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Würzburg, die alte Bischofsstadt

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Würzburg ist alles andere als eine kleine Stadt, mit rund 125.000 Einwohnern gilt sie als sechstgrößte Stadt Bayerns. Eine der ältesten ist sie außerdem, denn 2004 konnte Würzburg sein 1300-jähriges Bestehen feiern. Die Stadt teilte das Schicksal vieler anderer Orte, im 2. Weltkrieg wurde sie weitgehend zerstört. Noch heute sind entsprechende Lücken zu erkennen, doch an Sehenswürdigkeiten fehlt es der alten Universitätsstadt nicht. Einige der wichtigsten Highlights wurden wieder aufgebaut, glücklicherweise, denn so finden Touristen eine ganze Reihe wunderschöner und kulturhistorisch wertvoller Gebäude vor. Der Andrang in der Stadt ist dementsprechend groß.

Wir waren begeistert von Würzburg, oder genauer gesagt von der Altstadt, denn diese ist vorrangig für Touristen interessant. Auf kleinstem Raum sind hier die architektonischen Höhepunkte der Stadt zu finden, auf weite Wege braucht man sich nicht einzustellen. Lediglich für den Besuch der Festung Marienberg und der Wallfahrtskirche St. Maria – das „Käppele“ - muss man den Main überqueren. Eine große Entfernung ist das jedoch auch nicht und verschönert wird der Weg durch das Überqueren der Alten Mainbrücke, die als eine der schönsten Steinbrücken Deutschlands gilt.

Die Residenz Würzburg mit dem Hofgarten

Die Würzburger Residenz mit dem Hofgarten ist ein Ensemble von großer Schönheit und kulturhistorisch enormen Wert. Das bezeugt die Aufnahme in die UNESCO Liste der Weltkulturgüter, die schon 1981 erfolgte. Wie so oft bei solchen Bauten war die Grundlage der Errichtung der Macht- und Repräsentationswillen der Herrschenden. Dem Würzburger Fürstbischof erschien 1719 die Festung Marienberg nicht mehr seinem Rang entsprechend, er wollte lieber in einem Prachtbau in der Stadt residieren.

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Der Baumeister der Anlage war Balthasar Neumann, der damals noch am Anfang seiner Karriere stand. Das Schloss mit einer Länge von 170 Metern und einer Tiefe von 90 Metern wurde allerdings erst sehr viel später fertig, denn nach dem Tod des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn hatten seine Nachfolger kein allzu großes Interesse an dem Projekt. Um 1800 war es dann fertig, doch schon kurz darauf mussten die Fürstbischöfe 1802 auf Befehl Napoleons den Bau räumen. Heute gehört die Anlage zur Bayerischen Schlösserverwaltung.

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Die dreiflügelige Residenz mit vier Binnenhöfen und einem Ehrenhof kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Auch im Inneren hat die Residenz Besonderes zu bieten, so das Treppenhaus mit einem freitragenden Gewölbe und dem größten Deckengemälde der Welt. Sowohl das Gemälde vom venezianischen Künstler Tiepolo als auch das gewaltige Gewölbe selbst sind Wunderwerke der Architektur und Malerei.

Auch die anderen Räume, so der Weiße Saal, der Toskana-Saal, das Spiegelkabinett und der Kaisersaal, sind überaus sehenswert. Insgesamt können 40 Räume besichtigt werden. Dem Schloss ebenbürtig ist die Hofkirche, deren Räume als prunkvollste Kirchenräume des 18. Jahrhunderts gelten. Die Kirche hat einen separaten Zugang von außen und kann ohne Eintritt besucht werden. Der Schlossbesichtigung ließen wir einen Spaziergang durch den Hofgarten folgen, einer Kombination aus englischem Landschaftspark und Rokoko-Garten. Die ehemaligen barocken Festungsbastionen wurden bei der Anlage des Gartens 1756 einbezogen.

Der Kiliansdom und das Neumünster Würzburg

Uns erschien er eigentlich gar nicht so groß, doch der Würzburger Kiliansdom ist das viertgrößte romanische Kirchengebäude in Deutschland. Auch hier gab es Vorgängerbauten, doch die beiden ersten Kirchen von 787 und 855 wurden durch Feuer zerstört. Ab dem Jahre 1040 ließ der damalige Bischof Bruno den Bau des heute noch stehenden Doms beginnen, der etwas südlicher errichtet wurde. Nach rund 35 Jahren Bauzeit konnte der Dom eingeweiht werden. Entstanden war ein imposantes Gebäude mit 105 Metern Länge und zwei hoch in den Himmel ragenden Türmen.

Der romanische Bau wurde mehrmals umgestaltet, so die Seitenschiffe um das Jahr 1500 im spätgotischen Stil und 1701 erhielt der Dom Stuck im barocken Stil. Der bedeutende Künstler Balthasar Neumann ließ die Schönbornkapelle anbauen. Wie so viele wertvolle Bauten wurde auch der Dom ein Opfer des 2. Weltkriegs, doch der gelungene Wiederaufbau hat den Touristen ein bedeutendes Kulturgut zurück gebracht.

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Einen Besuch im Dom sollte man auf keinen Fall verpassen. Wir jedenfalls waren begeistert vom Inneren des Gebäudes und den Kunstschätzen. Besonders die Grabdenkmäler der Bischöfe sind Kunstwerke, wobei einige vom Würzburger Tilman Riemenschneider geschaffen wurden. Zahlreiche Grabplatten sind auch im Kreuzgang neben dem Langhaus zu finden, außerdem ein barocker Ziehbrunnen im Innenhof. Steigt man in die romanische Krypta hinab, gelangt man zu den Gebeinen des heiligen Bruno. An der Außenwand des Doms hängt eine Gedenkplatte an Tilman Riemenschneider und dessen Grabstein.

Direkt am Dom findet man einen modernen Neubau, das Museum am Dom, das 2003 eröffnet wurde. Hier sind vorrangig Kunstwerke der Moderne zu sehen, so z.B. von Picasso, Otto Dix, Andy Warhol und anderen wichtigen Künstlern. Dazu kommen noch Werke von ehemaligen DDR-Künstlern wie Willi Sitte und Bernhard Heisig. Doch es gibt nicht nur Modernes, auch Werke vom 11. bis zum 18. Jahrhundert sind hier vertreten.

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Das Neumünster steht nur wenige Schritte entfernt vom Kiliansdom, direkt an der Stelle, an der 855 die damalige Bischofskirche durch ein Feuer zerstört wurde. So glaubt man aus einiger Entfernung, der Dom hätte vier Türme und eine Kuppel. Das ist aber ein Irrtum, die Kuppel und zwei der Türme gehören zum Neumünster. Der Ursprungsbau war romanisch und ist es in Teilen noch, doch herrscht durch Umbauten ein barocker Stil vor. Besonders die Schaufassade der Kirche ist ein barockes Meisterwerk.

Aber auch das Innere des Neumünsters kann sich sehen lassen, insbesondere die bemalte Kuppel und die Stuckarbeiten sind wahre Kunstwerke. Unter dem Westteil der Kirche befindet sich die Kiliansgruft, die Gruft jenes Märtyrers, der zusammen mit den fränkischen Aposteln Kolonat und Totnan wegen ihres Glaubens getötet wurde. Ebenfalls als Märtyrer gilt Georg Häfner, der im KZ Dachau umgekommene Pfarrer., der hier auch eine Gedenkplatte hat.

Unscheinbar ist der Zugang zum Lusamgärtchen, dem kleinen ummauerten Innenhof der Kirche. Hier sind noch Reste des spätromanischen Kreuzganges vorhanden. Dieser Kreuzgang diente bis in das späte Mittelalter als Begräbnisstätte des Stiftes. Der wohl bekannteste hier beigesetzte Mann ist der Minnesänger Walther von der Vogelweide. Das soll um das Jahr 1230 gewesen sein. An ihn erinnert ein Gedenkstein, der 1930 aufgestellt wurde.

Rund um den Marktplatz von Würzburg

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Das Rathaus von Würzburg steht nicht direkt am Markt, aber in dessen unmittelbarer Nähe. Die sehr schlanke und hohe Form des Gebäudes kommt nicht von ungefähr, denn ursprünglich war es ein Wohnturm. Dieser 55 Meter hohe Grafeneckartturm wurde in der Zeit der Staufer erbaut und den Schultheißen des Bischofs als Amtssitz zur Verfügung gestellt. Die Stadt Würzburg kaufte ihn 1316 und nutzte das Gebäude seitdem als Rathaus der Stadt.

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Solch ein Wohnturm wurde jedoch irgendwann als Rathaus zu klein und so entstanden mehrere Anbauten. Auf die Idee, ein eigenes Gebäude als Rathaus zu errichten kamen die Würzburger jedoch nicht. Von der Lage her war es aber ausgezeichnet geeignet, denn auf der Straße vor dem Bau fand zu damaliger Zeit der Markt statt. Diese wichtigste Straße Würzburgs führte von der Alten Mainbrücke zum Dom.

Auf dem eigentlichen Marktplatz fiel uns ein imposantes Gebäude ins Auge, die Marienkapelle. Der in attraktivem Rot-Weiß gehaltene Kirchenbau mit dem hohen Kirchturm dominiert den Platz. Zu dem Gebäude gibt es wieder einmal eine negative Geschichte. An dieser Stelle stand nämlich bis zum Jahre 1349 das Judenviertel mit der Synagoge. Bei einem Pogrom in diesem Jahr riss man das Viertel gewaltsam ab, aus Teilen des Baumaterials entstand die Marienkapelle.

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Der Bau der Kirche begann 1377, ursprünglich als Auftrag des Fürstbischof. Schnell nutzte man die Marienkirche jedoch als Pfarrkirche des Bürgertums. Reichlich 100 Jahre dauerten die Bauarbeiten, dann war die Kirche mitsamt des Turmes vollendet. Auch hier wirkte Tilman Riemenschneider mit, seine Figuren Adam und Eva am Südportal sind heute Kopien, die Originale kann man im Mainfränkischen Museum bewundern. Auch im Inneren der Kirche findet man Riemenschneiders Werk, das Grabmal des Ritters Konrad vom Schaumberg entstand durch die Hände des Meisters. In einem anderen Grab ist der ebenfalls berühmte Balthasar Neumann beerdigt.

Nicht so groß, aber mindestens ebenso prächtig, ist das Falkenhaus – oder genauer Das Haus zum Falken – am Marktplatz. Von der prächtigen Stuckfassade in Gelb und Weiß waren wir richtig begeistert. Dabei sind wir nicht die Einzigen, denn das Gebäude mit den geschweiften Giebeln und der Figur eines Falken an der höchsten Stelle zählt zu den schönsten Rokoko-Fassaden im Süden Deutschlands.

Im Mittelalter wohnte hier der Dompfarrer, bis das Haus 1735 vom Gastwirt Franz Thomas Meißner erworben wurde, der hier eine Gastwirtschaft einrichtete. Nach seinem Tod ließ 1751 seine Witwe die Fassade von wandernden Stuck-Künstlern aus Oberbayern mit der prächtigen Stuckdekoration im Stil des Rokoko versehen. Heute findet man im Gebäude die Stadtbücherei und die Tourist Information.

Die Alte Mainbrücke

Als wir von der Altstadt Würzburgs hinauf zur Festung Marienberg wanderten, überquerten wir den Main natürlich auf der Alten Mainbrücke, einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Derartige Brücken gibt es einige in verschiedenen Städten, doch die Würzburger Alte Mainbrücke ist etwas Besonderes. An dieser Stelle des Flussübergangs soll schon um 1120 eine steinerne Brücke gestanden haben, die älteste Steinbrücke Deutschlands.

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Diese erste Brücke war dann im 15. Jahrhundert so schadhaft, dass man sich für einen Neubau entschloss. Die Pfeiler dieser neuen Brücke waren aus Stein errichtet, die Verbindungen zwischen ihnen bestanden zunächst aus Holz. Die Unterhaltskosten der Holzkonstruktion waren jedoch enorm, so dass man sich entschloss, die Verbindungsbögen ebenfalls aus Stein zu erbauen. Die Tore und Türme der Holzkonstruktion wurden dabei abgerissen.

Charakteristisch sind heute 12 Heiligenfiguren, die um 1730 auf der Brücke aufgestellt wurden. Mit ihrer Höhe von 4,50 Meter beeindruckten sie uns schon. Im Jahre 1912 wurden sie das erste mal zerstört, als sie zerschlagen und für den Straßenbau verwendet wurden. Das zweite mal fielen sie einem Bombenangriff am Ende des 2. Weltkrieges zum Opfer. Die heutigen Figuren sind also alles Kopien, doch dem imponierenden Eindruck schadet das nicht. Was uns ebenfalls begeisterte, war der fantastische Blick von der Brücke auf die Türme der Würzburger Altstadt sowie auf die Festung Marienberg.

Die Festung Marienberg und das „Käppele“

Über dem Main, auf dem der Altstadt gegenüber liegenden Ufer, thront die Festung Marienberg. Diese imposante Sehenswürdigkeit Würzburgs ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Der relativ steile Aufstieg zur Festung ist zwar etwas mühsam – besonders bei 35 Grad im Schatten – doch die Mühe lohnt. Die gesamte Anlage, der Fürstengarten sowie der Blick hinüber zur Altstadt lassen die Anstrengung des Aufstiegs schnell vergessen.

Der steil abfallende Berg war ein sehr guter Verteidigungspunkt und so siedelten hier schon die Kelten. Ein erstes Kastell entstand dann durch die fränkisch-thüringischen Herrscher um das Jahr 700. Die mächtige Burg wurde am Beginn des 13. Jahrhunderts von den Würzburger Fürstbischöfen erbaut. Im Bauernkrieg kam die Festung zu traurigem Ruhm, hier wurden mehrere Anführer der Bauernheere – darunter der berühmte Bildhauer Tilman Riemenschneider – verhört und gefoltert.

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Bis zum Dreißigjährigen Krieg wurde die Festung auch niemals erobert, erst den Schweden gelang dieses „Kunststück“, wenn auch unter großen Anstrengungen und Verlusten. Danach wurde sie zur Barockfestung ausgebaut und der Fürstengarten angelegt. Heute zählt die Festung Marienberg zu den bedeutendsten Anziehungspunkten der Stadt Würzburg für Touristen.

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Zu sehen gab es für uns viel, so z. B. die Hauptburg, die Echterbastei und das Brunnenhaus, das als eines der schönsten Beispiele für die Renaissance-Architektur in Franken gilt. Im Innenhof steht der Bergfried, der rund 800 Jahre alt ist und damit einer der ältesten Bauten der Burg. Sogar etwa 200 Jahre älter sind Teile der Marienkirche, die ebenfalls im Innenhof steht. Im Ostflügel der Festung befindet sich das Fürstenbaumuseum mit sehr interessanten Wohnräumen der Fürstbischöfe und der Schatzkammer. Im Zeughaus, einem Bau des Barocks, sind Kunstwerke aus Franken ausgestellt. Auch Plastiken des berühmten Tilman Riemenschneider sind hier zu sehen. Nachdem er im Bauernkrieg in der Festung eingekerkert war, ist das sicher eine ganz besondere Würdigung seines Werkes. Allerdings sind die Museen montags geschlossen.

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Täglich geöffnet und frei zugängig ist dagegen der Fürstengarten.Die relativ kleine Anlage war früher eine Batteriestellung an der Ostseite der Festung. Im frühen 16. Jahrhundert legte man hier einen Garten an, der mit prachtvollen Balustraden, Terrassen und zwei Kaskaden-Brunnen geschmückt ist. Die noch heute existierende Form erhielt er um 1700. Begeistert waren wir von der fantastischen Aussicht auf den Main und die Altstadt Würzburgs.

Wer möchte, kann von hier zum Käppele auf dem Nikolausberg spazieren - der Wallfahrtskirche St. Maria, wie der korrekte Name lautet. Hier stand in frühen Zeiten eine Wallfahrtskapelle, die vom berühmten Baumeister Balthasar Neumann Mitte des 18. Jahrhunderts aus- und umgebaut wurde. Sehenswert sind die Türme mit den Zwiebelhauben und von der Terrasse hat man einen imponierenden Blick auf Würzburg. Die Finanzierung erfolgte zum großen Teil durch den Lorenz Köster, der sein prächtiges neues Wohnhaus verpfändete, um den Bau des Käppeles zu ermöglichen.

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