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Rund um die Häfen von Rhodos-Stadt

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Die historische Bedeutung der Insel Rhodos mit ihrer Hauptstadt erkennt man auch am großen Hafen. Heute sind es sogar zwei Häfen. Der historisch und touristisch wichtigere ist der Mandraki-Hafen, der ehemalige in dem auch die Ausflugstouren und die Fähren zu den Nachbarinseln starten. Im Emborio-Hafen legen die riesigen Kreuzfahrtschiffe an, die dann die Touristen-Massen in die Gassen der Altstadt entlassen. Der Emborio-Hafen liegt direkt an der historischen Altstadt, aber außerhalb der Stadtmauern. Der Mandraki-Hafen befindet sich etwa 100 Meter nördlich. Beiden Häfen gemeinsam ist jedoch, dass sich rund um sie einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rhodos-Stadt befinden, die man problemlos per Fuß erkunden kann.

An der Einfahrt des Mandráki-Hafens

Die berühmteste Sehenswürdigkeit von Rhodos-Stadt existiert jedoch schon seit langer Zeit nicht mehr. Der Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder der Antike, war nach zeitgenössischen Berichten eine bronzene Statue des Sonnengottes und mit sagenhaften mehr als 30 Metern Höhe die größte Statue, die jemals in der Antike existierte. Nach 12 Jahren Bauzeit war sie um 290 v. Chr. fertig, doch schon nach etwa 63 Jahren fiel sie einem Erdbeben zum Opfer. Ihre fantastische Erscheinung hat sie jedoch bis heute zu einer Berühmtheit werden lassen und an den Souvenirständen der Stadt gibt es unzählige Abbilder in den verschiedensten Größen.

Rhodos Rhodos

Das die Statue wirklich existierte ist ziemlich unumstritten, zu exakt sind die Berichte von glaubwürdigen Augenzeugen. Sie soll an der Einfahrt des Mandráki-Hafens gestanden haben, breitbeinig, mit jedem Bein auf einer Landseite. In ihrer Hand hielt sie eine Fackel als Symbol des Sonnengottes. Viele Experten bezweifeln aber diese Version schon aus statischen Gründen und vermuten vielmehr den Standort in der Altstadt in der Nähe des Großmeisterpalastes. Endgültig aufklären wird sich das wahrscheinlich nicht mehr, aber der Gedanke, dass die Statue die Hafeneinfahrt überspannte, hat schon etwas.

Rhodos

Statt dieser Statue – wenn sie denn wirklich einmal hier gestanden haben sollte – befinden sich heute an den beiden Seiten der Einfahrt zwei Säulen. Auf der einen steht eine bronzene Statue einer Hirschkuh, auf der anderen die eines Hirsches. Sie sind zu den Wappentieren der Insel geworden, wie es dazu kam erzählt eine Legende. In früheren Zeiten soll die Insel einmal von unzähligen giftigen Schlangen heimgesucht worden sein, die den Bewohnern das Leben auf Rhodos fast unmöglich machten. Die befragten daraufhin das Orakel von Delphi, das ihnen empfahl, Hirsche auf der Insel anzusiedeln. Die Rhodier befolgten diesen Rat – und siehe da, die Schlangen wurden von den Hirschen vertrieben. Aus Dankbarkeit erhoben die Bewohner die Hirsche zum Symbol der Insel. Wieso ausgerechnet Hirsche Schlangen vertreiben sollten erscheint uns schleierhaft, doch Legenden und die Sprüche des Orakels sind nicht immer logisch.

Die Festung Ágios Nikólaos und die Windmühlen

Auf der schmalen Landzunge, die eine Seite des Hafenbeckens begrenzt, steht an der Spitze eine noch ziemlich gut erhaltene Festung, das Kastell Ágios Nikólaos, das mit seinem wuchtigen Rundturm und seinen starken Mauern die Landzunge dominiert. Erbaut wurde diese Festung von den Rittern in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Als die Osmanen die Stadt belagerten, wurde sie zum am heißesten umkämpften Ort. Doch auch ihre massive Bauweise konnte nicht verhindern, dass die Türken schließlich Rhodos eroberten und über mehrere hundert Jahre herrschten.

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Die Festung kann auch besichtigt werden, allerdings nur von 9.30 Uhr bis zum frühen Nachmittag. Wir hatten deshalb den Besuch der Mole auf den Vormittag gelegt. Wer genau hinschaut, entdeckt an der Ostseite des Turms ein Wappen der Burgunder, der Beweis, dass diese beim Bau des Kastells eine wichtige Rolle spielten. Wir empfehlen den Besuch der Festung, denn dieser gut erhaltene Bau demonstriert einprägsam die Festungsarchitektur des Mittelalters.

Auf der Mole stehen auch drei Bauten, die wir hier kaum vermutet hätten. Es sind drei Windmühlen, die ebenfalls aus dem Mittelalter stammen. Sie sind äußerlich sehr gut erhalten, aber natürlich längst nicht mehr in Betrieb. Den beiden äußeren fehlen auch die Windmühlenflügel, die sind nur noch an der mittleren Mühle vorhanden. Trotzdem, der Anblick der Mühlen im Ambiente des Hafens und der Festung ist schon lohnenswert.

Rund um die Anlegestellen des Mandráki-Hafens

Der Mandráki-Hafen ist einer der Touristen-Sammelpunkte der Stadt, nicht zuletzt, weil von hier aus die Touren per Schiff rund um Rhodos-Stadt und zu einigen Inseln des Dodekanes starten. Das allein ist aber sicher nicht der Grund für diesen Trubel. Am Mandráki-Hafen befinden sich einige der Sehenswürdigkeiten, man kann den Yachthafen bewundern und hier konzentrieren sich zahlreiche Cafés und Restaurants. Ein Gebäude im Stil einer muslimischen Moschee fiel uns aus einiger Entfernung als erstes auf. Aus der Nähe entpuppte es sich als überdachter Marktplatz, um dessen Innenhof sich zahlreiche Geschäfte, Marktstände, Tavernen und Cafés gruppieren. Der Neue Markt – wie der übersetzte Name Nea Agora lautet – entstand vor wenigen Jahrzehnten, trotz des orientalisch anmutenden Baustils durch die damals auf Rhodos herrschenden Italiener.

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Ebenfalls ein Werk der Italiener ist die Evangelismos Kirche neben der Hafeneinfahrt, zumindest der jetzigen Kirche. Der ursprüngliche Kirchenbau wurde in der Mitte des 19.Jahrhunderts durch einen Blitzeinschlag vollständig zerstört und den Italienern kann man zugute halten, dass sie die Kirche während ihrer Herrschaft auf Rhodos den Originalplänen entsprechend wieder aufbauten. Fast, muss man aber gerechterweise sagen, denn den separat stehenden Glockenturm gab es im Original nicht.

Die ursprüngliche Kirche, die Johanneskirche, war das religiöse Zentrum des Johanniter-Ordens auf der Insel, also eine katholische Kirche. Auch der Neubau der Italiener war – verständlicherweise – ein katholischer. Die Malereien im Inneren des Gotteshauses entstanden im neu-byzantinischen Stil. Nach dem 2. Weltkrieg und dem Rückzug der Italiener wurde die Kirche 1947 in einer Blitzaktion in eine griechisch-orthodoxe Kirche umfunktioniert. Neben der Evangelismos Kirche steht ein Bauwerk, das sehr stark an einen venezianischen Palast erinnert. Der Architekt war ein Italiener, was dies vielleicht erklärt. Entstanden ist das Gebäude während der Herrschaft der Italiener, es ist also auch noch nicht sehr alt. Im ursprünglichen Zweck diente es dem Gouverneur als Regierungssitz. Heute befindet sich darin die Präfektur des Dodekanes.

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Die Italiener haben einige bedeutende Bauwerke in Rhodos-Stadt hinterlassen, auch das ehemalige Prachthotel „Grande Albergo delle Rose“. Das Gebäude kündet noch heute mit seiner Fassade von Luxus und Pracht. Ein Hotel ist es nicht mehr, doch in einem Teil des Gebäudes werden noch Suiten vermietet, die zu den teuersten der Insel zählen. Ansonsten hat das Haus heute noch sehr viel mit Geld zu tun, es wird nämlich als Casino genutzt. Darauf hatten wir aber verzichtet, schließlich gilt der Satz : Das Casino gewinnt immer. Tagsüber kann man aber das Café des Hauses besuchen, das dann als Restaurant geöffnet hat. Der Admiral Murat Reis, der eine wichtige Rolle bei der Eroberung von Rhodos durch die Osmanen spielte, wurde in einem Mausoleum neben der Murat Reis Moschee und dem türkischen Friedhof beigesetzt. Das monumentale runde Gebäude des Mausoleums ist weithin sichtbar, besonders vom Hafen aus. Die Moschee ist nicht besonders groß, doch ihr schönes weißes Minarett lohnt einen Blick.

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