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Südafrika Inhalt | Allgemeine Informationen | Geschichte Südafrikas | Flora und Fauna | Hotels und Unterkünfte | Kapstadt | Kap der Guten Hoffnung | Touren in den Drachenbergen | Sehenswürdigkeiten am Indischen Ozean | Parks und Städte im Südwesten | Nationalparks | Reiseführer und Literatur | Wetter und Klima | Weitere Informationen

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Kapstadt – die Perle Südafrikas

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Kapstadt gilt allgemein als eine der schönsten Städte weltweit, und das sicher nicht zu Unrecht, wie wir uns überzeugen konnten. Eine derart junge Stadt kann natürlich nicht mit zahlreichen alten historischen Bauten aufwarten, wie es z.B. Paris oder London bieten können. Aber die meist modernen Gebäude der Innenstadt von Kapstadt sind angenehm anzusehen und das eine oder andere Juwel ist auch dabei. Ganz besonders zählt dazu die Victoria & Alfred Waterfront, das aufgepeppte Viertel um den Hafen.

Der enorme Reiz der Stadt liegt jedoch vor allem an den wunderbaren Gegensätzen zwischen dem Atlantik mit seinen Stränden und den Bergen, die direkt in die Stadt hinein ragen. Der berühmteste, der Tafelberg, ist zum Wahrzeichen Kapstadts geworden und einer der Hauptgründe für den jährlichen Ansturm der Touristen. Doch auch die anderen, der Signal Hill, der Devil´s Peak und die Twelve Apostels bieten einen zauberhaften Anblick von der Stadt sowie einen wunderbaren Ausblick auf sie.

Diese Lage zwischen Meer und Bergen ist der Hauptgrund, warum Kapstadt nicht ins Unermessliche wächst. Hier setzt die Natur einfach natürliche Grenzen. So ist die Kernstadt relativ übersichtlich und durch den schachbrettartigen Aufbau auch überschaubar. Zudem ist sie ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zur Kap-Halbinsel und in die Weingebiete der Umgebung. Nicht weit von Kapstadt beginnt die Garden Route, eine der schönsten Touren in Afrika und darüber hinaus.

Bei aller Schönheit muss natürlich auch irgendwo ein kleiner Schatten sein. Der besteht in der Witterung, die in Kapstadt oftmals sehr launisch und enorm stürmisch sein kann. Nicht umsonst lautete der ursprüngliche Name des Kaps der Guten Hoffnung früher Kap der Stürme. Besonders in den afrikanischen Wintermonaten kann das Wetter in dieser Gegend ziemlich ungemütlich werden. Richtig knackig kalt wird es kaum und auch im Winter ist es oft sonnig, aber die ungemütlichen Tage mit Sturm und starken Regengüssen sind nicht gerade selten. Wer seinen Urlaub auf Kapstadt und die umliegenden Gebiete konzentriert, sollte nach Möglichkeit also lieber in den anderen Jahreszeiten kommen.

Diamond House, unsere Unterkunft in Kapstadt

Kapstadt ist reich an Unterkünften jeglicher Art, was bei der Menge an jährlichen Besuchern nícht verwundert. Wir hatten mit unserem Quartier einen Glücksgriff getan, sowohl was die Lage, aber auch was die Qualität betraf. Das Diamond House bei Camps Bay befindet sich nur rund fünf Autominuten vom Fuß des Tafelbergs entfernt, wie wir finden, ein toller Vorteil bei der wetterbedingten Ungewissheit, ob die Seilbahn verkehrt. Daneben hat diese Lage noch weitere angenehme Vorteile, so kommt man vom Flughafen ohne große Umwege hierher, außerdem ist der Standort ideal für Ausflüge zur Kap-Halbinsel. Auch der Signal Hill, die Innenstadt und die Victoria & Alfred Waterfont sind schnell und direkt zu erreichen.

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Eine weitere positive Überraschung erfuhren wir bei der Ankunft. Die Managerinnen sind Deutsche, so dass es auch für im Englischen nicht so Bewanderte einfach ist, Informationen zu erhalten. Das Haus und die Zimmer sind ausgezeichnet, so hat man von den Zimmern aus eine fantastische Aussicht auf das Meer oder den Tafelberg. Wir hatten sogar das Glück, auf beides schauen zu können.

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Auf der Terrasse mit dem Swimmingpool kann man sich mit dem Blick hinüber zu Tafelberg, Lion´s Head und den Twelve Apostels entspannen. Das ausgezeichnete Frühstück gibt es in einem sehr schön eingerichteten sonnigen Raum, andere Mahlzeiten sind jedoch nicht möglich. Das fanden wir aber nicht problematisch, denn Camps Bay und Kapstadt insgesamt haben eine große Anzahl Restaurants zu bieten. Positiv ist auch, dass in den Zimmern WLAN vorhanden ist. Wer deutlich nach 19 Uhr ankommt, sollte jedoch vorher telefonieren, die Managerinnen sind abends meist nicht mehr da. Zu den Angeboten im Diamond House zählt auch eine Sauna. Parkplätze in der Nähe können genutzt werden.

Die Zimmer sind sehr geräumig, zweckmäßig und gut – aber nicht luxuriös – eingerichtet. So gehört z.B. ein geräumiger Kleiderschrank zur Ausstattung, ebenso wie ein Kühlschrank und die Möglichkeit der Tee- oder Kaffeezubereitung. Ein Safe ist vorhanden, ebenso ein Fernseher, Klimaanlage und Heizung. Das große Badezimmer verfügt über eine Dusche, meist auch über eine Badewanne.

Tour auf den Tafelberg, Kapstadts Wahrzeichen

Wir hatten selten einen solch imposanten Anblick erlebt, wie ihn der monumentale Tafelberg inmitten von Kapstadt ergibt. Zum Besuch Kapstadts gehört einfach auch eine Besteigung dieses Wahrzeichens, wobei man den Begriff Besteigung wörtlich nehmen und über einen der Wanderwege oder steilen Aufstiege zum Gipfelplateau gelangen kann. Das ist jedoch eine langwierige oder kraftraubende Angelegenheit, je nachdem, welchen Pfad man wählt. Der Berg misst zwar nur 1086 Meter in der Höhe, doch die haben es in sich. Im oberen Bereich des Berges erhebt sich eine rund 500 Meter hohe und sehr steile Sandsteinwand über die Stadt. Die einfachere und von den meisten gewählte Variante ist die bequemere per Seilbahn.

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Es hätte uns gereizt, auf den Tafelberg zu wandern, doch unser Aufenthalt in Kapstadt war zeitlich begrenzt und da es enorm viel zu sehen gab, entschieden wir uns doch für die schnelle Seilbahnfahrt. Möchte man die nutzen, sollte man die erste Gelegenheit ergreifen. Beim oft wechselhaften und stürmischen Wetter in Kapstadt passiert es schnell, dass der Seilbahnverkehr vorübergehend eingestellt wird. Dann kann man nur auf den nächsten Tag hoffen oder den Aufstieg doch per Fuß unternehmen.

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Man mag es bei einem derart „niedrigen“ Berg kaum glauben, aber falls man sich doch für den Weg zu Fuß entscheidet, gilt es einiges zu beachten. Das ist in erster Linie die Wetterlage, denn innerhalb kürzester Zeit kann sich aus strahlend blauem Himmel ein kräftiger Gewittersturm entwickeln. Die Aufstiege, auch die einfachsten, dauern mindestens 3 bis 4 Stunden, so dass man in die unterschiedlichsten Wetter kommen kann. Eine entsprechende Ausrüstung, also feste Wanderschuhe, Jacke oder Anorak, Sonnenhut und -creme sowie ausreichend Trinkwasser ist so etwas wie Pflicht. So mancher, der im heißen Kapstadt startete, hat auf dem Gipfel des Tafelbergs gemerkt, dass es hier richtig kühl werden kann. Wege gibt es jedenfalls genügend zur Auswahl, insgesamt existieren etwa 300 Wanderwege.

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Mit der Seilbahn dauert der „Aufstieg“ dagegen nur rund sieben Minuten. Allerdings kann es viel länger dauern, bis man erst einmal in der Gondel ist. An schönen Tagen in der Saison reicht die Schlange der Wartenden oft von der Talstation hundert oder zweihundert Meter weit. Da ist es sehr sinnvoll, möglichst zeitig aufzubrechen, wenn die Touristenbusse noch nicht da sind. Ebenso sinnvoll ist es, die Tickets vorher im Internet zu bestellen. Das ist etwas preisgünstiger, aber vor allem muss man dann nicht noch an der Kasse stehen und kann direkt zu den Gondeln gehen. Während der Fahrt drehen sich die Gondeln um 360 Grad, so ist es egal, an welcher Stelle man steht – sofern es ein Platz am Fenster ist.

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Wir waren zeitig auf dem Berg und hatten einen Tag erwischt, an dem der Andrang verhalten war. Trotzdem drängten sich rund um die Bergstation der Seilbahn die Menschenmassen. An manchen Tagen geht es hier zu wie auf dem Berliner Kudamm. An der Station findet man auch eine Open-Air-Bar, ein Restaurant sowie einen Andenkenshop. Glücklicherweise verlaufen sich jedoch die Massen weitgehend sobald man etwas läuft. Nach einigen hundert Metern konnten wir die Aussicht in Ruhe genießen. Der Blick vom Tafelberg auf die Stadt mit der Waterfront, den Devil´s Peak, den Lion´s Head und den Signal Hill ist wirklich wundervoll. Allerdings gehört dazu auch etwas Glück, denn das Plateau ist sehr oft von dem „Tischtuch“ bedeckt, einer großen Wolke, die sich hier festsetzt.

Auf dem Tafelberg-Plateau gibt es eine große Anzahl Wanderwege, wobei drei davon zwischen fünf und dreißig Minuten in Anspruch nehmen. Die anderen sind längere und somit stark von der vorhandenen Zeit abhängig. Ausgeschildert sind sie gut, so dass die Orientierung kein Problem ist. Auch Pflanzen- und Tierfreunde finden auf dem Tafelberg viel Interessantes. Besonders die Flora mit rund 1400 Arten lässt jedes Botaniker-Herz höher schlagen. Die Fauna ist weniger umfangreich, doch es gibt die putzigen Klippschliefer – die Rock Dassies – sowie Kap-Mangusten, Bergziegen, Paviane und mit viel Glück kann man auch Steinböcke sehen.

Die Berge und Strände von Kapstadt

Der Tafelberg ist Kapstadts berühmtester Berg, jedoch bei weitem nicht der einzige. Der Reiz der Stadt besteht zu einem großen Teil darin, dass sie direkt in einige Berge integriert ist. Einer dieser imposanten Berge ist der Devil´s Peak, der Nachbar des Tafelbergs. Mit 1002 Metern Höhe erreicht er nicht ganz den Tafelberg, ist aber schwerer zu besteigen als dieser. Der Aufstieg zur Spitze des Devil´s Peak ist nur etwas für erfahrene Kletterer und im Gegensatz zum Tafelberg gibt es hier keine Seilbahn oder andere Möglichkeiten der Auffahrt. Es führt aber eine Straße entlang des Bergfußes, die mit dem Auto befahren werden kann.

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Vom Ende dieser Straße erreicht man das King´s Blockhouse, ein Nationalmonument. Es gehörte zu drei Blockhäusern, die 1795 von den britischen Truppen errichtet wurden. Ebenfalls interessant ist das Rhodes Memorial, das ehemalige Haus von Cecil Rhodes. Nach diesem ehemaligen Kolonialherren wurde das frühere Rhodesien benannt. Leider kamen wir nicht zu diesen Punkten, denn die Straße um den Devil´s Peak war wegen Steinschlags gesperrt. Mit solchen Unannehmlichkeiten muss man auch rechnen. Auf der anderen Seite wird der Tafelberg von den Twelve Apostels flankiert, einer eindrucksvollen Felsformation, die sich übe mehrere Kilometer hinzieht.

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Zwischen dem Tafelberg und dem Meer erheben sich zwei Berge, der Lion´s Head und der Signal Hill. Zu beiden führt eine gut befahrbare Straße und es sind Möglichkeiten zum Parken vorhanden. Die markante Silhouette des Lion´s Head, des Löwenkopfes, fällt einem fast von jeder Stelle Kapstadts ins Auge. Der Berg ist zwar „nur“ 669 Meter hoch, aber die haben es in sich. Zur Spitze geht es steil hinauf, und das nur per Fuß. Teilweise führen Passagen über Metallleitern. Wer den Aufstieg wagen möchte, sollte auf jeden Fall Wasser und Proviant dabei haben und die heißen Mittagsstunden meiden. Wer nicht 100%ig fit und nicht geübt im Klettern ist, sollte lieber darauf verzichten. Der Ausblick vom Gipfel soll fantastisch sein, doch wir riskierten die Tour nicht.

Eine Entschädigung bot uns der Signal Hill, der sich an den Lion´s Head anschließt. Eine Straße führt bis zu einem Parkplatz auf dem Gipfel des Berges. Von hier hatten wir einen traumhaften Blick auf Kapstadt mit dem Tafelberg und der Victoria & Alfred Waterfront. Der Name bezieht sich auf die frühere Nutzung des 350 Meter hohen Berges als Signalposten. Von hier meldete man den Kaufleuten und Gastwirten der Stadt die Ankunft von Schiffen. Noch heute wird täglich - außer sonntags – Punkt 12 Uhr eine Kanone abgefeuert.

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Der ehemalige Name des Hügels ist jedoch vielleicht noch treffender – Lion´s Rump. Der Signal Hill ist ja die Fortführung des Lion´s Head und ergibt so den „Rumpf“ des Löwen. Abends kann es auf dem Signal Hill jedoch richtig eng werden. Die wunderbare Aussicht auf die Stadt im Abendlicht lockt jede Menge Kapstädter und Touristen an.

Von der Waterfront führt eine Küstenstraße entlang des Atlantischen Ozeans bis nach Hout Bay und weiter auf die Kap-Halbinsel. Diese Tour, die mit Aufenthalten problemlos an einem halben Tag zu schaffen ist, zeigte uns die ganze Schönheit Kapstadts. Von dieser Straße hatten wir wunderbare Ausblicke auf die Stadt, die Berge und natürlich auf den Ozean.

Green Point ist der nördlichste Stadtteil der Innenstadt. Hier steht das moderne Cape Town Stadion, das anlässlich der Fußball WM 2010 errichtet wurde. Auch sonst ist dieser Stadtteil ein Vorzeigeareal mit modernen und gepflegten Häusern sowie viel Grün. Im Green Point Urban Park lässt es sich sehr gut spazieren und man kann rund 300 Pflanzenarten bewundern. Besonders schön ist der Park im Frühjahr, wenn er mit einer Blütenpracht übersät ist. Einen interessanten Kontrast zu den Wohnbauten bildet der Leuchtturm, das Green Point Lighthouse. Er ist Südafrikas ältester Leuchtturm, erbaut wurde er 1824. Das rot-weiß gestreifte Gebäude ist 20 Meter hoch und sein Licht reicht bis zu 40 Kilometer weit.

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Camps Bay lag ganz in der Nähe unserer Unterkunft, des Diamond Houses. Die Bucht hat einen sehr schönen und breiten Sandstrand und wird von markanten Felsen abgeschlossen. Vom Strand bietet sich ein toller Blick auf die Berge Kapstadts, besonders auf die Twelve Apostels. An der Küstenstraße findet man zahlreiche Restaurants. So fuhren wir fast jeden Abend an diese schöne Stelle Kapstadts, um den Tag ausklingen zu lassen.

Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Kapstadt

Kapstadts Zentrum ist im strengen Schachbrettmuster gebaut, sich hier zu verlaufen ist schwierig. Zu sehen gibt es viel, auch wenn richtig historische Gebäude nicht vorhanden sind. Das verwunderte uns nicht, denn die Stadt wuchs so richtig erst etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts. So drängen sich im Zentrum viele Wolkenkratzer des 20. Jahrhunderts, doch auch die eine oder andere Kostbarkeit vorrangig der viktorianischen Epoche. Das touristisch relevante Zentrum ist ohne Weiteres per Fuß zu erkunden. Schwierig kann es höchstens werden, einen Parkplatz zu finden.

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Der Mittelpunkt einer Stadt ist oft das Rathaus und so ist es auch in Kapstadt. Die Old City Hall steht an einem großen Platz, dem ehemaligen militärischen Paradeplatz, auf dem mittwochs und samstags Markt abgehalten wird, vorrangig mit Gemüse und Blumen sowie Souvenirs. Der Platz schrieb Geschichte, als Nelson Mandela nach seiner Freilassung 1990 seine erste Rede vom Balkon des Rathauses hielt, auf die 100.000 Menschen bis zu 7 Stunden warteten.

Ansonsten ist das Gebäude imposant, architektonisch jedoch keine bedeutende Besonderheit. Errichtet wurde es 1905 in einer Mischung aus italienischem Renaissancestil und britisch-kolonialem Stil. Der Londoner Big Ben stand Pate für den 60 Meter hohen Uhrturm. Das Glockenspiel stammt von 1923. Heute beherbergt das Rathaus die Stadtbücherei, außerdem finden hier Konzerte statt.

Eine Seite des Rathausplatzes wird von einem festungsartigen Gebäudekomplex begrenzt. Das Castle of Good Hoope ist eines der ältesten Bauten Kapstadts und Südafrikas – genauer gesagt, der durch Europäer erbauten – und wurde 1666 errichtet. Für die strategisch eigentlich wenig sinnvolle Lage betrieb man einen erstaunlichen Aufwand, denn alle verbauten Steinblöcke wurden aus Holland herangeschafft. Für den Bau zog man 300 Matrosen heran, die ihn in nur einem Jahr fertig bekamen.

Heute ist die Festungsanlage immer noch Sitz der Militärkommandantur des Westkaps. Für Besucher ist die Anlage aber geöffnet und wir würden den Rundgang empfehlen. Die eine oder andere interessante Information kann man hier bekommen, außerdem einige schöne Blicke über die Bauten hinüber zum Tafelberg. Wer möchte, kann auch das Militärmuseum und die William-Fehr-Sammlung – eine Sammlung historischer Möbel und Malereien - auf dem Gelände besuchen.

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Trubel herrscht praktisch die ganze Woche auf dem Greenmarket Square, hier mitten in der Stadt findet jeden Tag ein afrikanischer Markt statt. Der Platz entstand 1710 als zweitältester. Interessant ist auch das Old Town House, das erste öffentliche Gebäude Kapstadts. Die St. George´s Cathedral ist eine anglikanische Kirche, erbaut 1834. In jüngerer Zeit wurde sie vor allem durch den Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu bekannt, der hier wirkte.

In der viktorianischen Zeit wurde 1885 das Parlamentsgebäude - Houses of Parliament – erbaut. So verwundert es nicht, dass im Garten vor dem Gebäude eine Statue der britischen Queen Victoria steht. Zu bestimmten Zeiten lässt es sich besichtigen. Gleich in der Nachbarschaft befindet sich die Slave Lodge, heute das Südafrikanische Kulturhistorische Museum. Dieses zweitälteste Gebäude diente ab 1679 rund 200 Jahre lang als Sklavenquartier. Hier brachte die Holländisch-Ostindische Kompanie die geraubten Afrikaner unter, bis sie unter schrecklichen Bedingungen eingeschifft und vorrangig nach Amerika gebracht wurden.

Eine schöne Mischung aus viel Grün und einigen historischen Sehenswürdigkeiten ist der Company´s Garden. Dieser Park mit Wiesen, Blumen und Bäumen lockt zu einem Spaziergang und ist ein guter Kontrast zu den Bauten der Innenstadt. Dabei liegt er am Rand des Zentrums, nur wenige Meter von den Houses of Parliaments und dem Rathaus entfernt. Eingerichtet wurden die Gärten von der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie, die hier vorrangig Obst und Gemüse anbaute.

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Gleich am Garteneingang zur Innenstadt steht ein prächtiges Gebäude, die Südafrikanische Nationalbücherei. Die 1818 gegründete Bücherei gilt als eine der ersten freien Bibliotheken der Welt. Das Gebäude ist sehenswert und auch als Tourist kann man die Bücher nutzen. Doch dafür wird wohl in den meisten Fällen die Zeit nicht reichen. Vor dem Haus steht eine Statue des Sir George Grey. Ein Stück weiter am Hauptweg findet sich die Statue von Cecil Rhodes.

Im Company´s Garden sind zwei Museen zu bewundern, die viel Interessantes zu bieten haben und auch von der Architektur her sehr sehenswert sind. In der Südafrikanischen Nationalgalerie – der South African National Gallery – kann man zeitgenössische südafrikanische Kunstwerke in einer umfassenden Sammlung bestaunen. Das reicht von den typischen Kunst südafrikanischer Stämme wie der Zulu oder Ndebele bis zur Kunst der Townships, in der Schrott u.ä zu bemerkenswerten Stücken verarbeitet wurde.

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Das South African Museum – das Südafrikanische Nationalmuseum – ist das älteste Südafrikas. Es existiert seit 1825. Die Palette der gezeigten Objekte ist ziemlich universell und reicht von Fossilien über Meerestiere bis zu ethnologischen Objekten, geologischen Funden und Möbeln. Im Nebengebäude befindet sich das Planetarium mit täglichen Vorführungen. Einen kurzen Abstecher wert sind auch das Bertram House, die jüdische Synagoge sowie die zahlreichen Skulpturen des Parks.

Wir hätten noch locker einen oder sogar zwei Tage an die Erkundung von Kapstadts Innenstadt anhängen können, denn wir hatten bei weitem nicht alle der interessanten Punkte und Bauten des Stadtzentrums gesehen. Doch die Zeit war nun mal etwas begrenzt und Südafrika insgesamt – aber auch Kapstadt und die Kap-Halbinsel - hatten noch so viel anderes zu bieten.

Victoria & Alfred Waterfront, Kapstadts Flaniermeile

Eine Waterfront gibt es an einigen Orten weltweit, doch die in Kapstadt gilt als eine der schönsten. Da ist sicher etwas dran, wenn wir auch skeptisch mit diesen Begriffen „schönste“ oder „gefragteste“ sind. Zumindest hat sich die Waterfront von Kapstadt zu einer der größten und auch pompösesten entwickelt. Wohl kein Ort in Südafrika kann mehr Besucher aufweisen als die Victoria & Alfred Waterfront, wie sie offiziell heißt. Jedes Jahr sind es mehr als 30 Millionen, die hier promenieren, shoppen und sich vergnügen. Das alles wird hier leicht gemacht, denn neben Hotels, Kinos, Museen gibt es rund 80 Restaurants und etwa 300 Geschäfte.

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Es sind aber nicht nur diese Vergnügungen, an der Waterfront gibt es auch einige interessante historische Gebäude. Dabei ist diese Waterfront noch relativ jung. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts existierte hier ein kleiner Hafen, der ziemlich berüchtigt war. Auch die auf Reede liegenden Schiffe schwebten ständig in Gefahr, durch die Stürme unterzugehen. Die Verluste wurden so hoch, dass keine Versicherung mehr das Risiko übernahm.

So baute man einen neuen durch einen Schutzwall gesicherten Hafen. Den ersten Spatenstich übernahm 1860 Alfred, der Sohn und Thronfolger von Queen Victoria. Nach dem „Alfred-Becken“ wurde 1905 noch das „Victoria-Becken“ fertig. Doch Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts waren beide schlicht zu klein und man begann, neue Docks zu bauen. Die Victoria & Alfred Waterfront verkam immer mehr.

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Aus diesem Dornröschenschlaf erwachte sie in den 80er Jahren. Alte Gebäude wurden restauriert, neue kamen hinzu und Museen wurden eingerichtet. So erweiterte man das genutzte Gelände und die Angebote immer mehr, bis zum heutigen Stand, der jedoch nicht der letzte ist. An der Waterfront befinden sich auch die Anlegestellen für Hafenrundfahrten und andere Schiffstouren.

Eine der Abfahrten ist die Tour nach Robben Island, der berüchtigten Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela eingekerkert war. Allerdings benötigt man dafür ziemlich viel Zeit, das Minimum ist ein halber Tag. Je nachdem, wie viel Zeit insgesamt für Kapstadt zur Verfügung steht, wird man entscheiden müssen, ob man diese interessante Tour unternimmt oder doch vielleicht dem anderen umfangreichen Programm opfert. Zudem wird dafür eine rechtzeitige Anmeldung gefordert.

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An der Abfahrtsstelle stehen noch zwei markante Sehenswürdigkeiten der Waterfront, der Clock Tower und das Nelson Mandela Museum am Nelson Mandela Gateway. Der Clock Tower gilt als Wahrzeichen der Waterfront, der Uhrenturm wurde als Richtwertanzeige für die Ein- und Auslaufzeiten der Schiffe genutzt. Heute dient der strahlend gelbe Turm als Informationszentrum für Touristen. Interessant wäre sicher auch ein Blick vom Turm über die Waterfront, doch leider war zumindest bei unserem Besuch ein Besteigen nicht möglich.

Ein - wie wir fanden - sehr schönes Gebäude ist das 1904 errichtete Old Port Captain´s Building. Früher diente es als Sitz des Hafenkapitäns, bei dem sich alle einlaufenden Schiffe anmelden mussten. Heute befindet sich im Gebäude ein afrikanischer Kunst- und Handwerksmarkt. Aquarien mit begehbaren Unterwassertunneln gibt es inzwischen in einigen Städten der Welt. Auch Kapstadt besitzt mit dem Two Oceans Aquarium ein solches. Dabei haben sich die Betreiber auf die Meeresbewohner der beiden Ozeane konzentriert, die Südafrika tangieren – den Atlantik und den Indischen Ozean. Für den Besuch des sehenswerten Aquariums sollte man sich auch einige Zeit nehmen.

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Beeindruckend sind die Shopping Malls der Waterfront, hier reiht sich Geschäft an Geschäft und natürlich gibt es auch ausreichend Gaststätten. Alles ist im hochpreisigen Bereich angesiedelt, doch Besonderheiten findet man kaum. Wir fanden den Blick in die Malls schon interessant, aber in den Malls merkten wir höchstens an den zahlreichen schwarzen Passanten, dass wir uns in Afrika befanden. Wer Spaß am Shoppen hat, wird sich hier vielleicht länger aufhalten, wir fanden das Umfeld jedoch bedeutend spannender als die Geschäfte der Malls. Kurios war unserer Ansicht nach aber ein uraltes Friseurgeschäft aus dem 18. Jahrhundert, in dem die Kunden noch mit Rasiermesser und Seife vom Barbier „verarztet“ wurden.

Verkehr und Ausflüge in Kapstadt

Kapstadt ist eine lebendige Großstadt und der Straßenverkehr dementsprechend turbulent – wozu noch die Fahrweise der Südafrikaner beiträgt, für die Verkehrsregeln eine Sache ist, die existiert, aber die man nicht unbedingt beachten muss. Trotzdem kamen wir mit unserem Mietwagen ganz gut zurecht. Kapstadts Straßen sind – zumindest was die innere Stadt und die großen Ausfallstrecken betrifft – breit und allgemein in gutem Zustand. Durch die strenge Gliederung des Straßennetzes im Schachbrettmuster findet man sich auch ziemlich leicht zurecht, ein richtiges Verfahren ist fast ausgeschlossen. Parkplätze sind aber auch hier nicht gerade im Überangebot vorhanden, in der Innenstadt kann es knapp werden. Besser sieht es da an der Victoria & Alfred Waterfront aus, hier ist eine große Anzahl eingerichtet. Trotzdem, unter Umständen muss man etwas länger suchen.

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Hat man einen Parkplatz gefunden, kann man das Auto stehen lassen. Für die Erkundung der Innenstadt und der Waterfront reichen die Füße aus. Die meisten interessanten Sehenswürdigkeiten der Stadt – ausgenommen die Berge – lassen sich erlaufen. Zwei Tage sollte man dafür aber schon einplanen, bei der Fülle an Interessantem reicht ein Tag kaum aus.

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Der öffentliche Nahverkehr ist nicht unbedingt zu empfehlen, vor allem die Minibusse. Doch auch in Kapstadt werden Rundfahrten und Touren der unterschiedlichsten Art angeboten. So gibt es die offenen Doppeldeckerbusse, die per Hopp-on-hopp-off Stadtrundfahrten durchführen. Im Angebot sind zwei Routen, die blaue und die rote. Die rote City-Tour beginnt am Two Oceans Aquarium an der Waterfront und führt hauptsächlich durch diese sowie durch die Innenstadt. Haltestellen gibt es an 17 Museen und Sehenswürdigkeiten, außerdem fährt der Bus zu den Stränden von Camps Bay und Clifton sowie zur Seilbahnstation am Tafelberg. Die blaue Linie beginnt ebenfalls am Aquarium, fährt dann aber hauptsächlich etwas außerhalb, u.a. nach Kirstenbosch und in die Weingebiete.

Zudem kann man auch eine Nacht-Tour buchen, die zum Sonnenuntergang auf den Signal Hill führt, ergänzt wird das alles durch eine Bootsfahrt über die Kanäle. Möchte man mehrere dieser Touren nutzen, kann man ein Kombi-Angebot über 2 Tage buchen. Hochseetüchtige sind bestimmt begeistert von den Katamaran-Kreuzfahrten entlang der Kap-Halbinsel. Weiterhin im Angebot sind Hafenrundfahrten per Schiff und andere Schiffstouren.

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Auch geführte Touren sind einige im Angebot, wobei zuerst die Bootstour nach Robben Island – die berüchtigte Gefängnisinsel – zu nennen wäre. Sie beginnt am Nelson Mandela Gateway am Clock Tower der Victoria & Alfred Waterfront. Man erfährt vieles zur Geschichte der Insel und zu dem berühmtesten Gefangenen Nelson Mandela. Einen halben Tag muss man dafür aber einplanen und Vorbestellungen sind nötig.

Begehrt sind ebenfalls die geführten Touren durch Khayelitsha, Kapstadts legendäres Township. Entlang der Waterfront geht eine etwa einstündige Tour per Fuß. Man hört einiges Interessante, aber sicher kann man die Waterfront auch selbst erkunden. Groß ist die Zahl der Fahrradtouren, die jeweils einen halben oder einen ganzen Tag dauern. So gibt es eine dreistündige Abendfahrt „Kapstadt bei Nacht“, eine Stadttour, eine dreistündige morgendliche Tour „Frühstück und Shopping Radtour“, eine Ganztages-Tour zu den schönsten Ecken der Kap-Halbinsel und eine ebenfalls ganztägige Tour ins umliegende Weinland.

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