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Touren zu den Vulkanen La Palmas

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Die Kanarischen Inseln sind das Ergebnis einer regen Vulkantätigkeit, alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Das ist für den Besucher oft gut nachvollziehbar, so auf Lanzarote in den Feuerbergen. Am intensivsten ist der vulkanische Charakter aber auf La Palma, wo sich eine ganze Kette Vulkane über die Insel erstreckt. In den letzten 500 Jahren fanden hier die meisten Ausbrüche auf den Kanaren statt, glücklicherweise jedoch ohne Todesopfer.

Karte von La Palma

Einige der "Feuerberge" sind bis in die heutige Zeit aktiv, allein im 20. Jahrhundert gab es vier Vulkanausbrüche, drei im Jahre 1949 und der bisher letzte 1971, bei dem der jüngste Vulkan der Insel entstand.

Tour zum Krater des San Antonio

Eine interessante Tour zu zwei der geologisch und landschaftlich so beeindruckenden Berge beginnt bei Los Canarios, dem früheren Fuencaliente, im Süden La Palmas. Die Vulkane San Antonio und Teneguia sind für Touristen gut erschlossen und am San Antonio steht ein Informationszentrum, das einen Besuch lohnt. Der Weg dahin ist nicht zu verfehlen, von der Straße durch den Ort Los Canarios geht eine gut ausgeschilderte Anfahrt direkt zum Zentrum. Hier findet man auch ausreichend Parkplätze.

Blick zum Vulkan San Antonio

Das Informationszentrum ist im Sommerhalbjahr täglich von 9.00 Uhr bis 20.00 Uhr und im Winter von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt inklusive Parkgebühr ist human. Man bekommt für sein Geld eine interessante kleine Schau zur Geologie und dem Vulkanismus La Palmas und einen etwa 10 Minuten dauernden Film über den letzten Ausbruch 1971 geboten; Wir finden, das ist eine sehr sehenswerte Einführung zur folgenden Vulkanwanderung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Reiten auf den Dromedaren

Möchte man sich vor der Tour oder auf dem Rückweg noch einmal stärken, kann man das in der Cafeteria, die sich im Besucherzentrum befindet. Natürlich gibt es auch einen Stand mit Souvenirs, Büchern, Karten und ähnlichen Dingen, die an solchen Orten nicht fehlen dürfen. Ganz in der Nähe des Besucherzentrums hat man die Möglichkeit des Kamelreitens. Auf dem Rücken der Dromedare kann man einige Runden drehen, ein Spaß, der wohl vor allem auch den Kindern Vergnügen bereitet.

Der Krater des San Antonio, im Hintergrund Los Canarios

Wenige Meter hinter dem Besucherzentrum beginnt der Wanderweg entlang des Kraters des San Antonio. Der Vulkan ist etwa 3200 Jahre alt und sein letzter Ausbruch war im Jahre 1677. Dabei wurde die Heilige Quelle, die Fuente Santa, für die Fuencaliente berühmt war, verschüttet. Besonders spektakulär erscheint der San Antonio beim ersten Anblick nicht, mit einer Höhe von 657 m und einem Kraterdurchmesser von etwa 500 m beeindruckt er nicht übermäßig. Auch wir waren ehrlich gesagt im ersten Moment enttäuscht und fragten uns, ob die Wanderung wirklich lohnt. Ja es lohnt, konnten wir anschließend sagen, denn der Weg hat es teilweise mehr in sich, als der erste Anschein vermuten lässt und die Ausblicke in den Krater und auf die umliegende Landschaft sind ein Erlebnis.

Der Wanderweg am Krater des San Antonio

Durch den wenig spektakulären ersten Anblick gerät man leicht in Versuchung, die Wanderung in sommerlicher Kleidung und leichtem Schuhwerk zu unternehmen. Das sollte man aber tunlichst vermeiden; Am Rand des Kraters pfeift sehr oft ein äußerst intensiver Wind, der auch die gefühlte Temperatur stark nach unten drücken kann. Bei unserem Besuch war so ein extrem windiger Tag, an dem die Böen teilweise so stark waren, dass es uns fast wegwehte und wir Mühe hatten, Standfestigkeit zu beweisen. Das letzte Stück des Kraterwegs ist auch sehr uneben und steinig, ohne festes Schuhwerk kann man sich leicht einen verstauchten Fuß oder gar Schlimmeres einhandeln.

Der erste Teil des Weges ist jedoch auch für Leute geeignet, die weniger gut zu Fuß sind, entsprechende Wanderkleidung vorausgesetzt. Wir hatten einige ältere Besucher mit Stock oder gar Krücken gesehen. Den letzten Teil sollten sich aber nur die zumuten, die keinerlei derartige Handicaps haben.

Früher war die Tour um den Krater ein Rundweg, inzwischen ist ein Teilstück des Pfades aber in so schlechtem Zustand, dass er gesperrt wurde. So kommt man etwa bis zur Mitte und muss dann umkehren. Glücklicherweise sind jedoch die Felsen, von denen man einen tollen Ausblick hat und den zweiten Vulkan, den Teneguia, in voller Größe bewundern kann noch begehbar. Faszinierend fanden wir auch die Sicht in den etwa 50 m tiefen Kraterkessel mit seinen steilen Wänden. Welche Kraft die Natur hat, beweisen die zahlreichen Kanarischen Kiefern, die an den Hängen wachsen und sich hier behaupten.

Tour zum Vulkan Teneguia

Den Weg zum anderen Vulkan, dem Teneguia, und den Aufstieg auf ihn sollte man sich nicht entgehen lassen. Er lässt sich auch mit dem Auto erreichen. Am Fuße des Vulkans findet man einen Parkplatz, der jedoch ziemlich provisorisch ist. Die Strecke ist teilweise in sehr schlechtem Zustand. Der Vulkan lässt sich auch per Fuß erreichen. Vom Besucherzentrum des San Antonio aus führt ein ausgeschilderter Weg zum Teneguia. Allerdings muss man für Hin- und Rueckweg einschließlich der Besteigung des Vulkans schon zwischen 2 und 4 Stunden einplanen. Die Wanderung sollte also nicht zu spät begonnen werden.

Der Vulkan Teneguia

Die Alternative ist eine Wanderung auf einer Wasserleitung, die mit Betonelementen abgedeckt wurde, auf denen es sich ausgezeichnet läuft. Auf dieser Wasserleitung unterhalb des San Antonio kann man bis kurz vor dem Teneguia entlang laufen. Vor und nach dieser Betonpiste geht es noch etwas querfeldein. Wir hatten diese Tour gewählt und fanden diese Alternative ausgesprochen interessant. Es ist kürzer als auf der Straßenroute, landschaftlich schöner und es läuft sich sehr gut.

Aufstieg zum Gipfel des Teneguia Wanderweg am Teneguia

Der Teneguia brach 1971 aus, knapp einen Monat lang konnten Schaulustige dieses imposante und seltene Naturschauspiel bewundern; Geblieben ist ein etwa 440 m hoher Vulkanberg, an dem noch heute an einigen Stellen etwas von der Hitze im Inneren zu spüren ist und an dem manchmal Schwefelgestank an die Hölle und den Teufel denken lässt. Natürlich sind diese Phänomene rein irdischen Ursprungs und zeigen, dass der Teneguia bei weitem nicht erloschen ist, auch wenn er sich seit 1971 ruhig verhalten hat. Wie fruchtbar die ausgetretene und erkaltetet Lava ist, zeigen die Bananenplantagen, die entlang des Meeres auf dieser Vulkanerde angelegt wurden.

Im Gegensatz zum San Antonio gibt es auf dem Teneguia keinen Weg entlang eines Kraters. Vom Fuß des Vulkans führt ein Pfad zum Gipfel. Den gleichen Weg geht es dann zurück. Insgesamt ist diese Wanderung etwas mühevoller und anstrengender als am San Antonio, stellt aber auch keine besonders extremen Anforderungen. Einigermaßen gesunde und fitte Leute sollten keine Probleme haben, der Aufstieg ist auch für Ungeübte einfach machbar.

Auf dem Teneguia, im Hintergrund der San Antonio Der Gipfel des Teneguia

Schwindelfrei und trittsicher sollte man allerdings sein, und sich natürlich mit festem Schuhwerk auf den Weg machen. Auch am Teneguia weht häufig ein extrem starker Wind, mit Kleinkindern würden wir den Weg sicher nicht gehen. Umso erstaunter waren wir, als uns Eltern begegneten, die ihre etwa vierjährigen Kinder "an der Leine führten". Sie hatten die Kleinen einfach mit einem Ledergurt an sich festgezurrt, damit sie nicht vom Pfad geweht wurden.

Wir waren schon etwas außer Puste, als wir am höchsten Punkt des Vulkans ankamen. Der faszinierende Ausblick hinüber zum San Antonio, zur Küste mit den kleinen Orten und zu den Leuchttürmen der Punta de Fuencaliente entschädigt jedoch für diese Klettertour durch die Lava des Teneguia. Wir empfehlen jedem, der keine größeren gesundheitlichen Probleme hat, diese Touren zu den Vulkanen durchzuführen. Es ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.

Große Vulkantour Ruta de los Volcánes

La Palma ist wirklich nicht arm an interessanten und eindrucksvollen Zielen und Wandermöglichkeiten. Und doch gibt es eine "Königsvariante", die große Route entlang der Vulkane im Süden der Insel. Die Tour erfordert schon einiges an Ausdauer, Kondition und auch Zeit, ist aber ein Erlebnis, das man nicht jeden Tag findet. Es werden keine besonderen Kletterkünste oder Outdoor-Erfahrungen benötigt, trotzdem sollte man fit sein.

Man muss schon den ganzen Tag einplanen, wenn man diese Tour unternehmen möchte und auf jeden Fall sollte man sie gut vorbereiten. Je nach Kondition, Laufgeschwindigkeit und eingeschlossen der Pausen und Besichtigungen braucht man für die Tour etwa 6 - 8 Stunden um den Aufstieg von rund 700 Höhenmeter und den Abstieg von ca. 1250 Höhenmeter zu bewältigen. Es versteht sich von selbst, dass gute Wanderschuhe, Regenbekleidung für alle Fälle und Sonnenschutz auf keinen Fall fehlen dürfen. Eine Kopfbedeckung ist wichtig, denn große Teile der Strecke sind schattenlos. Unterwegs gibt es keine Möglichkeit, etwas zu Essen oder Trinken zu bekommen. Ausreichend Wasser und Proviant muss man deshalb einfach auf die Tour mitnehmen.

Ausgangspunkt der Route der Vulkane ist das Refugio El Pilar unterhalb des Pico Birigoyo. Wenn man keine geführte Wanderung mitmacht, erreicht man das Refugio per Auto über die Straße LP-203, die in der Nähe des Besucherzentrums bei El Paso von der Ost-West-Verbindungsstraße LP-2 abzweigt; Nach einer Fahrt entlang der Cumbre Nueva gelangt man zum Refugio El Pilar. Die andere Möglichkeit ist, bei Breņa Alta auf die LP-203 abzubiegen und über eine relativ kurvenreiche Strecke das Refugium zu erreichen. Diese Variante ist sicher sinnvoll, wenn man aus dem Südosten der Insel kommt.

Start ist am Grillplatz, in einem kräftigen Anstieg geht es entlang des Pico Birigoyo durch einen Wald mit Kanarischen Kiefern. Schon hier zeigt sich die Schönheit der Wanderung, denn immer wieder hat man interessante und imposante Ausblicke in die Landschaft. Ob es die Cumbre Nueva, das Aridanetal oder das Calderamassiv ist, zu sehen gibt es immer etwas. Zu verfehlen ist der Weg kaum, er ist mit einer rot-weißen Markierung gekennzeichnet bis man die Ausschilderung Ruta de los Volcánes erreicht. Dieser Ausschilderung folgt man und kommt, vorbei an einem kleinen Vulkankrater, zur Waldgrenze und dem Kamm. Am Ende des Kammwegs findet man den Krater des Hoyo Negro, der "Schwarzen Grube". Dieser zu den größten La Palmas zählende Vulkan mit einer Höhe von 1871 m ist noch ziemlich aktiv, zuletzt brach er 1949 aus. Eine Infotafel erinnert an dieses Ereignis. Das Besondere am Hoyo Negro ist, dass er in einer eher seltenen Kombination Lava, Asche und auch Wasser ausschüttete.

Blick hinunter in einen Vulkanschlot

Weiter geht es auf dem Pfad in Richtung des 1820 m hohen Kraters Duraznero. Von einem Aussichtspunkt am Krater kann man in ihn hineinsehen und auf die schwarze Lava des letzten Ausbruchs blicken. Von hier aus kann man auf einem gekennzeichneten Pfad durch eine Senke bis zu einer Weggabelung wandern, an der man sich links hält. Durch ein kleines Tal und anschließendem steilen Anstieg geht es zum Deseada II, dem mit 1949 m höchsten Punkt der Tour.

Eine andere Variante geht über den Krater des Duraznero. Dieser Weg ist steiler als der erste, bietet aber sehr interessante Blicke in weitere Vulkankrater. Vom Kraterrand des Duraznero geht man geradeaus, immer den gut sichtbaren Trittspuren nach. Vorbei an zwei Vulkankratern, aus denen mitunter noch Schwefelgeruch aufsteigt, wandert man in Richtung des Deseada II. Hat man Glück mit dem Wetter und eine gute Sicht, ergeben sich wirklich traumhafte Ausblicke in alle Himmelsrichtungen, manchmal sieht man sogar die Insel El Hierro. Von hier aus geht es, abgesehen von einigen leichten Anstiegen, meist bergab.

Auf der Vulkanroute

Man kommt dann wieder an eine Wegkreuzung, die aber ausgeschildert ist und an der es geradeaus weiter geht. Nachdem ein weiterer, allerdings kleiner Krater durchquert wurde, wandert man auf einem Weg, der durch Steine markiert ist und durch einen lichten Wald führt, bis man zum Aussichtspunkt Mirador de Montaņa de Cabra kommt. Von hier aus sieht man schon den Kegel des Vulkans San Martin.

Der San Martin ist mit 1598 m bei weitem nicht der höchste, aber einer der interessantesten und ältesten Vulkane La Palmas. Er erscheint in intensiven Rot- und Gelbtönen, was eine fantastische Wirkung auf den Betrachter ergibt. Der Krater ist mit Kiefern bewachsen, ähnlich dem San Antonio. Das zeigt auch, dass er in jüngster Zeit nicht ausgebrochen ist. Der letzte verbürgte Ausbruch lag im Jahre 1646. Am Kratergrund gibt es eine Quelle und eine Höhle, aber ein Besuch dort ist nicht möglich, der Krater ist geschützt.

Nun kann man den ausgeschilderten Weg nach Los Canarios gehen, der immer bergab führt. Das ist aber noch ein gutes Stück. Wenn man mit dem Auto nach El Pilar gekommen ist, besteht jetzt das Problem, dass man wieder dahin zurück muss. An einem Tag lässt sich die Strecke selbst von geübten Läufern kaum zweimal bewältigen. Da hilft dann nur, ein Taxi nehmen. Vielleicht kann man sich aber auch mit bekannten Leuten abstimmen, die einen zurück fahren; Eine andere Variante wäre, die Tour ab Deseada II abzubrechen und hier den Weg zurück anzutreten. Da man die Route der Vulkane auch aus der Richtung Los Canarios beginnen kann, könnte man an einem weiteren Tag den südlichen Tourteil mit dem Besuch des San Martin unternehmen. In diesem Fall heißt es natürlich, zwei Tage für die Vulkanroute einzuplanen.

So oder so, verpassen sollte man diese Königsvariante der Wanderungen auf La Palma auf keinen Fall. Sicher wird man danach seine Beine spüren, die Naturerlebnisse und fantastischen Ausblicke entschädigen aber mit Sicherheit für alle Anstrengungen, die mit dieser Tour verbunden sind.

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