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Die Geschichte der Costa Blanca

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Die Gegend um die Costa Blanca war schon vor vielen Jahrtausenden besiedelt. Die Region war schon damals wegen ihres milden Klimas ein gefragtes Siedlungsgebiet. Das ist bis heute geblieben, obwohl die hier vorherrschende Trockenheit auch gravierende Nachteile mit sich bringt. Ein weiterer Vorteil der Region war und ist die wichtige strategische Lage.

Das alles rief schon zeitig Eroberer an die Costa Blanca, Karthager, Römer und Mauren beherrschten die Küste und das Hinterland der Costa Blanca ebenso wie Andalusien. Mit der Rückeroberung durch die spanischen Herrscher endeten diese Abenteuer und bis in die heutigen Tage blieb die Region ein Bestandteil des spanischen Staates.

Bis zur Autonomie am Ende des 20. Jahrhunderts war es jedoch ein weiter Weg. Den letzten Rückschlag auf diesem Weg erlebte die Region um Alicante nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs und den folgenden Jahrzehnten der Franco-Diktatur. Sicher hatte dabei auch eine Rolle gespielt, dass Alicante die letzte Hochburg der Republikaner war.

Vom Siedlungsbeginn bis zu den Mauren

Die Region um die heutige Costa Blanca ist eine derjenigen, in der Hinweise auf eine sehr frühe Besiedlung bestehen. Schon vor mehr als 25.000 Jahren gab es hier Menschen, nämlich Neandertaler, von denen Knochen in einer Höhle gefunden wurden. Höhlenmalereien der modernen Menschen, die ebenfalls entdeckt wurden, sind etwa 13.000 Jahre jünger.

Rund 4000 Jahre v. Chr. siedelten sich in der Region Volksstämme aus Nordafrika an. Nach diesen Iberern wurde die Halbinsel mit dem späteren Spanien und Portugal benannt. Das war die erste Invasion aus Afrika, der dann später die Mauren folgten. Die Ureinwohner dieses Stücks der Mittelmeerküste, ein Jägervolk, vermischte sich nach und nach mit den Neuankömmlingen.

Die Phönizier, dieses Seefahrervolk, kamen rund 1000 Jahre v. Chr. in den Süden des heutigen Spaniens und gründeten hier die Städte Cádiz und Málaga. Etwa 300 Jahre später begannen die Griechen Handelsniederlassungen in der Gegend der Costa Blanca zu errichten, so an den Plätzen des heutigen Alicante, Benidorm und Dénia. Die Griechen waren es auch, die als erste die Bezeichnung Iberer für die Bewohner der spanischen Halbinsel wählten.

Es gibt wohl keine Region um das Mittelmeer, in denen Karthager und Römer nicht waren. Auch die Costa Blanca gehörte zu den von ihnen eroberten Gebieten. Die Karthager hatten zuerst „die Nase vorn“ und gliederten die Region in ihren Machtbereich ein. Die heutige Stadt Cartagena erinnert daran, sie wurde um 227 v. Chr. gegründet. Doch Karthago unterlag im 2. Punischen Krieg den Römern, die damit ihr Imperium fast über die gesamte Halbinsel ausweiten konnten.

Sicher, Rom war eine Besatzungsmacht, doch der Region brachte es auch bedeutende Vorteile, so eine fast 400 Jahre währende Friedensperiode, die Entwicklung einer politischen und kulturellen Zivilisation sowie der Landwirtschaft. Auch die lateinische Sprache hielt Einzug und bildete so die Grundlage des heutigen Sprachraums. Die Römer gründeten ebenfalls wichtige Städte, so Valencia und Tarragona. Mit dem Untergang des Römischen Reiches aufgrund der Auswirkungen der Völkerwanderung und dem Einfall germanischer Stämme endete diese Periode. In den folgenden Jahrhunderten stockte die Entwicklung der Region.

Die Mauren und das „Goldene Zeitalter“

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Das ganze südliche Spanien ist bis heute noch relativ stark von arabischen Einflüssen geprägt, vor allem, was die Bauwerke betrifft. Aber auch im täglichen Leben ist dieser Einfluss noch zu spüren. Das ist nicht verwunderlich, denn über mehrere Jahrhunderte stand der Süden Spaniens - also auch die Region der Costa Blanca - unter der Herrschaft der Mauren, die aus Nordafrika kamen. Diese Zeit hat das Land stark geprägt, denn nicht ohne Grund werden diese Jahre als das „Goldene Zeitalter“ bezeichnet.

Maurischer Krug, Alter Stich

Die Herrschaft der Mauren in Südspanien begann 711 und sie endete erst 1492 mit dem Fall von Granada. Allerdings hatte der Niedergang der Mauren schon früher begonnen, das maurische Reich von Granada war das letzte auf spanischem Boden. In der Region der Costa Blanca wurden die Araber schon im 13. Jahrhundert endgültig besiegt. Vorher hatte der christliche spanische Nationalheld El Cid das Taifa Valencia schon einmal unter die Kontrolle der Christen gebracht, allerdings dauerte diese Periode nur kurz, nämlich von 1094 bis 1099. Von 1236 bis zum Ende des 13. Jahrhunderts gelang es dann dem Königreich von Aragón den Mauren die Herrschaft über die gesamte Südostküste Spaniens zu entreißen. So kamen u.a. Valencia, Alicante, Elche und viele andere Städte in den christlichen Machtbereich. Der Einfluss der Araber war damit jedoch nicht völlig beendet, denn die meisten maurischen Bewohner durften zunächst bleiben, arrangierten sich mit den Christen in einem friedlichen Zusammenleben.

Die Jahrhunderte der maurischen Reiche waren ohne Zweifel eine Fremdherrschaft, doch sicher nicht zum Nachteil der Bevölkerung der Regionen Südspaniens. Die Toleranz in dieser Zeit war enorm und die Mauren förderten Kunst, Kultur und Wissenschaft. So galt die Stadt Córdoba eine Zeitlang als das Wissenschaftszentrum der Welt. Dichtung und Musik wurden im gesamten maurischen Einflussbereich gefördert, das Handwerk erlebte eine bisher nicht gekannte Blütezeit und die Landwirtschaft brachte durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem hohe Erträge. Auch die Architektur erhielt starke Impulse, noch heute sind diese an vielen Gebäuden zu erkennen.

Die Entwicklung unter den spanischen Königen bis zum 20. Jahrhundert

Die folgenden Jahrhunderte waren eine Zeit der Widersprüche. Zum einen stieg Spanien durch die Entdeckung Amerikas und die Ausbeutung dieser Gebiete zu einer Weltmacht auf, andererseits herrschte im Land Intoleranz und religiöser Fanatismus. Die Inquisition erlebte ihren Höhepunkt, andere Religionen wurden nicht geduldet. So musste die jüdische Bevölkerung, die bisher ihre Lebensgewohnheiten und ihren Glauben praktizieren konnte, zwangsweise zum Christentum übertreten und schließlich das Land verlassen. Die Mauren konnten ihrem Glauben vorerst treu bleiben, doch Anfang des 17. Jahrhunderts wurden auch sie des Landes verwiesen. Für die Region der Costa Blanca hatte dies teilweise tragische Folgen, denn so verödeten ganze Landstriche, da einfach die Menschen fehlten um die Landwirtschaft weiter zu betreiben.

Relief des Abendmahls, Sanktuarium La Magdalena bei Novelda Figur des Jesus, Relief des Abendmahls, Sanktuarium La Magdalena bei Novelda

Der nächste Schlag für die Region kam im Spanischen Erbfolgekrieg, als dessen Folge Philipp V. die garantierten Rechte der Königreiche von Valencia, Aragón sowie Katalonien außer Kraft setzte. Sie verloren ihre Unabhängigkeit und wurden Provinzen des Königreiches Spanien. Erst im 20. Jahrhundert, nach dem Tod des Diktators Franco, konnte die Region wieder eine Autonomie erreichen.

Eine zwischenzeitliche kurze Hoffnung gab es 1813, als die Franzosen vertrieben wurden, die unter Napoleon Spanien besetzt hatten. Auch in Alicante wehrte sich die Bevölkerung gegen die Franzosen. Für etwa ein Jahr galt eine liberale Verfassung, doch dann kehrte Ferdinand VII. auf den spanischen Thron zurück und setzte die Verfassung außer Kraft.

In den folgenden Jahrzehnten gab es ziemlich chaotische Verhältnisse, Bürgerkriege, Revolten und Machtkämpfe waren praktisch an der Tagesordnung. Um 1873 existierte für ein reichliches Jahr die erste spanische Republik, doch schon 1874 hatte wieder ein Bourbone den Thron erobert und erneut das Königreich etabliert.

Die Costa Blanca im 20. Jahrhundert und heute

Das 20. Jahrhundert begann mit noch mehr politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen, dass Land kam einfach nicht zur Ruhe. Hunderte von politischen Attentaten sowie dutzende erfolglose Staatsstreiche ließen Spanien immer mehr in die Krise rutschen, obwohl es im 1. Weltkrieg neutral geblieben war und zumindest dessen Folgen nicht mit tragen musste.

Im Jahre 1931 musste König Alfons XIII. abdanken, die Republikaner hatten die Wahlen gewonnen und riefen die Zweite Republik aus. In den Jahren darauf radikalisierten sich die politischen Gruppen jedoch immer mehr. Nach dem sehr knappen Sieg der Volksfront 1936 putschten im Juli rechte Militärs, darunter der spätere Diktator General Francisco Franco. Es folgte ein drei Jahre währender Bürgerkrieg, der auf beiden Seiten viele Opfer forderte. Beide Seiten bekamen ausländische Hilfe, die Republikaner von linken Freiwilligen aus zahlreichen Ländern – den „Internationalen Brigaden“ - und die Franco-Truppen von der berüchtigten „Legion Condor“ des Deutschen Reiches. Im Endeffekt hatten die Republikaner und die Freiwilligen nicht genügend Reserven um dem Militärapparat der spanischen und deutschen Faschisten standzuhalten. Am 1. April 1939 endete der Bürgerkrieg mit dem Sieg Francos. Die Costa Blanca gehörte zur letzten Bastion der Republikaner, der letzte Schauplatz des Bürgerkriegs war die Mole von Alicante.

Bis zum Tod Francos 1975 und der Einführung der Demokratie unter König Juan Carlos wurden sowohl die Sprache als auch die Traditionen und Bräuche der Region unterdrückt. Seit 1982 gehört die Costa Blanca zum Autonomen Gebiet der Communitat Valenciana, die nationalen Besonderheiten können wieder voll ausgelebt werden. Wirtschaftlich spielt der Tourismus eine immer größere Rolle, aus vielen Ländern kommen jedes Jahr unzählige Gäste an die Weiße Küste.

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