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Tour in die Umgebung von Bayreuth

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Bayreuth ist nicht nur eine schöne Stadt, es kann auch ein gutes Sprungbrett für Ausflüge in die Umgebung sein. Das Fichtelgebirge liegt ja praktisch „vor der Haustür“ der Stadt und ebenso sind es nur wenige Kilometer in die Fränkische Schweiz. Beides sind sehr interessante und lohnenswerte Landschaften, einige Abstecher dahin sollte man sich also auf jeden Fall gönnen.

Doch nicht nur die Landschaften sind sehenswert, rings um Bayreuth – teilweise sogar in den Vororten – gibt es zudem einige sehr bedeutende und wertvolle Gebäude. Einige davon sind auch ohne Auto zu erreichen, die öffentlichen Verkehrsmittel bedienen u.a. die Eremitage, eine schöne Anlage mit Park und Schlössern. Vor allem Parkfreunde kommen auch im Park von Schloss Fantaisie auf ihre Kosten.

Park und Schlösser der Eremitage

Eremitage, der Begriff war uns als Kunstmuseum in St. Petersburg bekannt. Nun erfuhren wir bei unseren Touren durch Franken, dass es auch hier eine Eremitage gibt. Dieser Name bezieht sich auf die Bedeutung als Einsiedelei, die der Begriff Eremitage auch haben kann. Vor den Toren der Stadt Bayreuth existiert eine große Parkanlage mit zwei Schlössern, die Eremitage in Franken. Dabei ist diese fränkische Eremitage nicht auf Museen beschränkt, sondern der Name bezieht sich auf die gesamte Parkanlage mit dem alten und dem neuen Schloss.

Zu erreichen ist der Park sehr gut, von Bayreuth sind es nur rund 10 Minuten per Auto. Kommt man über die Autobahn 9, ist eine Anschlussstelle ganz in der Nähe des Parks, von dort sind es noch weniger als 10 Minuten Fahrzeit. Dabei ist man beim Besuch der Eremitage aber nicht auf das eigene Fahrzeug angewiesen. Zwei Buslinien der Stadt Bayreuth steuern den Park an, so dass er relativ schnell und bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.

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Nachdem die Bayreuther Markgrafen ein riesiges Gelände beim Ort St. Johannis erworben hatten, ließen sie 1664 einen Tiergarten als umzäuntes Areal anlegen. Es diente den Markgrafen und ihren Gästen als Jagdrevier. Unter Markgraf Georg Wilhelm wurde dann 1715 mit dem Bau eines kleinen Sommerschlosses begonnen. Dieses Gebäude war als Einsiedelei gedacht, daher kommt auch der Name der Anlage – Eremitage. Markgraf Friedrich schenkte diese Eremitage 1735 seiner Frau Wilhelmine, die es nach ihren Vorstellungen umbauen und erweitern ließ. So entstand ein wahres Kleinod des Rokoko.

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Dieses Alte Schloss faszinierte uns vor allem wegen seines eigentümlichen Baustils, das uns teilweise an eine Dorfkirche erinnerte und durch die Fassade aus großen Steinen, die keine glatten Wände ergeben. Ins Schloss kommt man durch einen Gang aus solchen Steinen. Der war bewusst wegen der ursprünglichen Bestimmung als Einsiedelei und Ort der geistigen Läuterung angelegt und schuf praktisch eine „Barriere“ zwischen dem Inneren des Schlosses und der „Außenwelt“.

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Das Innere des Schlosses ist prächtig eingerichtet, es gibt mehr als ein Dutzend Räume, von denen einer schöner und prunkvoller ist als der andere. Neben dem Damenflügel existiert ein Herrenflügel – die Trennung der Geschlechter und ihrer Interessen war offensichtlich wichtig – sowie ein Marmorsaal, Eckkabinett, Japanisches Kabinett, ein Musikkabinett, ein Chinesisches Spiegelkabinett und noch weitere Räume. Eine individuelle Besichtigung ist jedoch leider nicht möglich, man muss an einer der Führungen teilnehmen, die mehrmals täglich von April bis Oktober angeboten werden.

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Sehr ungewöhnlich fanden wir auch das Neue Schloss mit einer Fassade, die mit kleinen Steinen und Bergkristallen verziert ist. Dadurch erhält man von weitem den Eindruck eines Mosaiks. Ein wenig erinnerte es uns mit seiner Architektur auch an Sanssouci. Das Neue Schloss wurde um 1750 erbaut. Der Mittelpunkt ist ein einzeln stehendes Gebäude, der Sonnentempel, auf dem eine vergoldete Figurengruppe thront. Dargestellt wird der von vier Pferden gezogene Wagen des Sonnengottes. Flankiert wird dieser Tempel an beiden Seiten von halbkreisförmigen Gebäuden mit Arkadengängen. Ursprünglich dienten sie als Winterhaus für exotische Pflanzen und als Vogelhaus. Heute ist in einem Teil eine Gaststätte mit einem Café untergebracht, im anderen Teil gibt es Ausstellungsmöglichkeiten. An den Arkaden sind zudem zahlreiche vergoldete Büsten angebracht.

Die Ausstattung der Räume, die ebenso faszinierend gewesen sein soll wie das ganze Gebäude, wurde leider im Krieg zerbombt. Auf dem Platz vor dem Schloss befindet sich ein großer Brunnen mit Tritonen-Gruppen und Figuren von Fabelwesen. Jeweils zur vollen Stunde werden die Wasserspiele angestellt. Dieses Schauspiel kann man von Mai bis Oktober zwischen 10 Uhr und 17 Uhr erleben.

Ein Erlebnis ist auch der Spaziergang durch den weitläufigen Park im englischen Stil. Laubengänge, Wasserspiele und künstliche Kanäle wechseln sich mit großen Wiesen und Bäumen ab. Blumengärten sind ebenso zu finden wie künstliche Grotten und Ruinen. An der Unteren Grotte kann man ebenfalls täglich Wasserspiele erleben, zeitversetzt zu denen am Neuen Schloss. So muss man sich nicht entscheiden, welches der Wasserspiele man genießen möchte.

Schloss und Park Fantaisie

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Schloss und Park Fantaisie sind ebenfalls sehr gut von Bayreuth aus zu erreichen. Von dort sind es rund fünf Kilometer in westlicher Richtung bis zum Ort Donndorf. Vor dem Eingang zum Park gibt es zwar nur relativ wenige Parkplätze, doch das Parken ist hier auch unabhängig davon möglich. Das Parkgelände ist riesig, wenn man es vollständig erkunden möchte, braucht man Zeit und außerdem eine gute Kondition, wie wir feststellen mussten. Das Schloss steht nämlich auf einem Hügel an einer steil abfallenden Felswand und der Abstieg in den unteren Parkteil ist schon ziemlich anstrengend – und noch mehr der Aufstieg.

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Der Park selbst ist nicht so „geordnet“ wie der an der Eremitage. Wasserspiele, Pavillons, Grotten, kleine Weiher und einheimische Gehölze sind ebenso zu finden wie exotische Bäume. Interessant ist für Botanik-Freunde das Museum für Gartenkunst, in dem allerlei zu Entwicklung und gesellschaftlicher Funktion der Gärten gezeigt wird. Das Schloss Fantaisie erschien uns von außen eher wie ein großes Herrschaftshaus im Landstil.

Erbaut wurde das Schloss 1761 im Auftrag des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth. Schon wenig später verstarb er und vererbte das Schloss an seine Tochter Friederike Sophie, die Herzogin von Württemberg, die es als Sommersitz nutzte und sofort mit dem Umbau und Innenausbau nach ihren Vorstellungen begann. Von ihr stammt auch der Name Fantaisie, der erstmals um 1770 auftaucht. Im Jahre 1780 verstarb auch Friederike Sophie und das Schloss mitsamt dem Park verfiel immer mehr. Dieser Verfall dauerte mehr als 10 Jahre, erst 1793 wurde Fantaisie wieder als Sommersitz genutzt. Es war die Herzogin Friederike Dorothee Sophie von Württemberg, die das Schloss aus seinem Dornröschenschlaf erweckte.

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Mehrere Besitzerwechsel und unruhige Zeiten ergaben ein Auf und Ab für das Schloss, das zeitweise verkam und zeitweise um – und ausgebaut wurde. Die unterschiedlichsten Nutzer trugen ebenfalls nicht unbedingt Positives für das Schloss bei. Erst als 1961 die Bayerische Schlösserverwaltung die gesamte Anlage übernahm, ging es für das Schloss und den Park wieder richtig bergauf.

Einen guten Tipp bekamen wir übrigens von einem Angestellten des Parks. Nur wenige Kilometer von Fantaisie entfernt steht auf einem gegenüberliegenden Hügel der Siegesturm. Dieser Turm ist tagsüber geöffnet und von seiner Plattform hatten wir einen ausgezeichneten Blick auf die Felswand mit dem Schloss. Hat man viel Zeit und Lust kann man von Fantaisie zum Turm laufen. Allerdings ist mit mindestens 70 bis 80 Minuten für den Hin. Und Rückweg zu rechnen. Schneller geht es mit dem Auto, in der Gemeinde Eckersdorf kann man am Friedhof parken und ist nach ca. 3 Minuten per Fuß am Turm.

Schloss und Park Thiergarten

In verschiedenen Reiseführern hatten wir die Vorstellung des Schlosses Thiergarten gefunden und uns auf den Weg zu einer Besichtigung begeben. Leider wurden wir enttäuscht, denn vom Schloss sowie vom Park sahen wir praktisch nichts. Schloss und Park sind eingezäunt und das Tor blieb verschlossen. Das Schloss und der Park befanden sich im Besitz der Stadt Bayreuth, die hier ein kleines feines Hotel mit einer Gaststätte betrieb. Inzwischen ist jedoch im Schloss eine private Grundschule untergebracht. Vermutlich ist das der Grund, dass Schloss und Park nicht mehr besichtigt werden können.

Das ist sicherlich sehr schade, denn die Daten zum Schloss und Park Thiergarten klangen sehr interessant, so dass eine Besichtigung bestimmt lohnenswert gewesen wäre. Entstanden ist das Schloss Thiergarten, das als Jagdschloss diente, im Jahre 1715 im barocken Stil. Markgraf Georg Wilhelm beauftragte den Baumeister Johann David Räntz mit der Planung. Räntz entwarf einen Grundriss in Kreuzform, der sich auf den Orden des Roten Adlers berief.

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