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Veranstaltungen in Boston

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In Bosten gibt es zahlreiche Veranstaltungen während des ganzen Jahres: Festivals, Paraden und Walks. Die Walks werden für einen guten Zweck abgehalten und man läuft verschieden lange Strecken ab, wird meistens gut mit Essen und Trinken versorgt und tut noch ein bisschen was für die eigene Gesundheit. Da die meisten Touristen im Sommer in Boston sind, beschränke ich mich mal auf einige Veranstaltungen zwischen April und September.

Paraden in Boston

Am Patriots' Day wird der ersten Schlacht um die Unabhängigkeit in Concord und Lexington gedacht. In diesen beiden Städten ist natürlich an diesem Tag der Bär los, aber auch in Boston findet an jedem dritten Montag im April eine Parade statt, bei der es extrem patriotisch zugeht. Für uns Deutsche eher belustigend (wegen des ganzen Aufstandes) aber für die Bostoner ein großes Ereignis ist das Hissen der Flagge am Rathaus (die ja sowieso schon überall und ständig hängt) und der Ritt von Paul Revere und William Dawes.

Die Parade erstreckt sich vom Rathaus zum Paul Revere Haus und von dort prescht dann der Reiter los in Richtung Lexington. Man kann also mit marschieren und wenn man ihn noch nicht gesehen hat, nebenbei den halben Freedom Trail abgehen. Essen und Trinken wird natürlich auch auf dem Weg angeboten.

Ein Meer aus Farben und Musik. Viel Spaß beim Tanzen.

Eine weniger patriotische aber dafür weit spaßigere Parade ist die Internationale Karnevals Parade im Spätsommer oder genauer am Wochenende vor dem Laborday Wochenende; Wer noch nicht in der Karibik war, kann das Flair auch hier erleben. Das Ganze kann man sich ein bisschen wie die Love Parade in Deutschland vorstellen nur ein bisschen organisierter. Also jede Menge Musik, Tanz, Kostüme, die übrigens alle handgemacht sind, und gute Laune.

Man sollte sich jede Menge Wasser mitnehmen, da es meiner Erfahrung nach meistens sehr heiß an dem Wochenende ist und wenn man mittanzen will, kommt man doch sehr ins Schwitzen. Los geht es um die Mittagszeit am Martin Luther King Blv in Ruxbury und getanzt wird dann über die Warren Street hin zur Blue Hill Avenue und weiter bis zum Franklin Park Zoo. Hat man es bis dahin geschafft, wird man mit gutem karibischen Essen und afrikanischer und karibischer Kunst auf dem Markt im Franklin Park belohnt.

Bostoner Festivals

Im folgenden eine kleine Auswahl an Festivals in Boston. Wer ein Unterstützer guter Zwecke ist, sollte das Life is Good Festival besuchen. Aufgezogen wird es von der Organisation "Life is Good", die sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern und Familien in allen möglichen Situationen zu helfen. Sei es Gewalt, Armut oder Trauma, hier stehen helfende Hände und Mittel zur Verfügung, um Lebensumstände zu verbessern und Schmerzen jeder Art zu lindern. Seit 2003 werden verschiedene Festivals im ganzen Land gefeiert. Manchmal sind es Kürbisfeste im Herbst oder Outdoorfeste im Sommer.

Ein Blick über das Life is Good Festival

Allen gemeinsam ist, dass an Rumsitzen nicht zu denken ist. Man kann spielen, malen, basteln, balancieren, wettrennen, weitspucken, werfen und vieles mehr. Die musikalische Untermalung findet in Form von Livemusik statt. Es werden bekannte Bands aller möglichen Musikrichtungen engagiert.

Hier kommen noch die lange vergessenen Fähigkeiten des Kirschkernweitspuckens zum Tragen.

Segelfreunde sollten die Boston Regatta nicht verpassen. Sie ist ein Teil der transatlantischen Regatta für große Segelschiffe. Gestartet wird von Vigo nach Teneriffa. Von dort geht es über den Teich nach Bermuda und dann weiter nach Charleston, USA. Boston ist der nächste Hafen auf dem Weg nach Halifax, Kanada bevor es wieder zurück nach Europa geht und die Regatta in Belfast endet. Jedes Jahr wird der Wochenendstopp hier in Boston mit einer großen Party gefeiert. Meist geht es freitagabends los mit Konzerten, Weinproben und Tanzveranstaltungen. Das ganze Wochenende sieht man Seeleute in der Stadt, die sich gerne mit Touristen (besonders mit hübschen Touristinnen) fotografieren lassen.

Der Hafen ist voll mit Drei- und Viermastern aus aller Welt. Sie Schiffe können von außen und manche auch von innen besichtigt werden. Meist ist es sehr voll, man sollte sich also auf Wartezeiten gefasst machen, wenn man wirklich an Bord will. Ich gucke meist nur von außen, damit ich alle Schiffe sehen kann und meiner Meinung nach sind das schon genug Eindrücke; Allerdings war ich schon auf mehreren Segelschiffen, so dass es sich für den einen oder anderen Neuling vielleicht doch lohnt, sich anzustellen.

Hier die Kapitän Miranda aus Uruguay und im Hintergrund die Sagres aus Portugal.

Die Unabhängigkeitsfeier sollte man sich auch nicht entgehen lassen, wenn man um den 4. Juli in Boston sein sollte. Wäre auch schwierig, um den ganzen Trubel herumzukommen. Auch hier gilt: Über den Tag verteilt, gibt es verschiedene Veranstaltungen. Vor allem am Charles River an der Esplanade finden Open Air Konzerte statt. Man sollte früh da sein, um sich einen Platz zu sichern. Leute stehen teilweise schon morgens mit ihrer Decke an, um es sich den ganzen Tag gemütlich zu machen und dann abends einen guten Blick auf das fantastische Feuerwerk zu haben. Untermalt wird es von den Boston Pops Orchestern mit klassischer Musik.

Wenn man nicht im dichten Gewühl stehen will, kann man auch auf die andere Seite des Charles River ausweichen und hat man auch noch ein Radio dabei, umso besser, denn das Konzert wird live ausgestrahlt, so dass man auch aus sicherer Entfernung noch alles ohrnah mitbekommt. Aber nicht nur am 4. Juli selber, sondern auch schon die ganze Woche davor ist jede Menge los in der Stadt.

Die Boston Pops spielen am 4. Juli immer in der Hatch Shell am Charles River.

Das Hafenfest ist ein toller Auftakt und hält jede Menge Veranstaltungen bereit. Einer der Höhepunkte ist das Chowderfest. Chowder ist quasi das Nationalgericht in Boston. Es ist eine Fischsuppe, hat aber eher die Konsistenz einer deutschen Kartoffelsuppe. Es gibt sie in allen möglichen Ausführungen und diese werden auf dem Chowderfest zum Kosten angeboten. Anschließend wird abgestimmt, wer denn die beste Kochkunst abgeliefert hat. Leider ist das Verzehren von Alkohol auf offener Straße in Massachusetts strengstens untersagt, sonst würde man bestimmt auch fabelhaften Weißwein zu seiner Suppe genießen können. Trotzdem ist das Fest lohnenswert.

Ein anderes festes Sommerereignis ist das Charles River Festival. Dieses wird vom Cambridge Art Council organisiert. Für Kunstfreunde lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Webseite, denn im Laufe des Jahres werden noch andere Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür aller Kunststudios und Werkstätten aufgelistet, da kann man so manches Schnäppchen örtlicher Kunst machen. Aber wieder zurück zum River Fest. Auf verschiedenen Bühnen wird Jazz, Folk, Latin und World Musik gespielt; Neben reichlicher Musik wird auch Essen aus aller Herren Länder angeboten.

Unterhaltung für die Kids auf dem Charles River Festival

Aufgebaut ist es wie eine Art Flohmarkt, und an den Ständen kann man von handgefertigtem Schmuck bis zu selbstgenähten Sommerkleidern fast alles Erdenkliche erwerben. Auch für die Kids gibt es jede Menge Beschäftigung. Die können Handpuppen basteln oder sich verkleiden und schauspielern, oder Eierlaufen und Sackhüpfen. Das Schöne an dem Fest finde ich die kulturelle Verschiedenheit. Man merkt gleich, dass man in Cambridge und nicht mehr in Boston ist. Es heißt nicht umsonst, wenn man noch Frauen mit unrasierten Beinen sehen will, muss man nach Cambridge gehen.

Das Fest zieht jedenfalls unglaublich viele verschiedene Leute an. Von der schon genannten Ökotante mit 4 Kindern und mehreren Männern im Schlepptau bis hin zum versnobten Studentenpärchen ist hier alles versammelt. Schwarz, Weiß, Oliv oder Gelb, jede Hautfarbe ist vertreten und alle friedlich nebeneinander. Ich habe jedenfalls immer einen Heidenspass, mich irgendwo neben einer Bühne auf meiner Decke niederzulassen, mich mit Proviant einzudecken und einfach nur Leute zu beobachten. Herrlich.

Digitalkamerareinigung

Auch das Berklee BeanTown Jazz Festival ist ein toller Ort, um Leute aller Nationen zu beobachten. Hier wird so viel Musik geboten, dass man sich auf jeden Fall das Programm raussuchen sollte, um sich gut vorbereiten zu können und nicht die Hälfte zu verpassen. Ich spreche da aus Erfahrung. Das Fest findet auf der Columbus Avenue in South Boston statt und ist immer rappelvoll. Wie immer gibt es Essen und Trinken und jede Menge anderer Attraktionen für Familien mit Kindern, falls es denen bei all dem Rhythmus zu langweilig wird.

Wie der Name schon vermuten lässt, spielt das "Berklee College of Music" eine entscheidende Rolle bei dem Festival. Das College ist bekannt für die unkonventionelle Art, seinen Studenten Musik zu vermitteln. Durch Freiheit und Improvisation wird die Musik begriffen und bearbeitet. So sind einige Berühmtheiten der Musikszene aus Boston hervorgegangen wie z.B. Esperanza Spalding, Cindy Blackman, Keith Harris oder Makeba Riddick.

Walks in Boston

Der Boston Marathon gehört zu den ältesten jährlichen Laufveranstaltungen. Im April 1897 wurde der erste Startschuss für die damals 15 Läufer abgegeben, mittlerweile hat sich der Marathon gewaltig gemausert und ist zu einem beliebten Patriot's Day Event geworden. Über 35000 Läufer aus aller Welt nehmen am Wettbewerb teil. Die Strecke ist seit den Anfängen im Großen und Ganzen die gleiche geblieben und wurde im Jahre 1927 nur leicht den Olympischen Anforderungen angepasst. Seitdem startet das Schwitzen in Hopkinton und führt durch insgesamt acht Städte zum Ziel ins Bostoner Back Bay.

Frauenpower beim Boston Marathon

Will man an dem Spektakel teilnehmen, muss man sich in die Masse von fast 500000 Zuschauern einreihen. Das Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln ist also ein Muss, denn Boston ist nicht nur wegen des Marathons, sondern auch wegen der Patriot's Day Veranstaltungen schlimmer als ein Taubenschlag. Aber es lohnt sich, denn der Marathon bringt mittlerweile über 10 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke ein. Ich allerdings ziehe es mittlerweile vor, an dem Tag nicht in die Innenstadt zu fahren. Nachdem ich anfangs versucht habe, an dem Marathon Montag zur Arbeit zu kommen, habe ich aufgegeben und bleibe lieber in der Umgebung und gucke aus sicherer Entfernung zu.

Viel lieber ist mir der AIDS Walk. Daran kann ich mich aktiv beteiligen und die 10 Kilometer gehen sind optimal, um ein bisschen in Schwung zu kommen. Zudem kann man Kind und Kegel mitnehmen und selbst mein Sohn hat mit seinen derzeit 8 Jahren die Strecke ohne Murren geschafft; Gegangen wird jeden ersten Sonntag im Juni und man bekommt einiges von Boston zu sehen. Los geht es an der Hatch Shell am Charles River und man marschiert durch Boston Richtung Brookline und Cambridge, um den Tag zum Schluss mit Musik, Essen und Tanz zurück an der Esplanade ausklingen zu lassen.

Das Gute sind die Snacks, die man auf dem Weg angeboten bekommt. Dank der vielen Sponsoren, braucht man weder Essen noch Trinken mitzubringen, sondern kann sich ganz umsonst mit Wasser, Obst, Eis und Kräckern stärken und erfrischen. An der Esplanade wird man, wenn man bis zum Ende durchgehalten hat, mit Salat, Joghurt und Energie Getränken erwartet und kann nebenbei noch wirklich netten Live Auftritten zuhören und zuschauen. Was für ein angenehmer Sonntagsvertreib. Man kann sich alleine oder als Team registrieren und die Einnahmen werden der AIDS Forschung und AIDS Prävention zur Verfügung gestellt. Seit dem ersten Walk im Jahre 1986 wurden insgesamt über 35 Millionen Dollar gesammelt. Beachtlich wie ich finde.

Das war am Anfang der 10km, alle sind noch fröhlich gestimmt.

Einem ähnlichen Zeck dient der jährliche Brustkrebs Walk. Allerdings muss man ein bisschen mehr Einsatz bringen, denn die Strecke ist mit fast 40 Meilen (65km), verteilt über zwei Tage, doch erheblich beschwerlicher. Dafür kann man den guten Zweck mit dem Nützlichen verbinden und bekommt einen einzigartigen Eindruck von Boston und Umgebung. Eine bessere Führung kann man sich nicht wünschen. Es geht entlang der historischen Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt, vorbei am Hafen und an der Harvard Universität, weiter an der Küste Richtung Melrose. Die Route ändert sich jedes Jahr und kann ein paar Wochen vorher der zugehörigen Internetseite entnommen werden. Auch die Einzelheiten zur Registrierung können dort nachgeschlagen werden.

Will man an der kompletten Veranstaltung teilnehmen, sollte man das ganze Wochenende einplanen. Samstagmorgen geht es los mit Einchecken und man läuft die Marathon Strecke ab. Am Ziel angekommen, gibt es Essen, Trinken, Yoga und andere Veranstaltungen, bevor man sich für die Nacht in Zelten niederlässt. Man muss nur einen Schlafsack mitbringen, für alles Andere ist gesorgt. Das Gute an so einer Veranstaltung ist, dass man mit Anderen ins Gespräch kommt und so selbst als Tourist auf volle Tuchfühlung mit den Leuten der Umgebung gehen kann. Am Sonntag geht es dann wieder zurück nach Boston.

Man kann ja über die Amis sagen was man will, aber sie sind echte Meister im Geld sammeln. Was uns Deutschen eher fremd ist, hier kann man es live erleben. Ich rede von der enormen Großzügigkeit der Leute hier. Man teilt das letzte Hemd, um Leuten in Not zu helfen. Schon in der Schule gibt es Spendenaktionen für gute Zwecke. Die Kinder sammeln für Klassenfahrten und Schulverantstaltungen. Für den guten Zweck werden Autos gewaschen, Kekse verkauft und Briefe an Sponsoren geschrieben; Es wird nicht rumgemeckert , wenn kein Geld da ist, stattdessen wird nach Möglichkeiten gesucht, um über die Runden zu kommen.

Statt öffentliche Gelder in Anspruch zu nehmen, setzen die Leute auf Kreativität und Eigenständigkeit. Ehrenamtliche Tätigkeiten in vielen Bereichen werden hier großgeschrieben. In diesem Sinne sind viele darauf eingestellt Zeit oder Geld zu Spenden. Es brauchte einige Zeit, bis ich mich da eingefunden habe aber mittlerweile finde ich, dass sich der eine oder andere eine Scheibe davon abschneiden kann.

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