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Rund um die Piazza della Signoria

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Der Trubel in Florenz ist enorm, doch uns kam es vor, als wäre er auf der Piazza della Signoria noch intensiver als anderswo. Das war sicher eine Empfindung die nicht zutrifft, doch der Hauptplatz von Florenz ist alles andere als ein ruhiges Pflaster. Das ist auch kein Wunder, denn was sich hier an geballter Kunst tummelt, ist in dieser Dichte in nur wenigen Städten zu finden.

Das Areal des Platzes hat eine lange Geschichte, schon zu Zeiten der Römer befand sich hier ein Militärlager. Mit den aufstrebenden Fürsten im Mittelalter, besonders der Medici, und dem extrem wachsenden Reichtum, wurde die Piazza della Signoria völlig neu gestaltet. Auf dem Platz, der seit Jahrhunderten das Zentrum des Lebens in Florenz war, dominiert der wuchtige Palazzo Vecchio mit dem hohen Turm. Gleich an die Piazza della Signoria schließen die Uffizien an, die wohl berühmteste Gemäldegalerie der Welt.

Die Piazza della Signoria, das „Freilichtmuseum“ von Florenz

Als wir das erste Mal die Piazza della Signoria betraten, fühlten wir uns in ein Freiluftmuseum versetzt. Dieser Gedanke ist sicher nicht ganz falsch, denn was auf dem Platz an geballter Kunst zu finden ist, sucht oft seinesgleichen. Hier sind zahlreiche Statuen berühmter Florentiner Künstler versammelt, wobei natürlich die Kopie der Statue des David von Michelangelo die „absolute Sahne“ ist. In Florenz hat man die Gelegenheit, Original und Kopie zu vergleichen. Während das Original in der Galleria dell´Accademia bewundert werden kann, steht die Kopie in Originalgröße vor dem Eingangsportal des Palazzo Vecchio.

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Auf der anderen Seite des Portals steht die Statue „Herkules und Cacus“, dazu gibt es vor dem Palazzo noch einige kleinere. „Geballte Kunst“ findet man in der Loggia dei Lanzi, der Landsknechts-Halle. Diese dreijochige offene Halle seitlich des Palazzo Vecchio vereint unter ihren Arkaden eine ganze Sammlung hochwertiger Meisterwerke der Bildhauerkunst. Zu ihnen zählen die Skulpturen „Perseus mit dem Haupt der Medusa“ von Benvenuto Cellini, die Skulpturengruppe „Raub der Sabinerinnen“, „Herkules und Nessos“ sowie andere bekannte Statuen.

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Über den Neptunbrunnen westlich des Palazzos, die Fontana del Nettuno, gehen die Meinungen auseinander. Die Florentiner waren nach der Fertigstellung alles andere als begeistert und spotteten über den Brunnen. Der große Michelangelo soll entsetzt gewesen sein. Der Brunnen entstand anlässlich der Hochzeit von Francesco de´ Medici mit der Prinzessin Johanna von Österreich im Jahre 1565. Das Gesicht des Meeresgottes Neptun soll dem des Cosimo I. de Medici ähneln - nicht ohne Grund, denn der Brunnen sollte die Seesiege des Vaters von Francesco verherrlichen.

Auch das bronzene Reiterstandbild, das Cosimo I. de Medici zeigt, ist vielleicht nicht unbedingt die große Kunst - wie das bei solchen Statuen, die Personen verherrlichen, öfter ist. Dieses Standbild steht ebenfalls auf der Piazza della Signoria. Cosimo I. setzte die Interessen von Florenz im 16. Jahrhundert gegenüber den anderen Stadtstaaten in Italien rücksichtslos mit militärischen Mitteln durch. Er war es auch, der die führenden Köpfe der Opposition auf der Piazza della Signoria öffentlich hinrichten ließ.

Der Palazzo Vecchio, der Palast der Medici

Der jetzige Name des Palastes – der Alte Palast – geht auf die Medici zurück, wenngleich die wichtigste Familie von Florenz nur relativ kurze Zeit mit dem Gebäude zu tun hatte. Vorübergehend, bis zum Umzug in den Palazzo Pitti, diente er den Medici als Wohnstätte. Den Begriff „Palast“ fanden wir – zumindest was das Äußere betraf – allerdings nicht ganz passend. Das wuchtige und wehrhafte Bauwerk ähnelt eher einer mittelalterlichen Burg. Diesen Eindruck verstärken noch die Zinnen sowie der Turm.

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Verwunderlich ist das nicht, denn das Gebäude diente zuerst als Sitz des Parlaments der Republik Florenz, wobei die Abgeordneten hier auch übernachteten. Um sich vor Unruhen zu schützen, musste der Bau wehrhaft sein. Sehr deutlich zu erkennen ist das am Untergeschoss, in dem kaum Fenster vorhanden sind. Von dieser Regierung – der Signoria – kam auch der erste Name „Palazzo della Signoria“, heute trägt diesen Namen der Platz um den Palast. Bemerkenswert ist der dezentral angeordnete und immerhin 94 Meter hohe Turm. Erbaut wurde der Palazzo Vecchio von 1299 bis 1314. Nachdem Herzog Cosimo I. de Medici das Gebäude um 1540 zu seinem Regierungspalast umfunktionierte begannen umfangreiche Umbauten und Erneuerungen.

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Sehr schön fanden wir den frei zugängigen Innenhof, der von einem reich verzierten Arkadengang gesäumt ist. In der Mitte steht ein kleiner Brunnen, der allerdings nicht mehr sprudelt. Der wohl beeindruckendste Raum im Gebäude ist der Saal der Fünfhundert, ein gewaltiger Raum mit einer Kassettendecke. Ursprünglich waren die Wände des Saales mit Fresken von Michelangelo und Leonardo da Vinci bemalt, doch Ende des 16. Jahrhunderts wurden sie durch Vasari umgestaltet. Sehr sehenswert sind auch die anderen Säle des Palazzos, die Kapelle der Großherzogin und das Studierzimmer von Francesco I.

Die Uffizien, das berühmteste Museum von Florenz

Die Uffizien, die Galleria degli Uffizi, gelten als eines der ältesten und wichtigsten Kunstmuseen der Welt. Es ist nicht die absolute Zahl der hier vorhandenen Kunstgegenstände, die ist in einigen Museen bedeutend höher. Was die Uffizien jedoch so einmalig macht sind der Wert und die geballte Geltung der etwas mehr als 2000 Gemälde und Skulpturen, die durchweg von den größten Meistern der Kunstgeschichte stammen.

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Die Galleria degli Uffizi ist das meistbesuchte Museum Italiens, jedes Jahr werden hier mehr als 1,5 Millionen Besucher gezählt. Was das für eine solch relativ kleine Stadt wie Florenz bedeutet, kann sich wohl jeder selbst ausmalen. Die Schlangen vor dem Museum sind extrem, die Wartezeiten sind es oft auch, denn aus Sicherheitsgründen werden jeweils nur 660 Besucher gleichzeitig eingelassen. Man sollte tunlichst darauf achten, beim Warten nicht in die falsche Schlange zu geraten, denn davon gibt es drei: eine Warteschlange für die „normalen“ Besucher, eine für Gruppen sowie eine für Besucher mit Voranmeldung. Auf diesen vorher gebuchten Tickets ist zwar eine bestimmte Einlasszeit vorgegeben, doch würden wir jedem empfehlen, diese Voranmeldung möglichst zu nutzen. Sonst kann es passieren, dass man Stunden vor dem Museum zubringt und im schlimmsten Fall vielleicht sogar gar nicht mehr hineinkommt.

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Den Auftrag für die Einrichtung des Museums vergab natürlich ein Medici. Cosimo I. de Medici war es, der 1560 das Gebäude der Uffizien vom großen Baumeister Vasari als Verwaltungskomplex der Großherzöge der Toskana errichten ließ. Francesco de Medici begann schließlich mit der Sammlung bedeutender Kunstwerke und legte so den Grundstein für eines der bedeutendsten Museen. Die Schwester des letzten Medici-Großherzogs schenkte der Stadt Florenz 1737 das Gebäude mitsamt der Kunstsammlung.

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In den Uffizien ist noch heute eine Sammlung antiker Skulpturen von Weltgeltung zu sehen, doch seinen eigentlichen Ruf erwarb das Museum mit der unvergleichlichen Gemäldegalerie. Was hier an weltberühmten Künstlernamen und Werken auftaucht lässt sich mit Worten nur schwer ausdrücken, das muss man einfach gesehen haben. Wir mussten uns trotzdem sehr einschränken, denn mit einem einmaligen Besuch lässt sich eben nur ein Bruchteil der Werke erfassen. Man brauchte mindestens eine Woche Zeit oder mehr um alle Gemälde in sich aufzunehmen – aber wer hat die schon...

Dieser ganzen Pracht im Inneren steht ein verhältnismäßig schmuckloses Äußere gegenüber, ein imposantes Gebäude ist es dennoch. Der Innenhof, durch den man von der Piazza della Signoria zum Ufer des Arno gelangt, wird auf beiden Seiten durch lange Arkadengänge flankiert. Hier sind fast immer fliegende Händler anzutreffen, ebenso wie Kleinkünstler. In den Stützpfeilern der Arkaden befinden sich Nischen mit Skulpturen berühmter Persönlichkeiten, die alle eine enge Beziehung zu Florenz hatten. Hier wurde uns wieder bewusst, welche Macht und Bedeutung die Stadt einmal hatte. Die Namen der Persönlichkeiten reichen von Dante Alighieri – dem Autor der „Göttlichen Komödie“ - über Amerigo Vespucci, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei bis zu Michelangelo Buonarotti. Die Liste ließ sich noch fortsetzen, doch sicher bringt das Aufzählen aller Namen nicht so viel.

Die Museen um die Piazza della Signoria

An der Piazza della Signoria und in der näheren Umgebung sind eine ganze Reihe interessanter Museen zu finden. An die Uffizien grenzt das Gebäude des Museo Galileo an. Dieses Museum ist dem großen Astronomen Galileo Galilei gewidmet, der aus der Nähe von Florenz stammt. Untergebracht ist es in einem der ältesten Gebäude der Stadt, dem ehemaligen Palazzo Castellani. Sehenswert ist die Sammlung von über 5000 Geräten und Instrumenten, vorrangig aus dem 16. Jahrhundert. Mehrere der Räume sind zum Thema Galilei ausgestattet. So gibt es hier die gebrochene Linse zu sehen, mit der er die Planeten des Jupiter entdeckte sowie zwei seiner Teleskope. Vielleicht etwas makaber ist der ausgestellte rechte Mittelfinger des Astronomen, der nach seinem Tod abgetrennt wurde.

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Direkt an der Piazza della Signoria steht das Gebäude, in dem das Museo Gucci untergebracht ist. Das ist bestimmt für Leute sehenswert, die sich für Mode interessieren, war aber für uns weniger von Bedeutung. In dem Museum geht es um die Geschichte des Labels Gucci. Ein Stück weiter kommt man zum ältesten Gebäude von Florenz, das schon um 1255 erbaut wurde.

Nach einer bewegten Geschichte als Sitz des Stadtoberhauptes, Gefängnis und Folterkammer dient es seit 1865 als erstes Nationalmuseum Italiens. Das Museo Nazionale del Bargello ist sowohl als ältestes Gebäude mit einem sehenswerten Innenhof mit Arkadengängen interessant, aber auch wegen seiner umfassenden Kunstschätze, die hier gezeigt werden. Auch von dem wohl berühmtesten Florentiner, dem großen Michelangelo, sind im Museum verschiedene Werke zu sehen. Von den anderen berühmten Künstlern, die hier vertreten sind, seien als Beispiel Donatello, Brunelleschi, Cellini und Giambologna genannt.

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