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Valletta - Maltas bezaubernde Hauptstadt

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Oft wird gesagt, Valletta wäre die schönste Hauptstadt Europas. An diesen Worten ist viel Wahres, auch wenn wir vorsichtig sind mit Formulierungen wie „die Schönste“ oder „die Interessanteste“. Fakt ist jedoch, dass die Faszination Vallettas wohl jeden in ihren Bann schlägt. Dazu tragen die besondere Lage, die bedeutenden und wertvollen Bauwerke auf engstem Raum sowie das Flair der Stadt entscheidend bei.

Während im Großraum Valletta so manche Bausünden entstanden sind und dem Drang der Einwohner in Richtung Hauptstadt mit einigen weniger ansehnlichen Wohnsiedlungen Rechnung getragen wurde, hat Valletta selbst erfreulicherweise ihren historischen Charakter zu fast 100 % beibehalten. Ein Gang durch die engen Gassen der Hauptstadt ist ein Erlebnis - eine Autofahrt durch die Stadt ist jedoch nur den Einwohnern erlaubt. Wer Valletta kennen gelernt hat, wird das aber nicht bedauern, zumal die Stadt so klein und problemlos per Fuß zu erkunden ist, dass man auf das Auto ohne weiteres verzichten kann.

Interessantes zu Valletta, der Hauptstadt Maltas

Valletta ist eine verhältnismäßig junge Hauptstadt, obwohl sie von ihrem Erscheinungsbild her ausgesprochen historisch wirkt. Das hat mehrere Gründe, so z.B. die Tatsache, dass in der Stadt keine neuen Bauten errichtet werden dürfen. Glücklicherweise, denn der wohl einmalige Charakter Vallettas wird dadurch erhalten und das Gesamtbild einer überaus kompakten Stadt bleibt bestehen. Vielleicht ist der eine oder andere Einwohner damit nicht ganz glücklich, doch die zahlreichen Touristen freut es.

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Valletta ist jedoch nicht nur eine kompakte Stadt, sie kann auch in Anspruch nehmen, die flächenmäßig kleinste Hauptstadt eines EU-Staates zu sein. Welche Bedeutung der Stadt beigemessen wird, zeigt sich auch daran, dass Valletta in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde und sich zudem 2018 Kulturhauptstadt Europas nennen darf.

Es sind aber noch einige weitere Rekorde, die im Zusammenhang mit Valletta zu nennen sind. So gilt sie als eine der am dichtesten bevölkerten Städte der Welt. Immerhin leben hier knapp 13.000 Einwohner auf 1 km², Gleichfalls einen Spitzenplatz in der Welt nimmt Valletta ein, wenn es um die Sicherungsanlagen der Stadt geht. Das beginnt damit, dass Valletta auf einer Halbinsel errichtet wurde und diese fast vollständig ausfüllt, so dass der Zugang nur über einen schmalen Landstreifen möglich ist. Ansonsten muss man über das Meer kommen. Von dort ist eine unerlaubte Landung jedoch kaum möglich, denn die Stadt ist von einem dichten Ring aus massiven Bastionen und Forts umgeben. Die bekanntesten und heute Touristenmagnete sind das Fort St. Elmo und die Lascaris Bastion. Von der Landseite her wurde Valletta durch die Bastionen St. James und St. John´s Cavalier geschützt. Diese massiven Schutzanlagen erwiesen sich im Laufe der Zeit mehrmals als Segen für die Stadt.

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Die Bedeutung Vallettas ergibt sich zudem aus den beiden Naturhäfen, den größten des Mittelmeeres. Besonders der Grand Harbour mit der attraktiven Waterfront ist heute eines der touristischen Highlights. Wenn gleich mehrere der riesigen Kreuzfahrtschiffe hier anlegen, können die Gassen der Stadt die Massen der Besucher beinahe nicht mehr bewältigen.

Valletta wurde vorrangig durch die Ordensritter der Johanniter geprägt, die auch die Stadt gründeten. Interessant ist, dass die Ritter schon damals eine überaus fortschrittliche und soziale Krankenpflege aufgebaut hatten. In der Stadt bestand ein großes Hospital, in dem Neuankömmlinge erst einmal eine Quarantäne durchlaufen mussten. Auch die Pflege der Kranken erfolgte ohne Ansehen der Person und ihrer finanziellen Mittel. Jedem stand in der Krankenstation ein eigenes Bett mit Bettwäsche zur Verfügung - zur damaligen Zeit war das alles andere als selbstverständlich.

Ein lohnendes Ziel in Valletta ist die „The Malta Experience“ nahe des Forts St. Elmo. In den Katakomben direkt am Meer befindet sich ein großer Kinosaal, in dem ein etwa 45 Minuten langer Film über Malta und die Geschichte der Inseln gezeigt wird. Den Kommentar dazu gibt es auch in Deutsch. Zwar ist der Eintrittspreis relativ heftig, doch es lohnt sich. Schwierig kann es unter Umständen jedoch werden, einen Platz in der Vorstellung zu ergattern.Wir waren zweimal hier, da beim ersten Mal alles ausverkauft war. Weniger sinnvoll fanden wir aber die Kombi-Tickets, die ebenfalls angeboten werden.

Die Entstehung von Maltas Hauptstadt Valletta

Malta hatte eine Jahrtausende alte Geschichte und die Begehrlichkeiten vieler Nationalitäten auf die strategisch gelegene Insel zogen sich über die Zeiten hin. Von Valletta, der heutigen Hauptstadt, war jedoch bis ins 16. Jahrhundert keine Rede - die Stadt existierte schlichtweg nicht. Zwar war die Halbinsel schon in früherer Zeit besiedelt, doch das waren vereinzelte kleine Siedlungen ohne Bedeutung.

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Valletta entstand gewissermaßen aus der Not heraus. Nachdem der Johanniterorden nach seiner Vertreibung aus Akko, seiner letzten Bastion im „Heiligen Land“, und langem Umherirren Malta als Zuflucht erhalten hatte, musste er sich Mitte des 16. Jahrhunderts gegen eine großangelegte Invasion der muslimischen Türken erwehren. Mit ungeheurem Mut und viel Glück gelang es den Rittern, die zahlenmäßig enorm überlegenen Türken zurück zu schlagen. Dabei spielte das Fort St. Elmo, dass die Ritter auf der Halbinsel Mount Sceberras zum Schutz des Hafens der alten Hauptstadt Birgu errichtet hatten, eine wichtige Rolle. Ansonsten gab es auf der Halbinsel nur nackten Felsen.

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Nach dem Sieg über die Türken bestand jedoch noch immer die Gefahr weiterer Angriffe. Also beschlossen die Ordensritter, eine neue befestigte Hauptstadt anzulegen, die so gut wie uneinnehmbar sein und dem Selbstwertgefühl der Ritter würdig sein sollte. Als Platz dafür erkor man die Halbinsel Mount Sceberras, auf der das durch die Kämpfe zerstörte Fort St. Elmo stand. Das wurde wieder neu aufgebaut, der felsige Boden der Halbinsel begradigt und auf der Landseite vor den geplanten Stadtmauern ein 15 Meter tiefer Graben angelegt.

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Im Jahre 1566 legte der Großmeister des Ordens, Jean de la Valette, den Grundstein für die Errichtung der neuen Hauptstadt, die seinen Namen - Valletta - erhalten sollte. Durch den Sieg über die Muslime hatten die Ritter das Wohlwollen der katholischen Herrscher von Frankreich und Spanien sowie des Papstes errungen, die ihnen großzügige Finanzmittel zukommen ließen. Außerdem entsandte der Papst seinen Architekten Francisco Laparelli da Cortona, der innerhalb weniger Wochen eine Stadt plante, die für die damalige Zeit genial war und auch den Bedürfnissen der Ritter zur Verteidigung entsprach.

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Die gesamte Stadt wurde mit einem gitterförmigen Straßennetz geplant, das den Wind durch die ganze Stadt streichen ließ und so im Sommer für Kühlung sorgte. Außerdem war diese strenge Gliederung ideal für die Verteidigung. Bei einem Angriff kamen die Ritter so schnell von einem Ende der Stadt zum anderen, ebenso ihr Nachschub. Aus diesem Grund ist Valletta auch von einem System von Treppen überzogen, deren Stufen sehr flach sind und die es den Rittern in ihren schweren Rüstungen erlaubten, relativ schnell zu laufen. Trotzdem kam der eine oder andere Ritter zu Fall und durch die ca. 35 kg schwere Rüstung lag er dann wie ein Maikäfer auf dem Rücken und konnte nur noch strampeln. Daher kommt die Redewendung : „Er ist gefallen“.

Auf die Sicherheit Vallettas legten die Ritter großen Wert. Auf der Landseite erbauten sie turmartige Festungen - cavaliers - die durch Mauern verbunden wurden. Auch die übrigen Bollwerke und Festungsmauern waren überaus stabil. Sie wurden den diversen Sprachgruppen der Ordensmitglieder - den „Zungen“ - zugewiesen, so gab es z.B. den German Curtain und den French Curtain. Auch die nach Ländern gegliederten Herbergen - die Auberges - hatten dieses Prinzip. Festgelegt wurde ebenfalls, dass jedes Bauwerk einen eigenen Brunnen haben musste, außerdem einen unterirdischen Anschluss zum Meer.

Die gesamte Stadt entstand aus dem für Malta typischen Baumaterial, dem hellen Kalkstein. So ergibt sich ein überaus einheitliches Bild, mit je nach Lichteinfall weiß bis golden glänzenden Fassaden. Typisch sind auch die Holzbalkone, die als Statussymbol für Wohlstand galten. Auf der ausgesprochen kargen Insel, auf der Bäume und damit Nutzholz Mangelware sind, war das Naturmaterial enorm teuer.

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