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In den Parks und Städten im Südwesten Südafrikas

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Südafrikas Südwesten ist vor allem durch Kapstadt, die Kap-Halbinsel und das Weinbaugebiet mit der Garden Route bekannt. Das sind die bevorzugten Touristenziele, die alljährlich von Millionen Besuchern okkupiert werden. Doch der Südwesten des Landes hat noch einiges mehr zu bieten, oft etwas abseits der am meisten befahrenen Strecken. Die Cederberge sind eines dieser Ziele, die noch relativ wenig Gäste anlaufen. Auch der Karoo Nationalpark gehört zu diesen Zielen der „2. Kategorie“, sicher etwas zu Unrecht. Wir müssen zugeben, mit vielen der bekannteren Touristenziele Südafrikas können diese Gebiete nicht mithalten, die Landschaft ist herb und die Tierwelt im Vergleich zu anderen Nationalparks – wie Krüger-Park, Addo Elephant Park oder Hluhluwe-Umfolozi - eher karg. Trotzdem, ein Abstecher lohnt, nicht zuletzt weil diese Gebiete nicht so überlaufen sind wie die Top-Ziele.

Die Cederberge, wildromantische Berglandschaft

Die Bergkette der Cederberge reicht über rund 100 Kilometer vom Ort Clanwilliam im Norden bis nach Ceres im Süden. Ihren Namen erhielten die bis zu 2027 Meter hohen Berge von der Clanwilliam- Zeder, einer besonderen Art der Zedernbäume, die diese Gegend dominierten. Heute sind sie jedoch kaum noch zu finden, nur in abgelegenen Höhenlagen gibt es noch eine größere Anzahl der Bäume. Die bevorzugte Zeit für Aufenthalte in den Cederbergen sind das Frühjahr und der Herbst. Die Sommer sind extrem heiß, 40 Grad Celsius sind hier keine Seltenheit. Der Winter ist dagegen oft nass und sehr kalt, Frost und Schnee sind hier durchaus möglich.

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Im Cederberg Wilderness Area, dem etwa 71.000 Hektar großen Naturpark, gibt es mehrere Camps, Farmen und Lodges, in denen Unterkünfte angeboten werden. Dort bietet man den Gästen auch meist Touren zur Tierbeobachtung an. Die Tierwelt der Cederberge kann aber bei weitem nicht mit der solcher Parks, wie Krüger, Addo oder Hluhluwe mithalten. Das Pfund mit denen die Cederberge wuchern ist die wildromantische Landschaft, durch die einige Wanderwege führen. Die oft bizarr geformten roten Sandsteinfelsen, Wasserfälle und bewaldete Schluchten sind ein Dorado für Naturfreunde.

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Für einen längeren Aufenthalt fanden wir die Cederberge jedoch nicht geeignet, es sei denn, man möchte lange Wanderungen über einige Tage durchführen. Die Cederberge waren schon in früher Vorzeit von den San, den Buschmännern, und den Khoi bewohnt. So findet man an verschiedenen Stellen an den Felsen alte Buschmann-Zeichnungen und -gravuren.

Viele Besitzer der Lodges und Gästefarmen haben sich wegen der doch etwas eingeschränkten Möglichkeiten einiges zur Unterhaltung der Gäste einfallen lassen. Oft werden Ausritte auf Pferden angeboten, auch Klettermöglichkeiten, Paddel-Touren auf den Flüssen oder einfach eingerichtete Badestellen gehören zu den Angeboten.

Karoo Nationalpark

Die Karoo ist eine karge, trockene Landschaft, die sich in einer gewaltigen Ausdehnung über Südafrika hinzieht. Immerhin nimmt sie etwa ein Drittel des Landes ein. Der Großteil dieser Landschaft ist eben, unterbrochen von einigen schroffen Bergen. Ebenso wie in den Cederbergen ist das Klima ziemlich unberechenbar und manchmal extrem. Im Sommer klettert das Thermometer oft über 40 Grad Celsius, Die Winter können kalt werden, Minustemperaturen sind keine Seltenheit. Niederschläge gibt es wenig, und wenn, dann meist Im Februar und März.

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Der vorrangig touristisch erschlossene Teil der Karoo ist der über 100 Quadratkilometer große Karoo Nationalpark. Wir hatten unser Quartier im Hauptcamp des Parks bezogen, von dem aus wir dann einige Ausflüge per Fuß und per Auto starteten. Am Ankunftstag blieb nicht allzu viel Zeit für längere Touren und so nutzten wir die Wanderpfade auf dem Terrain des Camps. Kurz aber sehr interessant ist der Fossil Trail, ein 400 Meter langer Lehrpfad mit Saurier-Funden aus dieser Gegend. Etwas länger ist der 800 Meter lange Bossie Trail, auf dem 65 verschiedene Pflanzenarten zu sehen sind. Der 11 Kilometer lange Fonteintjieskloof Trail erfordert schon mehr Zeitreserve, hier muss man mit 4 bis 5 Stunden rechnen, da es relativ steil bergauf und bergab geht. Schließlich kann man sich noch für die dreitägige Tour über den Springbok Hiking Trail anmelden. Darauf hatten wir verzichtet, schließlich wollten wir mehr von Südafrika sehen.

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Auch die üblichen geführten Touren per Auto sind möglich, doch da fuhren wir lieber selbst. So konnten wir unsere Zeit nach unseren Wünschen einteilen und auch an besonders interessante Stellen zurück kehren. Zwei Rundfahrtstrecken für normale PKW gibt es im Park, doch begeistert waren wir nur von der großen Tour, einer Landschaftsfahrt über einen Berg mit dem Klippspringer Pass und dann entlang einer großen Ebene mit der Chance der Tierbeobachtung. Wer hier allerdings die großen Herden einiger anderer Parks erwartet, wird enttäuscht werden. Es sind vorrangig einzelne Huftiere oder kleine Gruppen, auch Strauße, Klippspringer u.a. zu sehen. Zwar hat man im Park auch wieder Löwen, Büffel und Nashörner angesiedelt, doch die tauchen praktisch nie an der Straße auf. Es sind nur 52 Kilometer, aber da die Geschwindigkeit auf maximal 40 km/h begrenzt ist und garantiert der eine oder andere Halt für Tierbeobachtungen eingeplant werden muss, sollte man mindestens mit etwa drei Stunden für diese Tour rechnen.

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Die kleine Tour führt über 12 Kilometer zu einem eingegrenzten Areal mit Schwimmbad. Davon waren wir jedoch eher enttäuscht, denn weder die Landschaft noch die anzutreffenden Tiere „rissen uns von den Sitzen“. Durch den Park verlaufen noch einige weitere Routen, doch die sind Fahrzeugen mit Allrad-Antrieb vorbehalten – waren für uns also tabu. Von Allrad-Fahrern hatten wir aber gehört, dass diese Routen nicht wesentlich mehr an Sehenswertem versprechen.

Etwas versteckt an der großen Route sind noch zwei erhalten gebliebene Hyena Traps zu sehen. Auf den ersten Blick sind das aufgeschüttete Steinhaufen mit einem Eingang aus größeren Schieferplatten. Die früher hier ansässigen Farmer versuchten damit ihre Schafe vor den Hyänen zu schützen indem sie diese in die Falle lockten.

East London und die Strände

East London ist mit seinen etwa 135.000 Einwohnern eine der größeren Städte Südafrikas, kann allerdings mit den großen Metropolen Johannesburg, Durban und Kapstadt nicht mithalten. Das eigentliche Zentrum der Stadt ist auch eher begrenzt, die wenigen Straßen lassen sich bequem per Fuß erkunden. Wir hatten uns hier auch gut zurecht gefunden, denn die schachbrettartig angelegten Straßen sind übersichtlich und auf einer Seite vom Indischen Ozean begrenzt.

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Die Stadt erschien ganz gepflegt, doch wirkliche Sehenswürdigkeiten waren nur wenige zu finden. Eine Augenweide war jedoch das Rathaus East Londons Das schmucke rot-weiße Gebäude beeindruckte uns ziemlich, besonders auch der hoch aufragende Turm. Er wurde anlässlich eines Regierungsjubiläums von Queen Victoria erbaut. Vor dem Rathaus steht ein Reiterdenkmal, das der Erinnerung an die Toten der Burenkriege dient. Ein weiteres Denkmal ist Steve Biko gewidmet, einem schwarzen Studenten, der vom Apartheid-Regime ermordet wurde. Schließlich ist noch eine Büste von Bischof Tutu zu sehen.

Das eigentliche Highlight East Londons ist der Indische Ozean mit drei fantastischen Sandstränden. Das Baden ist hier ein Vergnügen und auch die Surfer haben die Strände für sich entdeckt. Am Shipwreck Beach verläuft eine Strandpromenade, auf der an den meisten Tagen Trubel herrscht. Den Namen „Schiffswrack-Strand“ erhielt der Ort wegen der vielen Schiffe, die hier auf Grund liefen – insgesamt 82. Das Aquarium zeigt zahlreiche Meerestiere, u.a. auch Weiße Haie. Zweimal täglich gibt es eine Show mit Seehunden.

Graaff- Reinet, die „Perle der Karoo“

Das kleine Städtchen, das aber durch seine inzwischen schmucken Townships immerhin etwa 40.000 Einwohner zählt, hatten wir für einen kurzen Zwischenstopp auserkoren. Neugierig waren wir durch die Bezeichnung „Perle der Karoo“ geworden und laut Reiseführer sollte hier Südafrikas größte Zahl an denkmalgeschützten Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen stehen.

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Den Aufenthalt hatten wir nicht bereut, Graaff-Reinet zeigte sich von seiner besten Seite, auch wenn eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten – die Drostdy – gerade saniert wurde und gesperrt war. Auch die Stretcht´s Court, eine Gasse mit Kopfsteinplaster und kleinen Häuschen, die als Sklavenunterkünfte dienten, konnten wir deshalb nicht sehen. Die große Zahl schmucker Häuser, vorrangig im Kapholländischen Stil, versöhnten uns jedoch wieder etwas.

Graaff-Reinet ist auch eine Stadt der Museen, wobei wir nicht glauben, dass man jedes davon gesehen haben muss. Mehr etwas für Spezialisten ist z.B. The Old Residency, ein typisches Stadthaus des 19. Jahrhunderts. In ihm ist eine Sammlung von Sportwaffen zu sehen, außerdem Informationen zum englischen Midland Regiment. Mindestens genauso speziell ist die Sammlung des Urquardt House. Es war früher ein Hotel, heute zeigen die Bewohner Besuchern gern ihr Familienarchiv sowie die Möbel aus viktorianischer Zeit. Im Reinet House, dem früheren Pfarrhaus, gibt es ebenfalls Möbel zu sehen, außerdem Haushaltsgegenstände und Kinderspielzeug des 19. Jahrhunderts. In der Scheune werden landwirtschaftliche Geräte gezeigt.

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Am interessantesten ist sicher noch das Old Library Museum mit alten Bildern aus Südafrika. Der Fotograf William Roe hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Land bereist, seine faszinierenden Fotos sind hier ausgestellt. Außerdem gibt es die geologisch-paläontologische Abteilung mit Millionen Jahre alten Funden. So werden vor allem Kinder von den Fundstücken der Saurier fasziniert und begeistert sein.

Von den zahlreichen sehenswerten Gebäuden der Stadt sind speziell die historische Apotheke, die Kirche sowie das Rathaus zu nennen. Die Graaf-Reinet Pharmacy präsentierte sich uns schmuck und frisch saniert. Das Rathaus an einer kleinen Grünfläche ist zwar architektonisch keine Besonderheit, bietet aber einen schönen Anblick. Gegenüber steht die Dutch Reformed Church- die Holländisch-Reformierte Kirche von 1886. Sie ist eine Nachbildung der Kathedrale von Salisbury.

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