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Die Geschichte der Stadt Kopenhagen

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In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist so einiges unterschiedlich zu verschiedenen anderen bedeutenden Städten Europas. So auch die Geschichte der Stadt. Während viele Metropolen schon sehr frühzeitig große Bedeutung inne hatten und sehr oft auch in ihren Ländern ziemlich zentral lagen, weicht Kopenhagen von diesen Kriterien ab. Der Standort der Stadt ist so dezentral und relativ abgelegen auf der Insel Seeland, dass es schon erstaunlich ist, wie sich Kopenhagen entwickelte und zur Hauptstadt des Königreichs Dänemark aufstieg.

Nicht ungewöhnlich dagegen ist, dass fremde Herrscher und Länder diese Entwicklung weitgehend prägten und für die Bedeutung der Metropole die entscheidenden Schübe gaben. So ist Kopenhagen zu einer heute sehr des Ansehens werten Hauptstadt geworden, die mit ihren Sehenswürdigkeiten zu einem der begehrtesten Reiseziele aufstieg und das kleine Land Dänemark würdig vertritt.

Die Anfänge Kopenhagens

Zu Zeiten, zu denen bedeutende Städte Europas schon seit Jahrhunderten oder sogar noch länger bestanden und sich teilweise schon über Ländergrenzen hinaus einen Namen gemacht hatten, war an die spätere dänische Hauptstadt noch gar nicht zu denken. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das relativ abgelegene Gebiet weit im Nordosten der auch nicht gerade zentral gelegenen Insel Seeland war weder wirtschaftlich noch handelstechnisch von großer Bedeutung. So existierte hier noch im 9. Jahrhundert nur ein ziemlich kleiner nebensächlicher Handelsposten.

Mit der Blütezeit der Wikinger - jener kriegerischen nordischen Eroberer, die weite Teile Europas bis nach England unter ihre Herrschaft brachten – stieg auch das kleine Dänemark zu ungeahnten Höhen auf. In diese Zeit fiel auch der Übergang zum Christentum. In den Jahren 1018 bis 1035 entstand mit Knud II. - auch Knud der Große genannt – und durch die Unterstützung der katholischen Kirche das erste stabile dänische Königreich. Knud gelang es, sogar England und Norwegen zu beherrschen sowie Einfluss auf Schweden zu erringen. Lange dauerte das jedoch nicht, nach seinem Tod zerfiel dieses Großreich wieder.

Mit dem Niedergang der Wikinger und dem sinkenden Einfluss der Könige erstarkte die Macht der Kirche und ihrer Fürsten. Einer dieser bedeutenden Kirchenmänner war Absalon, der Bischof von Roskilde. Er gilt als eigentlicher Gründer Kopenhagens. Zwar erwähnte eine isländische Saga 1043 erstmals eine Siedlung Havn (Hafen), doch erst mit der Errichtung einer Burg zum Schutz der Siedlung vor Seeräubern im Jahre 1167 auf Weisung Bischof Absalons beginnt die wirkliche Geschichte der Stadt Kopenhagen. Die Burg ist übrigens ein Vorgänger des Schlosses Christiansborg, sie befand sich genau am Standpunkt des heutigen Schlosses. In dieser Zeit entstand auch der Name der Stadt. Der Hafen der Kaufmänner – Købmændenes Havn – wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte in Kopenhagen – København.

Die Entwicklung Kopenhagens bis zum „Goldenen Zeitalter“

Bischof Absalon war es auch, der um 1200 Kopenhagens erste Kirche, die Vor Frue Kirke, erbauen ließ und der die Niederschrift „Gesta Danorum“ - Die Geschichte der Dänen – beauftragte, das Dänemarks erstes wichtiges Geschichtswerk wurde. Die folgende Zeit war jedoch der Stadt Kopenhagen nicht allzu geneigt. In den Jahren von 1249 bis 1369 wurde Kopenhagen insgesamt viermal zerstört. Beim Kampf um die Vorherrschaft in der Region legten sowohl die Norweger als auch die Germanen und die Hanse die Stadt in Schutt und Asche.

Rede des Reformators Hans Tausen, Relief

Der Aufstieg Kopenhagens zu einer bedeutenden Stadt und zum Sitz der dänischen Krone begann kurz vor Beginn des 14. Jahrhunderts mit der Kalmarer Union zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden. Damit entwickelte sich Kopenhagen zu einem der wichtigsten Handelsplätze des Ostseegebietes. Im Jahre 1417 zog zudem Erik VII. in das neu errichtete Schloss, das sich an der Stelle befand, an der heute Schloss Christiansborg steht. So wurde Kopenhagen Sitz des dänischen Königshofes und gleichzeitig mit königlichen Handelsprivilegien ausgestattet. Roskilde, die bisherige Hauptstadt Dänemarks, wurde 1443 durch Kopenhagen abgelöst, das damit seinen Aufstieg zur bedeutenden Metropole fortsetzte. Im Zuge dieser Entwicklung bekam die Stadt eine Universität und der Bischofssitz von Roskilde wurde 1536 in die neue Hauptstadt verlegt. Gleichzeitig löste der Protestantismus den Katholizismus als Staatsreligion ab.

Ein großer Rückschlag kam 1546, als eine erste Pestepidemie über die Stadt hereinbrach, der noch vier weitere folgen sollten. Schuld waren die katastrophalen hygienischen Verhältnisse. Erst als Ende des 16. Jahrhunderts eine Kanalisation und öffentliche Toiletten entstanden, besserte sich die Lage und ein langsamer neuer Aufschwung begann.

Denkmal des Königs Christian V. am Kongens Nytorv Statue des Königs Christian IV.

An diesem Aufschwung hatte Christian IV. einen wesentlichen Anteil. Seiner Politik ist es zu verdanken, dass der Ausbau Kopenhagens, die Errichtung handwerklicher Zentren und der Bau vieler heutiger Sehenswürdigkeiten in Angriff genommen wurden. Zu diesen Bauten zählen z.B. die Alte Börse, Schloss Rosenborg, die Holmens Kirke und der Runde Turm. Sehr bemerkenswert ist, dass in Nyboder zahlreiche kleine Häuschen als billiger Wohnraum für Matrosen erbaut wurden. Auch Christianshavn entstand zu dieser Zeit, damals noch als vornehmes Viertel der Kaufleute.

Im 18 Jahrhundert brachen wieder Katastrophen über Kopenhagen herein. Die Stadt war auf etwa 60.000 Einwohner gewachsen, die hygienischen Einrichtungen hielten damit nicht Stand. So gab es 1711 wieder eine Pestepidemie, die 20.000 Todesopfer kostete und nur 11 Jahre später richtete ein Großbrand enormen Schaden in der Stadt an. Tagelang wüteten die Flammen, rund die Hälfte aller Häuser wurde vernichtet. Über die Zahl der Toten und Verletzten schweigen die Chroniken, doch ist davon auszugehen, dass die Zahl der Opfer in die Tausende ging. In den folgenden Jahrzehnten erlebte Kopenhagen dann einen derart rasanten Aufschwung, das von diesen Jahren als dem „Goldenen Zeitalter“ gesprochen wurde.

Kopenhagens Entwicklung bis heute

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Grundlage des rasanten Aufschwungs des „Goldenen Zeitalters“ war der Handel, der förmlich explodierte und Kopenhagen zur Waren-Drehscheibe im nördlichen Europa werden ließ. Damit kam ein bisher nicht gekannter Reichtum über die Stadt, der seine Spuren auch in hervorragenden Bauten hinterließ. Dänemarks Könige Christian VI. und Frederik V. sind die Herrscher, unter deren Regie so bedeutende Gebäude wie Schloss Amalienborg, das barocke Palais-Viertel Frederiksstaden, das Königliche Theater u.a. entstanden. Christian VI. ließ das alte Schloss Kopenhagen abreißen und an dieser Stelle das nach ihm benannte Schloss Christiansborg errichten.

Geschichte ist oft ein Auf und Ab, so auch in Kopenhagen. Auf das „Goldene Zeitalter“ folgte wieder ein großer Rückschlag. Napoleons Machtübernahme und seine Kriege hatten auch Auswirkungen auf Dänemark und seine Hauptstadt. Im Jahre 1801 griffen die Engländer unter Lord Nelson Kopenhagen an, ein weiterer Angriff erfolgte 1807 – mit verheerenden Folgen für das Land und die Stadt. Rund ein Drittel aller Kopenhagener Gebäude wurde zerstört und die Handelsschifffahrt kam zum Erliegen. Damit nicht genug, musste Dänemark, das sich auf die Seite Napoleons geschlagen hatte und zu den Verlieren gehörte, 1813 den Staatsbankrott erklären. Zudem löste Hamburg Kopenhagen als führender Umschlaghafen ab.

Denkmal der Königin Caroline Amalie am Schloss Rosenborg

Es dauerte relativ lange, bis sich die Stadt von diesem Trauma erholte. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich auch in Dänemark der technische Fortschritt durch, was zu einem Aufschwung der Wirtschaft führte. Dazu kam eine politische Öffnung, die absolutistische Monarchie wandelte sich in eine konstitutionelle. In diese Zeit fiel ebenfalls die Erlaubnis, außerhalb der Stadtmauern zu bauen. Etwas zu spät, denn eine Cholera-Epidemie als Folge der schlechten Wasserversorgung innerhalb der Stadtmauern konnte man nicht mehr verhindern. Nach dem Abriss der Stadtmauern Kopenhagens und dem Bau neuer Vororte wie Vesterbro, Nørrebro und Østerbro besserten sich jedoch die Verhältnisse.

Dänemark gehörte zu den Gewinnern des 1. Weltkrieges, denn das Land blieb neutral und lieferte Waren an beide Kriegsseiten. Trotzdem war das Land kaum konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Sicher war dies auch ein Grund, dass sich in Dänemark ein Sozialstaat entwickelte, durch den die arbeitende Bevölkerung eine gewisse Sicherheit erhielt. Außenpolitisch blieb die Regierung in Kopenhagen neutral, jedoch wurde Dänemark von Deutschland 1940 besetzt, da die Deutschen eine Basis für den Überfall auf Norwegen brauchten. Im Gegensatz zu anderen Ländern blieb Dänemark jedoch relativ selbständig und konnte weiter von Kopenhagen aus regiert werden.

Nach dem Krieg engagierte sich die Regierung in Kopenhagen im Bündnis des Westens. So war Dänemark Gründungsmitglied der NATO, des Europarates und auch der UNO. Seit 1973 gehört Dänemark der EG - später der EU – an, ist aber bis heute nicht in der Eurozone. Einen großen Schub erhielt Kopenhagen durch die Ernennung 1996 zur Europäischen Kulturhauptstadt. Nicht zuletzt dadurch setzte ein Bauboom ein, der viele neue Gebäude hervorbrachte aber auch alte sehenswerte restaurierte. Auch der Bau der Kopenhagener U-Bahn erhielt durch diese Entscheidung einen wichtigen Impuls. So kam die Stadt zu einer der modernsten Metros der Welt, deren Strecken noch ausgebaut werden.

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