshaften Leben wurden viele Bewohner zu Ackerbauern mit Tierhaltung. Die Minoer, die auf Kreta eine Hochkultur entwickelten, kamen auch nach Rhodos, ihnen folgten die Mykener. Das war etwa im 16. bis 15. Jahrhundert v. Chr. Die Dorer, die ab dem 11. Jahrhundert v. Chr. die Insel besiedelten, spielten hier eine große Rolle, denn sie gründeten mehrere Städte wie z.B. Lindos. Rhodos hatte damals eine enorme Bedeutung, denn die Insel lag an einem wichtigen Seeweg, besaß gut ausgebaute Häfen und bildete mit der Insel Kos sowie einigen Städten auf dem Festland eine Koalition.

Rhodos

Ca. 400 v. Chr. wurde die Stadt Rhodos gegründet, die damit eine überaus lange Geschichte aufweist. Schnell gewann die Stadt eine enorme Bedeutung und wurde eine der wichtigsten Handelshäfen Griechenlands. Auch die Kultur gelangte hier zu großer Blüte. Berühmt wurde zu damaliger Zeit – und ist es auch heute noch – der „Koloss von Rhodos“. Diese etwa 30 Meter hohe bronzene Statue des Sonnengottes wurde um 305 v. Chr. in Rhodos-Stadt errichtet und wird zu den „Sieben Weltwundern der Antike“ gezählt. Lange stand der Koloss allerdings nicht, um 226 v. Chr. soll er bei einem Erdbeben umgestürzt sein. Einen direkten Nachweis über seine Existenz gibt es bis heute nicht, doch zahlreiche antike Quellen berichten über ihn, so dass es relativ sicher ist, dass er wirklich existiert hat.

Noch in der Epoche der Römischen Republik um 200 v. Chr. wurde Rhodos zum Verbündeten der Römischen Republik. Doch die Römer wären nicht die Römer, wenn sie nicht ihren Machtanspruch ausbauen wollten und so wurde Rhodos immer mehr zum Vasallen Roms. Damit einher ging allerdings auch ein Aufstieg in der Kunst. Bei den begüterten Römern lag Rhodos auch als Kurort in hoher Gunst. So waren Cäsar und auch der Kaiser Tiberius auf der Insel. Ein Erdbeben 155 n. Chr. leitete dann den Niedergang von Rhodos ein, und auch das Römische Reich folgte wenig später und zerfiel in das Weströmische und das Oströmische Reich. Rhodos gehörte ab dem 4. Jahrhundert zum Oströmischen Reich, dem späteren Byzantinischen Reich.

Rhodos Geschichte bis zum 20. Jahrhundert

Am Ende des 11. Jahrhunderts begannen die Kreuzzüge, bei denen das christliche Europa versuchte, die heiligen Stätten in Jerusalem zurück zu erobern. Das gelang zumindest teilweise und über einige Jahre. Rhodos, das nach den Byzantinern zeitweise von Genua und Venedig beherrscht wurde, avancierte dabei zu einer wichtigen Station der Teilnehmer der Kreuzzüge auf dem Weg nach dem heiligen Land. Auch solch berühmte Persönlichkeiten wie Richard Löwenherz und Philipp von Frankreich „gaben der Insel die Ehre“. Da auch die Ordensritter nicht nur ihr Seelenheil im Sinne hatten sondern auch handfeste materielle Gründe, nahmen sie die Insel in ihren Besitz. Der Bevölkerung von Rhodos passte das überhaupt nicht, doch trotz heftigem Widerstand ging Rhodos 1309 an die Ordensritter des Heiligen Johannes von Jerusalem.

Rhodos

Im Laufe der Zeit rückten die Muslime jedoch immer weiter vor und erweiterten ihr Hoheitsgebiet dramatisch. Auch Rhodos war davon bedroht und so steckte der Orden immer mehr Kapazität in die Verteidigung der Insel. Im 15. Jahrhundert konnten zwei große Angriffe der Sultane von Ägypten und des Osmanischen Reiches abgewehrt werden, doch 1522 gelang das nicht mehr. Der letzte Ordensmeister auf Rhodos musste die Herrschaft über die Insel an Sultan Suleiman „den Prächtigen“, den zehnten Sultan des Osmanischen Reiches, abgeben. Immerhin 389 Jahre lang konnten die Türken ihre Herrschaft verteidigen.

Rhodos im 20. Jahrhundert und bis heute

Das 20. Jahrhundert begann wie mehrere Jahrhunderte davor, nämlich mit der Herrschaft des Osmanischen Reiches über Rhodos. Doch die Tage der Sultane waren bald gezählt, im Jahre 1912 landeten italienische Truppen auf der Insel, vertrieben die Türken und nahmen Rhodos ein. Der anfängliche Jubel der Bevölkerung wich jedoch bald der Ernüchterung. Die Türken traten Rhodos sowie die anderen Inseln des Dodekanes offiziell an Italien ab, Rhodos war jetzt praktisch eine Kolonie der Italiener.

Rhodos

So richtig schlecht war das allerdings für Rhodos nicht, denn die Italiener wollten hier Zeichen setzen und taten einiges für die Insel. So wurden gerodete Wälder wieder aufgeforstet, die bedeutenden Bauten aus der Zeit der Ordensritter wurden restauriert und ein ziemlich gutes Straßennetz geschaffen. Das wohl bekannteste Beispiel für die Restaurierungen ist der Großmeister-Palast in der Hauptstadt Rhodos-Stadt.

Rhodos

Der 2. Weltkrieg war auch für Rhodos eine Katastrophe. Nachdem Italien von seinem ehemaligen Verbündeten Deutschland abgefallen war kam es zu Kämpfen zwischen beiden, in deren Folge die Deutschen die Herrschaft übernahmen. Das bekam auch hier besonders die jüdische Bevölkerung zu spüren, von den etwa 4000 Juden auf Rhodos wurden rund 2000 in den KZs ermordet. Die anderen konnten noch im letzten Moment fliehen. Im Herbst des Jahres 1944 zogen sich die deutschen Truppen von der Insel zurück. Die Engländer besetzten nun Rhodos, doch nach etwa 2 Jahren wurde die Insel an Griechenland übergeben, zu dem es seitdem gehört.

Das Land hatte teilweise auch nach dem 2. Weltkrieg eine bewegte Geschichte. Der Bürgerkrieg, der Putsch der Offiziere und zuletzt die tiefe Wirtschaftskrise mit unendlichen Schulden brachten Griechenland das eine oder andere Mal an den Rand des Abgrundes. Die Inseln kamen dabei jedoch meist noch relativ gut weg. Rhodos, das vorrangig vom Tourismus lebt, gewinnt durch die Mitgliedschaft des Landes in der EU, der Eurozone sowie durch das Schengener Abkommen mit großer Reisefreiheit. Zwar ist der größte Boom der Touristenströme wahrscheinlich vorbei, doch immer noch sind es pro Jahr einige Millionen, die ihren Urlaub auf der Insel verbringen und damit weiterhin für ein relativ stabiles Rhodos sorgen.

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