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Hurtigruten Tag 3: Trondheim - Rörvik

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In Trondheim treffen sich täglich in der frühen Morgenstunde das nord- und südgehende Schiff am Kai. Deshalb sollte man nach einem ausgiebigen Frühstück zunächst einmal der südgehenden Hurtigruten - die um 10 Uhr Trondheim verlässt - einen Besuch abstatten.

Denn jedes Schiff hat seinen eigenen Stil, seine eigene Ausstrahlung. Dies haben die einzelnen, äußerlich oft baugleichen Schiffe, nicht zuletzt ihrer künstlerischen Innenausstattung zu verdanken; Renommierte Künstler haben das Innenleben mit Sagen, Farben und Natur erfüllt. Die meisten dieser Künstler haben einen Bezug zum Teil des Landes, den die Hurtigrute befährt, und auch die Motive stammen zum Großteil aus dieser Landschaft. So werden die Schiffe zu Galerien von teilweise herausragenden Kunstwerken, in denen Textilkunst, Aquarelle, Skulpturen und Ölgemälde die Küste wiederspiegeln, an der die Schiffe entlang fahren.

Karte Trondheim

Doch nun zu Trondheim und seiner 1000-jährigen Geschichte. Die erste Hauptstadt Norwegens soll 997 vom Wikingerkönig Olav Tryggvason an der Mündung des Nidelv angelegt worden sein. Die Stadt ist Norwegens alter Königssitz und Krönungsstadt. Auch König Harald wurde hier 1991 inthronisiert.

1030 nach dem Tod des heiligen Olav, der wesentlich an der Christianisierung Norwegens beteiligt war und durch die zunehmende Macht der Kirche - 1152 wurde die Stadt Erzbistum - entwickelte sich das damalige Nidaros zum geistlichen Zentrum des Landes sowie zu einer wichtigen Handelsstadt.

Im Jahre 1535 kam die Reformation nach Norwegen und damit begann eine Periode des Verfalls für die Stadt. Zusätzlich leiden musste die Stadt im 17. Jahrhundert durch den Krieg gegen Schweden. Sein jetziges Aussehen erhielt der Stadtkern nach dem Brand von 1681.

MS Vesteralen und MS Polarlys im Hafen von Trondheim Die pittoresken Speicherhäuser am Nidelv. Hinter den Fassaden verbergen sich heute Wohnungen, Büros, Ateliers und Kneipen. Die alten Holzhäuser im Stadtteil Backlandet

Die größte Sehenswürdigkeit Trondheims ist der mächtige Nidarosdom. Er ist das größte mittelalterliche Gebäude Nordeuropas. Begonnen wurde der Bau im Jahre 1075 vermutlich an der Stelle, wo die Gebeine des heiligen Olav beigesetzt worden waren. 1320 wurde der Dom vollendet. Lange konnte man sich allerdings nicht am Glanz der Kathedrale erfreuen. Zahlreiche Brände wüteten in ihr und während der Reformation wurde das prachtvolle Inventar entweder vernichtet oder nach Dänemark gebracht. Als die Wiederherstellung im Jahre 1869 begann, war die Kirche nicht viel mehr als eine Ruine. Erst vor wenigen Jahren wurden die Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen.

Das Geistesleben der Stadt, nach der Reformation in den Dornröschenschlaf gesunken, blühte Mitte des 18. Jahrhunderts wieder auf. Die königlich–norwegische Gesellschaft der Wissenschaft wurde gegründet, 1767 wurde hier eine der ersten Zeitungen des Landes herausgegeben und 1803 erhielt die Stadt das erste, öffentliche Theater Norwegens.

... in dem auch noch der Käfer zu Hause ist. 'Der prächtige Holzbau der ehemaligen erzbischöflichen Residenz Nidarosdom. Krönungskirche und größter mittelalterlicher Bau Nordeuropas

Trondheim wurde wieder ein norwegisches Kulturzentrum, und es hat in der heutigen Zeit auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung mit der technischen Hochschule und dem technologischen Forschungszentrum auch im Ausland einen hervorragenden Ruf. Die Universitätsstadt ist heute mit ihren 140.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes; Wer Trondheim nicht auf eigene Faust erkunden möchte, hat am 11. Tag die Möglichkeit an einer Stadtrundfahrt teilzunehmen.

Das Ziel der Exkursion am heutigen 3. Tag ist das ehrwürdige Herrenhaus Ringve. 2 km vom Stadtzentrum entfernt entpuppt sich Ringve als musikhistorisches Museum, das in seiner Art einzigartig und ein Erlebnis für Augen und Ohren ist. Unter fachkundiger Führung unternimmt man eine Reise in die Musikgeschichte. Man bekommt historische Musikinstrument vorgeführt, vielleicht auch eine "Hardingfele" - eine viersaitige Hardanger-Violine aus dem 17. Jahrhundert. Einige Räume sind Komponisten wie Chopin, Beethoven oder dem großen Norweger Edward Grieg gewidmet. Diese Exursion wird von Mai bis September angeboten.

Pünktlich wie immer verlässt um 12 Uhr die nordgehende Hurtigrute den Hafen von Trondheim. Im Trondheimfjord Im Trondheimfjord Im Trondheimfjord

Um 12 Uhr verlässt die nordgehende Hurtigrute Trondheim. Langsam gleitet das Schiff durch das von der Landwirtschaft geprägte, liebliche Landschaftsbild des Fjordes. Mit dem Blick an Land steht der Passagier an der Reling und spätestens jetzt sollte es da sein, dieses Gefuehl, den Alltag weit hinter sich gelassen zu haben. Sein Handy sollte man ins Meer schmeißen um ungestört die Reise genießen zu können. Für wirklich wichtige Nachrichten gibt es an Bord Münzfernsprecher und jedes Schiff ist über eine eigene Fax- und Telefonnummer jederzeit zu erreichen. Die Zeiten, als man den Funker bemühen musste, sind auch auf der Hurtigruten schon längst vorbei.

Nachdem die Hurtigrute die Mündung des Trondheimfjordes erreicht hat, geht es nun mit nördlichem Kurs vorbei an blankgeschliffenen, buckligen Schären und Inseln, so flach wie ein Pfannkuchen. Bald kommt der rote Leuchtturm von Kjeungskjaer in Sicht und wir gleiten an ihm vorüber. Die Schäre, auf der der Leuchtturm steht, ist so klein, dass es aussieht, als stünde der Turm direkt im Wasser. Früher war die zweite Etage vom Leuchtturmwärter bewohnt. Nun hat die Technologie ihn abgelöst. Wie zahlreiche andere Leuchtfeuer wird auch dieser Turm von Land aus fernbedient. Dennoch gibt es auf der Hurtigrutenstrecke noch ca. 20 Leuchttürme in denen Leuchtturmwärter arbeiten.

Zwischen Trondheimfjord und Rörvik Zwischen Trondheimfjord und Rörvik Zwischen Trondheimfjord und Rörvik

Nachmittags windet sich der Dampfer durch den engen Stokksund; Als Kaiser Willhelm das erste Mal mit der Hohenzollern durch den Sund reiste, soll er die Fassung verloren und dem Lotsen fast ins Ruder gegriffen haben. Der Lotse aber, den man später den Kaiserlotsen genannt hat, sagte ruhig: „Hier hilft es nichts, Kaiser zu sein, hier bin ich der Lotse“. Ob die Geschichte sich wirklich so abgespielt hat, wollen wir dahingestellt sein lassen, sicher ist aber, dass der Lotse nach diesem Auftrag eine goldene Uhr mit dem Namenszug des Kaisers vorzeigen konnte.

Zwischen Stokksund und der Ankunft um 21:15 Uhr in Rörvik liegt mit der Folda die dritte offene Meeresstrecke. Auf der Folda sind schon viele Schiffe zur Beute des Meeres geworden; Nur die Hurtigruten-Schiffe wurden jahrzehntelang verschont. Deshalb war man eines Sonntagsabends im Oktober 1962 in Rörvik fassungslos als die nordgehende MS Sanct Svithun ausblieb. Am nächsten Morgen wurde es zur Gewissheit. Das Schiff war – unfassbar in einer Zeit moderner Navigationstechnik – aus nie geklärten Gründen 12 Seemeilen vom Kurs abgekommen und gesunken. 41 Menschen starben. Die Tragödie auf der Folda war das schwerste Unglück, das die Hurtigruten in Friedenszeiten je getroffen hat.

Manfreds Reisetagebuch

Donnerstag, den 05. März 1992

Trondheim. Neben uns am Kai liegt die MS Narvik. Ein baugleiches Schiff wie unsere Midnatsol. Kein Schnee und das Wetter auch heute nicht so toll. Ich brauche keinen strahlenden Sonnenschein, auch nicht zum Fotografieren, aber das Licht heute war wie "grauer Matsch". Alles um dich herum ohne jeden Kontrast. Wenigstens war das Meer friedlich. Aber ohne Tabletten geht es trotzdem nicht und ein leerer Magen macht die Sache nicht besser. Deshalb hole ich heute nach, was ich gestern versäumt habe. Ich schwelge in Fisch. Das Essen lässt keine Wünsche offen. An unseren Tisch hat sich Dieter gesellt, er ist in Kaiserslautern zu Hause. Ich glaube, er ist ganz froh, bei uns Anschluss gefunden zu haben...

Mittlerweile hat man auch Kontakt zu den anderen Passagieren, man lernt sich langsam kennen und kommt miteinander ins Gespräch. Wir sind 75 Rundreisepassagiere, die Deutschen bilden die größte Gruppe. Weitere Passagiere sind aus England, Frankreich, Kanada und Österreich.

Der Reiseleiter an Bord des Schiffes veranstaltet nach dem Abendessen einen Minikurs in norwegisch. Bester Schüler ist natürlich Claus. Das bildet er sich ausnahmsweise mal nicht nur ein, sondern es ist wirklich so. Zum Abschluss des Kurses gibt es noch Schwedenwitze. Kann mir natürlich keinen merken. Vereinfacht ausgedrückt sind die Schweden die norwegischen Ostfriesen. Oder es läuft nach dem Motto ab: ein Norweger, ein Däne und ein Schwede, wobei an Stelle des Dänen - je nach Pointe - natürlich auch andere Nationalitäten eingeschoben werden können.

Freitag, den 06. September 1996

Trondheim. Nach dem Frühstück beginnen wir den Tag mit einem Besuch der südgehenden MS Polarlys. Die Polarlys ist ein neues Schiff und wurde erst in diesem Jahr in Dienst gestellt. Seine Ausstattung ist schon super, aber irgendwie kommt uns das Schiff etwas zu groß geraten vor. Unsere Vesteralen erscheint uns heimeliger.

Es ist traumhaftes Wetter, keine Wolke am Himmel. Wir genießen den Sonnenschein bei einem kleinen Bummel durch die Stadt und später an Deck. Die Ausblicke sind einfach herrlich und die Passage durch den Stocksund spannend. Solch ein Wetter macht natürlich gute Laune und so wird an unserem Tisch beim Abendessen viel gelacht. Claus prahlt, wie schon am Vortag, mit seinen Norwegisch-Kenntnissen.

Turid, zuständig für den Service an unserem Tisch, sorgt aber dafür, dass er nicht zu überheblich wird. Aber auch auf dieser Reise freut man sich über unser herzliches Dankeschön fürs Essen. Tusen takk for Maten !!!

Mittwoch, den 26. August 1998

Nun befinden wir uns entgültig auf dem Weg zu den Lofoten. Unser Auto ist an Bord und wir haben unsere Kabine auf der MS Kong Harald in Besitz genommen. Diesmal nicht als Rundreisepassagiere, diesmal benutzen wir die Hurtigrute als normales Verkehrsmittel bis Stamsund. Das Wetter mit dunklen Wolken, vereinzeltem Regen und manchmal Sonnenschein, ist stimmungsvoll und richtig norwegisch.

Wir erkunden das Schiff und kommen in der Bordbibliothek mit einem älteren Herrn aus Deutschland ins Gespräch; Er erzählt uns, dass er früher zur See gefahren ist und er sich diese Reise zusammen mit seiner Frau zu seinem 90. Geburtstag geschenkt hat. Weil die beiden sich diese Reise alleine aber nicht mehr zugetraut haben, sind Tochter und Schwiegersohn mit an Bord.

Mit allen im Schlepptau treffen wir ihn am Abend in der Caféteria wieder. Aufrecht, mit der Kaffeetasse in der Hand gesellt er sich zu uns. Die Untertasse ist trocken, kein Tropfen übergeschwappt! Heute Nacht hab ich bestimmt einen Traum: bei bester Gesundheit feiere ich meinen 90. Geburtstag und mache gerade meine 20. Rundreise mit der Hurtigruten. Und das Beste daran ist, ich bezahl nix, denn die 20. Reise ist umsonst!

Donnerstag, den 10. Februar 2000

In Trondheim keine Schneeflocke, die umliegenden Hänge ein klein bisschen weiß, das Wetter nicht so besonders. Mit der Narvik liegt die südgehende MS Harald Jarl am Kai; Baujahr 1960 und somit Hurtigruten Urgestein. Ein Besuch ist Pflicht, denn das Schiff ist eines der beiden letzten sogenannten traditionellen Schiffe, die 2002 außer Dienst gestellt werden. Außerdem ist die Harald Jarl seit mehr als 30 Jahren die schwimmende Galerie des norwegischen Kunstmalers K. Espolin Johnson. Seine Nordlandmotive im Salon des Schiffes sind bedeutende Kunstschätze Norwegens.

Die Harald Jarl verlässt Trondheim mit einer Stunde Verspätung, hat irgend welche technischen Probleme. Wir sind pünktlich. Das Wetter hat sich leicht gebessert und so hoffe ich, dass mir im Stokksund einige Bilder gelingen. Was ich dort bisher zustande gebracht habe reißt mich nicht vom Sitz.

Habe aber die Rechnung ohne die Mannschaft auf der Brücke gemacht. Denn die steuert weiter hinaus aufs Meer und umgeht diese langsame, kurvenreiche aber tolle Passage. Haben wahrscheinlich gedacht für die 16 Hansel lohnt der Aufwand nicht und merken tut's von den Passagieren eh keiner. Von wegen!

Da kein Reiseleiter an Bord ist gehen Claus und ich zu Helle Sunshine um uns zu beschweren. Wir verlangen für diesen Tag unser Geld zurück. Schließlich ist sie die Zahlmeisterin. Aber sie lacht nur. Na also, mehr wollten wir ja gar nicht!

Samstag, den 27. März 2004

Wie kann man nur so blöde sein!!! Da schreibt man im Internet tolle Tipps über das Verhalten bei Seekrankheit und manövriert sich dann selbst aus purer Dummheit in eine beinahe Katastrophe. Aber der Reihe nach.

In Trondheim liegt die Polarlys mit am Kai. Beim Frühstück regnet es in Strömen. Dann reißen die Wolken auf und die Sonne kommt durch. Bummle in die Stadt zum Nidarosdom und gehe hinauf zur Festung. Hätte von dort aus gerne über die Dächer der Stadt den Dom fotografiert, kann man aber vergessen. Kurz bevor ich wieder an Bord bin hagelt es, heftiger Wind treibt einem die Hagelkörner schmerzhaft ins Gesicht. Im Trondheimfjord pfeift einem der Wind weiter um die Ohren. An Deck muss man sich gut festhalten. Das lässt für die offene Meeresstrecke der Folda nichts Gutes ahnen. Also vorbeugend Tablette nehmen!

Beim Passieren des roten Leuchtturms von Kjeungskjaer sehr schöne Stimmung mit Sonne und Regen. Später wird der enge Stokksund nicht ausgelassen, die Vesteralen schlängelt sich durch. Dabei ist das Licht nicht besonders, mal sehen ob die Dias was hergeben.

Dann beginnt der Tanz auf der Folda und ich Knaller meine vom Bugsalon aus fotografieren zu müssen statt sofort alle Aktivitäten einzustellen. Wir sind so 10 Personen, die das Schauspiel beobachten. Am Anfang sind noch alle von den Brechern und dramatischen Bewegungen des Schiffes begeistert, doch dann werden alle ruhig, die meisten verschwinden still in die Kabinen. Mittlerweile herrscht Windstärke 9 mit Tendenz nach 10!!! Ich habe keine Chance mehr in die Kabine zu kommen, ich hänge schon halb tot in der Eckcouch.

Claus, Ruedi und Frau O. sind auch noch da, sie haben nur geringe Probleme. Aber bei mir steht es Spitz auf Knopf, weiß nur noch nicht ob ich erst meinen Magen leer und dann die Hose voll machen soll oder umgekehrt. Gott sei dank habe ich noch eine Tablette bei mir. Als sie zu wirken beginnt, bin ich gerettet. Mir ist zwar immer noch so was von fürchterlich elend, aber Magen und Darm haben sich etwas beruhigt. Gott sei dank ist Rörvik mit seinem ruhigen Fahrwasser nicht mehr weit. Ich kann aufatmen, gehe aber total erschöpft und ohne Abendessen schnurstracks in die Koje.

Weihnachten an Bord: Samstag, den 18. Dezember 2010

Die Nordlys hat um 6 Uhr in Trondheim angelegt. Zu unchristlicher Zeit (7:15 Uhr) sitzen wir schon beim Frühstück. Mit am Tisch eine ältere Engländerin die wegen der frühen Stunde (too early) schwer am jammern ist. Wir bedauern uns gegenseitig!

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Um 8 Uhr startet die Stadtrundfahrt, es ist noch stockdunkel. Zunächst fahren wir durch das Stadtzentrum und dann bergauf zu einem Aussichtspunkt mit Blick über das Lichtermeer von Trondheim. Weiter geht es zur Universität und das angrenzende Stadtviertel mit seinen vornehmen Holzhäusern. Hauptsächlich bewohnt von Professoren und sonstig gut betuchten Mitmenschen. Kaufpreise liegen hier bei 1 bis 1,5 Mill. Euro. Vorbei an einigen historischen Gebäuden steuert der Bus dann auf den Niddarosdom zu. Jetzt waren wir schon so oft in Trondheim, aber noch nie im Dom. Wird also höchste Zeit, dass wir den mal von innen zu Gesicht bekommen. Obwohl Passagiere der nord- und südgehenden Hurtigrute bei der Stadtrundfahrt dabei sind, sind wir die einzigen Deutschen. Somit haben Ute und ich im Dom eine Führerin für uns alleine. Eine Deutsche, die vor 47 Jahren der Liebe wegen nach Norwegen ausgewandert ist. Nach der Führung lassen wir den Bus sausen und gehen zu fuß über die Zugbrücke des Nidelv und das alte Stadtviertel zurück zum Schiff.

In Trondheim kommt die Sonne für kurze Zeit gerade noch über den Horizont. Deshalb bei der Fahrt durch den Trondheimfjord schöne Stimmungen und später schönes Abendrot beim Passieren des Leuchtturmes von Kjeungskjaer. Gegen 15 Uhr geht die Dämmerung langsam in Dunkelheit über. Da für die offene Seestrecke der berüchtigten Folda am Wetteraushang Windstärke 7 angekündigt war, nehme ich wieder eine Tablette. Aber das Meer bleibt ruhig. Bin absolut nicht böse drum!

Bis zum Abendessen überbrücken wir die Zeit im Panoramasalon mit Lesen (Ute) und Dösen (Manfred). Zum Abendessen gönnen wir uns einen halben Liter Beaujolais für 210 NKr. Das sind 28 Euro = 56 DM, darf man nicht drüber nachdenken. Dazu gibt es kostenlos Wasser. Will man nur Wasser, dann legt man für eine Karaffe 2,20 Euro auf den Tisch.

Nach dem Essen geben wir beim Reiseleiter noch unsere zeitliche Vorhersage für die morgige Polarkreisüberquerung ab. Ein kleiner Spaß für die Passagiere. Die „Wahlzettel“ waren beim Essen am Platz ausgelegt.

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