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Sehenswürdigkeiten am Indischen Ozean

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Südafrika wird von zwei Ozeanen begrenzt, dem Atlantischen im Westen und dem Indischen im Osten. Während der Atlantische Ozean vom kalten Benguela-Strom beeinflusst wird, bringt der Agulhas-Strom warmes Wasser an die Küsten des Indischen Ozeans. So ist hier das Baden im Meer fast das ganze Jahr über möglich. Allerdings besteht oft auch die Gefahr, dass Haie an den Küsten auftauchen.

Entlang der Küste des Indischen Ozeans sind einige der schönsten Sehenswürdigkeiten Südafrikas zu finden, so der zauberhafte St. Lucia Lake, der zum UNESCO Welterbe ernannt wurde. Noch richtig wildromantisch und fern der Zivilisation ist die Wild Coast, deren Erkundung ein fantastisches Abenteuer ist. Daneben gibt es noch einige sehr sehenswerte Städte, angefangen von der Großstadt Durban bis zu etwas kleineren Orten, wie z.B. East London.

S. Lucia, die kleine Stadt am St. Lucia Lake

S. Lucia ist ein kleiner Ort an der Mündung des Kanals aus dem St. Lucia Lake in den Indischen Ozean. Besonders bei Südafrikanern ist er als Urlaubsziel beliebt, in den südafrikanischen Ferienzeiten sollte man deshalb den Besuch möglichst vermeiden. Hier gibt es schöne Strände am Ozean, doch keine Hai-Netze, so dass man auf eigene Gefahr badet.

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Das Highlight ist jedoch der angrenzende Greater St. Lucia Wetland Park mit Südafrikas größtem natürlichen Binnensee, dem Lake St. Lucia. Der 2500 km² große Naturpark wurde 1999 UNESCO Welterbe. Das war praktisch fünf vor zwölf, denn ein Bergbauunternehmen wollte hier Titan abbauen. Damit wäre eine der schönsten Naturlandschaften Südafrikas unwiederbringlich verloren gegangen.

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Von S. Lucia aus starten Schiffe zu einer rund zweistündigen Tour entlang des Sees. Diese Fahrt würden wir jedem empfehlen, denn abgesehen von den wunderschönen Landschaften gibt es Flusspferde zu sehen, außerdem eine beeindruckend vielfältige Vogelwelt. Der St. Lucia Lake bietet sowohl der Flora als auch der Fauna einen besonderen Lebensraum durch seine Mischung aus Salz- und Süßwasser. Die entsteht durch die Mündung der Flüsse Imfolozi, Hluhluwe und Mkhuze in den See, der wiederum mit einem 20 Kilometer langen Kanal mit dem Meer verbunden ist. Ansonsten ist der etwa 40 Kilometer lange und 10 Kilometer breite – aber nur 1 bis 2 Meter tiefe – See durch einen bewaldeten Dünengürtel vom Meer getrennt.

Shakaland, das Dorf der Zulus

Ein Stück im Landesinneren findet man eine Sehenswürdigkeit, über die die Meinungen weit auseinander gehen. Shakaland ist ein Freilichtmuseum mit folkloristischen Vorführungen aus dem Leben der Zulu. Während die absoluten Gegner dieses Projekts von einem „Menschenzoo“ sprechen sind die Anhänger begeistert und weisen darauf hin, dass damit die Kultur der Zulus nicht endgültig verloren geht. Wir waren etwas unschlüssig, wohin wir tendieren sollten. Einerseits ist das gezeigte Dorf mitsamt des Dorflebens schon sehr folkloristisch orientiert, andererseits gibt es ansonsten immer weniger Gelegenheit, die Kultur dieses berühmten afrikanischen Stammes zu erleben. Nebenbei entstanden mit Shakaland auch eine ganze Reihe Arbeitsplätze, was in dieser Region Südafrikas nicht unwichtig ist.

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Shaka war der wohl berühmteste Häuptling der Zulu, jenes kriegerischen Stammes, der auch noch heute stolz auf seine Traditionen ist. Unter der Führung des um 1785 geborenen Shakas erlangten die Zulus die Oberherrschaft über riesige Gebiete des heutigen Südafrika. Davor waren sie ein kleiner relativ unbedeutender Clan. Mit seiner Kreativität - so ließ er den gefürchteten kurzen Stoßspeer mit langer Klinge, der die Zulus im Nahkampf fast unbesiegbar machte, entwickeln. Auch taktisch war er jedem großen Feldherrn ebenbürtig. Als erster afrikanischer Häuptling führte er ein militärisches Training seiner Truppen ein. Es gab bei den Zulus sogar Uniformen und eine überaus strenge Ordnung.

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Doch neben seinem zweifellosen Genie war Shaka auch ein Tyrann und einer der ersten, die auch Kinder in der Schlacht einsetzten. Tyrannen leben meist gefährlich, und so wurde ein blutiger Akt der Anfang vom Ende. Nach dem Tod seiner Mutter wurden auf Befehl Shakas 7000 Untertanen hingerichtet. Dazu befahl er, dass die Zulus als Zeichen der Trauer um seine Mutter drei Monate lang hungern mussten. Seinen Gegnern war dies ein gelungener Anlass, gegen Shaka vorzugehen. Sein Halbbruder Dingane erstach Shaka und wurde dessen Nachfolger.

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Für die Fernsehserie „Shaka Zulu“ baute man ein Zulu-Dorf nach, das nach Abschluss der Dreharbeiten nicht abgerissen wurde, sondern seitdem als Freilichtmuseum mit Folklore-Vorführungen dient. Im Eintritt zum Shakaland ist die Vorführung von traditionellen Tänzen, der Besuch des Zulu-Krals mit Erläuterungen zur Lebensweise und Kultur sowie ein traditionelles Essen enthalten. Etwas vorsichtig sollte man jedoch mit dem angebotenen Zulu Bier sein. Der Häuptling und einige Frauen führen das Brauen des Hirse-Biers vor und lassen die Besucher dann kosten. Wir hatten zwar nur einen kleinen Schluck genommen, doch das Ergebnis waren trotzdem Bauchschmerzen. Es kommt ja nur darauf an, die Gastgeber nicht zu beleidigen, so reicht auch das symbolische Nippen.

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Von Shakaland ist es nicht weit bis zum Indischen Ozean und zum kleinen Städtchen Ballitoville. Dieser überaus beliebte Ferien- und Badeort liegt rund 45 Kilometer nördlich von der Großstadt Durban. Berühmt ist sein breiter und gepflegter Sandstrand an den fast das ganze Jahr über warmen Gewässern des Indischen Ozeans. Da hier auch Hai-Netze installiert sind, ist das Baden im Ozean relativ unbedenklich. Wir hatten bei unserem Besuch zwar einen sehr stürmischen Tag erwischt, doch der Faszination dieser Gegend tat das keinen Abbruch.

Wild Coast – Südafrikas wilde Küste

Die Wild Coast, die Wilde Küste, verdient diesen Namen wirklich, die Zivilisation ist zu diesem Küstenstrich zwischen Qolora Mouth und Port Edwards noch nicht richtig vorgedrungen. Das hat den großen Vorteil, dass es hier noch ziemlich ruhig ist und der Massentourismus seine Fühler noch nicht nach dieser Landschaft ausgestreckt hat. Auf den etwa 280 Kilometer Küste am Indischen Ozean gibt es nur wenige Ortschaften sowie nur eine Handvoll Unterkünfte. Wer relativ unberührte Natur sucht, der wird hier noch fündig.

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Das hat andererseits den Nachteil, dass die Erreichbarkeit dieser Küstenabschnitte auch eingeschränkt ist. Eine Straße entlang des Meeres existiert nicht, von der Hauptstraße, etwa 80 Kilometer im Landesinneren, gehen nur einige Stichstraßen zum Meer. Möchte man einen anderen Ort der Wild Coast erreichen, muss man zurück zur Hauptstraße und dann eine andere Stichstraße fahren. So braucht man ziemlich viel Zeit., obwohl die Orte eigentlich nur einige Dutzend Kilometer auseinander liegen. Die Straßen sind z.T. In einem sehr schlechten Zustand, im Gegensatz zu vielen anderen Straßen Südafrikas, so dass dies noch zusätzlich Zeit kostet.

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Zu Fuß kann man aber entlang der Küste laufen, es existiert ein offizieller Wanderweg, der die gesamte Wild Coast einschließt. Dafür braucht man jedoch einige Tage, die Urlaubsplanung müsste darauf abgestimmt sein. Die Landschaft hätte uns für solch eine Tour gereizt, doch dann wären andere Ziele weggefallen. So hatten wir uns entschlossen, zwei Orte der Wild Coast anzusteuern und von hier aus etwas die Umgebung zu erkunden. Es hat sich gelohnt, sowohl die Küste selbst als auch die Landschaft im Landesinneren fanden wir traumhaft.

Unser erstes Ziel war Coffee Bay, ein kleiner Ort direkt am Ozean. Zum etwas skurrilen Namen gibt es wieder eine Geschichte, die sogar wahr sein könnte. Hier soll einmal ein Schiff mit einer Ladung Kaffeebohnen gestrandet sein. Die Bohnen wurden an den Strand gespült und in der Folge wuchsen hier Kaffeesträucher, die allerdings nach einiger Zeit eingingen.

Schon die knapp 90 Kilometer Fahrt von der Hauptstraße nach Coffee Bay war ein Erlebnis. Die mit Löchern gespickte Straße führte uns durch eine wunderbare Hügellandschaft, in der verstreut jede Menge Hütten standen. Ortschaften waren nicht auszumachen, die Hütten verteilten sich bis zum Horizont. Die Gegend ist das Land der Xhosa, eines Bantu-Volkes, das jedoch zahlreiche der typischen Klicklaute der San in seine Sprache aufgenommen hat. Die ursprünglichen Rundhütten sind noch oft zu sehen, doch inzwischen gibt es auch achteckige und „ganz normale“ viereckige.

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Coffe Bay ist noch heute ein verschlafener Ort, in dem sich – auf Afrika abgewandelt - „die Schakale Gute Nacht sagen“. Der Strand ist jedoch zauberhaft, ebenso die Landschaft an dieser Küste. Baden ist hier gut möglich, denn der Sandstrand in der Lagune ist breit und ohne Steine. Direkt neben dem Ort ragen steile hohe Felsen ins Meer, die Mapuzi Cliffs. Die Attraktion dieser Gegend ist jedoch das Hole in the Wall, ein der Küste vorgelagerter Felsen, in den das Meer ein riesiges Loch gewaschen hat.

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Ein Wanderweg führt entlang der Küste von Coffee Bay hierher. Doch das sind immerhin 12 Kilometer, die man dann ja auch wieder zurück laufen muss. In einigen Reiseführern ist zu lesen, dass eine unbefestigte Straße zum Hole führt, man also mit dem Auto fahren kann. Prinzipiell stimmt das, aber wir wurden dringend davor gewarnt. Statt dessen bot das Ocean View Hotel, in dem wir wohnten, eine geführte Tour per Jeep an. Wir waren sehr froh, dieses Angebot angenommen zu haben, denn selbst mit einem Geländewagen ist die „Straße“ zum Hole in the Wall eine Herausforderung und nur etwas für sehr wagemutige und geübte Geländefahrer. Ohne 4x4 kommt man keine zwei Kilometer weit. Die Tour sollte man auf jeden Fall unternehmen, denn schon der Anblick des Felsens mit dem gewaltigen Loch ist unvergesslich. Zudem kann man auch am Fuße des Felsens baden.

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Unser zweites Ziel an der Wild Coast war Port St. Johns, die Hauptstadt dieser Gegend, der ehemaligen Transkei. Wer nun eine pulsierende Stadt erwartet, wird jedoch enttäuscht werden. Port St. Johns ist ein ebenso verschlafenes Nest wie Coffee Bay, aber ebenso mit einer wunderbaren Umgebung. Nahe des Ortes mündet der Umzimvubu River ins Meer und bildet hier eine Lagune mit üppiger subtropischer Vegetation. Immergrüne Regenwälder und Mangrovensümpfe bieten besonders der Vogelwelt ein gutes Revier. Angeboten werden Touren in die Mangrovensümpfe mit dieser besonderen Fauna und Flora. Auch Wanderwege entlang des Indischen Ozeans und durch die Hügellandschaft gibt es einige.

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Es hätte uns auch sehr gereizt, Ausflüge in die Naturreservate an der Wild Coast zu unternehmen, Das Dwesa Nature Reserve, das Hluleka Nature Reserve und das Mkambati Nature Reserve gelten noch als Geheimtipp und sind noch bei weitem nicht so überlaufen wie z. B. der Krüger-Park. Allerdings reichte dafür die Zeit nicht, denn durch die Straßenverhältnisse hätten wir für jedes Reservat mindestens einen Tag gebraucht. Sollten wir wieder einmal nach Südafrika kommen, stehen diese Naturparks aber auf jeden Fall auf unserer Liste.

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