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Östliche Inselumrundung auf Madeira

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Man kann die Insel Madeira theoretisch zwar an einem Tag umrunden, aber dann verbringt man 12 Stunden im Auto ohne die Insel wirklich zu sehen. Zwischen Santa Cruz und Ribeira Brava legt man auf der Autobahn zwar in kurzer Zeit viele Kilometer zurück, aber vor allem im Norden und im Westen der Insel hat man auf den kleinen Sträßchen das Gefühl, kaum vorwärts zu kommen; Wenn es also keine komplette Inselumrundung gibt, dann wenigstens eine halb Umrundung. Dies ist bequem möglich, da es in der Mitte der Insel zwischen Ribeira Brava und Sao Vicente eine schnelle Nord-Süd-Verbindung gibt.

Darstellung der Tour auf der Karte

Auf dieser Seite beschreibe ich eine wunderschöne Inselrundfahrt im Osten der Insel. Sie beginnt in Funchal, führt zum Ostzipfel der Insel, dann auf der kurvigen, bergigen Küstenstraße im Nordosten der Insel bis Sao Vicente, von dort schnurstracks quer durch die Insel hinunter in den Süden nach Ribeira Brava und von dort an der Südküste entlang zurück nach Funchal. Die Wegstrecke ist kilometermäßig kurz, aber im Nordostteil der Insel dauert ein Kilometer sehr sehr lange.

Machico - der älteste Ort Madeiras

Fährt man von Funchal aus zum Ostzipfel der Insel, so nimmt man am Besten die Autobahn, da es auf dieser Strecke nicht allzu viel zu sehen gibt. Am Beeindruckendsten sind die Säulenstelzen der Flughafenlandebahn, unter der man durchfährt. Während früher Madeira's Flughafen einer der abenteuerlichsten weltweit war, hat er heute eine ganz normale Landebahn. Wie viel Beton für die dicken Tragsäulen auf die Insel geschafft werden musste, wird einem bei der Unterquerung deutlich.

Kirche im Ortszentrum von Machico Machico vom Strand aus fotografiert

Der nächste Ort hinter der Flughafenstadt Santa Cruz ist Machico - der älteste Ort Madeiras. Sofort fallen einem die beiden Festungen auf, die errichtet wurden, um die Stadt besser gegen Piratenangriffe zu schützen. Machico entwickelt sich dank seiner geschützten Lage und seinem sonnigen milden Klima mehr und mehr zu einem Touristen-Urlaubsort. Für Besucher bietet das kleine Städtchen viele Reize: Machico ist ein richtig nettes Städtchen zum Bummeln: In kleinen Sträßchen und Platanenalleen gibt es viele kleine Geschäfte; vor allem gibt es viele kleine Läden, die Wein, Schnaps und Honigkuchen verkaufen.

Beim Bummeln durch Machico trifft man zwangsläufig auch auf die kleine Strandpromenade, wo man sowohl im Meer als auch in kleinen Pools baden darf. Für Umkleidekabinen und Toiletten ist gesorgt. Überhaupt hat mich in Machico überrascht, dass es an jeder Ecke öffentliche Toiletten gibt. Für den Ort Machico braucht man nicht lange, um alles zu besichtigen, aber den gemütlichen Ort mit seinen netten Sträßchen und Plätzen sollte man nicht auslassen.

Canical - der Ort der Wale

Von Machico aus machen wir einen Abstecher zum Ostende der Insel. Durch einen 750 m langen Tunnel gelangt man schließlich in den Ort Canical. Der kleine Ort hat eine lange Tradition, was den Walfang betrifft. Stolz zeigen die Fischer in einem kleinen Museum von ihrer glorreichen Vergangenheit. Der Walfang ist in der Tat Vergangenheit; aus dem einstigen Walfanggebiet wurde ein Nationalpark für Meeressäugetiere.

Der 3000 Einwohner Ort Canical selbst ist nicht sehenswert; die meisten Touristen machen einen Abstecher im Walfangmuseum, um dann weiter zum östlichen Inselende zu fahren; Auch das Walfangmuseum kann man sich getrost sparen; bei 1,25 € Eintritt verliert man aber auch nicht viel Geld, wenn man sich die 15 Minuten Zeit nimmt, um alles zu sehen.

Ponta de Sao Lourenco

Also am Besten lässt man Canical rechts liegen und fährt gleich weiter zur Ponta de Sao Lourenco, denn was man hier zu sehen bekommt ist einmalig. Auf einer breiten Straße fährt man durch eine wüstenartige Landschaft bis zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man auf beide Seiten der Insel blicken kann. Wo bleibt die Blumeninsel Madeira, fragt man sich, wenn man zum Ostzipfel der Insel fährt.

Blick auf die Nordküste der Insel vom Cap aus

Die Erklärung ist ganz einfach: Über das die nur wenige Hundert Meter hohen Felsen ziehen die Wolken einfach hinweg, ehe sie an den höheren Hängen Wasser ablassen. Deshalb regnet es in dieser Gegend praktisch nie und die Landschaft ist wüstenähnlich. Dafür bezaubern einen die Farben aus hell leuchtendem Felsen-Rot, schwarzem Vulkangestein und türkisblauem Meereswasser.

Bei der Fahrt zum Aussichtspunkt war ich total überrascht, als ich mich plötzlich in einem zweispurigen Kreisverkehr befand, obwohl weit und breit kein zweites Auto zu sehen war. Hat da jemand zu viel Geld für den Straßenbau übrig gehabt? Der Ausblick auf die Insel ist atemberaubend, denn man sieht hier sowohl die Nord- als auch die Ostküste. Und direkt unter sich sieht man steile Felsklippen aus dem Wasser emporsteigen. Und alle 15 Minuten wird die abgeschiedene Ruhe kurz durch ein landendes Flugzeug unterbrochen, das direkt über einen hinweg fliegt.

Baden am Strand von Prainha

Auf der Rueckfahrt von der Ponta de Sao Lourenco nach Machico fährt man an einem unscheinbaren Strand vorbei, den man von oben aus nicht richtig erblicken kann; ein großer Parkplatz deutet jedoch darauf hin, dass da unten am Meer etwas sein muss.

Der wunderschöne Strand Prainha

Prainha ist ein ca. 50 m langer Sandstrand, zu dem man über eine breite Treppe nach unten gelangt. Der Strand ist schön von Felsen eingesäumt und somit windgeschützt. Den meisten Touristen ist der Abstieg zu mühevoll, so dass man an diesem kleinen Strand hauptsächlich Madeirenser trifft.

Am Strand gibt es Sonnenliegen, Umkleidekabinen, Toiletten und ein kleines Restaurant. In dem Restaurant merkt man deutlich, dass hierher kaum Touristen kommen, denn die Preise sind für ein Strandrestaurant sehr niedrig und die Qualität ist trotzdem gut. Deshalb empfehle ich jedem, nach der Rückkehr vom Ostzipfel der Insel einen kurzen Abstecher an diesem netten kleinen Strand zu machen, wenigstens um sich ein Erfrischungsgetränk zu gönnen, denn es folgt eine lange etwas anstrengende Fahrerei an der Nordostküste der Insel.

Der Adlerfelsen in Faial

Der Adlerfelsen bei Faial

Fährt man von Machico aus in Richtung Nordküste, so gelangt man bei Porto da Cruz wieder ans Meer. Durch Porto da Cruz fährt man normalerweise nur durch, es sei denn man hat Hunger; dann erwarten einen zahlreiche kleine Fischrestaurants. Porto da Cruz ist mehr ein Ausgangspunkt für Wanderer, denn von hier aus führen zahlreiche Wege in alle Richtungen; viele Leute wird man hier nicht treffen.

Eine berühmte Wanderung führt auf den ca. 600 m hohen Adlerfelsen (Penha de Águia) bei Faial. Der kleine Ort Faial liegt am Fuße des steil ins Meer abfallenden Adlerfelsen. Früher sollen auf diesem Felsen zahlreiche Fischadler genistet haben, daher der Name Adlerfelsen. Mit dem Auto kann man ein Stück hinauf fahren, um von einer kleinen Plattform aus einen Blick auf die höchsten Berge der Insel zu werfen.

Santana und seine Häuschen

Obwohl Faial und Santana nur wenige Kilometer auseinander liegen, dauert die Fahrt doch ziemlich lange, da man auf der kurvenreichen Strecke nicht schnell fahren kann. Santana ist mit über 10.000 Einwohnern der größte Ort an der Nordostküste Madeiras. Eigentlich würde man die Städt einfach links liegen lassen, wären da nicht die weltberühmten Santana-Häuschen. Dabei handelt es sich um winzige alte Bauernhäuser mit strohbedeckten Dächern, die fast bis auf den Boden reichen.

Die berühmten Santanahäuschen (Casas de Colmo)

Obwohl diese kleinen Häuschen wie ein Kunstwerk aussehen, entstanden sie aus der Not der früher von der Außenwelt völlig abgeschnittenen Dorfbewohner; Gebaut wurde mit den Rohstoffen, die man selbst hatte, und das war Holz und Stroh. Von diesen Santanahäuschen (Casas de Colmo) gibt es heute noch ca. 100 Stück in und um Santana; die meisten dienen nur noch als Schuppen oder stehen leer.

In Santana stehen im Stadtzentrum neben dem Rathaus drei solche Häuschen zur Besichtigung bereit. Man fährt unweigerlich daran vorbei, so dass man nicht lange suchen muss. Ein Santanhäuschen kann man auch von innen besichtigen und sich entsprechende Souvenirs kaufen.

Noch eine Info zum Schluss: Bei den Santanahäuschen am Rathaus gibt es öffentliche Toiletten, und in Santana selbst gibt es eine Tankstelle sowie einige Restaurants, an denen man vorbei fährt. Auf der langen, kurvenreichen Fahrt an der Nordküste entlang vergisst man nämlich gerne den Hunger seines Magens und den Durst des Motors.

Sao Jorge

Die schönste Barockkirche Madeiras in Sao Jorge

Zwischen Santana und Sao Jorge beträgt die Luftlinie keine 3 km, aber die Fahrt dauert ewig, denn man legt mehr Höhenkilometer als Entfernungskilometer zurück. Da freut man sich so richtig, wenn man in Sao Jorge einen kurzen Stopp machen kann. In Sao Jorge gibt es die schönste Barockkirche der Insel; der geschnitzte, vergoldete Altar ist wirklich sehenswert. Man kann direkt vor der Kirche parken.

Tipp: Nur 50 m von der Kirche entfernt gibt es einen kleinen Dorfladen, wo man kühle Getränke und kleine Snacks kaufen kann. Und das ist doch genau das, was man nach der langen kurvigen Fahrerei sehnsüchtig sucht. Also, ein kurzer Aufenthalt in Sao Jorge lohnt sich auf alle Fälle; die Kirche liegt nur 100 m von der Durchgangsstraße entfernt.

Ponta Delgada und Boaventura

Die Landzunge von Ponta Delgada Steile Felswände auf der Straße nach Boaventura

Die Weiterfahrt von Sao Jorge bis Ponta Delgada ist anstrengend und aufregend zugleich. Die Straße ist sehr eng und kurvig; bei Gegenverkehr heißt es Rangieren und Absprechen. Die Landschaft ist sehr grün; die Pflanzen scheinen die Straße so richtig zuwuchern zu wollen. Immer wieder gibt es Haltemöglichkeiten, um die spektakulären Blicke auf die steilen Felswände zu genießen.

Ponta Delgada liegt auf einer kleinen Landzunge direkt am Meer. Hat man diesen Ort erreicht, so hat das anstrengende Serpentinenfahren ein Ende, denn von hier aus geht es schön am Meer entlang auf einer gut ausgebauten Straße weiter bis Sao Vicente. Im Ort Ponta Delgada lädt ein Meerwasserschwimmbecken zum Ausruhen ein; als ich dort war, war die Anlage jedoch geschlossen; dabei hätte ich mich so sehr nach einer richtig nassen Erfrischung gesehnt.

Sao Vicente

In Sao Vicente endet unsere Fahrt an der Nordostküste entlang und wir fahren quer durch die Insel zurück in den Süden. Wer sich vielleicht doch vorgenommen hat, die gesamte Insel an einem einzigen Tag zu umrunden, wird spätestens hier seine Expedition zur Westinsel hin auf einen anderen Tag verschieben, denn die Fahrerei durch die bergige Landschaft hat bis hierher viel Energie und Sitzfleisch gekostet, und was im Westen der Insel folgt ist nicht anders.

Sao Vicente hat einen schönen kleinen Ortskern, in den man allerdings nicht mit dem Auto fahren darf; man muss außerhalb parken. Viel schöner als der Ort selbst ist jedoch das langgezogene Tal von der Küste bis zum Encumeada-Pass hinauf; Ein kleiner Kirchturm auf einem Felsen mitten im Tal zieht die Aufmerksam auf sich. Auch die Terrassen, die sich die Hänge hinauf ziehen, sind bestaunenswert.

Am Schnellsten gelangt man in den Süden nach Ribeira Brava, wenn man durch den langen Tunnel fährt; schöner ist natürlich die Fahrt über den Encumeada-Pass. Da wir aber an diesem Tag schon genügend Bergstraßen gefahren sind, besuchen wir den Encumeada lieber an einem anderen Tag, denn diesen schönen Fleck der Insel erreicht man praktisch von jedem Ort der Insel aus in kurzer Zeit.

Cabo Girao - die höchste Steilküste Europas

Von Sao Vicente gelangen wir dank des neuen Tunells sehr schnell nach Ribeira Brava im Süden der Insel, und von dort aus sind wir dank der Autobahn wieder schnell zurück in Funchal. Allerdings lohnt sich am späten Nachmittag noch ein kleiner Abstecher von der Autobahn aus zur höchsten Steilküste Europas, dem Cabo Girao. Von der Autobahn aus fährt man ca. 10 Minuten durch Pinienwälder zu einem Parkplatz auf der Spitze des Cabs.

Die höchste Steilküste Europas, das Cabo Girao

Es ist deshalb empfehlenswert, das Kliff am späten Nachmittag zu besuchen, weil dann die Sonne von Westen direkt die Hauptstadt Funchal anleuchtet und man einen fantastischen Blick auf die Hauptstadt hat; Nicht weniger beeindruckend ist jedoch der direkte Blick nach unten zum Meer. 578 m Steilküste gibt es nicht an vielen Orten der Welt. Am Cabo Girao wehen starke Aufwinde und es bilden sich Wolken. Es ist ein faszinierendes Spektakel, wie die Meerwinde an dem Kliff nach oben umgelenkt werden und Wasser zu Wolken auskondensiert.

Auf dem Kliff gibt es eine kleine Ausstellung zu besichtigen und ein WC ist auch vorhanden.

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