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Nürnberg, die Stadt der Vielfalt

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Nürnberg, die heimliche Hauptstadt Frankens, ist wohl am ehesten durch seine berühmten Bratwürstchen, Lebkuchen und durch den Christkindlmarkt bekannt, doch das ist ein viel zu eingeschränktes Bild. Die Altstadt war geprägt durch Fachwerkbauten, bedeutende Baudenkmäler und das Wirken berühmter Persönlichkeiten. Eine mehr traurige Berühmtheit hatte die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus mit den Reichsparteitagen und der dafür entstandenen Monumentalarchitektur erreicht. Heute präsentiert sich die Altstadt als Touristenmagnet, unabhängig von den Bratwürsten und dem Christkindlmarkt, denn auf der kleinen Fläche der Altstadt konzentrieren sich eine große Anzahl sehr interessanter Baudenkmäler und anderer Sehenswürdigkeiten.

Zwar erkennt man leider die Lücken deutlich, die der 2. Weltkrieg riss. Es sind die relativ gesichtslosen Bauten, die in vielen Städten entstanden und über die sich die Geister scheiden. Wir bedauern diese Anblicke, die das Bild der Altstadt doch erheblich stören. Zu sehen gibt es trotzdem viel in Nürnberg und auch viel zu erfahren über die großen Persönlichkeiten, die hier wirkten. Genannt seien hier nur Albrecht Dürer und Hans Sachs.

Die Geschichte Nürnbergs

Eine ganze Reihe von bedeutenden Städten auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands können auf eine sehr lange Geschichte zurück blicken, oftmals zeichneten die Römer für die Gründung verantwortlich. Nürnbergs Historie reicht nicht so weit zurück, bis zur ersten Erwähnung in einer kaiserlichen Urkunde um 1050 liegt die Geschichte des Ortes im Dunkeln. Der Name der Stadt geht vermutlich auf eine mittelhochdeutsche Bezeichnung für „Felsen“ zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Burgberg. Neue Forschungen gehen davon aus, dass er schon seit dem 9. Jahrhundert bebaut war, die dortige alte Burg jedoch um 1000 zerstört wurde.

Nürnberg blieb in der ersten Zeit ein unbedeutender Flecken, doch die kaiserliche Gunst und die Verleihung des Marktrechts ließen die Stadt aufsteigen. Besonders Kaiser Barbarossa wertete die Stadt durch mehrere Hoftage auf. Um diese Zeit – etwa 1183 – wurde Nürnberg Kaiserpfalz und zur befestigten Stadt. Bis zum 16. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zum beliebtesten und häufigsten Aufenthaltsort der damals noch umherziehenden Könige. Zum Aufstieg Nürnbergs trug außerdem bei, dass es zu einer wichtigen Handelsstadt wurde, was auch daran lag, dass im Umkreis von 60 Kilometern kein weiterer gleichwertiger Handelsplatz existierte.

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Nürnberg reihte sich in die Städte ein, die für die Kaiserherrschaft besondere Bedeutung bekamen. Während in Frankfurt am Main die Könige gewählt und dann in Aachen gekrönt wurden, erließ Kaiser Karl IV. um 1356 die „Goldene Bulle“ mit der Maßgabe, dass jeder neu gewählte König des Heiligen Römischen Reiches in Nürnberg den ersten Reichstag abzuhalten hatte. Knapp 100 Jahre später kam noch die Ehre hinzu, Reichsapfel, Zepter und Schwert – die Reichskleinodien – in Nürnberg aufzubewahren und jährlich zu zeigen.

Zur Mitte des 15. Jahrhunderts war Nürnberg auf einem Höhepunkt angelangt, sowohl die Wirtschaft und politische Macht als auch Kunst und Kultur „boomten“. Damit kamen auch zahlreiche namhafte Künstler und Wissenschaftler in die Stadt, die wiederum große Kunstwerke für die Stadt schufen. Genannt seien hier stellvertretend für viele weitere: Veit Stoß, Willibald Pirckheimer, Philipp Melanchthon und Martin Behaim. Nürnberg war auch eine der ersten Städte, die sich zur Reformation bekannten.

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Anfang des 17. Jahrhunderts gehörte Nürnberg – neben Köln und Augsburg – zu den bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland. Das änderte sich jedoch mit dem Dreißigjährigen Krieg, der die Wirtschaft der Stadt ruinierte und die Einwohnerzahl drastisch verringerte. Vom einstigen Glanz Nürnbergs blieb nicht viel übrig. Nürnberg – das Anfang des 19. Jahrhunderts gerade noch 25.000 Einwohner hatte - kam unter Napoleon zum Königreich Bayern. Bis heute gehört es zu Bayern, eine „Liaison“, die den Nürnbergern überhaupt nicht „schmeckt“.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Nürnberg zu einer modernen Großstadt, die allerdings vom alten Glanz weit entfernt blieb. Ein dunkles Kapitel erlebte die Stadt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, die Nürnberg als die „Stadt der Reichsparteitage“ aufbaute und damit in ein schlechtes Licht rückte. Der 2. Weltkrieg riss dann enorme Wunden, mehr als 90 % der historischen Gebäude wurden durch Bombenangriffe zerstört. Zwar baute man nach dem Krieg einige der bedeutendsten Bauwerke wieder auf, doch die bleibenden Verluste waren gewaltig.

Am Marktplatz von Nürnberg

Mittelpunkt einer Stadt ist fast immer der Marktplatz und auch in Nürnberg ist der ein guter Ausgangspunkt für die Stadterkundung. Das Rathaus am Rathausplatz erscheint zwar auf den ersten Blick nicht übermäßig attraktiv, doch beim genaueren Hinsehen erschloss sich uns die Schönheit des Baues. Auf jeden Fall ist es groß, was zeigt, dass Nürnberg damals eine mächtige und einflussreiche Stadt war. Erbaut wurde das Rathaus von 1616 bis 1622, allerdings nicht fertig gestellt. Eigentlich sollte eine vierflügelige Anlage entstehen, doch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges verlangten ihren Tribut. Der Architekt des Bauwerks ließ sich von italienischen Einflüssen leiten, die Renaissance-Paläste Italiens waren damals in Mode. Vom Vorgängerbau des Rathauses existiert noch der Große Rathaus-Saal, einstmals der größte profane Saalbau nördlich der Alpen. Wer sich etwas gruseln möchte, kann von März bis Oktober in die Unterwelt des Rathauses steigen. Seit etwa 650 Jahren befinden sich direkt unter dem Rathaus mittelalterliche Lochgefängnisse. Wer die Folterkammer und die Zellen besichtigt, wird froh sein, nach der Führung wieder an die Oberfläche steigen zu können.

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Auch der Hauptmarkt gleich neben dem Rathaus kann mit einem Rekord punkten, nämlich damals der größte gepflasterte Marktplatz nördlich der Alpen gewesen zu sein. Die Geschichte des Platzes ist dunkel, denn hier befand sich das jüdische Ghetto Nürnbergs, bis 1349 ein Pogrom stattfand und das Ghetto niedergerissen wurde. Die Synagoge wurde ebenfalls zerstört und aus ihren Steinen auf dem Platz die Frauenkirche erbaut. Die besitzt ebenfalls einen Rekord, nämlich als älteste Hallenkirche Frankens. Die dem Hauptmarkt zugewandte Fassade im spätgotischen Stil fanden wir überaus beeindruckend. An ihr gibt es neben der ziemlich filigran wirkenden Fassade selbst ein schönes Schauspiel, das jeden Mittag 12 Uhr stattfindet, das „Männleinlaufen“. Dabei laufen sieben Figuren, die Kurfürsten darstellen, um die Figur des Kaisers Karl IV. herum. Musikanten-Figuren bewegen derweil ihre Instrumente. Im Inneren erscheint die Kirche ziemlich spartanisch, denn die Ausstattung wurde fast völlig zerstört. Sehenswert ist der Altar, der aus der abgerissenen Augustinerkirche stammt.

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Weniger schön fanden wir den Hauptmarkt selbst, der von Montag bis Samstag als Wochenmarkt dient. Dann steht hier Stand an Stand und versperrt stark die Sicht auf die schöne Fassade der Frauenkirche. Von den Ständen versperrt ist auch etwas die Sicht auf ein Kleinod Nürnbergs, den Schönen Brunnen. Dieses Brunnenkunstwerk aus dem 14. Jahrhundert ist allerdings nicht mehr das Original. Das war stark verwittert und so errichtete man vor rund 100 Jahren eine Kopie des Brunnens aus Muschelkalk. Uns erinnerte er an eine Kirchturmspitze und damit lagen wir gar nicht so falsch.

Der Brunnen wurde nämlich in Form einer gotischen Kirchturmspitze erbaut und ist insgesamt 19 Meter hoch. Angeblich sollte er eigentlich als Spitze der Frauenkirche dienen, was die damaligen technischen Möglichkeiten verhinderten. Das dürfte aber eine Legende sein, denn die Kirche wurde schon 1358 eingeweiht, während der Brunnen zwischen 1385 und 1396 entstand. In vier Stockwerken stellen vierzig bunt bemalte Figuren das Weltbild des Heiligen Römischen Reiches dar. Wer auf reichen Kindersegen hofft, sollte den am Gitter angebrachten Metallring drehen. Allerdings gibt es zwei Ringe, einen aus Messing und einen aus Eisen. Meist wird der schönere aus Messing gedreht, doch viele glauben, dass eigentlich der Eisenring der Glücksbringer sei.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nürnberger Altstadt

Die meisten der für Touristen interessanten Sehenswürdigkeiten Nürnbergs konzentrieren sich auf die Altstadt und den sie umgebenden Stadtmauerring. Wir finden so etwas sehr praktisch, denn damit hat man viel Sehenswertes auf kleinstem Raum und kann seine Entdeckungen per Fuß und in kurzer Zeit durchführen. Nürnberg hat da ja sehr viel zu bieten, auch wenn leider im 2. Weltkrieg eine große Anzahl der historischen Gebäude zerstört wurde.

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Zu den bedeutendsten Kirchenbauten Nürnbergs zählt die Sebalduskirche, die dem heiligen Sebald gewidmet wurde. Das ist schon eine Kuriosität, denn in der evangelisch-lutherischen Kirche werden die Reliquien des katholischen Heiligen aufbewahrt. Der Nürnberger Bildhauer Peter Vischer schuf einen wunderbaren Schrein für die Gebeine Sebalds. Die Glasfenster der Kirche wurden nach Entwürfen von Hans Süß und dem großen Albrecht Dürer gefertigt. Auch zu sehen sind Figuren und Epitaphien von Veit Stoß, dem berühmten Bildhauer. Die Vorgängerkirche war dem Heiligen Petrus gewidmet, auf deren Grundmauern wurde dann von 1230 bis 1240 die doppelchörige Pfeilerbasilika St. Sebald erbaut. Die Kirche entstand im spätromanischen Stil und wurde 1379 um die Seitenschiffe erweitert. Es folgten dann noch der spätgotische Hallenchor und die hochgotischen Türme.

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Die Lorenzkirche und die Sebalduskirche ähneln sich von ihrem Baustil her sehr, auch die Zeit des Baus ist annähernd die gleiche. Die Lorenzkirche hatte ebenfalls eine Vorgängerkapelle, an deren Stelle dann um 1270 die heute noch stehende Kirche errichtet wurde. Ganz bewusst wurde sie größer gebaut als ihr Vorbild, die Sebalduskirche. Eine Besonderheit ist die steinerne Rosette in der Westfassade. Derartiges ist eher aus Nordfrankreich bekannt, in Franken gibt es diese Verzierungen ansonsten nicht. Die wichtigsten Kunstwerke in der Lorenzkirche sind das Sakramentshäuschen vom Ende des 15.Jahrhunderts sowie der Engelsgruß, teilweise vergoldete und aus Lindenholz geschnitzte Figuren von Veit Stoß.

Von einer Brücke über die Pegnitz hatten wir einen ausgezeichneten Blick auf das Heilig-Geist-Spital, ein Gebäudeensemble, das schon im 14. Jahrhundert zusammen mit einer Kirche errichtet wurde. Die Kirche existiert nicht mehr, sie wurde im letzten Krieg zerstört. Nach seiner Errichtung diente das Ensemble der Versorgung von Alten und Kranken in Nürnberg. Zwischen 1489 und 1527 kamen noch Erweiterungsbauten dazu, so die Gebäude, die den Fluss überspannen.

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Ein sehr schöner Anblick war für uns auch der Henkersteg mit den angrenzenden alten Fachwerkhäusern. Seinen Namen erhielt der Steg einschließlich des Turms von den Nürnberger Henkern, die im Turm ihre Wohnung hatten. Die Brücke entstand 1320 bis 1325 – damals noch als „Langer Steg“. Ein Hochwasser zerstörte 1595 den Steg, der dann etwas weiter westlich wieder aufgebaut wurde. Im Turm, dem Henkerhaus, ist ein kleines Museum über das Amt des Henkers eingerichtet. Es ist am Wochenende nachmittags geöffnet.

Sehenswerte Museen sind auch das Spielzeugmuseum und das Stadtmuseum Fembohaus. Da Nürnberg auch den Ruf einer Spielzeugstadt hat, wundert es nicht, dass solch ein Museum existiert. Im Museum ist Spielzeug aus drei Jahrtausenden zu sehen, außerdem gibt es im Sommerhalbjahr einen Außenbereich mit allerlei Angeboten. Im Stadtmuseum, dem Fembohaus, ist viel Interessantes aus der Geschichte der Stadt Nürnberg zu erfahren. Der merkwürdig klingende Name des Hauses geht einfach auf seinen ehemaligen Besitzer zurück.

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Als wir das Dürer-Denkmal auf dem Albrecht-Dürer-Platz, dem einstigen Milchmarkt, sahen, war uns nicht bewusst, dass dieses eher durchschnittlich wirkende Denkmal Geschichte schrieb. Es war bei seiner Einweihung 1840 das erste Denkmal in Deutschland, das keinen Kaiser oder anderen Herrscher darstellte sondern einen Künstler. Im 300. Todesjahr von Albrecht Dürer – 1828 – wurde der Grundstein für das Denkmal gelegt.

Am Albrecht-Dürer-Platz ist auch der Eingang zu einer der ungewöhnlichsten Nürnberger Sehenswürdigkeiten, den historischen Felsengängen. Durch diese unterirdische Anlage, die als größte Felsenkelleranlage Süddeutschlands gilt, kann man per Führung laufen. Davon gibt es einige, meist ist auch eine Bierverkostung dabei, denn die sich teilweise über vier Stockwerke erstreckenden Keller dienten mehrere hundert Jahre lang für die Reifung und Gärung des Bieres. Ursprünglich waren sie für die Versorgung der Stadt mit Wasser zuständig.

Die Kaiserburg, Nürnbergs touristischer Höhepunkt

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Am nördlichen Teil der Stadtmauer thront auf einem Sandsteinfelsen über der Stadt das absolute Wahrzeichen Nürnbergs, die Kaiserburg. Archäologische Untersuchungen ergaben, dass es erste Bauten an dieser Stelle um das Jahr 1000 gab. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Nürnberg um 1050, die Burg jedoch erst um 1105. Das ist aber natürlich kein Beleg, dass es die Burg vorher noch nicht gab. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts, unter den Stauferkönigen, wurde Nürnbergs Burg zu einer der wichtigsten Kaiserpfalzen des Heiligen Römischen Reiches. Die Kaiser hatten zu dieser Zeit keinen festen Sitz sondern zogen durch das Land und hielten ihren Hofstaat auf einer der Kaiserpfalzen ab.

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Heute ist die Burganlage der wohl bedeutendste touristische Höhepunkt Nürnbergs. Wir waren von der Anlage begeistert, nachdem wir die letzten, relativ steilen Meter auf den Sandsteinfelsen gemeistert hatten. Wir glauben, man sollte mindestens einen halben Tag für die Erkundung der Burganlage einplanen, denn hier gibt es ausgesprochen viel Interessantes zu sehen. Da wäre natürlich zuerst der faszinierende Ausblick über die Stadt zu nennen, der sich von den Mauern der Burg ergibt. Wir wollten aber noch etwas höher und so nutzten wir die Möglichkeit, den Sinwellturm zu besteigen. Dieser runde Turm aus dem 12. Jahrhundert war früher der Bergfried der Burg der Staufer. Heute wird seine Plattform von den Touristen als idealer Aussichtspunkt genutzt.

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In den Tiefen Brunnen gelangt man nur im Rahmen einer Führung. Die hatten wir gebucht und können nur jedem empfehlen, darauf nicht zu verzichten. Es ist schon sehr beeindruckend, wenn mit Kerzen die Tiefe des Brunnens von 50 Metern demonstriert wird. Unsere Hochachtung galt den Baumeistern, die den Brunnen diese 50 Meter tief in den Felsen schlugen, um bei einer Belagerung die Versorgung der Burg mit Wasser zu sichern.

Die romanische Doppelkapelle, die Kaiserkapelle, ist in zwei Kapellen gegliedert. Die untere, dunklere, war für das einfache Volk vorgesehen, während sich in der oberen die Kaiserloge und der Altar mit einem Kruzifix von Veit Stoß befindet. Empfehlenswert ist auch die Besichtigung des Palas und der Kemenate. Im Palas sind der Ritter- und der Kaisersaal zu sehen, sowie die Empfangszimmer und das Wohnzimmer des Kaisers. In der Kemenate ist das Kaiserburgmuseum untergebracht, eine Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums.

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Nur indirekt zur Burganlage gehört die Kaiserstallung, ein mehrstöckiges ehemaliges Kornhaus. Erbaut wurde es um 1495 vom Nürnberger Baumeister Hans Beheim d. Ä. Die Bezeichnung des Gebäudes bezieht sich sicher darauf, dass im unteren Geschoss Stallungen eingerichtet waren. An die Kaiserstallung schließen sich zwei Türme an, im Osten der Luginsland und im Westen der Fünfeckturm. Hier befindet sich auch der Eingang in den Burggarten, eine schöne und sehenswerte Gartenanlage auf den Festungsbastionen.

Sehenswürdigkeiten entlang der Stadtmauer von Nürnberg

Die meisten mittelalterlichen Städte verfügten über eine Stadtmauer zu ihrem Schutz. In den wenigsten Städten ist diese Stadtmauer aber noch erhalten, wenn überhaupt, dann existieren oft nur noch einzelne Türme oder kleine Mauerreste. Nürnberg dagegen kann auch heute noch auf einen fast vollständig erhaltenen Stadtmauer-Ring mit mehreren Türmen verweisen, eine Attraktion für die zahlreichen Touristen. Die Mauer mit ihren fast fünf Kilometern Länge war im Europa des Spätmittelalters eine der längsten. Heute sind davon noch etwa 3,8 Kilometer erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts gab es Pläne zum Abriss der Anlage, doch glücklicherweise wurden diese von der Bürgerschaft verhindert.

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Am Fuß der Kaiserburg findet man ein mehrfach bemerkenswertes Haus. Es ist eines der nicht zerstörten Bürgerhäuser aus der Blütezeit der Stadt Nürnberg, zudem aber auch das einzige erhalten gebliebene Künstlerhaus in Nordeuropa aus dem 16. Jahrhundert. Der Name, der sich mit diesem Haus verbindet, ist kein geringerer als der von Albrecht Dürer. Noch einen weiteren Rekord kann das Haus verbuchen, es ist seit 1828 Künstlermuseum und damit das erste deutsche Künstlermuseum.

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Wir fanden das Fachwerkhaus schon von außen sehr faszinierend, doch noch mehr begeistert waren wir von der Führung durch das Albrecht-Dürer-Haus. Die Verantwortlichen haben sich für diese Besichtigungen etwas Besonderes einfallen lassen : Eine Schauspielerin führt als Dürers Ehefrau Agnes durch die Räume, die eine authentische Atmosphäre der Dürer-Zeit widerspiegeln – jedenfalls soweit wir das beurteilen können. Es war großartig, was wir auf diese Weise alles über Dürer erfuhren. Im Haus befindet sich auch eine Werkstatt, in der den Besuchern historische Drucktechniken gezeigt werden. Natürlich kann man Drucke erwerben. Nicht weit vom Haus entfernt sitzt ein überlebensgroßer Feldhase aus Bronze, der an Dürers berühmten Stich erinnern soll. Über diese Skulptur gehen allerdings die Meinungen weit auseinander. Eines hat der Künstler aber auf jeden Fall erreicht: Über sein Werk wird diskutiert.

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Mit dem Germanischen Nationalmuseum besitzt Nürnberg eines der größten Museen für Kunst und Kulturgeschichte weltweit, das größte derartige in Deutschland ist es sowieso. Wer sich durch die Objekte des Museums „durcharbeiten“ will, hat ausgesprochen gut zu tun. Von den insgesamt rund 1,2 Millionen Objekten aus dem deutschsprachigen Raum, die das Museum besitzt, sind zwar „nur“ etwa 20.000 zu sehen, doch das reicht für mehrere Tage. Die Vielfalt ist auch da, es werden Gemälde, historische Instrumente, Möbel, Skulpturen, Kunsthandwerk und weiteres geboten. Von den Eindrücken erholen kann man sich im Café oder im Restaurant des Museums.

Der Weiße Turm ist heute nicht direkt an der Stadtmauer zu finden, er war ursprünglich Teil des inneren Spittlertores, von dem ansonsten nichts mehr vorhanden ist. Wir fragten uns, wie der um 1250 entstandene Turm zu seinem Namen kam und fanden auch die Antwort. Früher war sein Backsteinmauerwerk weiß verputzt, bei Renovierungsarbeiten nach dem letzten Krieg wurde dieser Putz aber entfernt. Ausgesprochen originell fanden wir den Brunnen neben dem Turm, das „Ehekarussell“. Die Figuren des 1984 eingeweihten Brunnens sind ziemlich skurril und teilweise auch deftig. Anfängliche Proteste gegen den Brunnen sind jedoch vergessen, heute gilt er als eine der modernen Sehenswürdigkeiten Nürnbergs.

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