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Tierbeobachtung in den Nationalparks Südafrikas

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Den Krüger Nationalpark kennt in Europa so gut wie jeder – zumindest vom Hörensagen. Er ist neben der Serengeti der wohl berühmteste Nationalpark mit freilebenden Wildtieren in Afrika, wenn nicht sogar in der ganzen Welt. Eine Südafrikareise ohne den Besuch des Krüger-Parks ist so gut wie unvorstellbar. Das ist verständlich, denn der Wildreichtum und die Größe des Parks - der inzwischen im Verbund mit anderen anschließenden Parks über mehrere Länder verläuft – ist legendär und für Touristen aus Europa so etwas wie das Non–Plus-Ultra.

Doch die Nationalparks Südafrikas sind weitaus vielfältiger und nicht nur auf den berühmten Krüger-Park beschränkt. Dabei gibt es Parks, in denen die Landschaft die Hauptrolle spielt, aber auch Parks, in denen die Wildtierbeobachtungen Priorität haben. Unter diesen Wildparks sind einige, die zwar nicht den großen Namen des Krüger-Parks haben, aber durchaus mit ihm mithalten können, auch wenn sie um einiges kleiner sind. Dazu zählen der älteste Nationalpark Südafrikas - der Hluhluwe-Imfolozi Park –, der Mountain Zebra Nationalpark und der Addo Elefanten Nationalpark.

Die Wildtierparks Südafrikas sind das ganze Jahr über interessant und sehenswert. Trotzdem lohnt die Überlegung, wann man sie besucht. Natürlich ist das von der gesamten Reise abhängig, doch wenn man die Auswahl hat, kann man den Zeitpunkt je nach dem gewünschten Hauptziel der Reise ausrichten. Steht dabei die Tierbeobachtung an erster Stelle, ist es sinnvoll, die Tour in die afrikanischen Wintermonate Juli/August zu legen. Dann ist das Grün weitgehend verschwunden, die Landschaft ist trocken und die Tiere sind auf die großen Wasserstellen angewiesen. Man hat viel mehr Chancen, beeindruckende Tiere zu sehen, als in den grünen Monaten.

Ein kleiner Wermutstropfen sind die Gebühren, die für jeden Tag des Besuchs in den Nationalparks verlangt werden. Doch ist das natürlich auch verständlich, denn der Erhalt der Parks kostet eine Unmenge. Im allgemeinen muss man mit etwa 10 bis 20 Euro pro Person und Tag rechnen. Es gibt verschiedene Arten von Wild Carts, mit denen man dann ein Jahr lang freien Eintritt in eine große Anzahl der Parks hat. Man sollte jedoch genau rechnen, denn die Karten rentieren sich nur, falls man wirklich öfter und lange in den Parks ist.

Der Krüger-Park, Südafrikas berühmtes Wildreservat

Es wird kaum jemand schaffen, Südafrikas berühmtestes Wildreservat Krüger-Park in seinem Urlaub zu erkunden, dazu ist er einfach zu groß. Seit 2002 zusammen mit Mosambik und Simbabwe ein Parkverbund geschaffen wurde, ergibt sich eine Fläche von der Größe Portugals. Der Krüger-Park allein ist zwar um einiges kleiner, doch mit knapp 20.000 km² immer noch so groß wie Rheinland-Pfalz.

Alles begann 1884, als der Präsident Transvaals - der Bure Paul Kruger – die Idee aufbrachte, ein Wildschutzgebiet einzurichten. Im Jahre 1898, drei Jahre nach der Eröffnung des Hluhluwe-Parks, wurde ein kleines Gebiet um den Sabi-Fluss Schutzgebiet. Der Nationalpark, der den Namen Krugers erhielt, wurde dann 1926 offiziell eingeweiht und hat sich im Laufe der Zeit zu einem der beliebtesten Nationalparks entwickelt. Jährlich sind es etwa 1,5 Millionen Touristen, die dem Park einen Besuch abstatten. Der sollte nicht kürzer als mindestens drei Tage sein, ansonsten bekommt man von den Schönheiten des Krüger-Parks nur wenig mit.

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Sowohl Landschaft als auch die Tierwelt des Krüger-Parks sind beeindruckend. Eine Mischung aus ebener Grassteppe und hügeliger Baumsavanne, durchzogen von mehreren Flussläufen, sorgt für eine enorme Artenvielfalt. So findet man auf dem Parkgelände mehr als 2000 Pflanzenarten, davon etwa 500 Arten an Bäumen und Sträuchern. Auch die Tierwelt ist beeindruckend, rund 500 Vogelarten, mehr als 100 Reptilienarten, jede Menge Insektenarten und eine große Anzahl Säugetierarten sind im Park vertreten. Für die Touristen besonders aufregend sind dabei natürlich die „Big Five“ - Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden – aber auch die enorme Zahl an Huftieren, Affen und Greifvögeln sorgen für ein bleibendes Erlebnis. Der gute Naturschutz hat allerdings auch Schattenseiten. So nehmen einige Tierarten überhand – z.B. die Elefanten – von denen jedes Jahr einige geschossen werden müssen um das Gleichgewicht der Natur zu wahren.

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Wir hatten für unseren Besuch im Park den afrikanischen Winter gewählt. Im Juli war es tagsüber immer noch sehr warm, nachts kühlte es angenehm ab. Die Vegetation war ausgetrocknet, so dass es die Tiere zu den Wasserstellen zog und die Chancen zur Sichtung stiegen. Im Sommer – dem europäischen Winter – kann es mit bis zu 40 Grad Celsius extrem heiß werden, es regnet öfter und die Landschaft ist grün. Dadurch finden die Tiere auch abseits der Wasserstellen genügend Futter und Wasser. Großwild ist dann viel seltener zu sehen, als in den Wintermonaten.

Das es zu allen Jahreszeiten Glücksache ist, wie viel und welche Tiere man sichtet, merkten wir auf unserer Tour. Wir hatten zweimal eine geführte Tierbeobachtungstour mitgemacht und auf beiden beschränkte sich unsere „Jagdtrophäe“ auf ein Stachelschwein und einige Antilopen. Es sind eben Wildtiere, die sich nicht im geringsten darum scheren, welche Interessen die Touristen haben. Dafür hatten wir bei unseren Fahrten in eigener Regie ziemliches Glück. Elefanten kamen bis auf wenige Meter heran, auch Nashörner und Löwen zeigten sich und natürlich Affen, Giraffen, Zebras und viele andere.

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Wir hatten auf unserer Reise eine viertägige Tour durch den Krüger-Park integriert. Dabei ging es von Restcamp zu Restcamp, so dass wir ein großes Stück des Parks kennen lernten. Das fanden wir sinnvoller und interessanter, als ein Quartier außerhalb des Parks und dann jeden Tag in den Park zu fahren. Dazu kommt, dass für den Besuch des Krüger-Parks an den Toren eine Gebühr zu entrichten ist. Das kostet natürlich etwas Zeit, die wir nur einmal einplanen mussten. Im Vorfeld der Planung sollte man auch darauf achten, dass der Besuch nicht in die Zeit der südafrikanischen Ferien fällt. Dann ist fraglich, ob man überhaupt hinein kommt, denn die Zahl der Besucher ist auf 5000 pro Tag begrenzt. Außerdem herrscht dann ein Betrieb wie in einer Großstadt mit regelmäßigen Staus.

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Beim Fahren durch den Park sind einige Regeln zu beachten. Das Wegenetz darf auf keinen Fall verlassen werden. Die Straßen und Pisten sind allgemein in einem guten Zustand, wobei von den rund 2600 Kilometern etwa 1000 Kilometer asphaltiert sind. Aber auch auf den Pisten kann man meist mit PKWs ohne Allradantrieb fahren. Sinnvoll ist jedoch ein höher gebautes Auto, damit hat man eine bessere Sicht. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es auch im Park. Auf den Asphaltstraßen sind 50 km/h erlaubt, auf den Pisten 40 km/h. Daran sollte man sich tunlichst halten. Wir waren ziemlich erstaunt, als wir mitten im Park am Straßenrand eine Radarkontrolle entdeckten. Aber wir hielten uns natürlich an die Regeln, so dass wir nichts befürchten mussten.

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Es ist ebenfalls streng verboten, aus dem Auto auszusteigen. Ausnahmen gibt es einige an entsprechend markierten Parkplätzen. Dort empfiehlt es sich trotzdem, Türen und Fenster zu schließen. Weniger aus Angst vor Diebstahl, der kommt im Park kaum vor, die Gefahr kommt eher von den Freunden, den Affen. An einem dieser Parkplätze hörten wir plötzlich lautes Schreien zweier älterer Damen. Die hatten das Fenster ihres Autos offen gelassen und fanden es bei ihrer Rückkehr von mehreren Grünmeerkatzen okkupiert. Glücklicherweise gelang es den Affen nicht, den Wagen zu starten, aber er sah anschließend nicht mehr sehr sauber rund aufgeräumt aus.

Hluhluwe-Imfolozi, Südafrikas ältester Nationalpark

Zunächst einmal war dieser älteste Nationalpark Südafrikas für uns unaussprechlich. Wenn wir uns Mühe gaben, gelang es uns zumindest annähernd, dieses Wortungetüm einigermaßen verständlich auszusprechen. In etwa kann man sagen : Schlu schlu wi - Imfolozi. Den Zungenschlag der Einheimischen bekamen wir jedoch nicht hin, ein verständnisvolles Grinsen oder sogar lautes Lachen war die Antwort. Das war jedoch freundlich gemeint und mit der Anerkennung unserer komisch wirkenden Versuche.

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Es sind zwei Parks, die durch einen schmalen Korridor getrennt sind. Dabei sind die beiden Parks das drittgrößte Wildschutzgebiet Südafrikas, zusammen kommen sie auf knapp 1000 km². Hluhluwe entstand 1895, früher als der berühmte „Bruder“, der Krüger-Park. Allerdings war der Park lange umstritten und kam bei den Farmern überhaupt nicht gut an. Die gaben der Tsetse-Fliege die Schuld an Seuchen in ihren Rinderherden – sicher nicht unberechtigt. Aber sie machten auch die Wildtiere als Wirtstiere der Fliege verantwortlich und schossen trotz des Schutzstatus hunderttausende Wildtiere ab. Erst nachdem die Tsetse-Fliege nach 1945 durch DDT ausgerottet war, erholten sich die Tierbestände und konnten weiter wachsen.

Wir waren begeistert vom Park mit seinem hügeligen Gelände und dem starken Wildbestand, der eine Sichtung von Tieren sehr wahrscheinlich werden ließ. Da konnten wir uns überhaupt nicht beklagen, von den oft zu sehenden Gazellen über Giraffen und Zebras reichten die Tiere, die sich „in Positur stellten“. Zu den eher Seltenheiten, die wir hier zu Gesicht bekamen, zählten Nashörner, Büffel und Elefanten. Dann gibt es im Park noch Hyänen, Löwen, Leoparden und Geparden, Gnus und viele andere.

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Affen dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. Weit verbreitet sind hier Paviane, die wir öfter antrafen und aus ziemlicher Nähe beobachten konnten. Unser nachhaltigstes Erlebnis hatten wir jedoch mit Grünmeerkatzen. Wir waren ausdrücklich und intensiv gewarnt worden, keine Türen und Fenster offen zu lassen und auch das Auto immer zu verschließen, weil man ansonsten mit ziemlicher Sicherheit unerwünschten Besuch von den tierischen Verwandten erhält. Natürlich hielten wir uns daran und verschlossen brav die Türen unserer Unterkunft. Das war sicher clever, doch die Meerkatzen waren noch cleverer. Die Terrassentür war zwar verschlossen, doch wir hatten einen zusätzlichen Hebel übersehen. Die Meerkatzen nutzten das schamlos aus und so fanden wir bei unserer Rückkehr das blanke Chaos in der Unterkunft vor. Alle Schränke waren durchwühlt, die Tüten mit Zucker, Kaffee und Kaffeeweißer aufgerissen und die Reste in der ganzen Unterkunft verstreut. So richtig begeisterte es uns nicht, die Nacht in Betten zu verbringen, in denen es sich vielleicht vor kurzem mehrere Affen bequem gemacht hatten – aber das ist eben das Leben in der Wildnis...

Der Mountain Zebra Nationalpark, Heimat der Bergzebras

Die Bergzebras unterscheiden sich von ihren Verwandten, den Steppenzebras, durch den weißen Bauch, die rotbraune Nase und Streifen an den Füßen bis zu den Hufen. Außerdem sind sie kleiner als die Zebras der Steppe. Wegen ihres sehr schönen Fells waren die Bergzebras eine begehrte Jagdbeute und Anfang des 20. Jahrhunderts fast ausgerottet. Glücklicherweise erkannte man die Gefahr und leitete Schutzmaßnahmen ein. Eine war 1937 die Eröffnung des Mountain Zebra Nationalparks. Heute trifft man bei Fahrten durch den Park mit Sicherheit auf die eleganten Pferde.

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Doch die sind bei weitem nicht die einzigen Wildtiere des Nationalparks, auch Kuhantilopen, Oryx, Springböcke, Kudus und sogar Büffel zählen neben einigen anderen Arten zu den Huftieren, die man öfter zu Gesicht bekommt. Auch die Vogelwelt ist gut vertreten, so gibt es u.a. Singhabichte, Strauße und den Schwarzen Adler. Schon sehr viel Glück gehört aber dazu, Löwen, Nashörner oder Hyänen zu sichten. Sie kommen zwar im Park vor, doch sind sie sehr scheu. Das Gegenteil davon sind die Paviane und die Meerkatzen, die können unter Umständen ziemlich lästig werden. Deshalb wird überall davor gewarnt, Lebensmittel offen herumliegen zu lassen oder gar die Affen zu füttern.

Auf dem Gelände des Camps im Park gibt es einige Wanderwege, so dass auch Ausflüge zu Fuß möglich sind. Der eigentliche Reiz liegt aber in den Rundfahrten mit dem Auto. Mehrere dieser Routen sind Allradwagen vorbehalten und an einige Stellen kommt man nur per geführter Tour. So wurde u.a. eine Tour zur Geparden-Fütterung angeboten. Darauf hatten wir allerdings verzichtet, denn an einigen anderen Orten kann man ebenfalls Geparden und deren Fütterung erleben, ohne dass man dafür einen halben Tag einplanen muss.

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Wir fuhren lieber wieder mit unserem Mietwagen los, so konnten wir individuell planen und waren nicht auf andere Interessen angewiesen. Für Autos ohne 4x4 gibt es zwei Routen durch das Gelände des Parks. Die längere führt über leicht hügliges Gelände und vorbei an einer großen Ebene. Dort sammeln sich meist größere Tierherden, so dass die Chancen gut sind, viele und unterschiedliche Tiere zu sehen. Die zweite Route führt über die Berge. Diese Strecke hatte es in sich, mit unserem Mietauto waren wir mehrmals nahe daran, uns zu fragen, ob wir ohne Allradantrieb eigentlich weiterkommen. Im Endeffekt hatten wir es aber geschafft und waren im Nachhinein froh, nicht aufgegeben zu haben – zumal wir unterwegs eine größere Herde Büffel zu Gesicht bekamen.

Der Addo Elefanten Nationalpark, Domizil der Dickhäuter

Der Addo Elefanten Nationalpark war für uns die Krönung der Parks und stellte – zumindest unserer Ansicht nach - sogar den Krüger-Park in den Schatten. Das lag in erster Linie an den Elefanten, die im Park in großer Zahl vorkommen. Es sollen inzwischen mehr als 600 sein. Doch auch andere Tierarten sind hier gut vertreten, der Addo ist sogar der einzige Nationalpark in dem die „Big Seven“ - Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden, Büffel, Glattwale und Weiße Haie vorkommen. Letztere allerdings nur zu den Saisonzeiten dieser Tiere und sehen kann man sie nur, wenn man auch die Küstenteile des Parks besucht.

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Eine Besonderheit des Addo Elefanten Nationalparks ist die Aufsplitterung in acht Areale, die teilweise relativ weit von einander getrennt liegen. So umfasst das Gelände unterschiedliche Landschaften, wie Berge, Ebenen und einen großen Bereich der Küste. Auch Unterkünfte sind mehrere vorhanden, teils staatlich, teils privat. Es gibt Camps und Lodges im Park und außerhalb, darunter auch solche, die nur mit Geländewagen erreicht werden können. Die meisten Besucher steuern jedoch das Addo Main Camp an, das Hauptcamp mit dem wohl an Elefanten reichsten Teil des Parks.

Die Geschichte des Addo Elefanten Nationalparks begann wie so viele mit Interessengegensätzen. Die Farmer, die sich in dieser Gegend ansiedelten, sahen in den Elefanten große Konkurrenten, die ihre Felder verwüsteten. So wurden die Dickhäuter in enormer Zahl abgeschossen, bis schließlich nur 11 übrig waren. Doch zum Glück protestierte die Bevölkerung nun gegen dieses Abschlachten und forderte den Schutz der Tiere. 1931 richtete man einen 2000 Hektar großen eingezäunten Nationalpark ein, in dem sich die Elefanten prächtig vermehrten. Heute hat der Park inzwischen knappe 9000 Hektar und wird von mehr als 600 Elefanten bevölkert. Die Besonderheit dieser Population ist aber, dass sie auf die 11 Tiere zurück geht, die mit relativ kleinen Stoßzähnen ausgestattet waren. So haben die meisten Elefanten des Parks heute nur kleine Stoßzähne. Durch Integration von Elefanten aus dem Krüger-Park soll dieser „Makel“ korrigiert werden.

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Auch wir hatten unser Quartier im Main Camp bezogen. Dadurch ist der Zugang auf den entsprechenden Parkteil begrenzt. Doch das störte uns nicht weiter, denn die Tierbeobachtungen hier waren sensationell. Vom Camp aus kann man Autotouren durch den Park unternehmen, entweder per geführter Tour oder auf eigene Faust. Am Ankunftstag hatten wir uns entschlossen, eine geführte Tour zu nutzen. So konnten wir das Terrain etwas näher kennen lernen und uns die Stellen zeigen lassen, an denen mit größter Wahrscheinlichkeit ein „Jagderfolg“ zu erwarten ist. Das klappte auch, neben Warzenschweinen, Kudus und anderen kamen wir mitten in eine größere Herde Elefanten. Mitten hinein, das traf es vollends, denn die Elefanten zogen in nur knapp 2 Meter Entfernung am Auto vorbei. Das war ein Erlebnis, dass uns stark bewegte und das wir nie vergessen werden. Die Entscheidung für die geführte Tour als Einstand war also nicht schlecht, auch wenn alle Nachteile einer solchen Tour zutrafen : Die Zeit ist eng begrenzt und selbst bei den interessantesten Beobachtungen geht es weiter, möchte man vielleicht an einen besonders interessanten Ort zurück, hat man keine Chance. Das Ungünstigste waren aber die 30 Leute im Bus, die natürlich alle gut sehen wollten. So hingen wir schließlich weit hinaus gelehnt mit einer Hand an den Griffen des Autos und hatten trotzdem immer einen Kopf oder einen Arm mit Kamera vor uns.

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Also hatten wir eigentlich vor, am nächsten Tag auf eigene Faust loszufahren. Im Addo Elefanten Park gibt es aber noch eine sehr interessante Variante, es kann ein Guide gemietet werden, der im Auto der Gäste mitfährt, je nach Wunsch nur als Begleiter oder auch als Fahrer. Das hatten wir ausprobiert und waren total begeistert. Es war der absolute Glücksfall, denn dadurch, dass der Guide unser Auto fuhr, konnten wir uns voll auf die Landschaft und die Tiere konzentrieren. Außerdem kannte er sich natürlich bestens aus und wusste genau, wo und wann man mit relativer Sicherheit welche Tiere findet. Allein hätten wir sicher einige sehr gute Momente verpasst. Zudem waren die gemieteten 5 Stunden preisgünstiger als die 90 Minuten der geführten Tour.

Zur richtigen Zeit an der richtigen Wasserstelle wurden wir gewaltig beeindruckt durch drei große Herden Kaffernbüffel – insgesamt mindestens 200 Tiere – die nacheinander zum Wasserloch zogen, dort tranken und sich im Schlamm suhlten. Nach einem Abstecher in die Nähe der Küste fuhr unser Guide zum Wasserloch zurück, denn er wusste aus Erfahrung, dass nach den Büffeln die Elefanten ans Wasserloch kommen. Das Glück war uns hold, denn auch die Elefanten kamen in mehreren großen Gruppen ans Wasserloch, darunter einige Jungtiere.

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Das jüngste Elefantenkalb war gerade einmal zwei Tage alt. Der Guide hatte mit Gästen die Geburt gesehen, auch für ihn ein wirklich nicht alltägliches Erlebnis. Leider waren wir da noch nicht im Park – aber schließlich kann man nicht alles haben. Auch so wurde dieser Tag für uns unvergesslich, auf Tuchfühlung mit zahlreichen wilden Büffeln und Elefanten ist man als Europäer höchst selten. Zum Abschluss der Tour präsentierten sich uns noch zwei Löwen, doch die waren schlichtweg müde.

Eine weitere Tour unternahmen wir am Nachmittag allein. Immerhin wussten wir nun, welche Stellen gute Chancen boten. Elefanten und Büffel trafen wir auch an, doch das Erlebnis der Tour mit dem Guide war nicht zu übertreffen. Die Parkverwaltung bietet Selbstfahrern einen guten Service, auf einer Tafel werden jeden Morgen die Stellen angezeigt, an denen Großwild gesichtet wurde. So kann man dorthin fahren und mit etwas Glück Elefanten, Büffel, Nashörner oder Löwen beobachten.

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