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Alicante, die Provinzhauptstadt

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Alicante ist die größte Stadt der Costa Blanca und nach Valencia die zweitgrößte der Communitat Valenciana. Mit rund 330.000 Einwohnern kann man hier kaum von einem gemütlichen Urlaubsort sprechen, doch für den Tourismus der Region ist Alicante enorm wichtig. Nahe der Stadt liegt der Flughafen, der bedeutendste Zubringer der Urlauber zur Weißen Küste. Auch die Stadt selbst beherbergt eine enorme Anzahl Urlauber, die vorrangig in den Hotels am Strand wohnen.

Die Geschichte Alicantes reicht weit zurück bis zu den Griechen und Karthagern, die hier schon erste Siedlungen hatten. Die Römer ließen es sich natürlich ebenfalls nicht nehmen, an diesem Ort ihre Spuren zu hinterlassen. Eine Blütezeit erlebte Alicante unter den Mauren und anschließend unter den katholischen Königen Spaniens. Die Bucht an der Alicante liegt, ließ den Hafen der Stadt zu einem der wichtigsten des Mittelmeeres werden. In späteren Jahrhunderten ging es jedoch mit Alicante bergab, Kriege und wirtschaftlicher Niedergang setzten der Stadt stark zu. An Bedeutung gewann und gewinnt Alicante seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem enormen Anstieg des Tourismus und der Entwicklung zur Touristenmetropole der Costa Blanca. Was bedeutende Sehenswürdigkeiten betrifft ist Alicante jedoch eher mager ausgestattet. Es gibt schon einige interessante, doch manch andere Touristenhochburg hat da mehr zu bieten.

Hafen und Strand von Alicante

Die Stadt Alicante und speziell auch die Altstadt liegt direkt am Mittelmeer, Strände und die Strandpromenade grenzen ohne Übergang an die Häuser an. Nur wenige Schritte sind es von den alten Gebäuden des Stadtzentrums bis zum Hafen. Hier sind die Anlegestellen für zahlreiche Sportboote und Yachten und hier konzentrieren sich auch viele Hotels der Stadt. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann in einer Tiefgarage direkt neben dem Hafen oder auf der Landzunge am Hafengelände parken.

Das Hafenbecken von Alicante Hafen und Strand von Alicante

Die Landzunge reicht relativ weit hinaus ins Meer und zur Estación Maritima. Das ist die Anlegestelle der Fähren, die von Alicante nach Algerien sowie zu den Balearen abfahren. Mitunter legt hier auch eines der großen Kreuzfahrtschiffe an. Wer einen Ausflug per Boot zur Insel Tabarca bei Torrevieja unternehmen möchte, startet ebenfalls hier. Wir fanden es ganz interessant, entlang des Hafens zu spazieren. Sehenswert ist auch eine Statue, die im Wasser des Hafenbeckens steht.

Unsere Sache ist es eigentlich nicht, mitten in der Stadt am Strand zu liegen, doch so etwas ist bekanntlich eine Geschmackssache. Am wichtigsten Strand Alicantes, der Playa del Postiguet ist man praktisch wirklich inmitten der Stadt. Der Strand reicht vom Vier-Sterne-Hotel Meliá am Yachthafen bis zum Bahnhof der Schmalspurbahn. Auf der einen Seite hat dies natürlich den Vorteil, dass man von der Altstadt oder den Hotels am Hafen nur wenige Schritte braucht, um sich im feinen Sand zu aalen oder ins Mittelmeer zu steigen. Andererseits ist der Strand vor allem in den Sommermonaten mehr als gut gefüllt, so dass jemand mit Platzangst hier keine guten Karten hat. Der Sand an diesem Strand ist jedenfalls von feinster Qualität, weiß und fein. Auch der Ausblick in Richtung Stadt ist nicht schlecht, man schaut auf den Berg mit dem Castillo de Santa Bárbara, der Festung, die hoch über Alicante thront.

Playa del Postiguet und das Castillo Am Strand der Playa del Postiguet

Die Playa de la Albufereta, der Strand etwas nördlich von Alicante, ist mit Autobussen zu erreichen. Er ist gut ausgebaut, es gibt Toiletten, Duschen, Restaurants und Kinderspielplätze. Durch die Lage in einer Bucht ist er zudem gut windgeschützt. Wer noch etwas weiterläuft, kann auch in einer der drei kleineren Bade-Buchten ins Meer steigen.

Ein weiterer Badestrand, der etwa sieben Kilometer lange Strand von San Juan, liegt rund acht Kilometer nordöstlich von Alicante. Er ist sowohl mit Bussen als auch mit dem Auto zu erreichen, was sich leider dadurch bemerkbar macht, dass er vorrangig im Sommer ausgesprochen gut besucht ist. Der Strand ist ebenfalls mit den entsprechenden Einrichtungen – wie Duschen, Toiletten usw. - versehen und auch Restaurants und Bars sind in Nähe vorhanden.

Explanada, die außergewöhnliche Promenade

Beeindruckt waren wir neben dem Castillo vor allem von der Strandpromenade Alicantes, die man einfach gesehen haben muss, wenn man die Stadt besucht. Die Explanada zieht sich über 700 Meter entlang des Meeresufers zwischen dem Zentrum Alicantes und dem Hafen. Hier konnten wir das Leben der Menschen am Mittelmeer gewissermaßen hautnah erleben, denn die Explanada ist jederzeit bevölkert und hier sitzen die Einwohner, trinken ihren Kaffee, spielen Schach oder schwatzen einfach über dies und jenes.

Der Abschluss der Explanada zum Meer Die Explanada mit dem wellenförmigen Mosaik

Promenaden – auch sehr schöne – gibt es in vielen Ferienorten, doch die Explanada in Alicante ist schon etwas Besonderes. Fast die gesamte Promenade wurde mit einem Mosaik aus rund sieben Millionen Marmorsteinen ausgelegt. Die blauen, roten und elfenbeinfarbenen Streifen sind wellenförmig angeordnet, so dass der Eindruck entsteht, man würde wirklich über Wellen laufen. Natürlich war uns klar, dass der Boden eigentlich eben ist, doch der Effekt der Meereswellen war umwerfend. Hier ist unserer Ansicht nach den Gestaltern der Promenade ein großer Wurf gelungen.

Der positive Eindruck wird noch durch vierhundert Palmen verstärkt, die links und rechts des Weges stehen. So kann man hier auch bei knalligem Sonnenschein im Schatten laufen. Auf Schritt und Tritt gibt es kleine Restaurants, Cafés und Kioske, außerdem ein Auditorium, in dem an Sonntagen und Feiertagen eine Band spielt. An die Südseite der Explanada schließt ein Park mit alten wunderschönen Gummibäumen an, der Canalejos-Park.

Castillo de Santa Bárbara, das Kastell von Alicante

Der Berg Monte Benacantil ist zwar nur 166 m hoch, doch da er im wahrsten Sinne des Wortes die herausragendste Erscheinung in Alicante ist, fällt er von jedem Platz in der Stadt gleich ins Auge. Auf dem Gipfel des Berges thront eine Festung, das Castillo de Santa Bárbara, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Alicantes.

Das Castillo de Santa Bárbara auf dem Felsen Das Castillo und der Blick auf Alicante

Der Berg unmittelbar am Meeresufer war ein strategisch ausgesprochen günstiger Punkt und so verwundert es nicht, dass er schon frühzeitig große Bedeutung für Alicante erhielt. Die Mauren errichteten dann im 9. Jahrhundert eine Festung auf dem Gipfel. Die spanischen Könige bauten diese Festung nach der Vertreibung der Mauren weiter aus. Den jetzigen Namen Castillo de Santa Bárbara erhielt die Festung nach dem Namenstag der heiligen Barbara, an dem im Jahre 1247 das Kastell von den Christen erobert und die Mauren vertrieben wurden. Heute sind in der Festung keine Bauten aus der Anfangszeit mehr erhalten. Der älteste und höchstgelegene Teil stammt aus dem 11. Jahrhundert, der mittlere aus dem 16. Jahrhundert und der jüngste Teil der Festung datiert aus dem 18. Jahrhundert.

Auf dem Castillo de Santa Bárbara Turm am Castillo de Santa Bárbara

Der Aufstieg auf einen nur rund 170 m hohen Berg erscheint im ersten Moment nicht besonders beschwerlich, doch der Weg streckt sich, er ist relativ steil und verläuft in Serpentinen. So kommt man beim „Bergsteigen“ einigermaßen ins Schwitzen. Es gibt jedoch eine sehr interessante, ziemlich bequeme und sicher zu empfehlende Alternative. Gegenüber der Playa del Postiguet befindet sich am Ostende des Paseo de Gómiz der Eingang zu einem Stollen, der direkt zu einem Aufzug führt. Man läuft vielleicht 100 m oder sogar etwas länger durch den Berg um dann mit dem Fahrstuhl zu den verschiedenen Ebenen der Festung zu fahren. Wir finden, dieses Erlebnis sollte man sich unbedingt gönnen. Gegen einen kleinen Obolus ist die Auffahrt möglich, ansonsten ist der Besuch des Castillos kostenfrei.

Das Castillo selbst ist sehenswert, am schönsten fanden wir aber die fantastische Aussicht über Alicante, das Meer und die umliegende Landschaft. Von den Plattformen und Zinnen der Festung liegt einem die Stadt wie eine Spielzeug-Landschaft zu Füßen. An einigen Kiosken erhält man Erfrischungen, kleine Snacks und natürlich Souvenirs. Wer etwas für die Kultur tun möchte, kann die Ausstellungen in der Festung besuchen.

Rund um die Altstadt von Alicante

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Die Altstadt Alicantes schließt nahtlos an die Explanada, die wunderbare Promenade am Meer, an. Ein Bummel durch die Altstadt ist schon wegen der alten Häuser und der verwinkelten engen Gassen sehr lohnend. Hier findet man noch das alte spanische Leben, das sich oft auf den Bürgersteigen und darum abspielt.

Einige Gebäude der Altstadt sind darüber hinaus ausgesprochen sehenswert und interessant. So ist das Rathaus, der Ayuntamiento, unbedingt einen Besuch wert. Es hat eine ganz spezielle Besonderheit zu bieten – an der Rathaustreppe befindet sich der Nullpunkt bezogen auf die Meereshöhe. Alle Höhenangaben in Spanien beziehen sich auf diese Marke.

Das Rathaus von Alicante

Ansonsten ist auch das Rathaus selbst ein bedeutendes und hochinteressantes Bauwerk. Errichtet wurde es im Barockstil im Jahre 1668. Das jetzige Rathaus ist allerdings nicht mehr der Originalbau, der wurde durch die Kämpfe mit den Franzosen schwer beschädigt. Schließlich baute man das Haus im 18 Jahrhundert neu auf. Die bemerkenswerte Fassade sowie die beiden 35 m hohen Türme lassen das Gebäude aus der Umgebung hervortreten. Leicht zu übersehen ist die Gedenktafel aus weißem Marmor, die an die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1490 erinnert. Wenn das Rathaus geöffnet ist, sollte man unbedingt die Spiegelgalerie im Salón Azul – dem blauen Salon – besichtigen.

Nicht weit entfernt vom Rathaus steht die Concatedral de San Nicolás de Bari, die Nebenkathedrale. Das Gebäude wurde auf den Grundmauern einer Moschee errichtet, an die noch eine 45 m hohe Kuppel im orientalisch anmutenden Stil erinnert. Erbaut wurde diese Kirche zwischen 1616 und 1662. Einige sehr interessante Details sind der Hauptaltar, das Bildnis des heiligen Nikolaus aus schwarzem Marmor, das Hauptportal im Stil der Renaissance sowie der Kreuzgang mit zwei Barocktüren.

Die Iglesia de Santa Maria

Die Iglesia de Santa Maria, die Kirche der Jungfrau Maria, ist Alicantes ältestes Kirchengebäude. Früher stand hier die maurische Hauptmoschee, auf deren Grundmauern die Marienkirche im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Nach mehreren Zerstörungen durch Brände und Kriegsereignisse bekam die Kirche ihre heutige Form um 1720. Besonders prachtvoll erschien uns die Fassade im Barockstil mit dem reich verzierten Portal. Interessant sind die drei Skulpturen an diesem Portal - die Jungfrau Maria sowie die Heiligen Andreas und Jakob.

Um das Taufbecken in der Kirche rankt sich eine schöne Geschichte. Eigentlich war es für eine Kirche in Kastilien gedacht und sollte aus Italien, wo es hergestellt wurde, per Schiff nach Alicante versandt und von dort weiter zur vorgesehenen Kirche transportiert werden. Doch wie sich heraus stellte, war das Taufbecken aus Carrara-Marmor extrem schwer. So verzichtete man einfach auf den aufwändigen Transport und stellte es in der Iglesia de Santa Maria in Alicante auf. Die Einwohner der Stadt kamen auf diese Weise zu dem schön verzierten Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert.

Das Gebäude gegenüber der Kirche hat ebenfalls eine interessante Geschichte hinter sich. Ursprünglich war das im 17. Jahrhundert erbaute Haus ein Getreidelager, danach diente es als Handelsschule. Heute ist hier das Museo de la Asegurada zu finden, ein Museum mit Werken bekannter Künstler des 20. Jahrhunderts. Zu den Ausstellungsstücken zählen dabei Werke so berühmter Künstler wie Picasso, Joan Miró und Salvador Dali. Die Öffnungszeiten sind typisch spanisch, geöffnet ist von Dienstag bis Samstag von 10.30 Uhr bis 13.30 Uhr und von 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Nachmittags und sonntags ist also geschlossen.

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