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Tagestour im Inselnorden von Mauritius

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Im Nordwesten der Insel ist das Wetter übers Jahr gesehen besser als im restlichen Teil der Insel; deshalb gibt es im Nordwesten zahlreiche schöne Hotels und traumhafte Strände; Wir starten von unserem Urlaubsort Trou aux Biches aus zu einer Tour im Norden der Insel, die fast einen ganzen Tag dauert. Auf unserer Tour besichtigen wir viele Strände, Hotels und ein paar Urlaubsregionen. Aber wir erfreuen uns auch zweier prächtiger Tempel, aufwändig hergestellter Schiffsmodelle und im Botanischen Garten von Pamplemousse einem riesigen Pflanzen- und Palmenparadies.

Karte Mauritius

Wir fahren auf gut ausgebauten Straßen, so dass wir zügig fahren können. Allerdings bleiben wir immer wieder kurz stehen, um die Landschaft anzuschauen. Auch das Fahren durch die riesigen Zuckerrohrplantagen ist für uns ein neues Erlebnis. Die nebenstehende Karte zeigt unsere Route, die in Trou aux Biches startet und im Nachbarort Triolet endet.

Der Badeort Trou aux Biches

Der Ausgangspunkt unserer Nordtour durch Mauritius ist der Badeort Trou aux Biches; hier befindet sich unser Hotel, von hier aus starten wir los in Richtung Norden. Aber auch wer nicht in Trou aux Biches wohnt, dem sei ein Abstecher in dem Ort empfohlen. Während der Ort selbst wenig einladend ist, ist der lang gestreckte Sandstrand umso mehr verlockend und lädt zu einem ausgedehnten Strandspaziergang ein. Trou aux Biches heißt zu deutsch übrigens Reh-Loch; woher diese seltsame Name stammt bzw. wie er zu deuten ist, kann ich nicht sagen.

Ein großer Teil des Strandes gehört freilich zu den angrenzenden Hotels, aber der Strand ist öffentlich, und das merkt man vor allem am Wochenende, wenn zahlreiche Einheimische einen Ausflug ans Meer machen; Am Strand von Trou aux Biches muss man keine 30 m aufs Meer hinaus schwimmen, da hat man schon ansehnliche Korallen am Meeresgrund und sieht viele bunte Fische, also ein Paradies für Schnorchel-Anfänger.

Das touristische Zentrum Grand Baie

Von Trou aux Biches aus fahren wir die Küstenstraße entlang nach Grand Baie, dem großen touristischen Zentrum der Insel. Wer auf Mauritius einen Badeort sucht, wie man ihn auch auf den Kanaren oder den Balearen findet, der muss nach Grand Baie. In Grand Baie vergisst man schnell, dass man sich nicht im Mittelmeerraum befindet sondern im Südindischen Ozean. Hier gibt es eine mehr als 5 km lange Flaniermeile, wo sich Haus an Haus aneinanderreiht. Als Fußgänger schlingelt man sich hier von einem Shop zum nächsten, Banken, Restaurants, T-Shirt-Buden reihen sich wie Perlen aneinander. Und natürlich findet man hier auch alle Möglichkeiten, um Wassersport zu machen: Die Anbieter befinden sich direkt an der Bucht und sprechen jeden vorbeilaufenden Touristen an.

Zentrum von Grand Baie Die Hafenbucht Grand Baie; von manchen Stellen aus wirkt die Bucht wie ein See, da man keinen Blick mehr aufs offene Meer hat.

Apropos Bucht: Grand Baie ist, wie der Name schon sagt, eine große Bucht, es ist wie ein großes Meeresschwimmbecken, das von den Landzipfeln eingefasst ist. Dadurch sind die Strände natürlich geschützt von hohen Wellen. Allerdings hat die Bucht auch den Nachteil, dass man von manchen Stränden aus gar nicht das "richtige" Meer sieht, also keinen Blick aufs offene Meer hat sondern nur die Buchtumrandung sieht; das ist nicht jedermanns Sache. In Grand Baie gibt es zahlreiche Hotels, von einfachen Unterkünften bis zu reinen Luxustempeln mit eigenen Stränden. Es gibt aber auch einige öffentliche Strände, die teils mit guter Infrastruktur (Toiletten, Kiosk etc.) ausgestattet sind. Besonders schön sind die Strände verglichen mit dem langen Strand von Trou aux Biches jedoch nicht.

Für die Besichtigung von Grand Baie reicht eine Stunde Zeit. Wenn man das Glück hat, inmitten des Ortes einen Parkplatz zu finden, spaziert man einfach ein bisschen die Hauptverkehrsstraße entlang. Ob man hier Urlaub machen möchte oder nicht ist reine Geschmackssache. Für den einen gehoert das geschäftige Leben auf der Straße und das Nachtleben zum Urlaub genauso wie der Strand und das Meer; der andere fährt jedoch lieber auf Mauritius um etwas Ruhe zu genießen. Ruhe finden wir aber auch wieder auf den folgenden Orten unserer Nordtour.

Péreybère

Der Strand von Péreybère

Nachdem wir den langgezogenen touristischen Ort Grand Baie passiert haben, erreichen wir als nächste Station Péreybère. In diesem kleinen Ort erleben wir das Gegenteil von dem, was wir in Grand Baie gesehen haben. Dieser Ort gehört nicht den Touristen sondern der einheimischen Bevölkerung. Péreybère hat einen schönen kleinen Sandstrand, der zum Baden einlädt. Hier finden wir kaum Touristen sondern fast ausschließlich französisch sprechende Einheimische von der Insel. Während es unter der Woche kein Problem ist, direkt am Strand zu parken, platzt der Strandbereich am Wochenende aus allen Nähten, wenn sich zahlreiche Inselbewohner auf an den schönen Strand machen.

Was finden wir am Strand von Péreybère? Eigentlich alles, was der Tourist bzw. der Einheimische so braucht: Es gibt ein nettes Restaurant, wo man gemütlich sitzen kann, aus mobilen Verkaufs-Ständen werden Eis, Getränke und kleine Snacks verkauft, es gibt Toiletten und auch einige Bänke, um sich oberhalb des Strandes im Schatten niederzulassen. Kurz gesagt, ein netter, kleiner gemütlicher Ort mit seinem Zentrum am Strand, wo man viele Inselbewohner beobachten kann.

Cap Malheureux

Von Péreybère aus sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum nördlichsten Punkt der Insel, dem Cap Malheureux. Zu deutsch bedeutet Cap Malheureux Unglücks-Kap. Woher dieser Name stammt, darüber sind sich auch die Mauritianer nicht einig, es gibt wohl mehrere Legenden und Deutungen. Wir machen zwei Stopps am Cap Malheureux, zuerst an einem kleinen Aussichtspunkt hinter einem größeren Friedhof; Noch bevor wir die Aussicht genießen, lassen wir uns von riesigen Banyan-Bäumen beeindrucken, die das Umfeld schmücken. Diese teils gigantischen Bäume bestehen manchmal nur aus einem einzigen mehrere Meter dicken Stamm, manchmal aber auch aus mehreren einzelnen Stämmen, die alle über Wurzeln miteinander verbunden sind.

Kapelle am Cap Malheureux Der innere Bereich eines großen Banyan-Baumes am Cap Malheureux

Vom Cap Malheureux genießen wir einen fantastischen Ausblick auf die Mauritius im Norden vorgelagerten Inseln Coin de Mire, Ile Plat und Ilot Gabriel. All diese Inseln sind unbewohnt und stehen unter Naturschutz. Mit Booten sind sie jedoch teilweise erreichbar und erlauben einen angenehmen Strandaufenthalt oder einen schönen Schnorchelausflug.

Von unserem Aussichtspunkt am Cap Malheureux fahren wir ca. einen Kilometer weiter und erreichen eine sehr schöne kleine Kapelle direkt am flachen Meeresufer. Es handelt sich um eine römisch katholische Kapelle, die tagsüber offen ist. Der Innenraum ist recht einfach gestaltet, es ist angenehm kühl, um sich von der Hitze etwas zu erholen. Da dieser Punkt von jedem vorbeireisenden Touristen angesteuert wird, haben sich hier einige mobile Händler niedergelassen, die den Reisenden mit Getränken, Snacks und sonstigem Schnickschnack versorgen.

Goodlands und seine Schiffsfabrik

Auf unserer Weiterfahrt an der Nordküste entlang erreichen wir als vorerst letzten Ort direkt am Meer Le Grand Gaube. Von einem kleinen Parkplatz aus erreichen wir direkt die Strände mit ihrem kleinen Uferweg dahinter. Wir merken schnell, dass der Ort im Wesentlichen von ein paar großen Hotels geprägt ist, mehr Interessantes finden wir nicht und fahren weiter auf unserer Tour ins Landesinnere.

Blick in die Fabrik für Schiffsmodelle

Nach ein paar Kilometern Fahrt erreichen wir den Ort Goodlands. Es ist die größte Stadt im Norden von Mauritius, die Bewohner sind fast ausschließlich Hindus, weshalb es auch einen schönen, kleinen Hindu-Tempel zu besichtigen gibt. Unweit von diesem Tempel besuchen wir eine Fabrik für Schiffsmodelle. Wer zuvor schon andere Schiffsmodellfabriken im Süden der Insel besucht hat, erkennt schnell, dass er hier in der edelsten von allen gelandet ist. Edel sind nicht nur die Verarbeitung, die Tour und der Ausstellungsraum, edel sind vor allem auch die Preise, um nicht zu sagen exorbitant hoch. Bei Preisen von einigen Hundert Euro für die kleinen Modelle und einigen Tausend Euro für die größeren Prachtstücke erschreckt so mancher Souvenir-Sammler.

Der Ausstellungsraum in der Schiffsmodellfabrik

Auch wenn ich mir keines von den edlen Schiffchen leisten konnte/wollte, der Besuch dieser Schiffsmodellfabrik hat sich gelohnt. Zunächst haben wir eine kurze Führung in die Fabrik selbst bekommen; da durfte man den Arbeitern und Arbeiterinnen über die Schulter schauen; Es war schon faszinierend zu sehen, mit welchem handwerklichen Geschick die winzigen Teile zu einem Gesamtobjekt zusammengefügt wurden. Wenn man dann noch erfuhr, dass in einem der größeren Schiffe mehrere Monate Arbeit drin stecken, kamen einem die Preise auf einmal wieder richtig günstig vor. Nach dem Besuch der Werkstatt kann man in einem noblen, großen Ausstellungsraum zahlreiche fertige Schiffsmodelle begutachten. Es war schon interessant, so manches alt bekannte, längst versunkene Schiff mal handgreiflich vor sich zu haben.

Poste de Flacq

Von Goodlands aus fahren wir zurück an die Küste und erreichen als nächsten Ort Poudre d'Or, eigentlich kein sehenswerter Ort; der einzige Grund hier Halt zu machen ist meines Erachtens die Möglichkeit, sich von Fischern zu den vorgelagerten Inseln Ile d' Ambre oder Ilot Bernache übersetzen zu lassen, da diese mit ihren herrlichen weißen Stränden zum Baden und Relaxen in aller Ruhe einladen. Wir aber fahren weiter gen Süden nach Poste de Flacq.

Hindutempel in Poste de Flacq

Auf unserer Fahrt merken wir schon, dass an diesem Bereich der Küste ein anderer Wind herrscht als an der uns bis dahin hauptsächlich bekannten Westküste. Hier beobachten wir im Vorbeifahren auch schnelle Windsurfer und Kitesurfer. Schließlich gelangen wir aber an einen recht einsamen Ort, an dem sich uns auf einer ins Meer hinausreichenden kleinen Halbinsel ein wunderschöner Hindutempel präsentiert. Natürlich lassen wir uns von den zahlreichen bunten Tempelfiguren begeistern, aber wir genießen auch die Ruhe dieses malerischen, einsamen Ortes auf der kleinen Halbinsel.

Von Poste de Flacq aus kehren wir zurück an die Westseite der Insel, müssen dazu die Insel jedoch komplett durchqueren, was einige Zeit in Anspruch nimmt, da es keine Hauptverkehrsstraßen in diese Richtung gibt und wir in mehreren kleinen Örtchen aufgehalten werden. Auf halber Strecke gelangen wir an ein Kolonialhaus namens Château de Villebague. Zu sehen gibts allerdings nichts, da sich das Haus in Privatbesitz befindet. Wir ahnen nur, was für ein prächtiges Gemäuer sich hinter den hohen Hecken und Toren befinden muss.

Botanischer Garten in Pamplemousses

Als weitere große Station unserer Nordtour besuchen wir den botanischen Garten von Pamplemousses. Auch wenn die Tour bis hierher nicht gerade kurz war, dieses Highlight nehmen wir noch mit und müssen dafür ungefähr eineinhalb Stunden Zeit einkalkulieren, wobei gleich vorweggesagt sei, dass der botanische Garten von Pamplemousses auch einen Halbtagesausflug oder sogar einen Ganztagesausflug wert ist. Da wir in dem rießigen Gelände immer wieder große Gruppen von einheimischen Schulklassen treffen, erkennen wir schnell, dass dieser Ort nicht nur was für Touristen ist sondern auch ein Erholungsgebiet für die mauritianische Bevölkerung. Besonders am Wochenende fahren viele Inselbewohner in den Park zum Picknicken.

Gigantische Talipot-Palme

Was erwartet den Besucher in diesem botanischen Garten? Kurz gesagt: Es gibt fast keine exotische/südländische Palme und Frucht, die man in diesem botanischen Garten nicht findet. Hier findet man alle tropischen Palmenarten und viele Bäume/Pflanzen, die uns nur von den Früchten her bekannt sind, Beispiele: Zimt, Muskat, Papaya, Nelken, Litschis, Ingwer, Ylang-Ylang. Es ist faszinierend, wenn man mal in Natura sieht, was man bislang nur aus der Dose oder vom Gemüsestand her kennt. Besonders faszinierend sind natürlich die berühmten Wasserlilien aus dem Amazonasgebiet mit ihren aufgewölbten Rändern, die zum Teil so stabil sind, dass man ein Kleinkind in sie hineinsetzen kann. Und ebenfalls faszinierend ist es, wenn man den berühmten Lotus-Effekt mal an einem großen Lotusblütenblatt selbst nachvollzieht.

Wasserlilie Victoria Regia

Wer keinen sachkundigen Führer bei sich hat, kann sich im Eingangsbereich des Gartens einen mieten. Dies sei auch dringend empfohlen, denn ohne Führer bestaunt man zwar die unterschiedlichsten Pflanzen, Bäume und Palmen, aber erst mit Führer bekommt man gesagt, was sich hinter all dem Pflanzenreichtum namhaftes verbirgt. Im Zentrum des Gartens findet man ein großes, prächtiges Kolonialhaus aus demm Jahre 1777 und gleich daneben auch einige Tierarten; am Interessantesten fand ich, wie die Riesenschildkröten von den Seychellen in aller Ruhe ihre Büschel Gras zermampften.

Erwähnt sei noch, dass uns der botanische Garten von Pamplemousses keinen Eintritt gekostet hat, man konnte also einfach hineinspazieren. Und ebenfalls positiv erwähnt sei, dass es zahlreiche öffentliche Toiletten im Park gibt. Fazit: Der Besuch dieses botanischen Gartens gehört zum absoluten Pflichtprogramm auf Mauritius; hier lässt man sich nicht nur von der Vielfalt und Größe der Pflanzen beeindrucken, sondern man lernt auch eine Menge, was man schon immer mal wissen wollte.

Triolet und der Shivalah-Tempel

Der Shivalah-Tempel im hinduistischen Ort Triolet

Auf unserem Weg zurück nach Trou aux Biches fahren wir durch den langgestreckten Ort Triolet hindurch. Mit mehr als 5 km Länge ist Triolet der am meisten in die Länge gezogene Ort der Insel. Auf der langen Hauptstraße finden wir ein Geschäft neben dem anderen, zahlreiche Händler verkaufen ihr Obst einfach direkt auf der Straße. Wir finden aber auch Banken und kleine Supermärkte. Wer die Hauptstraße verlässt und ein paar Meter seitlich läuft, kommt schnell im Nichts heraus. In Triolet spielt sich wie in den meisten kleineren Städten der Insel das Leben nur auf einer einzigen Straße ab; seitlich davon sind weder die Straßen gut ausgebaut noch gibt es irgendetwas zu sehen.

Am Ortsende von Triolet machen wir jedoch noch einen kleinen Abstecher zu einem wunderschönen, farbenfrohen Tempel. Es ist der hinduistische Shivalah-Tempel. In Triolet leben fast ausschließlich Hindus, der Tempel ist quasi deren religiöses Zentrum. Er wurde 1891 begonnen zu bauen und ist heute der größte Hindutempel auf Mauritius. Die Tempelanlage besteht aus einem großen Hauptgebäude und mehreren seitlichen Nebenbauten. Alle Gebäude sind bunt geschmückt und sehr farbenfroh sowohl im Außenbereich als auch im innenbereich. Schöne Grünanlagen runden das harmonische Bild dieses religiösen Ortes wundervoll ab.

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