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Hotel Le Meridien Wien: Erfahrungsbericht

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Als ich im November 2007 im Internet nach einem Hotel für meinen 5-tägigen Besuch in Wien gesucht hatte, bin ich auf das Hotel Le Meridien aufmerksam geworden. In den vielen verschiedenen Internetportalen, über die man Informationen zur Hotelbuchung lesen kann, hatte ich durch 5 abgebildete Sternchen den Eindruck gewonnen, dass es sich beim Hotel Le Meridien in Wien um ein 5 Sterne Hotel handelt. 5 Sterne stehen in meinen Augen für eine Garantie, dass ein Hotel einen ganz bestimmten Standard einhält, und das auf gleichbleibend hohem Niveau. Entsprechend groß war meine Vorfreude, als ich mich dazu entschlossen hatte, für diesen luxuriösen Service gutes Geld zu investieren.

Erst als der folgende Bericht schon fast fertig war, wurde ich im Nachhinein zunehmend skeptischer, wie sehr sich ein Überprüfungskommitee in seiner Bewertung womöglich hat irren können und habe beim Touristenservice der Stadt Wien angerufen, woraufhin man mir mitteilte, dass das Le Meridien bis dato gar nicht klassifiziert sei (Stand Januar 2008). Das heißt, dass das Hotel Le Meridien an einer objektiven Überprüfung bisher noch nicht teilgenommen hatte. Erst daraufhin rief ich wieder beim Hotel an, wobei mir eine Rezeptionistin erklärte, dass das Meridien sich als Luxushotel verstehe und sich an einem 5 Sterne Standard orientiere, aber gar keine Sterne hätte.

Im Nachhinein wird mir einiges klarer. Ich ärgere mich im Nachhinein über mich selbst, nicht schon vorher genauer nachgefragt zu haben. Denn was ich während meines Aufenthaltes im Wiener Le Meridien erfahren durfte, ist: Sich an 5 Sternen zu orientieren heißt nicht unbedingt zwingend auch 5 Sterne Service tatsächlich konsequent zu bieten.

Wer meine zahlreichen Hotelberichte auf dieser Webseite kennt wird bei diesem Hotel-Bericht zahlreiche Fotos vermissen. In der Tat wurde mir vom Hotel schriftlich mitgeteilt, dass es mir nicht gestattet ist, Fotos zu veröffentlichen.

Ich kann es vorweg nehmen, die Hoteleinrichtung ist extravagant und alles andere als gewöhnlich, aber von meiner Seite aus gäbe es keinen Grund auf Fotos zu verzichten; Wer auf Moderne steht mag an der Hoteleinrichtung großen Gefallen finden, wer eher konventionell und traditionell ausgerichtet ist, mag sie abschreckend finden. Das ist reine Geschmackssache.

Allgemeines zum Hotel

Das Hotel Le Meridien von außen

Das Hotel Le Meridien liegt sehr zentral, schräg gegenüber der Wiener Oper, direkt am gleichnamigen Opernring. Das hat Vor- und Nachteile; Einerseits kommt man von hier aus sehr schnell zu Fuß zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Wiener Stadtzentrums wie Hofburg, Albertina oder zum Museumsquartier. Nachts kann es jedoch durch den sehr befahrenen Opernring ziemlich laut werden, falls man bei geöffnetem Fenster schlafen möchte.

Das Le Meridien wurde im November 2003 in einem ehemaligen Versicherungsgebäude eröffnet. Es ist ein äußerst modernes Hotel und verfügt über mehr als 290 Zimmer, die in 5 verschiedenen Preis-Segmenten angeboten werden. Das Servicepersonal machte auf mich einen eher jungen Eindruck, und auch das Publikum schien mir eher jung und international zu sein.

Empfangsbereich und erster Eindruck

Das direkt am Opernring gelegene große Eck-Gebäude macht von außen einen recht repraesentativen Eindruck. Ich musste einige Minuten warten, bis ich schließlich direkt vor dem Hotel parken konnte, um die Koffer ausladen zu können. Der Portier bemühte sich sofort, mein Auto in der Tiefgarage zu parken, was sich am Abreisetag noch als blaues Preiswunder herausstellen sollte. Keiner wies mich auf die horrend teuren Preise der Tiefgarage hin, um die man aufgrund des Parkplatznotstands kaum drumherum kommen dürfte. 36 € kostete der Tiefgaragenplatz pro Tag; da kommt ganz schön was zusammen, wenn man mehrere Tage bleibt.

Leider ist der sehr modern eingerichtete Eingangsbereich für die Kapazitäten eines so großen Hauses für mein Empfinden ungünstig konzipiert. Wie sich noch herausstellen sollte, stand ich nicht nur an meinem Anreisetag eine kleine Ewigkeit in den Warteschlangen vor der Rezeption. Hier entstand für mich sehr schnell die Atmosphäre eines Warteraums wie am Bahnhofsschalter, wo man für sein Ticket teilweise auch ewig lange anstehen muss.

Dass das Le Meridien kein Hotel im Sinne eines klassischen Traditionshauses ist, war mir bereits aus dem Internet bekannt. Ich wollte die Vorzüge eines modernen, schönen Ambientes genießen; An manchen Stellen wirkten die intensiven Farben der Empfangshalle auch sehr ansprechend, doch im Großen und Ganzen wirkte die Austellung in den Vitrinen zur modernen Kunst ziemlich überdreht auf mich. Ich schätze das Engagement des Hauses für Künstler einen Ausstellungsraum bereitzustellen, aber mein Geschmack traf es nicht.

Zimmer im Hotel

Ich bewohnte ein sogenanntes 'executive Zimmer', das vom Preis her der mittleren der 5 Kategorien zugeordnet war. Der erste Eindruck im Zimmer war sehr hell und großzügig von der Raumaufteilung. Dadurch, dass das Zimmer an der Ecke gleich mit zwei Fensterfronten ausgestattet war, hatte ich insofern das Glück in zwei Richtungen schauen zu können. Das Gefühl, zwischen zwei abtrennbaren Zimmern und zwei Bädern bzw. einer Extratoilette hin- und herlaufen zu können, vermittelte einen großen, offenen Wohnraumcharakter. Erst beim tatsaechlichen Einwohnen stellten sich für mich mehrere Einbußen dar. Wie gesagt: Ich bin davon ausgegangen, dass ich in einem 5 Sterne Hotel residiere, entsprechend verdutzt und teilweise sprachlos war ich über einzelne Details, zweifelte teilweise an meinem eigenen Geschmack, dachte noch, vielleicht muss ich das jetzt gut finden, aber ich fand es leider nicht wirklich gut.

So waren zwar neben einem großen runden Esstisch mit 4 Stühlen, einem Schreibtisch und einer Sofaecke genügend Sitzgelegenheiten vorhanden, die sich aber alle als eher unbequem entpuppten. Die Sitzfläche vom Sofa war zum Liegen zu kurz, zum Sitzen in der Rückenlehne zu störrisch und die Stühle und der Sessel kippten in ihren Sitzflächen leicht nach vorne, sodass ich mich schon bald nicht mehr freuen konnte, einfach mal bequem so zwischendurch auszuruhen. Ich konnte es jedesmal auf's Neue nicht fassen, wie wenig komfortabel z.B. der Sessel war. Zwar von der Optik nicht wirklich verurteilenswert, aber zum Sitzen ging's nur, wenn ich meine Beine nach oben auf das Sofa legen konnte, sodass ich wenigstens einigermaßen Halt im Rücken verspüren konnte.

Das Bett war dafür mehr als genial. Das war sehr bequem und breit angelegt und auch mit der Kissenauswahl war man für unterschiedliche Geschmäcker vorbereitet. Um abends bequem Fernsehen zu schauen war es ideal, da der übergroß dimensionierte Bildschirm direkt vis a vis vom Bett im anderen Raum angebracht war.

Schlafen konnte ich dennoch nicht besonders gut. Die erste Nacht war die Luft im Zimmer so trocken, dass ich gerne bei offenem Fenster geschlafen hätte. Leider war der Lärmpegel durch die Hauptverkehrsstraße so laut, dass ich auf das offene Fenster verzichtet hab. Die kommenden Tage wollte ich schlauer sein, und habe über Tag die Fenster gekippt. Leider hatte das Servicepersonal jedesmal die Fenster geschlossen und die Klimaanlage wieder angestellt.

Im Zimmer war ein Flachbildfernseher mit mehr als einem Meter Diagonale. Das war wirklich sensationell, vor allem, da man auch vom Bett aus schön fernsehen konnte. Allerdings hatte der Fernseher ein Hotelmenü implementiert, über das es ziemlich aufwändig war, einen Fernsehsender einzustellen. Es dauerte eine Zeitlang, bis man endlich wirklich fernsehen konnte. Dann wars aber wirklich ein Vergnügen.

Im Zimmer gab es einen direkten WLAN-Internetanschluss mit kostenlosem Zugang, so dass man direkt sein Notebook anschließen kann. Allerdings hatte ich damit große Probleme, da der eigentliche Anschluss am Schreibtisch nicht funktionierte. Das eigentlich Ärgerliche war die Reaktion des Rezeptionspersonals zu meiner Nachfrage diesbezüglich. Da man davon ausging, dass der Fehler wohl in den Einstellungen meines Laptops (Firewall etc.) zu finden sein würden, verzögerte sich mein Arbeiten vor Ort um Einiges da ich vergeblich nach einem Fehler suchte. Man gab mir schließlich die Telefonnummer von einem speziellen Techniker, der sich das vermeintliche Problem auf meinem Rechner anschauen sollte. Als dieser kam, erinnerte er sich jedoch sogleich wieder, dass die Buchse an der Stelle über dem Schreibtisch ja gar nicht funktionierte und holte, wieder mit einiger Verzögerung, ein langes WLAN-Kabel, damit ich dann von einer Buchse auf der anderen Wandseite aus ins Internet kam. Fortan befand sich in meinem Hotelzimmer immer ein langes WLAN-Kabel mitten im Zimmer - eine perfekte Stolpereinrichtung. Wenn sowas schon passiert, und das Hotelpersonal sogar darüber Bescheid weiss, warum ist es dann nicht möglich ein Schild zu hinterlegen, damit einem unnötige Wartezeiten und Rechtfertigungen erspart bleiben? Was ich bei einem Hotel im oberen Preissegment vorraussetze, sind Service und ein gewisses Mitdenken, um unnötige Komplikationen vorwegzunehmen. Hier war ich einfach sprachlos!

Auch die anderen Aufmerksamkeiten, die man normalerweise in einem 5 Sterne Hotel liebt, wie frisches Obst oder etwas zu naschen zwischendurch fielen eher bescheiden aus. An frischem Obst lagen über die 5 Tage hinweg 2 Grannyäpfel da. Die ersten beiden Tage gab's nachmittags immer noch eine extra Schokolade oder abends auf dem Kissen ein kleines Betthupferl, aber schließlich wirkte das alles ziemlich lieblos. Nicht, dass ich da ein Riesenarrangement erwarten würde, aber da habe ich schon Netteres erlebt in anderen Hotels. Immerhin gratulierte man mir an meinem Geburtstag mit einer Flasche Sekt.

Es waren mehrere Details, die mir während meines Aufenthaltes einfach nicht gefallen haben. So zum Beispiel das Design an sich. Auch wenn ich Farbe und Stil des Mobiliars durchaus ansprechend fand, so wollte einfach kein rundes Gefühl aufkommen. Alleine 5 verschiedene, recht intensive Farben an Wand, Gardinen, Decke: Wirklich ästhetisch und harmonisch finde ich das nicht. Auch die indirekt beleuchteten Bilder oder die als Großbild inszenierten Tassen mit Untersetze', die hinter Glas am Kopfende des Betts phosphorisierten: Über Geschmack lässt sich da bekanntlich streiten. Meiner wars überhaupt nicht.

Überhaupt wirkte die Einrichtung ein wenig wie 'originell gemeint aber doch leider irgendwie daneben' auf mich: So eigneten sich zum Beispiel die Gläser, die neben dem kleinen Zierkaktus auf dem Wohnzimmertisch standen, auch besser zum Anschauen als zur tatsächlichen Benutzung. Dadurch, dass die Gläser zwar mit geradem Boden aber ansonsten schief waren, fand ich sie beim Trinken eher unhandlich. Auch die Kaffeetassen, die aus Metall waren, erinnerten mich eher an Picknickgeschirr für unterwegs. Ich frage mich: Was soll das? Wenn man seinem Gast schon die Gelegenheit gibt, sich zwischendurch - die Minibar war übrigens kostenlos - zu erfrischen, warum dann auf so überzogen originelle Art und Weise? Hier wäre etwas mehr Normalität bzw. Schlichtheit angesagt, weil formschönes Geschirr durchaus auch angenehm in der Hand liegen darf. Aber wie gesagt, das ist Geschmackssache, wer auf so etwas steht, mag seine Freude daran haben.

Im Schrank war ein eingebauter Tresor, den man kostenlos verwenden konnte; Gesichert war der Tresor über eine Geheimzahl, die man selbst auswählen konnte; Positiv zu erwähnen ist, dass der Tresor sehr groß war, so dass man nicht nur Geld und Papiere, sondern auch eine Spiegelreflexkamera, Objektive und ein Notebook darin gut aufbewahren konnte.

Auch im Badezimmer kam mir Optik vor Funktionalität in den Sinn. Das durchweg in satiniertem Glas durchgestylte Bad hat mir so auf den ersten Blick noch ganz gut gefallen. Auch der warme Fußboden und die vorgewärmten Handtücher am Halter waren noch ganz lauschig. Für ein Doppelzimmer gab es jedoch nur ein Waschbecken, das zudem mit seiner Ablagefläche drumherum schnell an sein Limit kam. Auch die fast schon als Massage-Wunder angepriesene Dusche entpuppte sich beim Ausprobieren als gut gemeinter Gag. Zwar waren die verschiedenen Düsen in Höhe und Druck verstellbar, ich kam mir jedoch eher wie in einer Autowaschanlage vor, als unter einer angenehmen Massagedusche.

Service und Hotelpersonal

Das Personal war stets freundlich und hilfsbereit, wenn man seine Wünsche äußerte. So konnte man zum Beispiel in der Cafeteria im Erdgeschoss einen Kuchen aussuchen, der einem dann aufs Zimmer gebracht wurde; Allzu viel Kontakt hatten wir jedoch mit dem Personal nicht, da an der Rezeption zumeist Schlangen von Leuten waren, wenn wir aus- und eingingen, so dass wir auf die eine oder andere schnelle Frage lieber verzichtet hatten.

Hervorheben möchte ich den Autoservice: Wenn man ankommt, übergibt man sein Auto einfach einem Portier, der dann das Auto in die Tiefgarage bringt. Vor der Abfahrt meldet man sich einfach an und das Auto wird wieder vor dem Hotel abgestellt. So musste man sich um nichts weiter kümmern, zumal die Tiefgarage nicht unmittelbar am Hotel war.

Essen und Trinken im Hotel

Das Hotel Le Meridien verfügt über das Restaurant Shambala, in dem man auch morgens frühstücken kann, die Shambala Ba' und das Café Boulevard, in dem man Speisen und Getränke zwischendurch einnehmen kann.

Ursprünglich hatte ich telefonisch meine Übernachtungen mit Frühstück gebucht. Scheinbar muss bei der Reservierung ein Missverständnis geschehen sein, sodass meine Reservierung ohne Frühstück abgespeichert war. So musste ich am ersten Morgen, nachdem ich sowieso schon in der Schlange zur Frühstücksanmeldung stand, erst mal wieder warten, bis der Fehler geklärt war. Danach hätte ich dann das Frühstück gegen einen sehr hohen Aufpreis einnehmen können; Nachdem ich die Massen vor mir und die Massen hinter mir in der Schlange stehen sah und die kleinen Tische, an denen ich mir nur sehr eingeschränkt genügend Platz für meine Arme habe vorstellen können, habe ich es vorgezogen in der Stadt zu frühstücken.

Das hat sich dann auch sehr gut bewährt, denn Wien ist die Stadt der Cafés: Es gibt Hunderte oder gar Tausende von kleinen und großen Cafés wo man ein gemütliches, günstiges Frühstück (Wiener Frühstück) einnehmen kann. Die Athmosphäre war jedes Mal aufs Neue faszinierend und geschmeckt hats jedes Mal auch. So haben wir sicher mehr von Wien kennengelernt, als wenn wir jedes Mal im Hotel gefrühstückt hätten.

Was ausgesprochen lecker war, das waren die Sandwiches und süßen Teile im Café des Le Meridien. Hier gab es in ganz verschiedenen Geschmacksrichtungen Quiches, indisch schmeckende Hünchensandwiches oder auch mehrere Sorten Kuchen und Gebäck. Wirklich gut, und vor allem eine willkommene Snack-Gelegenheit, wenn man zwischendurch von einer Besichtigungstour ins Hotel kam.

Die Bar wirkte insgesamt sehr ansprechend durchgestylt. Ich weiss leider nicht, wie die Drinks hier geschmeckt haben, da ich abends lieber in die Stadt gegangen bin. Es war abends jedoch einiges los, wenn ich ins Hotel zurückgekommen bin.

Folgenden Satz konnte ich noch am 8.1.2008 im Original auf der Internetseite des Le Meridien unter dem Punkt 'Restaurants' finden: 'Shambala Restaurant Die phantasievollen und raffinierten Köstlichkeiten dieses Restaurants, dessen geistiger Vater der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Starchefkoch Michel Rostang ist, enttäuschen keinen Gaumen.' Was darf sich denn der Leser darunter bitte exakterweise vorstellen? Telefonisch erklärte mir ein Mitarbeiter, dass die Köche des Shambala Restaurants die Kreationen des französischen Kochs nachkochen, sich also an Michel Rostang orientieren. Das Shambala Restaurant selbst sei mit einer Haube durch den Gault Millau Österreich 2007 ausgezeichnet. Warum kann man denn da bitte nicht von vornherein die Dinge benennen wie sie sind? Da habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Werbung ganz gezielt auf ein 'Mehr als tatsächlich vorhanden' zielt. Für ein Hauben-Restaurant muss man sich doch bitte nicht schämen!

Auch wenn sich die Menuauswahl sehr verlockend las: Von Jakobsmuscheln, Hummer, Wachteln über 4 verschiedene Sorten Fisch und Fleisch, so war ich doch durch meinen Gesamteindruck, den ich im Hotel bis dahin gewonnen hatte sehr verunsichert, ob nicht auch beim Essen mehr Schein als Sein auf mich zukommen würde. Bei den sehr hohen Preisen wollte ich einfach vorsichtig sein, und nicht schon wieder enttäuscht sein. Ich kann Essen und Service also hier leider nicht beurteilen. Vielleicht wäre das ja ein kleines Highlight geworden?

Sport und Entspannung

Der Schwimmbadbereich war einer der ausschlaggebenden Gründe, weswegen ich mich unter den Wiener Hotels für das Le Meridien entschieden habe. Ich mag es, wenn ich abends noch ein paar Runden schwimmen oder einfach noch ein bisschen plantschen kann - gerade, wenn ich einen Tag voller Eindrücke hinter mir habe. Und bei den Distanzen, die man in Wien an einem Tag erlaufen kann, tun einem ganz schön schnell die Füße weh. Leider gibt es unter den Wiener Hotels nur wenige exklusiv ausgestattete, die zusätzlich mit einem eigenen Schwimmbad aufwarten können.

So freute es mich schon mal, dass ich, nur mit meinem Bademantel bekleidet, relativ geschützt vor den Blicken anderer Gäste über einen separaten Fahrstuhl direkt von meinem Flur in den Sportbereich gelangen konnte. Der separate Aufzug war nur für den Fitness-Bereich; man musste also nicht im Lift im Bademantel neben Leuten in Anzug und Krawatte stehen. Lobenswert!

Doch leider ließ die Enttäuschng nicht lange auf sich warten: Der Pool ist tatsächlich so klein wie ich durch die Fotos auf der Internetseite befürchtet hatte. Für ein paar Schwimmzüge, wenn man alleine ist, war er durchaus o.k. Aber bei mehr als zwei Leuten kam der Pool für mich schon schnell an sein Limit. Die 10 Liegen, die da waren, waren fast immer mit Handtüchern belegt, sodass ein Liegestuhl eher ein Glücksfall war als normal. Leider gab es auch keinen extra Ruheraum nach der Saunanutzung, sodass mir die Lust auf Sauna und Dampfbad verging. Gerade bei Kindern im Pool kippte der Geräuschpegel bei dem eh schon so kleinen Raum schnell in Richtung Freizeitbad. Auch der Whirlpool, der eher an eine große Sprudelbadewanne erinnerte, war schnell voll, sodass ich da unter Entspannung etwas sichtlich anderes verstehe.

Wem so ein kleiner Pool reicht, der darf sich immerhin auf eine gepflegte Einrichtung freuen. Der gesamte Sportbereich machte einen durchaus sauberen und gepflegten Eindruck. Handtücher waren genügend vorhanden.

Direkt neben dem kleinen Schwimmbad gab es noch einen kleinen Fitnessbereicht mit einigen Sportgeräten. Der Fitnessraum war jedesmal sehr gut besucht und die Trainer, die gegen Gebühr eine individuelle Betreuung anboten, machten durchweg einen sympathischen Eindruck. Auch die verschiedenen Geräte schienen alle den modernsten Standards zu entsprechen und waren sehr sauber gereinigt.

Fazit

Das Hotel Le Meridien ist sicher das etwas andere Hotel in Wien. In einer Stadt, die von alter Tradition und alten Brächen lebt, habe ich mich in einem so modern eingerichteten Hotel überhaupt nicht wohl gefühlt. Die extravaganten Zimmer mit den zahlreichen Designer-Stückchen hätten mir sicher in einer modernen Stadt wie Singapur oder Kuala Lumpur besser gefallen, aber nicht in Wien. Aber das ist reine Geschmackssache, meiner wars überhaupt nicht. Von mir gibts daher keine Empfehlung für dieses Hotel, ich werde bei meinem nächsten Wien-Besuch ein anderes Haus zum Übernachten aussuchen und wohl eine Menge Geld sparen.

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