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Mauritius - Wetter und Klima

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Wer auf Mauritius Urlaub macht weiß, dass er sich in heißes, tropisches Gebiet begibt. Und wer einen Blick auf die Weltkarte oder auf einen Globus wirft, erkennt auch sofort, dass sich Mauritius auf der Südhalbkugel befindet; das bedeutet, dass auf der Insel Sommer herrscht, wenn bei uns gerade Winter ist, und natürlich entsprechend auch umgekehrt. Es herrschen also um ein halbes Jahr versetzte Verhältnisse. Aber es gibt mehr, was man über das Inselklima wissen sollte, als dass Sommer und Winter gegenüber unseren Breiten vertauscht sind. Daher im Folgenden einige grundlegende Begebenheiten, was das Wetter und das Klima auf Mauritius betrifft.

Tropisches Klima

Tropische und subtropische Luftströmungen in Äquatornähe

Mauritius liegt ungefähr beim 20. südlichen Breitengrad, also innerhalb des tropischen Guertels zwischen dem südlichen und nördlichen Wendekreis bei jeweils 22.5. Zum Vergleich: München liegt ungefähr bei 48 nördlicher Breite. Zwischen den beiden Wendekreisen steht die Sonne je nach Jahreszeit senkrecht am Himmel. Bekanntlich steht die Sonne am 21. Juni eines jeden Jahres senkrecht am nördlichen Wendekreis; dies ist der längste Tag in unseren Breitengraden, da feiern wir in Deutschland Sonnwendfeier. Am 21. September steht die Sonne genau am Äquator senkrecht, und am 21. Dezember steht sie über dem südlichen Wendekreis im Zenit. Da Mauritius etwas oberhalb des südlichen Wendekreises liegt, steht die Sonne zwei Mal innerhalb kurzer Zeit senkrecht am Himmel, ungefähr Anfang Dezember und Anfang Januar.

Für das Klima bedeutet ein senkrechter Sonnenstand extreme Hitzeeinstrahlung; Es verdampft viel Wasser und viel heiße Luft, die viel Feuchtigkeit transportieren kann, steigt gen Himmel auf. In kühleren Gegenden außerhalb der senkrechten Sonneneinstrahlung scheidet die Luft den enthaltenen Wasserdampf wieder aus und es regnet. Kennzeichnend für ein tropisches Klima ist demnach große Hitze verbunden mit Niederschlägen und einer hohen Luftfeuchte.

Südostpassat

Winde werden infolge der Erddrehung nach Westen abgelenkt.

Wie gerade beschrieben steht die Sonne stets irgendwo in Äquatornähe senkrecht am Himmel und bewirkt eine extreme Aufheizung des darunter liegenden Landes. Die Folge ist ein in größe Höhen aufsteigender heißer Luftstrom, der wiederum einen kalten Luftstrom in Bodennähe nach sich zieht. Dieser kältere Luftstrom wird sowohl aus nördlicher als auch aus südlicher Richtung her angesogen. Infolge der Erddrehung driften diese Luftströme nach Westen hin ab, so dass sich in Bodennähe ein Wind aus nordöstlicher bzw. südöstlicher Richtung ergibt. Diese Winden werden als Nordostpassat im Norden bzw. Südostpassat im Süden bezeichnet. Mehr Informationen zu den Passatwinden gibt es auf einer extra Seite über das Klima auf den Kanaren.

Wie wirken sich nun die Südostpassatwinde auf das Klima in Mauritius aus? Das ganze Jahr über herrscht eine leichte Brise aus südöstlicher Richtung. Diesen Wind spürt man natuerlich im Südosten der Insel deutlich, während der Nordwesten hinter den Bergen im Windschutz steht. Als Urlauber und als Einheimischer spürt man jedoch nicht nur den Wind sondern auch dessen Auswirkung auf das Klima: Wolken stauen sich oft an den Berghängen im Südosten der Insel, steigen langsam auf und geben dabei ihre gespeicherte Feuchtigkeit in Form von Niederschlägen ab. Daher gibt es im Südwesten der Insel weitaus mehr Niederschläge als im nordöstlichen Inselteil. Kein Wunder also, dass man im nordwestlichen Teil der Insel hauptsächlich die Badeurlauber findet, während man im südöstlichen Teil eher die Wind- und Kitesurfer findet.

Zyklone

Während der Südostpassat das ganze Jahr über weht und eigentlich eine harmlose, ja sogar recht angenehme Begebenheit ist, wird es bei den Zyklonen ernst. Es handelt sich ebenfalls um Winde, die durch die starke Sonneneinstrahlung entstehen, allerdings sind sie ungemein heftiger und zerstörerischer. Zyklone entstehen in den Monaten Januar bis März, wenn sich die Sonne bereits wieder auf der Rueckkehr vom südlichen Wendekreis in Richtung nördlicher Wendekreis befindet; Während die Sonne über dem Äquator nur für kurze Zeit senkrecht am Himmel steht, diesen also nur kurz passiert, hält sie sich im Bereich der Wendekreise längere Zeit auf, da sie hier herkommt, umkehrt, und langsam wieder zurückkehrt. Die Folge ist, dass die Luft- und Wassertemperaturen stark ansteigen.

Wie weiter oben schon beschrieben bedeuten die starken Temperaturen einen enormen Aufstieg heißer Luft in größere Höhen. Wenn dieser Aufstieg eine gewisse Geschwindigkeit überschreitet und entsprechend viel Energie befördert, kann die aufsteigende Luft infolge der Erddrehung ins Rotieren geraten und ein gewaltiger Wirbelsturm mit einem extrem starken Sog nach oben entsteht. Ein solcher Wirbelsturm, den wir auch unter den Namen Hurrikan, Tornado oder Taifun kennen, wird im Indischen Ozean als Zyklon bezeichnet.

Wenn sich ein solcher Zyklon der Insel nähert, heißt es sich in Deckung zu bringen. Die Landbevölkerung, die in instabilen Hütten wohnt, sucht Schutz in öffentlichen Bürogebäuden oder Kirchen. Hotels müssen alles, was nicht hieb- und nagelfest ist, in Sicherheit bringen. Auf dem Meer bilden sich meterhohe Wellen, sintflutartige Regenfälle gehen auf der Insel nieder, der Wind reißt Dächer und Bäume mit sich. Das Spektakel dauert nur ein paar Stunden, dann beruhigt sich das Wetter wieder und das Ausmaß der Zerstörung wird sichtbar.

Extreme Zerstörungen gibt es nur, wenn der Zyklon direkt, also mit seinem Auge, über die Insel zieht. Aber auch, wenn ein Zyklon in einigen Hundert Kilometern Entfernung an Mauritius vorbeizieht, sind die Auswirkungen auf der Insel zu spüren: Es gibt stärkere Regenfälle als sonst, der Wind weht heftig und das Meer schlägt gewaltige Wellen gegen die Korallenriffe bzw. den Inselrand.

Wetter- und Klimadaten von Mauritius

Die folgenden Grafiken geben einen groben Überblick über das Klime auf der Insel Mauritius. Man erkennt sofort, dass die Jahreszeiten auf dieser tropischen Insel nicht so deutlich ausgeprägt sind wie in unseren Breiten. Es herrscht eben ein tropisches, maritimes Klima und kein Kontinentalklima. So sind die Unterschiede zwischen Sommer und Winter nur von geringer Größe; Auch möchte ich gleich vorwegsagen, dass die Werte statistischer Natur sind, also Durchschnittswerten über Jahrzehnte hinweg entsprechen. Wenn es also zum Beispiel im Januar 6 Regentage geben soll, dann können das in einem Jahr gerne auch mal 10 und dafür im anderen Jahr nur 2 sein.

Balken oben: Tagesdurchschnittstemperaturen; Balken unten: Nacht-Durchschnittstemperaturen

Betrachten wir die Tages- und Nachttemperaturen, so erkennen wir sehr schnell, dass es das ganze Jahr über angenehm warm und eigentlich nicht zu heiß ist. Selbst in den Wintermonaten Juni - September haben wir tagsüber im Schnitt über 20C. Auch wenn wir einen Blick auf die Grafik der Wassertemperaturen werfen, kommt Freude auf, denn bei einem Minimum von 22C kann man das ganze Jahr über im angenehm warmen Meer baden.

Soweit nichts besonderes für ein Urlaubsland. Die Grafik für die Sonnenscheinstunden pro Tag macht aber schnell deutlich, dass wir uns in tropischem Gebiet befinden, denn uns erfreut die Sonne je nach Jahreszeit nur 6-8 Stunden am Tag. Freilich ist es deutlich länger hell am Tag, im Sommer (Januar) ungefähr von 6:00 Uhr bis 19:00 Uhr und im Winter (Juli) ungefähr von 7:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Lange Sommerabende wie wir sie kennen, wo man bis 10:00 Uhr bei Dämmerlicht im Freien sitzen kann, gibt es auf Mauritius allerdings nicht.

Auch wenn wir einen Blick auf die Niederschlagstabelle werfen, erkennen wir, dass wir uns in tropischem Gebiet befinden. Es ist nämlich nicht etwa so, dass in den Sommermonaten Dezember, Januar, Februar wie in anderen heißen Ländern fast gar nichts Flüssiges vom Himmel herunterkommt; vielmehr regnet es gerade in den Sommermonaten deutlich mehr als in den Wintermonaten. Dies hängt eben damit zusammen, dass im Sommer viel mehr Wasser verdunstet, welches sich auch wieder abregnet.

Ich kann da nur festhalten, dass bei einem Mauritius-Urlaub auf jeden Fall ein Pullover sowie ein Regenschirm in den Koffer gehört. Zu den Regentagen sei allerdings noch hinzugefügt, dass es keine immensen Mengen regnet, dass die meisten Regenschauer nachts niedergehen und dass ein kleiner Regenguss an einem heißen Tage keinesfalls mit einem Temperatursturz verbunden ist, so wie wir es zu Hause typischerweise erleben, sondern eher eine kleine willkommene Erfrischung sein kann. Ebenfalls möchte ich festhalten, dass man bei der Hotelwahl auf das Vorhandensein einer Klimaanlage achten sollte. Denn auch wenn sich die Temperaturen in angenehmen Grenzen halten, kann einem dennoch die hohe Luftfeuchtigkeit nachts zu schaffen machen.

Betonen möchte ich abschließend nochmals die regionalen Unterschiede zwischen dem Nordwesten und dem Südosten, wie ich sie weiter oben schon beschrieben habe. Der Nordwesten ist wärmer und niederschlagsärmer als der Südosten. Außerdem herrschen im Südosten stärkere Winde als im Nordwesten.

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