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Palma de Mallorca - die Insel-Hauptstadt

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Palma de Mallorca, oder neuerdings nur noch Palma, ist die Hauptstadt der Insel Mallorca, und mehr noch, die Hauptstadt der ganzen balearischen Inselgruppe, zu der auch die Nachbarinseln Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera gehören. Nahezu eine halbe Million Menschen leben in Palma und der näheren Umgebung; das heißt das jeder zweite Inselbewohner in der Hauptstadt der Insel lebt. Logisch, dass Palma das Zentrum der Insel in jeder Hinsicht ist: Hier gibt es den großen Flughafen mit zwei Startbahnen, hier gibt es den größten Hafen der Stadt, an dem sogar Kreuzfahrtschiffe anlegen, hier ist der Verkehrsknotenpunkt der Insel und natürlich das kulturelle Zentrum mit den meisten Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Ausgehmöglichkeiten.

Obwohl Palma die Hauptstadt einer Insel ist, die hauptsächlich vom Tourismus lebt, ist das Stadtzentrum kaum vom Fremdenverkehr geprägt. Es gibt zwar zahlreiche Läden für Touristen, die Postkarten, Souvenirs und Urlaubsbedarf verkaufen, aber im Wesentlichen findet man in Mallorcas Hauptstadt Läden und Geschäfte, wie wir sie in einer deutschen Großstadt auch finden: Vom Möbeldesignerladen über eine Parfümerie bis zu Kunstateliers und Schmuckgeschäften. Hier kauft der Mallorquiner ein, und dass diese nicht nur kleine Einkäufe machen sondern recht luxuriös einkaufen belegen die zahrleichen eingereisten reichen Ausländer, die verstreut auf der Insel wohnen und in Palma einkaufen und ausgehen. Wer durch die Straße von Palma läuft erkennt Touristen schnell an lockeren Shorts und T-Shirts mit Rucksack und Kamera umhängen. Das Stadtbild prägen jedoch mehr Geschäftsleute und Einheimische, die hier unterwegs sind.

Panoramablick auf Palma

Wer schon in Barcelona war, dem fallen viele Ähnlichkeiten zwischen der Inselhauptstadt Palma und eer katalonischen Hauptstadt Barcelona auf. An den Straßennamen und vielen Bezeichnungen im Ort erkennt man, dass in Palma nicht das kastilische Hochspanisch sondern die katalanische Sprache verwendet wird, genauso wie in Barcelona. Wer in Barcelona Gaudís Jugendstilbauten besichtigt hat wird in den vielen Gebäuden des Modernisme in Palma große Ähnlichkeit erkennen.

Die meisten Mallorca-Touristen lassen die Inselhauptstadt im wahrsten Sinne des Wortes links bzw. rechts liegen, wenn sie mit dem Flugzeug auf dem direkt neben der Stadt gelegenen Flughafen landen und von dort aus direkt ins Hotel befördert werden. Diejenigen Inselbesucher, die der Hauptstadt einen Besuch abstatten, haben meist maximal einen Tag für die gesamte Stadt zur Verfügung. Nur wer länger und öfters auf der Insel weilt fährt öfters nach Palma um die Stadt kennenzulernen, einzukaufen, etwas Kulturelles zu unternehmen oder Besichtigungen zu machen. Wer mit dem Auto in die Stadt fährt ist vom Verkehrsreichtum - um es nicht Verkehrschaos zu nennen - überwältigt. Während man auf den Ringstraßen, den sogenannten Avingudas, mehrere Spuren zur Verfügung hat, wird der Verkehr umso chaotischer je tiefer man ins Stadtzentrum eindringt und von den Hauptstraßen abweicht. So manche Straße, auf der Autos fahren, hält man im besten Fall für eine Fußgängerzone auf der Radfahren erlaubt ist. Je größer also das Auto desto schwieriger wird das Fahren, vom Parken reden wir gar nicht erst.

Wer mit dem Auto in die Stadt fährt sollte am Besten in einem öffentlichen Parkhaus parken und von dort zu Fuß weiter gehen. Das eigentliche sehenswerte Stadtzentrum ist nicht übermäßig groß, man kann alles bequem zu Fuß erreichen. Die vielen Autos und Busse, die in der Hauptstadt unterwegs sind, haben als Preis eine ziemlich belastete Luft. Wenn ich mich mehr als 3 Stunden in Palma aufhielt habe ich jedes Mal leichte Hustenreize bekommen.

Hinweisschild

Im Folgenden beschreibe ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Palma de Mallorca. Wir beginnen am Parc de la Mar, machen eine Runde durch die Oberstadt, dann in die Unterstadt und enden im Hafen. Es sei vorweg gesagt, dass eine Stadtbesichtigung in Palma nicht ganz einfach ist, wenn man gewisse Sehenswürdigkeiten gezielt sucht. Zwar sind für Touristen zahlreiche Hinweisschilder aufgestellt, aber zu oft verläuft man sich in den engen Gässchen, so dass es manchmal besser ist, wenn man einfach läuft und läuft und per Zufall auf die eine oder andere Sehenswürdigkeit stößt. Und dennoch beschreibe ich die Sehenswürdigkeiten im Folgenden gemäß einer Runde, die man ganz gut nachlaufen kann. Für die gesamte Tour inklusive diverser Museen-Besuche sollte man einen ganzen Tag einkalkulieren.

Start im künstlich angelegten Meerespark Parc de la Mar

Wer mit dem Taxi nach Palma fährt, dem empfehle ich sich am Parc de la Mar absetzen zu lassen. Von hier aus kann man mit einem schönen Blick auf die Kathedrale seine Stadtbesichtigung beginnen. Selbstverständlich fährt einen jeder Taxifahrer auch an jeden anderen Punkt inmitten der Altstadt; da der Verkehr im Herzen Palmes jedoch sehr zäh und langsam läuft bezahlt man für die wenigen Meter vom Parc de La Mar ins weitere Stadtzentrum einen ziemlich hohen Preis, den die Taxiuhr läuft bekanntlich weiter auch wenn das Taxi steht.

Blick auf den Almudaina-Palast und die Kathedrale vom Parc de la Mar Parc de la Mar

Wenn wir am Parc de la Mar ankommen bleiben wir erst einmal wie erstarrt stehen und werfen einen Blick in Richtung Kathedrale. Von der Ferne hatte ich immer den Eindruck, dass ich einen einzigen, mächtigen Kathedralbau sehe, aber in der seitlichen Frontalansicht vom Parc de la Mar aus wird deutlich, dass hinter dem Park zwei große Bauwerke stehen: Links befindet sich der Almudaina-Palast, rechts davon die eigentliche Kathedrale. Der Blick auf die beiden Bauwerke ist so mächtig, dass wir uns einige Zeit im Park aufhalten, ohne den Park überhaupt so richtig zu registrieren.

Mirós Monument Personatge an der Plaza Reina

Der Parc de la Mar (zu deutsch Meerespark) ist ein großer künstlicher See, der mit Meerwasser gespeist wird. Er wurde vor ca. 50 Jahren errichtet und dient neben kulturellen Veranstaltungen auch als kleines Erholungsgebiet für die Bewohner von Mallorcas Hauptstadt. Hier kann man einen gemütlichen Kaffee trinken und man kann ein paar Hundert Meter in Ruhe spazieren gehen und den Wasserspielen zuschauen. Beeindruckend ist der Blick von der Ostseite über den Meerespark hinweg zur Kathedrale. Bei windstillem Wetter spiegelt sich die Kathedrale im Wasser - ein wunderschöner Anblick.

Am westlichen Teil des Parks erwarten zahlreiche Straßenkünstler die in Richtung Kathedrale strömenden Touristen. Hat man diese hinter sich gelassen gelangt man westlich des Palastes in die Gärten Jardins de s'Hort del Rei. Unter Schatten spendenden Laubbäumen kann man kleine Wasserspiele und Grünanlagen bestaunen ehe man an die Plaza Reina gelangt. Wir werfen noch einen kleinen Blick auf die Bronzeskulptur Personatge von Joan Miró und finden dann am Rande des Palau de l┤Almudaina eine langgezogene Treppe, die man zumeist in sonniger Hitze hinaufgehen muss.

Der königliche Palast Palau de l'Almudaina

Oben angelangt stehen wir direkt vor dem mächtigen Palast Almudaina. Dieser wurde vor gut 1000 Jahren von den Arabern als deren Regierungssitz gebaut als diese Palma bzw. die Insel Mallorca übernahmen. Doch schon lange davor, bereits als die Römer auf Mallorca ihre ersten Siedlungen bauten, befand sich an dem strategisch wichtigen Fleck eine Burg. Schließlich hat man von hier aus einen perfekten Blick über die Bucht von Palma hinweg und sogar noch weit ins Hinterland hinein, also der idealo Fleck um Angreifer und Piraten aus allen Richtungen früh genug zu entdecken.

Palau de l'Almudaina Der Innenhof des Palau de l\'Almudaina

Nach der Vertreibung der Araber durch Jaume I. zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Araber-Festung durch Jaume II. zur königlichen Residenz umgebaut. Durch diese Umbauarbeiten erkennt man heute praktisch nicht mehr, dass das Gebäude einst von den Mauren erbaut wurde. Heute ist der Almudaina-Palast Sitz der Militärkommandatur und zugleich ein Amtssitz des spanischen Königs.

Steinerner Raum im Erdgeschoss des Palastes

Zu besichtigen ist ein kleiner, als Museum eingerichteter Teil der Burganlage gegen eine moderate Eintrittsgebühr. Beim Betreten des Museums durch ein Portal gegenüber der Kathedrale merkt man schnell, dass hier das Militär sitzt. Zahlreiche Wachleute sind im Eingangsbereich und im Innenhof positioniert, und es findet eine aufwändige Sicherheitskontrolle statt: Das Gepäck wird wie am Flughafen geröntgt, und man selbst muss ebenfalls durch eine Schleuse wie am Flughafen durch.

Thronsaal Königliches Wohnzimmer

Durch den Innenhof, der einst als Exerzierplatz diente, gelangt man zunächst in den unteren Teil des Museums. Man läuft durch hohe Räume mit steinernen Mauern und Gewölbe-artigen Decken. Darin sind zahlreiche Kunstwerke und alte Möbelstücke sowie Einrichtungsgegenstände zu sehen. Am Auffallendsten sind jedoch die riesigen flämischen Wandteppiche, deren Farben zwar schon etwas verblasst sind, die jedoch gut an die hohen Steinwände passen.

Während die Räume im Erdgeschoss wegen der Steinmauern, Steinböden und Steindecken eher einen spartanischen, mittelalterlichen Eindruck machen, wird es im Obergeschoss königlich nobel, wenn man die großen möblierten Säle betritt. Im Thronsaal und dem königlichen Wohnzimmer schaffen nicht nur die Wände sondern auch die Fußböden durch riesige farbenreiche Teppiche eine warme Atmosphäre.

Kapelle Santa Ana

Zurück im Innenhof findet man noch eine kleine Kapelle namens Santa Ana; ein Schild mit der Aufschrift Capilla De Sta. Ana und einem Wachposten davor weist auf deren Eingang hin. Die kleine gotische Kapelle ist durch die vielen Fenster an der Ostseite im Innern sehr hell. Da sie direkt in den Palastbau integriert ist erkennt man erst beim Verlassen der Kapelle und erneutem Blick vom Innenhof in die Richtung, welch große Dimensionen sie doch hat.

Für die Besichtigung des Palau de l'Almudaina genügt eine halbe Stunde, wenn man sich nicht zu lange in den einzelnen Räumen aufhält. Dank des günstigen Eintrittspreises von nur wenigen Euros ist der Besuch des Museums daher empfehlenswert.

Kathedrale La Seu - das Wahrzeichen der Stadt

Nach der Besichtigung des Königspalastes von Almudaina stehen wir direkt vor dem Westportal der Kathedrale La Seu. Fast ehrfürchtig blicken wir auf das riesige Portal und die nahezu 45 m hohen Türme hinauf. Wir gehen so weit zurück wie möglich um die Westfront irgendwie komplett zu sehen, stoßen aber schnell mit dem Rücken am Almudaina-Palast an. Eine vollformatige Fotoaufnahme des Westportals ist von diesem Fleck aus trotz Weitwinkelobjektiv nicht möglich.

Blick auf das Westportal der Kathedrale

Zur Kathedrale: Während der Maurenzeit stand an diesem Fleck eine kleine Moschee, und nach der christlichen Rückeroberung des Landes durch Jaume I. wurden die Bauarbeiten der Kathedrale genau an diesem Fleck begonnen. Die Bauarbeiten zogen sich bis ins 17. Jahrhundert hinein, und selbst Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte noch ein Umbau, damals im Modernisme-Stil durch den berühmten katalanischen Architekten Antoni Gaudí.

Die Kathedrale La Seu Nachts ist die Kathedrale hell beleuchtet

Die Kathedrale La Seu ist das Wahrzeichen der Stadt Palma. Wer durch Palma am Meer entlang durchfährt, sieht schon von weitem die Kathedrale aus dem Stadtbild herausstechen. Beim Start oder bei der Landung erkennt man aus großer Höhe bereits die mächtige Kathedrale, und selbst nachts ist das imposante Bauwerk so hell erleuchtet, dass man es aus großer Entfernung klar erkennen kann. Somit ist auch klar, dass es sich bei der Kathedrale nicht nur um eine Attraktion in der Hauptstadt Palma handelt sondern dass deren Besichtigung zu den Insel-Highlights gehört. Zahlreiche Besucher der Hauptstadt haben als erstes Ziel den Besuch der Kathedrale ehe ein ausgiebiger Stadtbummel folgt.

Farbenspiele

Am Vormittag ist der Besucherandrang am Größten, und das nicht ohne Grund. Wenn durch die großen Rosetten an der Ostseite die Sonne in den Kircheninnenraum scheint sind wunderschöne, unvergessliche Farbenspiele in der Kathedrale zu sehen. Die Säulen, Bänke und Fußböden scheinen bunt angemalt zu sein, da kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Besichtigt werden kann die Kathedrale nur gegen eine Eintrittsgebühr; darin ist auch der Besuch des Kathedralenmuseums enthalten. Im Vergleich zur Kathedrale selbst ist das Kathedralenmuseum weniger interessant; man sieht einige Gemälde und ein paar überdimensionierte Monstranzen.

Der Innenraum der Kathedrale beeindruckt durch seine großen Ausmaße

Das Innere der Kathedrale ist in der Tat mega-beeindruckend. Ob der immensen Ausmaße des dreischiffigen Kirchenbaus mit einer Gesamtfläche von über 6500 m² fragt man sich, was hat eine solch riesige Kathedrale, die man in ähnlichen Ausmaßen in Köln oder Mailand wiederfindet, auf einer kleinen Insel zu suchen? 110 Meter ist die maximale Länge der Kathedrale La Seu, fast 40 Meter ist sie breit, und die Türme ragen bis zu 45 Meter in die Höhe. Es ist wirklich ein gigantischer Bau.

Rosettenfenster mit ca. 12 m Durchmesser

Besonders beeindruckend sind die Fenster der Kathedrale. Fünf große Rosetten stechen an der Ost- und Westseite heraus, deren größte mit einem Durchmesser von ca. 12 Metern zu den größten Kirchen-Rosetten der Welt gehört. Die vier Rosetten an der Ostseite sind besonders am Vormittag imposant, wenn die Sonne direkt durch sie hindurch ins Kircheninnere strahlt. Aber nicht nur die großen Rosetten sind eine Besonderheit, was die Fenster betrifft, auch die zahlreichen hohen, bunten Glasfenster an den Seitenwänden der Kathedrale sind jedes für sich einzeln sehenswert.

Seitenfenster

Man könnte Stunden oder gar ganze Tage im Innern der Kathedrale La Seu verbringen, wenn man auch die einzelnen seitlichen Kapellen und Gebetsnischen im Detail anschauen würde, von den zahlreichen Gemälden und Fenster-Motiven ganz abgesehen. Aber als Besucher lässt man sich vielmehr von den immensen Dimensionen, den Farbenspielen und dem unglaublichen Raumgefühl beeindrucken als von kleinen Details.

Man verlässt die Kathedrale durch einen kleinen Innenhof, wo sich auch Besucher-Toiletten befinden. Und natürlich kommt kein Besucher aus der Kathedrale heraus ohne durch einen großen Souvenir-Shop durchzulaufen. Wer nach der Besichtigung der Kathedrale noch mehr Lust auf Kirche hat, der kann gleich östlich hinter der Kathedrale das Diözesemusem Museu Diocesá besichtigen.

Museu Palau March, Fundación Bartolomé March

Ein paar Meter nordwestlich der Kathedrale, direkt an der Nordseite des Almudaína-Palastes befindet sich der prachtvolle Palast Palau March, der im Jahre 1939 von einem Reichen Insel-Bewohner namens Juan March gebaut wurde. Sein Sohn namens Bartolomé March gründete 2003 die Stiftung Fondación Bartolomé March und machte den Palast seines Vaters als Museum der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Palau March vom Innenhof aus gesehen Skulpturen im Innenhof des Palau March

Gegen eine akzeptable Eintrittsgebühr gelangt man ins Innere des Palastes und stößt dort auf einen Innenhof, der voller Skulpturen ist. Aber nicht nur die Skulpturen, die die Größe eines erwachsenen Menschen oftmals übersteigen, beeindrucken den Museumsbesucher sondern auch der Blick auf den prächtigen Palast. Aber da ist noch ein anderer Ausblick, weswegen sich ein Besuch des Museums lohnt: von dem großzügigen Innenhof aus hat man einen direkten Blick hinüber zum Königspalast Almudaina und auf die Westfront der Kathedrale.

Treppe, Obelisk und Deckengemälde

In den Innenräumen des Museums Palau March erkennt man schnell, dass der Erbauer Juan March ein sehr gut betuchter Mensch war. Über einem breiten Treppenhaus ist ein hell erleuchtetes großes Deckengemälde von Josep Maria Sert angebracht. Am Fußboden des Treppenbereichs steht ein schwarzer, orientalisch verzierter Obelisk, der fast bis in die erste Etage hoch reicht.

Neapolitanische Weihnachtskrippe

Das Highlight im Erdgeschoss ist eine neapolitanische Weihnachtskrippe aus dem 18. Jahrhundert, die aus über 1000 Figuren besteht, die zum Teil bis einen halben Meter hoch sind. Die Ausmaße dieser Weihnachtskrippe mit den zahlreichen Figuren und Szenarien sind so groß, dass sie einen ganzen Raum füllen. Sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss des Museums sind zahlreiche Bilder, Kunstwerke, Bücher, Schatullen und sonstige Kunstwerke zu besichtigen, die der Kulturliebhaber Juan March und sein Sohn Bartolomé March gesammelt haben. Auch das Musikzimmer der Familie March ist zu besichtigen, wiederum mit Bildern vom katalanischen Maler Josep Maria Sert.

Zum Museu Palau March / Fundación Bartolomé March gehört noch eine große Bibliothek, die jedoch im Rahmen des Museumsbesuches nicht besichtigt werden kann. Für den Besuch des Palau March benötigt man ungefähr eine halbe Stunde Zeit, eine Zeit, die sich schon alleine wegen der guten Ausblicke vom Innenhof auf die Kathedrale hinüber lohnt.

Das Parlament der Balearen

Zwischen Kathedrale und Palau d'Almudaína, am Palau March vorbei, führt die Straße Calle Palau Reial. Laufen wir auf dieser Straße weiter in Richtung Nordosten so finden wir auf deren linken Seite ein großes Gebäude, das mehrfach mit Parlament beschriftet ist. Hier sitzt das Parlament der Insel, und zwar nicht nur der Insel Mallorca sondern sämtlicher Balearen-Inseln, also Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera.

Parlament der Balearen-Inselgruppe

In diesem lang gezogenen Gebäude sitzt also das Parlament der Balearen-Inselgruppe; die Regierung inklusive ihres Präsidenten sitzt hingegen im Consolat de Mar (siehe weiter unten auf der Seite). Die Balearen haben innerhalb Spaniens einen teilautonomen Status, sind natürlich von der spanischen Zentralregierung abhängig, können aber gewisse Entscheidungen selbst treffen.

Im Parlamentsgebäude selbst gibt es nichts zu besichtigen. Man flaniert vielmehr die Straße Calle Palau Reial entlang und sieht vielleicht den einen oder anderen hochrangigen Politiker in einer Luxuslimousine ankommen. Wer gut essen möchte, der findet auf der anderen Seite des Parlamentsgebäudes in der Straße Calle Conquistador das Restaurant Es Parlament. Während es mittags etwas spöttisch als Abgeordneten-Kantine bezeichnet wird gibt es abends recht edle Speisen.

Plaša Cort und das Rathaus der Stadt Ajuntament

Am Ende der Straße Calle Palau Reial treffen wir am Platz Plaša Cort ein. Dieser Platz ist einer der zentralen Plätze Palmas. Von hier aus gehen Straßen in alle Richtungen ab. Im Herzen des Platzes steht ein mehr als 1000 Jahre alter Olivenbaum, der einen mehrere Meter dicken, fast kunstvoll verschnorkelten Stamm hat.

1000 Jahre alter Olivenbaum am Plaša Cort

Aber nicht der uralte Olivenbaum bildet die Hauptattraktion des von als allen Richtung kommenden Fußgängern domierten Platzes sondern das Rathaus der Stadt, katalanisch Ajuntament genannt. Blickt man frontal auf das Rathaus dann sieht man eine beeindruckende Fassade mit verschiedenen Elementen aus der Barock- und Renaissance-Zeit. Erbaut wurde das Rathaus der Stadt zwischen dem Ende des 17. Jahrhunderts und dem 18. Jahrhundert. Ein großer Balkon in der ersten Etage zieht sich an der ganzen Gebäudefront entlant. Unter dem weit hervor stehenden Dach befindet sich eine große Rathausuhr.

Vordere Gebäudefront des Rathauses von Palma Seitlicher Gebäudeteil des Rathauses

Beim Anblick auf die Frontseite des Rathauses merkt man zunächst gar nicht, dass das Ajuntament-Gebäude aus zwei Teilen besteht. Der zweite seitliche Teil in der Calle Palau Reial erinnert vielmehr an einen Palast oder wegen der 4 Türmchen und der Steinfiguren dazwischen gar an ein Schloss. Im Rathaus-Inneren befindet sich eine sehenswerte Kunstgalerie. Natürlich ist das Ajuntament kein Museumsgebäude sondern von hier aus wird die Stadt Palma verwaltet, hier werden Entscheidungen getroffen, die für die Stadt von Bedeutung sind, hierher kommen auch Einheimische und Zugereiste wenn es um Papiere oder sonstige Formalitäten geht.

Am Plaša Cort treffen sich teilweise große Menschenmassen; es gibt viele kleine Restaurants und Imbissbuden direkt am Platz oder in den angrenzenden Straßen. Da es direkt am Platz viele Sitzgelegenheiten gibt kann es schon ein amüsantes Vergnügen sein, sich einfach auf eine Parkbank zu setzen und die zahlreichen vorbeilaufenden Menschen zu beobachten. Westlich des Plaša Cort befinden sich mehrere autofreie Einkaufsstraßen, durch die man gemütlich flanieren kann. Teilweise muss man Stufen gehen, um weiter zu kommen. Die Einkaufspassagen gehen bis zum Platz Plaša Rei Joan Carles I. hinunter. Man braucht nicht gezielt einzelne Gassen aufsuchen, hier heißt es einfach bummeln und flanieren wohin einen das Auge treibt.

Die Straße Carrer Almudaina im historischen Stadtzentrum

Wir machen jetzt jedoch keine Einkaufs-Bummel-Tour sondern gehen ins historische Stadtzentrum und schauen uns dort einige Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Am Plaša Cort gehen wir wieder ein Stück die Calle Palau Reial, auf der wir hergekommen sind, zurück und finden hinter dem seitlichen Rathausbau links abbiegend ein kleines Gässchen namens Carrer Almudaina.

Maurischer Torbogen in der Carrer Almudaina

In dieser kleinen Gasse ist nicht viel los, es gibt nur wenige kleine Geschäfte, ansonsten wohnen hier einheimische Städter. Der Grund, weshalb wir in dieses kleine Seitengässchen einbiegen, ist nach gut 100 Metern zu finden: Ein alter Torbogen aus maurischer Zeit verbindet die linke Häuserreihe mit der rechten. Endlich stoßen wir bei unserer Stadtbesichtigung mal auf ein historisches Bauwerk, das beweist, dass die Araber während ihrer Besetzungszeit die Stadt kräftig beeinflusst und verändert haben. Der Torbogen gehörte zur damaligen Stadtbefestigung, die die Mauren errichtet haben.

Beim Unterschreiten des maurischesn Torbogens erkennt man, dass der Bogen oben viel breiter ist als unten. Ja, darüber befindet sich sogar ein Teil einer Wohnung mit kleinen Fensterchen. Dass man sich hier im historischen Zentrum Palmas befindet zeigt auch eine Informationstafel sowie ein kleiner Raum mit einem Informationszentrum, das einige Geschichtstafeln und Karten und Infotafeln beinhaltet. Von außen erkennt man das Informationszentrum an einer Tafel mit der Beschriftung Punt d'Informació del Centre Històric.

Palais del Arte Ca┤n Marquès

Im historischen Stadtzentrum Palmas finden wir viele alte Gebäude. Besonders interessant sind natürlich die alten Adelspaläste mit zum Teil großen, schön bepflanzten und geschmückten Innenhöfen. Leider befinden sich die meisten dieser Stadtpaläste in privater Hand, so dass sie nicht besichtigt werden können. Am Ende der Gasse Carrer Almudaina, treffen wir auf die Straße Carrer Zanglada, in der sich zwei solcher Paläste befinden. An der Hausnummer 5 befindet sich der Palais del Arte. Diesen Stadtpalast würden wir glatt übersehen, wenn wir die durch die schmale Carrer Zanglada einfach durchlaufen würden. Dabei handelt es sich beim Palais del Arte um einen ziemlich großen Palast mit einer weißen Front, aus der ein hoher Glaserker herausragt. Unterhalb des herausstehenden Daches befindet sich eine Dachveranda, an deren Außenseite sich ca. 15 Säulen zur Stütze des Daches befinden.

In der gleichen Straße finden wir auf der gegenüberliegenden Seite den Palast Ca'n Marquès (Hausnummer 2). Auch an diesem ca. 700 Jahre alten Gebäude würde man einfach vorbeilaufen, wenn man nicht wüsste, dass es sich um einen historischen Stadtpalast handelt. Wie der Palias de Arte erkennt man auch beim Ca'n Marquès einen deutlich herausragenden Glaserker - ein typisches Merkmal eines historischen Stadtpalastes.

Jardí del Bisbe

Mehr oder weniger zufällig stoßen wir am Ende der Straße auf einen kleinen botanischen Garten namens Jardí del Bisbe. Es handelt sich um einen sehr ruhigen Flecken inmitten der Altstadt Palmas, umzingelt von hohen Altbauten. Der Garten ist sehr schön bepflanzt; symmetrisch sind die einzelnen Blumenbeete um die Bäume herum angeordnet. In einem kleinen Teichbecken blühen Wasserrosen und breiten ihre Blätter aus.

Bei unseren Streifzügen durch die kleinen Gässchen der historischen Altstadt Palmas sehen wir immer wieder Hinweistafeln, die uns den Weg zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten weisen. Auch sehen wir immer wieder Teile der Kathedrale im Hintergrund. In der Tat befinden wir uns nur wenige Hundert Meter von der Kathedrale entfernt, auch wenn uns die Entfernung durch das ständige Marschieren größer vorkommt.

Das Inselmuseum Museu de Mallorca

Ob wir gezielt danach suchen oder einfach in der historischen Altstadt von Palma umher schlendern, wir stoßen fast unweigerlich auf das Museu de Mallorca wenn wir in Richtung Osten laufen. Während wir den Palau Vivot am Ende der Straße Carrer Portella vielleicht noch links liegen lassen, merken wir bei dem großen Gebäude Can Aiamans, dass es etwas besonderes sein muss. In diesem riesigen Renaissancepalast ist das Museum von Mallorca untergebracht.

Museu de Mallorca von außen Innenhof vom Museu de Mallorca

Der Palast wurde im 16. Jahrhundert gebaut und ist so groß, dass er bis zur nächsten Querstraße reicht. Während im unteren Teil des Gebäudes eigentlich nur die kunstvoll verschnorkelten Fenstergeländer auffallen, ist die Fenstergalerie im Obergeschoss direkt unter dem Dach beeindruckend. Hier oben reiht sich Fenster an Fenster, durch breite Säulen und schwungvoll gestaltete Oberkanten voneinander getrennt. Der Palast Can Aiamans ist so groß, dass man ihn von den engen Straßen aus nur teilweise sehen kann. Egal ob man das Museum besucht oder nicht, man sollte auf alle Fälle einen Blick in den Innenhof des Palastes werfen, denn es ist einer der wenigen Innenhöfe der Palaste auf der Insel, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Im Innenhof des Palastes beeindrucken besonders die vielen Torbögen unterhalb und auf der Terrasse im ersten Stock des Gebäudes.

Im Museu de Mallorca wird auf 3 Etagen die Geschichte der Insel erzählt. Diese beginnt mit Fundstücken aus Urzeiten, geht dann in das Talayot-Zeitalter (ca. 500 Jahre vor Christus) über bis zur Zeit der Besiedlung durch die Römer und natürlich auf die islamische Zeit zwischen ca. 900 und 1230 nach Christus. Da die maurische Zeit für Mallorca und die Inselhauptstadt von großer Bedeutung war sind gleich mehrere Räume dieser Epoche gewidmet. Es folgen Bilder und Ausstellungsstücke aus der gotischen Zeit, und schließlich gibt es im Obergeschoss auch noch Kunst, Möbel und Ausstellungsstücke aus der Modernisme-Zeit zu sehen.

Der Eintritt ins Inselmuseum kostet nur ein paar Euro und ist einen Besuch wert, wenn man sich für die Geschichte der Insel interessiert. Leider sind die meisten Informationstafeln nur katalanischer Sprache vorhanden, so dass es für die meisten Besucher beim Anschauen bleibt. Auf alle Fälle sollte man sich den Renaissancepalast von außen und dessen Innenhof betrachten.

Das Wohnhausmuseum Casa Museu J. Torrents Lladó

Vom Museu de Mallorca aus auf dem Weg die Carrer Portella hinunter höhren wir immer lauter wunderschöne Klaviermusik erklingen. Übt hier etwa ein Mallorquiner Chopin und Schubert? Es klingt zu perfekt und fließend und hört sich nicht nach einer Klavierübung an. Die Musik macht uns auf ein von außen ziemlich unscheinbares Gebäude aufmerksam, in dem sich das Wohnhaus-Museum des katalanischen Malers Terrents Lado befindet.

Innenhof des Casa Museu J. Torrents Lladó

Der im Jahre 1946 in der katalanischen Hauptstadt Barcelona geborene Künstler reiste in jungen Jahren nach Mallorca und kaufte sich im Jahre 1970 dieses Haus. Er richtete es schmuckvoll und künstlerisch nach seinem ganz persönlichen Geschmack ein; die dazu notwendigen Umbau- und Modernisierungsarbeiten dauerten fast bis zu seinem Tod 1993. Die Erben des berühmten Malers gründeten hiernach eine Stiftung und bauten das Wohnhaus des Künstlers zu einem Museum um, so dass es von der Öffentlichkeit besucht werden kann.

Bibliothek Bilder-Ausstellung

Das Hausmuseum Casa Museu J. Torrents Lladó ist ein ganz besonderes Museum, denn man kann nicht nur Bilder des Malers bestaunen sondern auch einen Blick in seine damaligen Privaträume werfen. Bereits beim Betreten des Hauses kommt im schmuckvoll mit Brunnen und Palmen eingerichteten Innenhof eine Wohlfühlatmosphäre auf. Über Treppen gelangt man ins erste Geschoss des Hauses, wo man Privaträume des Künstlers anschauen kann, von der großen Bibliothek über das Wohnzimmer bis zum Ankleidezimmer. Jetzt wird auch klar, wer der Klavierspieler ist, den man schon von der Straße aus gehört hat: Die Tasten des Flügels werden von Geisterhand gedrückt und es erklingt wunderschöne Klaviermusik aus der Romantik. Besonders schön im ersten Stockwerk des Hauses ist die überdachte Veranda mit Blick auf den Innenhof hinunter. Im zweiten Obergeschoss sind die Räume zu einer Ausstellung umgebaut. Hier kann man zahlreiche wunderschöne Bilder des Künstlers in aller Ruhe betrachten.

Ich kann den Besuch des Wohnhaus-Museums von J. Torrents Lladó nur empfehlen, weil alles sehr authentisch wirkt und weil die Atmosphäre im Haus sehr angenehm ist. Für ein wenige Euro Eintrittsgebühr erhält man einen sehr guten Einblick in das Leben und Schaffen des berühmten Malers.

Die arabischen Bäder Banys Àrabs

Vom Museum des Künstlers J. Torrents Lladó läuft man ein paar Schritte die Straße Carrer Portella hinab und dann wiederum ein paar Schritte die nächste Querstraße Carrer Can Serra hinauf, dann gelangt man zu dan arabischen Bädern Banys Àrabs, dem einzigen Bauwerk Palmas, das während der maurischen Besetzung errichtet wurde.

Schön angelegter botanischer Garten im Innenhof der Banys Àrabs Überbleibsel eines ehemaligen Caldariums

2 € Eintritt muss man gleich hinter einer unscheinbaren Gebäudefront berappen, um in den Innenhof zu gelangen. Hier sieht es zunächst überhaupt nicht nach einem maurischen Denkmal aus. Man findet einen schön angelegte botanischen Garten mit allerhand Grünpflanzen und Schatten spendenden Bäumen. Es gibt mehrere Sitzgelegenheiten um eine kleine Pause von seinen Stadtspaziergängen zu machen.

In einer Ecke des Grünparks gelangt man durch eine Tor ins Caldarium, dessen Steinboden mit den Dämpfen der darunter liegenden Küche aufgeheizt wurde. In der Mitte des kleinen Raumes stehen ein paar Wassergefäße. Der ganze Raum erinnert an eine Kuppel, die von 12 Säulen mit jeweils einem Torbogen dazwischen getragen wird.

Für sein Eintrittsgeld bekommt man nicht viel zu sehen. Um die Banys Àrabs zu besichtigen braucht man gerade mal 10 Minuten, es sei denn man macht im Innenhof eine gemütliche Pause. Toiletten sind im Innenbereich auch vorhanden.

Die Basilica Sant Francesc und der Kreuzgang des Klosters

Nach einem Kurzbesuch der arabischen Bäder laufen wir nordwärts die Straße Carrer Can Serra weiter hinauf. Hinweisschilder führen uns ca. 300 m weiter nordwärts zu unserem nächsten Ziel, der Basilica Sant Francesc. Wir kommen am gleichnamigen Platz Plaša Sant Francesc heraus und sehen hinter einer Menge von Autos die schlicht wirkende Rückseite der Kirche stehen. Beim bloßen Anblick dieser alten Fassade würde man getrost an der Kirche vorbeispazieren, doch hat diese Basilika ihre schönen Seiten innen.

Rückseite der Basilica Sant Francesc am gleichnamigen Platz Kreuzgang und Innenhof des Klosters mit Blick auf die Kirche

Die Basilika ist außerhalb der Gottesdienste geschlossen, jedoch kann deren Inneres über den Kreuzgang des Klosters betreten werden. Dazu muss man rechts neben dem abgebildeten Rückportal der Kirche während der Öffnungszeiten gegen eine Eintrittsgebühr von einem Euro durch einen Seiteneingang hindurchgehen. Heraus kommt man in einem wunderschönen Kreuzgang, auf dem man komplett um den Innenhof des Klosters herumgehen kann. Im Zentrum des Hofes befindet sich ein Brunnen; um ihn herum stehen einige Palmen auf Grünflächen. In dem schönen Innenhof kann man ein paar ruhige Minuten entspannen, es sei denn in der Klosterschule ist gerade Pause, dann ertönt lautes Kindergeschrei.

Blick ins Innere der Basilika Schön verzierte Orgel und bunte Fenster im oberen Bereich des Kirchenschiffes

Die Basilica Sant Francesc wurde im Jahre 1281 von König Jaume II. gebaut, d.h. die Bauarbeiten sollten gut 100 Jahre andauern. Die hintere Fassade mit der großen Rosette wurde erst einige Hundert Jahre später so gestaltet. Die Kirche im gotischen Stil ist recht schlicht aufgebaut. Seitlich des Hauptschiffes befinden sich kleine Gebetsräume und Altare. Bemerkenswert ist die vergoldete stark verschnörkelte Kircheorgel an der Westseite; mehrere Pfeifensätze stehen nicht senkrecht wie gewöhnlich sondern ragen wie ausgerichtete Posaunen direkt in den Kirchenraum herein.

Um den Haupt-Altarraum kann man herumlaufen; dahinter befinden sich weitere Kirchenbänke mit einem kleineren Altar dahinter. So unscheinbar die Basilica Sant Francesco von außen ist, so schön ist sie in der Tat von innen. Wer Glück hat, während der kurzen Öffnungszeiten am Tage vorbeizukommen, sollte sich wirklich die halbe Stunde nehmen um den Innenhof des Franzsiskaner-Klosters sowie die Basilika zu besichtigen.

Die Kirche Església Santa Eulàlia

Von der Basilica Sant Francesc laufen wir auf einem schmalen Gässchen mit dem Namen Carrer Sant Francescwestwärts bis wir nach ca. Hundert Metern an einem belebten Platz herauskommen. Es ist der Plaša Santa Eulalia, ein ruhiger schöner Platz mit mehreren Gelegenheiten einen Kaffee zu trinken oder Mittag zu essen. An so einem schnuckeligen, nicht ganz so belebten Platz mitten in der Altstadt Palmas fühlt man sich sofort wohl und mag gerne ein bisschen bleiben.

Restaurant am Plaša Santa Eulalia Turm der Kirche Santa Eulalia

Wir sind aber nicht wegen des Platzes hierher gekommen sondern wegen der gleichnamigen Kirche Església Santa Eulàlia. Diese Kirche wurde zur gleichen Zeit wie die Basilica Sant Francesc gebaut, also nach der christlichen Rückeroberung durch König Jaume I; und wie bei der Basilica Sant Frencesc kam die neugotische Fassade erst am Ende des 19. Jahrhunderts hinzu. Von außen wirkt der hohe Kirchturm mit der großen Rosette sehr mächtig.

Innenraum der Kirche Santa Eulalia

Das Kircheninnere erinnert ein bisschen an die Kathedrale; die Kirche Santa Eulàlia hat nämlich wie die Kathedrale der Stadt einen dreischiffigen Aufbau mit großen Stützsäulen dazwischen. Insgesamt wirkt die Església Santa Eulàlia innen jedoch eher schlicht und bescheiden. Schön anzusehen ist das hintere Portal mit der Kircheorgel und der großen buten Rosette darüber. In die Kirche gelangt man vom Platz Plaša Santa Eulalia über das Hauptportal indem man mehrere Treppenstufen erklimmt. Leichter ist der Zugang, indem man links an der Kirche eine schmale Gasse hinauf läuft und diese über den ebenen Seiteneingang betritt. Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos, jedoch ist diese nicht ganztägig geöffnet.

Modernisme-Bauten am Plaša Marquès del Palmer

Von der Kirche Església Santa Eulàlia bzw. vom Platz Plaša Santa Eulalia laufen wir wieder zurück zum Plaša Cort, wo wir bereits waren und das Rathaus der Stadt angeschaut haben. Ich habe bereits erwähnt, dass von diesem Platz aus in Richtung Osten zahlreiche Fußgängerpassagen abgehen, in denen man bummeln und flanieren kann. Wir laufen aber nordwärts auf einer Straße namens Carrer de Colom in Richtung Plaša Major.

Einkaufsstraße Carrer de Colom

Die Carrer de Colom ist eine prächtige Einkaufsstraße mit edlen Geschäften auf beiden Seiten. Hohe Bürohäuser mit zum Teil prächtigen Fassaden stehen links und rechts der Straße. Zwischen den mit Bäumen geschmückten Fußgängerwegen fahren die Autos einspurig in Richtung Plaša Major. Es ist also keine Fußgängerzone, und dennoch macht das Flanieren hier Spaß, weil es interessante Geschäfte vom Disneyladen bis zum Möbeldesignerladen gibt. Am Plaša Marquès del Palmer erwarten uns bereits erste Souvenirverkäufer und Straßenkünstler, die auf dem Placa Major dahinter keinen Platz mehr gefunden haben. Hier herrscht bereits ein sehr buntes Treiben von vielen Touristen, aber auch von Geschäftsleuten und Einheimischen, die auf dem Weg ins Büro sind.

Gebäude im Modernisme-Stil: links das Can Rei, rechts das L\'Aguila

Die meisten Touristen laufen am Plaša Marquès del Palmer einfach durch den Torbogen hindurch, um zum Plaša Major gelangen. Wir schauen uns aber noch zwei prächtige direkt nebeneinander angrenzende Gebäude an, die in den Jahren 1908/1909 im Modernisme-Stil gebaut wurden. Das linke der beiden Modernisme-Häuser heißt Can Rei und ist sofort daran zu erkennen, das über der ersten Etage ein grimmig herab schauendes Gorgonenhaupt aus der Fassade herausragt. Wenn da noch ein Einbrecher sich zu kommen traut... Der obere Bereich des Can Rei ist mit bunten Mosaiken verziert. Zwischen den Fenstern mit dunklen Rollläden und zum Teil kleinen Balkonen mit kunstvoll geschmiedeten Balkongeländern finden wir die zahlreichen Mosaikbemalungen. Aber auch die großen Erker an der Gebäudefront und am Gebäudeeck sind wunderschön anzusehen.

Das Modernisme-Haus Can Rei Dachbereich des Modernisme-Gebäudes L\'Aguila

Rechts neben dem Can Rei befindet sich das zweite Modernisme-Gebäude mit dem Namen L'Aguila. Die Bezeichnung ist ganz groß an den Fenstern im Erdgeschoss abzulesen. Obwohl das L'Aguila und das Can Rei praktisch zeitgleich gebaut wurden, sind die Gebäude doch so unterschiedlich, als wären sie völlig unabhängig voneinander da hingestellt worden. So hat das L'Aguila weniger Stockwerke mit hohen Fenstern, die fast die ganze Gebäudefront einnehmen. Sehr schön sind die Ornamente , Türmchen und Verzierungen im Dachbereich des Gebäudes. Wer mehr über den Stil und die Bauwerke der Modernisme-Zeit erfahren möchte, der werfe einen Blick auf unsere Modernisme-Seite innerhalb unseres Barcelona-Reiseführers.

Plaša Major - großer Touristen-Treffpunkt in der Stadt

Vom Plaša Marquès del Palmer sind es nur ein paar Schritte durch einen Torbogen hindurch, und schon steht man mitten auf dem Hauptplatz der Stadt, der Plaša Major. Der große gepflasterte Platz ist ringsum von drei- bis vierstöckigen Gebäuden eingefasst.

Plaša Major

Im oberen Bereich des Platzes stehen zahlreiche Marktstände, wo im wesentlichen Touristensouvenirs angeboten werden, im mittleren Bereich halten sich zahlreiche Straßenkünstler auf, die manchmal, wenn sie besonders gut sind, große Zuschauermengen um sich herum versammeln. Rings um den Platz reiht sich ein Restaurant neben das andere. Wer über den Platz schlendert wird unangenehmerweise ständig angesprochen und auf die aushängenden Speisekarten aufmerksam gemacht. Als ich zum ersten mal auf der Plaša Major stand fühlte ich mich wie am Markusplatz von Venedig, nur dass alles ein paar Nummern kleiner ist.

Eigentlich könnte der Plaša Major ein wirkliches Zentrum in der Stadt sein, aber es ist vielmehr ein touristisches Zentrum; einheimische Stadtbewohner laufen hier eher nur durch, denn Straßen und Einkaufspassagen aus allen Richtungen treffen sich am Plaša Major. Direkt unterhalb des Platzes gibt es eine große Tiefgarage; an der Ostseite führen Treppen hinunter zur Carrer de la Unió und zur Rambla. Von einer kleinen Plattform über der Tiefgarage kann man schön über die Platanen der Rambla hinweg schauen.

Einkaufsstraßen im Umkreis der Plaša Espanya

Von der Carrer de Colom sind wir direkt auf den Plaša Major gestoßen, und wenn wir einfach gerade aus weiter laufen gelangen wir auf eine lange Einkaufsstraße, die Carrer Sant Miquel. In Deutschland würde man die Straße als schmale Einkaufspassage bezeichnen, für mallorquinische Verhältnisse ist es eine recht breite Fußgängerzone mit unzähligen Geschäften links und rechts. Von der Apotheke bis zum Schnellrestaurant, von der Bank bis zum Reisebüro gibts alles in dieser lebendigen Einkaufsstraße; hier herrscht hektisches Treiben; unzählige Touristen und Einheimische passieren die Straße. Etwas Ruhe findet man in der Kirche am Plaša de la Mare de Déu de la Salut.

Die lebhafte Fußgängerzone Carrer Sant Miquel

Läuft man die Straße Sant Miquel immer weiter in Richtung Norden trifft man auf der rechten Seite am Platz Plaša Olivar auf den Mercat de l'Olivar, die zentralen Markthallen der Stadt. Hier gibt es eine Halle, in der nur Fisch verkauft wird, ansonsten findet man Gemüse, Fleisch und sonstige Lebensmittel zu günstigen Preisen. Beim Schlendern durch die Markthallen kann man großen Hunger bekommen, denn die Lebensmittel sind zum Teil schön und schmackhaft hergerichtet.

Plaša Espanya

Direkt hinter den Markthallen befindet sich der große Platz Plaša Espanya. Ein Platz mit diesem Namen muss etwas Großes und Wichtiges sein. In der Tat ist der Plaša Espanya der Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Mehrspurige Straßen treffen hier aufeinander und kreuzen sich. Hier ist der zentrale Busbahnhof der Stadt, hier startet die historische Eisenbahn nach Sóller, und hier starten auch U-Bahnen und Züge in alle Richtungen.

Als schön kann man den Platz nicht bezeichnen; Fußgänger kreuzen sich aus allen Richtungen. Es gibt ein paar Restaurants mit Sitzgelegenheiten im Freien, aber wegen des Verkehrslärmes kommt hier nicht die geringste Spur von Gemütlichkeit auf. Hierher kommt also nur derjenige, der hier explizit was zu tun hat oder der den Platz einfach kreuzt.

Die Fußgängerzone Carrer dels Oms

Auch wir nutzen die Plaša Espanya nur als nördlichsten Endpunkt unserer Stadtbesichtigung und führen diese ostwärts auf der Straße Carrer dels Oms fort. Es handelt sich wiederum um eine reine Fußgängerzone mit vielen Geschäften links und rechts. Ein paar Restaurants haben Außentische, an denen man es sich gemütlich machen und die vorbeilaufenden Leute beobachten kann. Denn Beginn der Straße markiert die Kirche Iglesia de S'Margarita.

Blumenstand an der Rambla Rambla

Wir laufen die Carrer dels Oms den Berg hinunter bis wir auf eine große Querstraße treffen, den Passeig de la Rambla. Was für ein ehrwürdiger Name für eine Straße, welch große Erwartungen werden geweckt für eine Straße, die in der katalanischen Hauptstadt unterm gleichen Namen das touristische Zentrum markiert. Aber weit gefehlt, die Rambla in Palma de Mallorca ist zwar eine breite Straße mit einer breiten Fußgängerzone zwischen den Fahrbahnen, aber hier ist kaum was los. Die zahlreichen Platanenbäume spenden zwar so viel Schatten, dass man in aller Ruhe und Gemütlichkeit flanieren könnte, aber es gibt kaum interessante Geschäfte im Passeig de la Rambla. Alle 30 Meter befindet sich ein Blumenstand, wo man wunderschöne Blumensträuße und Gestecke kaufen kann, mehr ist in der Rambla von Palma nicht geboten. Also, wer die Rambla in Barcelona kennt, sollte besser keine Vergleiche mit der Rambla von Palma de Mallorca machen.

Teatre Principal und Bäckerei Forn d'es Teatre

Unser Spaziergang auf der Rambla von Palma endet an einer Skulptur; dahinter befindet sich ein hohes Gebäude, zu dem steile Treppen hinauf führen. Würden wir diese Treppen hinauf steigen wären wir wieder an der Plaša Major, den wir bereits besichtigt haben. Wir biegen aber nach rechts in Richtung Plaša del Mercat ab.

Teatre Principal

Wir laufen an einem prächtigen Gebäude vorbei, in dessen Mitte Fahnen hängen. Es ist das Teatre Principal von Palma de Mallorca. Hier finden Musik- und Theater-Aufführungen statt. Abends sieht man hier oft schick gekleidete Leute ins Theater-Innere strömen.

Die älteste Bäckerei der Stadt namens Forn d\'es Teatre

Nur ein paar Meter weiter stoßen wir auf die Bäckerei Forn d'es Teatre, die wohl älteste Bäckerei Palmas. Ihren Beinamen habt sie vom benachbarten Teatre Principal erhalten. Die Bäckerei ist aber nicht wegen ihres Alters sondern wegen ihrer schönen Außendekoration bekannt. Die reichlich verzierte, im Jugendstil geschmückte Eingangstüre sind für jeden Vorbeilaufenden ein Foto wert. Wie es sich für eine gute Bäckerei gehört gibt es aber auch gute Leckerein und Kaffee, den man auf einem der Tischchen draußen genießen kann.

Gran Hotel im Modernisme-Stil

Gran Hotel an der Plaša Weyler

Von der Bäckerei Forn d'es Teatre brauchen wir nur ein paar Schritte weiter bis zum Plaša Weyler zu laufen und auf die andere Straßenseite hinüberzublicken, um ein Modernisme-Highlight der ganzen Insel Mallorca zu sehen, das Gran Hotel. Dieser prächtige Bau wurde im Jahr 1903 vom großen katalanischen Architekten Lluís Domènech i Montaner im Modernisme-Stil errichtet. Die ganze Gebäudefront und auch das Gebäudeinnere erhalten zahlreiche Elemente des katalanischen Jugendstils (als Modernisme bezeichnet), so dass das Gran Hotel als Paradebeispiel für den Modernisme auf ganz Mallorca gilt.

Besonders auffallend ist die "runde Gebäudeecke" mit weit herausstehenden, runden Balkonen, die kunstvoll verziert sind. Während an der Seitenfront jedes zweite Fenster einen kleinen Balkon mit einem Schmiede-Geländer enthält ist die Fensterreihe des obersten Stockwerkes kunstvoll in Bögen eingearbeitet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Gran Hotel ein Luxushotel erster Güte; zwischen 1975 und 1993 wurde das Gebäude von der Stiftung Fundació La Caixa umgebaut. Heute finden immer wieder Kunstausstellungen oder kleine Konzerte in diesem Prachtbau statt.

Die Edifici Casasayas an der Plaša del Mercat

Edifici Casasayas

Vom Gran Hotel laufen wir ein paar Schritte weiter und gelangen an den Plaša del Mercat. Es ist kein schöner Platz, er wirkt unruhig und unausgewogen. Im Hintergrund befindet sich eine kleine Kirche, davor parken Autos fast kreuz und quer; in der Mitte des Platzes gibt es ein paar Sitzgelegenheiten um vielleicht einen kleinen Snack, der in einer Imbissbude auf dem Platz verkauft wird, zu verspeisen. Und direkt vor dem Platz fahren Autos in Kolonne von der Carrer de la Unió in Richtung Passeig de la Rambla.

Und dennoch gibt es am Plaša del Mercat eine Sehenswürdigkeit, die wir nicht außer Acht lassen wollen, nämlich die Edifici Casasayas. Die beiden Gebäude wurden, wie die jeweilige Inschrift ganz oben zeigt, in den Jahren 1910 bzw. 1911 vom Architekten Fracesc Roca erbaut. Sie erinnern ein bisschen an die Modernisme-Bauten von Gaudí in Barcelona. Die Fassaden beider Häuser sind sich ähnlich, fast alles ist rund und geschwungen und wirkt daher etwas verspielt. Im linken Gebäude befindet sich der Justizpalast von Palma bzw. der Insel Mallorca.

Der Palast Casal Balaguer an der Plaša Rei Joan Carles I.

Der Palast Casal Balaguer

Die Straße Carrer de la Unió wird immer hektischer, und es wird immer lauter, je näher wir an den großen Platz Plaša Rei Joan Carles I. kommen. An diesem nach dem spanischen König Juan Carlos benannten Platz treffen sich die 3 Straßen Carrer de la Unió, auf der wir herkommen, der Passeig d'es Born und die Carrer Jaume III. Direkt an der Kreuzung der drei Straßen befindet sich der alte Barockpalast Casal Balaguer, den man am besten während einer Fußgängergrünphase von der Straßenmitte aus betrachten und fotografieren kann. Der Palast Casal Balaguer stammt aus dem 17. Jahrhundert; er ist ein mächtiges Gebäude, der den Platz Plaša Rei Joan Carles I. dominiert. Um ihn nicht mit dem Nebengebäude gleicher Größe zu verwechseln sei gesagt, dass der Casal Balaguer die Hausnummer 3 hat.

Innenhof des Palastes Casal Balaguer

Der Palast Casal Balaguer hat im Gegensatz zu vielen anderen Stadtpalästen die Besonderheit, dass man den Innenhof betreten kann. Diesen zu finden ist jedoch eine kleine Kunst: Rechts am Palast geht eine ganz schmale dunkle Gasse vorbei. Und nach einigen Metern trifft man an der linken Seite ganz unscheinbar auf ein goldenes Schild, das auf das Nobelhotel Hotel Born hinweist. An dieser Stelle betritt man einfach das Gebäude durch ein Portal und geht an der Rezeption vorbei in den prächtigen Innenhof des Casal Balaguer. Der Innenhof dieses Palastes ist mit kleinen und hoch gewachsenen Palmen geschmückt und bietet nicht nur dank der Palmen sondern auch wegen der hohen Gebäudemauern ein schattiges Plätzchen zum Erholen. Mehrere Tische mit bequemen Stühlen sind vom angrenzenden Café bereitgestellt um ein gemütliches Getränk zu sich zu nehmen und den Palmenhof sowie die verzierten Gebäudeinnenwände zu bestaunen.

Die Einkaufsstraßen Carrer Jaume III. und Passeig d'es Born

Nobel-Shopping in der Carrer Jaume III.

Zurück am Plaša Rei Joan Carles I. stehen wir am Beginn einer der teuersten Einkaufsstraßen Palmas, der Carrer Jaume III. In dieser Einkaufsmeile befinden sich noble Geschäfte und Boutiquen. Aber nicht nur die weltberühmten Modelabels sind hier vertreten sondern auch teure Schmuck- Parfüm- und Elektronikgeschäfte. Das Shoppen wird in der Carrer Jaume III. umso angenehmer da die Fußgängerwege komplett überdacht, also in die Gebäude integriert sind. Somit kommt man höchstens von den hohen Preisen nicht aber von der stechenden Sonne ins Schwitzen. Ganz oben an der Carrer Jaume III. befindet sich das Corte Ingles, ein großes Kaufhaus, das in allen großen Städten Spaniens seine Niederlassungen hat.

Passeig d\'es Born

Die Einkaufsstraße Carrer Jaume III. laufen wir auf der rechten Straßenseite hoch und auf der linken Seite wieder herunter, so dass wir wieder am Platz Plaša Rei Joan Carles I. herauskommen. Wir biegen rechts ab in den Passeig d'es Born und finden wieder eine Platanenallee, wie wir sie schon vom Passeig de la Rambla her kennen. In dieser Fußgängerzone geht aber wirklich der Bär ab, so wie wir es vielleicht von der Rambla in Barcelona her kennen. Hier finden wir Restaurants, Straßenkünstler, auf Parkbänken sitzende Beobachter und interessante Geschäfte; hier pulsiert das Leben, und zwar bei Tag und bei Nacht. Bewacht ist der Passeig d'es Born auf beiden Seiten von 2 Sphinxen. Ganz oben am Passeig d'es Born finden wir noch den Palast Casal Solleric, der aus dem 18. Jahrhundert stammt. Unten kommen wir an der Plaša Reine heraus, wo wir am frühen Morgen schon mal waren: Jetzt stehen wir wieder unterhalb der Kathedrale bzw. des Palastes Almudaina.

Die ehemalige Seehandelsbörse Sa Llotja

Bei unserem bisherigen Spaziergang durch die Altstadt Palmas haben wir so gut wie alles abgegrast, was es an Sehenswürdigkeiten in Palmas Altstadt gibt. Einen Bereich haben wir bislang jedoch noch überhaupt nicht betreten, nämlich das Gebiet westlich der Kathedrale in Hafennähe. Wenn wir vom Passeig d'es Born geradeaus weiter laufen kommen wir an den alten Fischerhafen mit der breiten Uferstraße namens Passeig Sagrera, wo wir schnell auf der gegenüber liegenden Straßenseite ein prächtiges Gebäude namens Sa Llotja finden.

Sa Llotja

Beim ersten Anblick des nahezu quadratischen Bauwerkes schließt man schnell auf ein Entstehungsdatum in der gotischen Zeit. Aber was könnte dieses Gebäude für eine Funktion haben bzw. gehabt haben? Mit seinen vier hohen Ecktürmen, den kleinen Türmchen dazwischen und den Zinnen erscheint das Bauwerk wie eine mittelalterliche Festung. Die großen Portale an den Gebäudeseiten und die hohen Fenster sowie der Engel über dem Hauptportal erinnern jedoch mehr an einen Kirchenbau. Es könnte aber auch das Schloss eines reichen Mannes gewesen sein.

Weit gefehlt, es handelt sich um die ehemalige Börse der Stadt. Der Architekt Sagrera, der auch am Bau der Kathedrale mitgewirkt hatte, konstruierte das prächtige Bauwerk Sa Llotja im 15. Jahrhundert. In Zeiten, als Palma eine bedeutende Seehandelsstadt war, wurden in der Börse große Geschäfte unter den Kaufleuten abgewickelt.

Plaša de la Llotja

Die Llotja ist jedoch nicht nur von außen prächtig anzuschauen sondern hat auch ihre Reize im Gebäude-Inneren. Der große Innenraum hat eine Fläche von ca. 1000 m². Dank der vielen hohen Fenster ist es sehr hell in dem großflächigen und sehr hohen Raum. Die Gewölbedecke wird von wenigen ornamentalen Stützpfeilern getragen. Leider kann die ehemalige Seehandelsbörse nur zu unregelmäßigen Zeiten besichtigt werden. Das Gebäude wird heutzutage nur noch für Kunstausstellungen benutzt; wenn solche Ausstellungen stattfinden ist Sa Llotja zeitweise für Besucher geöffnet.

Direkt vor dem Börsengebäude befindet sich ein großer Platz namens Plaša de la Llotja. An diesem Platz herrscht tagsüber und abends ein buntes Treiben. Zahlreiche Restaurants bieten mittags Tapas und abends ihre Speisen an. An diesem lebendigen Platz draußen zu sitzen macht sowohl mittags als auch abends viel Spaß, denn man blickt auf das prächtige Gebäude der Börse, sieht zahlreiche Passanten vorbeilaufen, und kann sogar zum Hafen hinüberblicken. Während die Gassen hinter der Plaša de la Llotja tagsüber eher verschlafen sind öffnen abends zahlreiche Kneipen ihre Tore, so dass man in diesem Gebiet von einem beliebten Ausgeh- und Kneipenviertel Palmas sprechen kann.

Consolat de Mar, Sitz der Inselregierung

Gleich neben der Llotja finden wir ein weiteres sehenswertes Gebäude, das Consolat de Mar. Wie man beim Vergleich der beiden Gebäude unschwer erkennen kann stammt das Consolat de Mar aus einer späteren Zeit, nämlich aus dem 17. Jahrhundert. Im Consolat de Mar war ursprünglich das Seehandelsgericht untergebracht. Wenn es also in der Börse einen Streit gab konnte dieser gleich im Nachbarsgebäude gerichtlich geklärt werden.

Consolat del Mar Turmuhr auf dem Consolat del Mar

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Consolat de Mar aufwändig restauriert, und der Präsident sowie die Regierung der Insel zogen in das Gebäude ein. Heute ist es also Regierungssitz, daher auch die Fahnen auf dem Dach. Während das Consolat de Mar an seiner Westseite eher schlicht und unspektakulär wirkt glänzt der östliche Gebäudeteil malerisch in der Landschaft. Die Kombination aus Palmen, Blumenbeeten, Grünpflanzen mit dem zierlichen Gebäude erinnern an ein kleines Schlösschen oder gar an eine kleine Kirche. Auf Parkbänken davor kann man sich hinsetzen und die vorbeilaufenden Leute beobachten. Ruhe findet man hier jedoch wegen der angrenzenden Hauptstraße nicht.

Museu d'Art Modern i Contemporani Es Baluard

Wir brauchen aber nur ein paar Schritte hinter das Consolat de Mar zu laufen, dann finden wir einen gemütlichen Platz namens Plaša Drassana. Hier herrscht eine ruhige und gemütliche Atmosphäre. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Brunnen, um den herum viele Steinbänke angeordnet sind. Dank der Schatten spendenden Bäume kann man an diesem Fleck ein paar Minuten ausruhen und Energie tanken. Um den Platz herum gibt es einige kleine Restaurants/Bars, wo man draußen sitzen kann.

Plaša Drassana Kirche Santa Creu

Von der Plaša Drassana laufen wir ein paar Schritte weiter westwärts und stoßen auf eine kleine Kirche namens Santa Creu. Die im 14. Jahrhundert gebaute Kirche beherbergt eine der ältesten Pfarreien der Stadt. Die Kirche wurde im gotischen Stil gebaut, ist sowohl innen als auch außen sehr schlicht. Einige Fenster sind zugemauert, so dass die Kirche im Innern eher einen dunklen Eindruck macht.

Direkt hinter der Kirche kommen wir an einem großen Platz namens Plaša de la Porta de Santa Catalina heraus. Dieser ziemlich schlichte, modern gestaltete Platz bietet einige Sitzgelegenheiten unter schattigen Bäumen. Die ganze Moderne des Platzes zeigt sich am oberen Ende mit einer geschwungenen, zerfranzten Linie von Sitzgelegenheiten sowie einer halbfertigen Kirche, die mit der Kirchturmspitze schräg im Boden steckt als wäre sie so vom Himmel gefallen.

Plaša de la Porta de Santa Catalina

Dieses moderne Kunstwerk weist uns aber den Weg zu einem Museum der modernen Kunst, das erst im Jahre 2004 eröffnet wurde: Es handelt sich um das Museu d'Art Modern i Contemporani Es Baluard, das in dem Festungsgebäude Baluard de Sant Pere untergebracht ist. Diese Festung mit ihren hohen Mauern ist bereits von weither zu erkennen, da sie bis zum Hafen reicht. Sie wurde im 16. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung gebaut. Wer von der Hafenseite zu der Festung läuft steht zunächst vor hohen Mauern und muss an denen vorbei laufen, denn der Zugang zum Museum befindet sich gerade an dem Platz Plaša de la Porta de Santa Catalina wo wir ja angekommen sind.

Das Museum zeigt moderne und zeitgenössische Kunst und Architektur. Am südlichen Teil des Museums befindet sich das Museumsrestaurant mit Außenplätzen auf einer großen Steinterrasse, von wo aus man einen schönen Blick auf den Hafen hinunter hat. Apropos Ausblick: Ob man sich das Museum für moderne Kunst für eine hohe Eintrittsgebühr antun möchte oder nicht hängt von persönlichen Vorlieben ab. Im Bereich des Museumseinganges führen jedoch Stufen zu einer Aussichtsplattform hinauf, die man sich nicht entgehen lassen sollte: Über niedrige Häuser hinweg hat man einen Paradeblick auf die Kathedrale, in südliche Richtung kann man die Schiffe im Hafen beobachten, in westlicher Richtung kann man bis zum Castell de Bellver hinaufblicken, und in nördlicher Richtung kann man das Treiben auf der Plaša de la Porta de Santa Catalina beobachten. Natürlich ist diese Plattform Treffpunkt vieler Fotografen, vor allem um am Abend die hell beleuchtete Kathedrale zu fotografieren.

Der Hafen von Palma de Mallorca

In (fast) jeder anderen Insel-Hafenstadt wäre der Hafenbesuch eine Etappe der Stadtbesichtigung. Nicht jedoch in Palma: Hier ist der Hafenbereich so groß, dass man einen ganzen Tag dafür einplanen könnte, wenn man sich für Boote, Yachten und Schiffe interessiert. Als Normal-Tourist nimmt man sich aber vielleicht eine Stunde Zeit um sich einen Eindruck von der Vielzahl der Yachten und Boote zu verschaffen und aufs Meer hinauszublicken.

Frachthafen Port Vell

Der Hafen von Palma ist in der Tat riesig. Er erstreckt sich im Osten vom Parc de Mar an der ganzen Stadtlinie entlang fortlaufend bis Porto Pí, das schon wieder als eigener Hafen zählt. Die große Mole Port Vell im Osten erstreckt sich über einen Kilometer weit ins Meer hinein; sie wurde im 19. Jahrhundert künstlich angelegt. Auf der großen Mole wird hauptsächlich Fracht- und Fährverkehr abgewickelt. Ganze LKW-Stafetten stehen hier bereit um aufs spanische Festland verschifft zu werden. Dieser Hafenbereich ist für Touristen weniger interessant. Viel interessanter ist die Gegenmole Contramoll gegenüber des Port Vells mit dem alten Fischerhafen. Wenn irgendwo so etwas wie Hafenromantik aufkommen kann, dann hier am späten Abend.

Weiter in südwestlicher Richtung reiht sich ein Bootssteg an den anderen. Zwei große Schiffsclubs, nämlich der Real Club Náutico und der Club de Mar haben jeweils eigene Bereiche. Viel Komfort und Luxus wird den Mitgliedern für teures Geld angeboten. Leider sind die Gelände der beiden Yachtclubs abgesperrt, so dass man als Besucher nicht einfach zwischen den Bootsstegen hindurchlaufen und die zum Teil sehr schicken Yachten bestaunen kann.

Adventure of the Seas

Ganz am Ende des Hafengeländes legen die größten Schiffe an: Fährschiffe, die auf andere Balearen-Inseln und zum spanischen Kontinent fahren, sowie Kreuzfahrtschiffe. Während die Fähren für Hafenbesucher eher unteressant sind beeindrucken die Kreuzfahrtschiffe umso mehr. In Mallorcas Haupthafen legen die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt an; schwimmende Festungen mit zum Teil 4000 Passagieren an Board docken an und laden ganze Menschenmassen für einen Kurzbesuch der Inselhauptstadt ab. Ein Besuch des Hafenterminals erinnert an einen Flughafen: Wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe zeitgleich im Hafen sind herrscht ein Verkehr wie am Flughafen: Hunderte oder gar Tausende von Passagieren und Besatzungsmitgliedern steigen ein oder aus, Taxis und Busse fahren zum Teil in Kolonne vor die Terminals. Wer wegen der Größe so mancher Yacht bereits ins Staunen kam wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn er vor einem bis zu 40m hohen Kreuzfahrtschiff steht.

Hafen-Terminal

Jenseits des großen Hafenbeckens, im Hafen von Porto Pí wird alles wieder kleiner und ruhiger: Man sieht kleinere Schiffe am Ufer und auf der Mole liegen; ein paar Werfthallen sind im hinteren Hafenbecken zu sehen.

Wie besichtigt man Palmas Hafen am Besten? An der ganzen Hafenpromenade führt eine mehrspurige Straße, die Avinguda de Gabriel Roca entlang. Zwischen dieser und den einzelnen Häfen gibt es auch einen breiten Fußgängerweg und sogar eine Fahrradspur. Natürlich kann man die mehrere Kilometer lange Uferpartie zu Fuß ablaufen, aber das ist eine anstrengende Angelegenheit. Einfacher und bequemer geht's indem man sich ein Fahrrad mietet; man trifft auch viele Inline-Skater am Uferweg. Leider blickt man meist durch hohe Zäune auf die Yachten, die beiden Yachtclubs haben ihre Gelände streng abgeriegelt.

Besser sieht man die Yachten, Fracht-, Fähr- und Kreuzfahrtschiffe vom Meer aus. Im Bereich der Contramoll starten Schiffe zu Hafenrundfahrten. Dann bekommt man die Schiffe und Yachten ohne Absperrzaun zu sehen, und ganz nebenbei kann man sich vom vielen Laufen etwas erholen.

Ausflug zum Castell de Bellver

Im Westen Palmas liegt auf einem 112 Meter hohen Hügel die Festungsanlage Castell de Bellver. Diese Festung ist bereits von weitem, vor allem auch aus dem Flugzeug beim Start bzw. bei der Landung aus zu sehen. Theoretisch könnte man vom Stadtzentrum zu Fuß auf den Hügel hinauflaufen, bei 30░C und stechender Sonne wäre dies jedoch eine Schweiß treibende Angelegenheit, so dass man besser mit dem Auto hochfährt (Parkplätze sind vorhanden) bzw. sich mit dem Taxi hoch fahren lässt.

Das Castell de Bellver in 112 m Höhe Castell de Bellver bei Nacht

Das Castell de Bellver ist eine Burganlage, wie man sie überhaupt nicht kennt: Die eigentliche Festung ist kreisrund und hat drei ebenfalls rundliche Türme an den Außenseiten. Ein vierter, ebenfalls runder Turm steht außerhalb des Castells und ist über eine Brücke zu erreichen. Die Festungsmauern um die Burganlage herum sind wiederum rundlich, jedoch eher geschwungen. Der Innenhof des Castells ist ebenfalls rund und wirkt wie eine große Gallerie mit hohen Arkaden rund herum. Während die Burg von außen uneinnehmbar wirkt hat man im Innern der Gallerie eher den Eindruck, dass man sich in einem Schlosshof befindet.

Der Bau des Kastells wurde von König Jaume I. begonnen und im Jahre 1309 von seinem Nachfolger Jaume II. fertig gestellt. Obwohl als köngliche Burg-Residenz erbaut diente das Kastell doch in erster Linien zur Bewachung der Stadt, denn von den Türmen aus kann man über die ganze Stadt hinweg bis weit aufs Meer hinaus und auch weit ins Hinterland hinein blicken. Aber das Kastell wurde auch als Gefängnis und Verlies verwendet.

Ein Besuch des Castells de Bellver ist lohnenswert und empfehlenswert. Wer sich für die Geschichte Palmas interessiert kann sich im Erdgeschoss der Burganlage über die Stadtgeschichte von ihren Anfängen über die Maurenzeit, die christliche Rückeroberung bis hin zur Moderne informieren. Der Hauptgrund für einen Besuch des Castell de Bellver ist jedoch die prächtige Aussicht, die man aus über 100 Metern Höhe hat: Der Blick auf die Großstadt Palma ist sensationell, von hier aus kann man den riesigen Hafenbereich überblicken, man kann Kreuzfahrtschiffe beim Andocken und Ablegen beobachten, und man kann natürlich weit ins Land hinein schauen. Ein Besuch des Castells de Bellver ist also ein lohnenswerter, unvergesslicher Halbtagesausflug.

Castell Sant Carles und das Militärmuseum

Wer von einem nahezu beliebigen Punkt Palmas aus in südwestliche Richtung blickt findet als ländliche Horizont-Begrenzung die Bucht bzw. Landspitze von Portopí. Noch hinter dem großen Hafenbecken, wo Kreuzfahrtschiffe und Fähren anlegen, befindet sich eine kleine Bucht mit kleinen Werften. Hinter dieser Bucht ragt ein Stück Land ins Meer, auf dem sich das Castell Sant Carles (auch als Fortalesa de Sant Carles bezeichnet) befindet.

Torre de Senyals de Portopi Blick auf das Castell Sant Carles

Die Bucht von Porto Pí war schon seit jeher ein wichtiger strategischer Punkt, um die Stadt Palma und ihren Hafen vor Piraten zu schützen. Bereits im 13. Jahrhundert wurde hier der Wachturm Torre de Senyals de Portopí errichtet. Dieser Turm steht auch heute noch auf der Hafenmole, wirkt aber hinter den Hafenkränen und Gebäuden etwas deplatziert.

Die Festungsanlage, die ursprünglich den Namen Castell de Portopí hatte, wurde erst Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut. Seit dem Jahre 1981 befindet sich darin ein Militärmuseum namens Museo Historico Militar Castillo San Carlos, das vormittags gratis besucht werden kann. Man findet einige Ausstellungsstücke von Kriegsmaterial aus den letzten beiden Jahrhhunderten, so zum Beispiel Kanonen an den Burgmauern. Schön ist der Blick vom Castell aus in Richtung Palma und den großen Hafenbereich der Stadt.

Porto Pí Einkaufs- und Ausgehzentrum

Bewohnern der Hauptstadt und der ganzen Insel ist heutzutage der Name Porto Pí weniger wegen der Hafenbucht oder des Kastells bekannt sondern ist vielmehr der Inbegriff eines gigantischen Einkaufszentrums, wo nicht nur Städter sondern Leute von weither kommen um ihre Einkäufe zu erledigen. Das Portopí Shopping-Center ist ein riesiger Gebäudekomplex mit zahlreichen Parkebenen und Läden und Geschäften auf mehreren Etagen.

Das Porto Pí Einkaufszentrum an der Hafenseite Oberer Bereich des Porto Pí Einkaufszentrums

Ein fast schon überdimensionierter Carrefour-Supermarkt ganz unten hat von Lebensmitteln über Spielwaren bis zu Haushaltsartikeln alles im Sortiment, was man bei einem Großeinkauf benötigen kann. Zahlreiche kleine Geschäfte und Boutiquen verkaufen Kleidung, Schuhe, Accessoirs, Sportartikel, Brillen, Medikamente - einfach alles. Dabei ist das Sortiment nicht auf Touristen ausgerichtet sondern vielmehr an einheimische und zugereiste Inselbewohner, die hier Lebensmittel, Haushaltsartikel, Kleidung und sonstige Utensilien fürs tägliche Leben einkaufen.

Porto Pí ist heute aber nicht nur ein Einkaufsparadies sondern auch eine Ausgeh- und Unterhaltungsmeile. In dem Gebäudekomplex gibt es unzählige Restaurants; vom chinesischen Frühlingsröllchen über die italienische Pizza bis zur deutschen Bratwurst ist alles zu bekommen, was das Herz begehrt. In zahlreichen Spielhallen, Kegelbahnen und Clubs tobt bereits tagsüber, aber natürlich vor allem nachts das Leben. Unzählige Geschäfte, Restaurants und Bars gibt es auch in den Straßen hinter dem Einkaufszentrum - also ein wahres Ausgehparadies für echte und zugereiste Mallorquiner.

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