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Rund um das Kastell von Kopenhagen

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Die Kleine Meerjungfrau ist das wohl bekannteste Wahrzeichen Kopenhagens, hier versammeln sich tagtäglich Heerscharen von Touristen. Wer hierher an den Rand der Kopenhagener Innenstadt gekommen ist, kann sich jedoch noch auf einige weitere Sehenswürdigkeiten freuen, die ganz in der Nähe der berühmten Statue zu finden sind.

Beim Kastell, der Renaissance-Festung, denkt man wohl zuerst an martialische militärische Anlagen und viel Waffentechnik. Sicher, hier sitzt die Militärverwaltung, doch der Besucher findet vorrangig viel Grün und Wasser vor. Der Komplex hat eher den Charakter eines Parks als einer strengen militärischen Einrichtung. Auf den Wällen lässt es sich wunderbar spazieren. Das Grün setzt sich im angrenzenden Churchill Park fort und auch hier spielt Wasser eine große Rolle – sowohl als kleiner See als auch in Form des Gefion-Brunnens.

Das Kastell von Kopenhagen

Kopenhagens Kastell ist eine in einem fast regelmäßigen Fünfeck angelegte Festung, die ursprünglich zum Schutz gegen die Schweden errichtet wurde. Der dänische König Christian IV. erteilte 1626 den Auftrag für die Verteidigungsanlage. Nach rund 40 Jahren war der Ausbau des Kastells abgeschlossen, doch so richtig genutzt wurde es nicht für den eigentlichen Zweck. Als Bollwerk gegen äußere Feinde kam das Kastell nur einmal, 1807 gegen die Briten, zum Einsatz.

Die Wallanlagen des Kastells Das Barock-Portal des Kastells

Heute ist in der Anlage die Militärverwaltung Dänemarks untergebracht. Glücklicherweise hat man das Kastell aber nicht zu einem Sperrgebiet erklärt, sondern es hat sich zu einem der touristischen Highlights entwickelt – zu einem sehr sehenswerten, wie wir feststellen konnten. Rund um die Anlage zieht sich ein begrünter Burggraben hin, der von vielen Wasservögeln bevölkert ist. Beliebt ist der Wall, auf dem man die Festung umrunden kann und von dem man einen schönen Ausblick über das Innere des Kastells hat, aber auch einen wunderbaren Blick in die Umgebung. Leider waren bei unserem Besuch die Wallanlagen gesperrt, doch auch der übrige Teil des Kastells lohnt einen Abstecher.

Im Gelände des Kastells Im Gelände des Kastells Im Gelände des Kastells

Die Festung stammt aus der Zeit der Renaissance. Das Eingangsportal, zu dem man über eine kleine Brücke gelangt, wurde im Stil des Barock errichtet. Es ist schon sehenswert, aber auch im Inneren der Festung wird man nicht enttäuscht. Hier breitet sich fast ein kleines Dorf aus, mit Häusern, die uns kaum an Militäreinrichtungen erinnerten, einem Palais und einer Kirche. Sicher kommt der freundliche Eindruck zum großen Teil durch die roten Fassaden der langen Gebäude und die gelben Dächer. Dazu kommt die ruhige Lage im Grünen, mit viel Park und Wasser. Wir finden, wenn man sich auf jedem Militärgelände so gut erholen könnte, wäre das eine feine Sache.

Die Kirche Sankt Alban

Die Kirche Sankt Alban

Die Kirche Sankt Alban ist architektonisch kein besonders herausragendes Gebäude und auch bedeutende Kunstschätze sind in ihr kaum zu finden. Womit sie touristisch gesehen punkten kann, ist die schöne Lage an einem der Gewässer rund um das Kastell. Der Anblick ist wirklich bezaubernd, dazu hatten wir das Glück, dass auf dem See ein Nest mit brütenden Wasserrallen gut zu sehen war. Als kleine Erholung zwischendurch ist das Gelände um die Kirche sehr gut geeignet.

Wasservögel auf dem Nest

Das Besondere der Kirche Sank Alban ist die Funktion als einzige anglikanische Kirche Dänemarks. Die Beziehung zu England drückt sich auch im Namen der Kirche aus. Sie ist nach einem frühen englischen Heiligen benannt. Erbaut wurde das Kirchengebäude aus hellem Stein im Jahre 1887. Das Innere des Gotteshauses ist jedoch nur im Sommer zu besichtigen, jeweils montags bis freitags von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Das Frihedsmuseet (Freiheitsmuseum)

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Wir mussten erst etwas suchen, um das Frihedsmuseet – das Freiheitsmuseum – am Churchill-Park zu finden. Das Museum, das manchmal auch „Museum des dänischen Widerstands“ genannt wird, ist leicht zu übersehen. Zu früh oder spät sollte man nicht hierher kommen, denn im Sommer ist nur von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet, montags ist geschlossen und im Winterhalbjahr gehen die Öffnungszeiten nur bis 15.00 Uhr. Der Eintritt ist frei, unabhängig von der Copenhagen-Card.

Schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde im Sommer 1945 die Grundlage des Museums mit der Ausstellung „Kämpfendes Dänemark“ geschaffen. Seit 1957 gab es dann das Freiheitsmuseum, in dem Informationen, Dokumente, Ausstellungsstücke und Material der Widerstandsbewegung gegen die deutschen Besatzer zu sehen sind. Ein großer Teil des Museums ist der Geschichte der Juden und der Rettung eines Großteils der jüdischen Bevölkerung Kopenhagens gewidmet.

Ehemaliger Bunker am Freiheitsmuseum

Die Widerstandsbewegung in Dänemark gegen die Deutschen war am Anfang der Besetzung nicht sehr stark ausgeprägt. Das lag zum großen Teil an dem vorerst relativ moderaten Auftreten der Besatzungsmacht. So wurde die dänische Regierung nach dem Einmarsch 1940 nicht abgesetzt, die Polizeigewalt blieb beim dänischen Staat und die jüdische Bevölkerung anfangs kaum behelligt. Das änderte sich jedoch, die Deutschen griffen stärker durch und der dänische Widerstand nahm große Ausmaße an. Schließlich setzten die Deutschen die dänische Regierung 1943 ab. Der Untergrundkampf der Dänen gegen die Besatzer dauerte noch bis 1945, dann wurde das Land von der britischen Armee befreit.

Ein wichtiges Kapitel im Widerstandskampf, das auch im Museum gewürdigt wird, ist die Rettung großer Teile der jüdischen Bevölkerung Kopenhagens. Nach der Einführung des Kriegsrechts 1943 und der Absetzung der dänischen Regierung wurde die Deportation der bis dahin relativ in Ruhe gelassenen Juden beschlossen. G.F. Duckwitz, ein enger Mitarbeiter des deutschen Statthalters in Kopenhagen, warnte jedoch den ehemaligen Chef der dänischen Sozialdemokraten, der diese Information dem jüdischen Gemeindevorsteher weiter gab. So gelang es, die meisten der Juden in Sicherheit zu bringen. Immerhin 7200 von den insgesamt 7800 Juden gelang die Flucht. Die dänische nichtjüdische Bevölkerung trug mit spontanen Hilfsaktionen zum Überleben des weitaus größten Teils der dänischen Juden bei. Das ist umso bemerkenswerter, weil dies nicht selbstverständlich war und die Menschen anderer Staaten sich oft gegen ihre jüdischen Mitbürger stellten.

Ein weiterer sehenswerter Höhepunkt am Churchill-Park ist der Gefion-Brunnen, der eine Szene aus der dänischen Mythologie zeigt. Der Brunnen ist ein Geschenk der Carlsberg-Brauerei an Kopenhagen und entstand zwischen 1897 und 1908. Entworfen wurde er vom Künstler Anders Bundgaard. Die Wasserspiele des Gefion-Brunnens bieten besonders abends, wenn sie beleuchtet werden, ein großartiges Schauspiel.

Die kleine Meerjungfrau, das Wahrzeichen Kopenhagens

Wir waren vor unserem Kopenhagen-Besuch schon „vorgewarnt“ worden und sahen es bestätigt: Die Kleine Meerjungfrau ist im wahrsten Sinne des Wortes klein und eher unscheinbar. Trotzdem wurde sie zu dem Touristen-Symbol Kopenhagens, an dem kein Besucher der Stadt vorbeikommt. Die Kopenhagener können das weniger verstehen, für sie ist es ein Rätsel, wieso diese Figur zum wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt wurde.

Die Kleine Meerjungfrau von Besuchern umlagert

Wir müssen den Kopenhagenern wohl recht geben, ein bedeutendes Kunstwerk ist die Figur der Meerjungfrau sicher nicht. Trotzdem, die Figur auszulassen, wenn man in der Stadt ist – das geht einfach nicht. Vielleicht ist es die Faszination des Märchens von Hans Christian Andersen - des berühmten Märchendichters der Stadt – die der Statue ihren Weltruhm einbrachte. Wie dem auch sei, auch wir ließen es uns nicht nehmen, die Statue zweimal zu besuchen. Einmal gelangten wir mit der Bootstour dorthin und konnten die Meerjungfrau vom Wasser aus bewundern. Das zweite mal kamen wir auf dem Landweg. Die kleine Meerjungfrau findet man schon relativ weit außerhalb der Altstadt, wobei weit in Kopenhagen ein wirklich relativer Begriff ist. Auch der Weg zur Meerjungfrau lässt sich problemlos per Fuß bewältigen. Sinnvoll ist, den Besuch mit einer Tour zum Kastell und den umliegenden Sehenswürdigkeiten zu verbinden.

Die Kleine Meerjungfrau

Bei einigen Leuten scheint die Kleine Meerjungfrau jedoch sehr unbeliebt zu sein, denn kaum eine „Persönlichkeit“ hat so viele Attentate überstanden wie diese Bronzefigur. In den letzten 50 Jahren wurde sie mit Farbe besprüht, ihr wurde der Arm abgeschlagen, zweimal wurde sie sogar geköpft und einmal vom Sockel gestoßen. Das hat sie nun wirklich nicht verdient. Da war es für sie wahrscheinlich eine Erholung, dass sie 2010 für ein halbes Jahr offiziell verschwand. Die Meerjungfrau reiste zur Expo nach China.

Inzwischen thront sie wieder auf ihrem Sockel und die Massen drängen sich wieder um das Fräulein. Es hatte uns schon einige Geduld gekostet, die Meerjungfrau ohne Besucher zu fotografieren. Im Sekundentakt springt immer Jemand in die Arme der Figur um sich mit ihr ablichten zu lassen. Wahrscheinlich hat die Kleine Meerjungfrau die meisten „Liebhaber“ in Kopenhagen. Dabei ist sie nicht mehr „taufrisch“. Immerhin hat sie rund 100 Jahre auf dem Buckel, 1913 wurde die Statue eingeweiht. Geschaffen hat sie der Bildhauer Edvard Eriksen im Auftrag des Besitzers der Carlsberg-Brauerei. Natürlich rankt sich auch eine schöne Geschichte um die Erschaffung der Meerjungfrau. Der Bildhauer fand die Tänzerin Ellen Price bezaubernd und wollte sie unbedingt als Modell für die Statue. Die war auch bereit, wollte sich jedoch auf keinen Fall nackt zeigen. So modellierte Eriksen den Körper nach dem Vorbild seiner Frau und den Kopf nach Ellen Price. Genau genommen ist die Kleine Meerjungfrau also so etwas wie ein Zwitterwesen.

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