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Geschichte von Barcelona und Katalonien

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Die spanische Stadt Barcelona blickt auf eine über 2000 Jahre in die Vergangenheit reichende Geschichte zurück; Wenn man von der Geschichte Barcelonas spricht, meint man zugleich die Geschichte von Katalonien und in gewissem Sinne auch die Geschichte von ganz Spanien. Man kann ebenso wenig die reine Stadtgeschichte Barcelonas nieder schreiben wie die reine Stadtgeschichte Berlins. Genauso wie Berlin ein Stück deutscher Geschichte ist, spiegelt Barcelona ein wichtiges Stück spanischer und katalanischer Geschichte wieder.

Der folgende geschichtliche Abriss der Stadt Barcelona und des Teilstaates Katalonien ist lange und mühevoll zu lesen. Wer sich aber vor einem Besuch Barcelonas über die Geschichte der Stadt und es Landes informiert hat, wird viele Dinge auf seiner Besichtigungstour viel besser verstehen als ohne historisches Hintergrundwissen.

Die Vorgeschichte

Der aktuelle Stand der Archäologie besagt, dass bereits vor über 130.000 Jahren Neandertaler im heutigen Katalonien gelebt haben. Damit zählt die katalonische Region zu den ältesten Siedlungsgebieten der Menschheit.

Das Gebiet war auch schon Tausende Jahre vor Christus besiedelt. Bis ca. 4.000 Jahre vor Christus lebten die damaligen Bewohner des Landes als Jäger und Sammler. Erst dann begann die damalige Menschheit mit der Viehzucht und dem Ackerbau.

Zu Beginn der historischen Überlieferung, also im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung (die Zeit davor wird als Vorgeschichte bzw. Prähistorik bezeichnet), war Katalonien bereits von der iberischen Urbevölkerung dünn besiedelt. Siedlungsgebiete gab es hauptsächlich in der Nähe des kleinen Flusses Ter (nördlich von Barcelona).

Die Antike

Im ersten Jahrtausend vor Christus landeten immer wieder griechische Handelsschiffe an der Mittelmeerküste Frankreichs und Spaniens, so dass es erste Kontakte der Einheimischen mit fortgeschrittenen Zivilisationen gab. Für diese damaligen Seefahrer war die iberische Halbinsel natürlich das Ende der Welt. Im Jahr 600 vor Christus gründeten die Griechen die älteste Stadt an der Küste Frankreichs, nämlich Marseille, als Handelsniederlassung. Ebenfalls um diese Zeit gründeten sie die erste Stadt an der südspanischen Küste, nämlich das etwas nördlich von Barcelona gelegene Empurion (Empúries). Überbleibsel aus jener Zeit können in Empúries heute noch besichtigt werden.

Der römische Streifen nach dem Ende des 2. Punischen Krieges

Ab diesem Zeitpunkt nahmen die Griechen und später die Römer entscheidenden Einfluss auf die Kultur der einheimischen Bevölkerung und im Laufe der Jahrhunderte kristallisierte und entwickelte sich die iberische Kultur, die zu einer der wichtigsten antiken Kulturen in Europa werden sollte. Woher stammt eigentlich der Name Iberer? Die Griechen und Römer bezeichneten alle Bewohner, die in der Nähe des Flusses Iberus lebten, als Iberer. Später wurde der Begriff auf die gesamte Halbinsel ausgedehnt.

Während die griechischen Kolonisten von Osten her kamen, drängten sich von Südwesten her die nordafrikanischen Karthager an der spanischen Mittelmeerküste vor. Im zweiten Punischen Krieg besiegten die Römer die Karthager, die sich dann aus Westeuropa zurückzogen. Die Römer ließen sich fest an der südspanischen Küste nieder und teilten 197 vor Christus die ganze iberische Halbinsel in zwei große Provinzen auf.

Von da an begann die große Romanisierung der iberischen Bevölkerung; Allmählich passten sich die Einheimischen den Sitten, der Sprache und der Kultur der Siedler aus der italienischen Halbinsel an. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts wurden die beiden iberischen Provinzen weiter unterteilt.

Die Stadt Barcelona wurde nur wenige Jahre vor der Zeitenwende gegründet. Was wir heute als Altstadt bezeichnen, ist das 2.000 Jahre alte Barcino. Um die Altstadt führte eine Mauer mit zahlreichen Wachtürmen. Zwei Aquädukte brachten Frischwasser aus den Bergen in die Stadt. Teile der Mauer und der Türme sind im Museu d'Història de la Ciutat noch zu sehen.

Während der Zeit der Völkerwanderung und des Zerfalls des Imperium Romanum drangen die Westgoten nach Katalonien ein und machten Barcelona zu ihrer Hauptstadt. Einschneidende Veränderungen in Katalanien und Barcelona sollte es jedoch erst wieder geben, als sich die Mauren auf der iberischen Halbinsel niederließen.

Die Mauren auf der iberischen Halbinsel

Die iberische Halbinsel zur Blütezeit des Frankenreiches im Jahre 814

Zu Beginn des 8. Jahrhunderts begann für die iberische Halbinsel ein ganz neues Kapitel in deren Geschichte, nämlich als 711 arabische Berber von Nordafrika herkommend an der Südspitze Spaniens landeten. Die Mauren - so wurden die arabischen Siedler in Europa genannt - breiteten sich allmählich auf der iberischen Halbinsel aus und machten Córdoba zu ihrer Hauptstadt. Einen mächtigen Gegenpol bildete zu Beginn des 9. Jahrhunderts das große Frankenreich unter Karl dem Großen. Im Jahre 801 fiel die Stadt Barcelona und einige iberische Teile jenseits der Pyrenäen an das große Frankenreich.

Die Mauren eroberten zu Beginn des 10. Jahrhunderts auch noch die balearischen Inseln; das Emirat Córdoba hatte sich mittlerweile im Südwesten Europas fest etabliert und konnte sich den einzelnen zum Teil verstrittenen nördlichen Königreichen effektiv widersetzen.

Die Grafschaft Barcelona zwischen fränkischer und arabischer Front

So schlimm es sich anhört, wenn das Land von einer islamischen Invasion heimgesucht wird, so gut war der Einfluss der Mauren auf das Land und die Bevölkerung. Im Zentrum Córdoba siedelten sich zahlreiche Künstler und Gelehrte aus Fernost an. Die Mauren lehrten die Einheimischen, effektiven Ackerbau zu betreiben. So wurde aus dem Emirat Córdoba ein wirtschaftliches Zentrum in Europa; die Fortschritte in dem Gebiet waren beträchtlich.

Die Mauren breiteten sich weit aus auf der iberischen Halbinsel, aber ein Gebiet eroberten sie nie: Barcelona und das Territorium um die Stadt. Während zu Beginn des 9. Jahrhunderts Barcelona noch unter fränkischer Herrschaft stand, bildete sich 874 eine unabhängige Grafschaft Barcelona, die fortan zwischen maurischer und fränkischer Front stand.

Zu Beginn des zweiten Jahrtausends zersplittete sich sowohl das Emirat Córdoba als auch die restlichen spanischen Gebiete. Die Grafschaft von Barcelona schloss sich jedoch mit Aragón zu einem mächtigen Königreich zusammen, welches das Potential hatte, in die islamischen Gebiete nach Süden vorzurücken; Gleichzeitig rückten von Norden her die Kastilier und von Westen her die Portugiesen auf das Gebiet der Mauren vor. Die Rueckeroberung des Landes wurde als Reconquista bezeichnet. Da die einzelnen Königreicher jedoch unabhängig voneinander ihre Eroberungszüge starteten, dauerte es sehr lange, bis das ganze Land wieder im Zeichen des Christentums stand.

Das große Königreich Aragón als Gegengewicht zum Königreich Kastilien

Bis die Almohaden entgültig vom europäischen Festland vertrieben wurden, sollten noch einige Jahrhunderte ins Land verstreichen. Im 12. Jahrhundert taucht schließlich erstmals der Name Katalonien sowie die eigene Landessprache auf. Während der Unruhen der Völkerwanderung und der maurischen Herrschaft zogen sich viele Leute in die Pyrenäen zurück. Als in den Bergen das Land allmählich knapp wurde, bevölkerten diese Menschen das heutige Katalonien. Jetzt wird klar, weshalb die katalonische Sprache viel mit der französischen Sprache gemeinsam hat.

Das große Königreich Aragón dehnte sich immer weiter aus. Zuerst wurden französische Gebiete erobert, die allerdings später wieder verloren gingen. Jaume I (der Eroberer) richtet seine Expansionspolitik in den Mittelmeerraum. So werden die Inseln Mallorca und Ibiza erobert.

Der Zusammenschluss Kataloniens mit Kastilien

Katalonien entwickelte sich bis zum Ende des 15. Jahrhunderts zu einer wahrlichen Mittelmeermacht. Lange Zeit gab es Rivalitäten zwischen Katalonien und Kastilien. Mit der Heirat Isabellas von Kastilien und Ferdinands von Aragón wurden die beiden Kronen jedoch vereint und ein jahrhundertelanger Abschwung für Katalonien sollte einsetzen.

Im Jahre 1516 wurde das vereinte Katalonien und Kastilien dem großen Habsburger Reich unter Karl I. angeschlossen. Es folgte eine Zeit zahlreicher Aufstände und Unruhen. Der 30-jährige Krieg zwischen Frankreich und Spanien wurde natürlich auf katalonischem Gebiet ausgetragen. Weitere Unruhen gab es in katalonischen Städten selbst. Die Katalonier genossen zwar lange Zeit einen gewissen Grad von Unabhängigkeit, Philipp V hob jedoch zu Beginn des 18. Jahrhunderts sämtliche Sonderrechte der Katalonier incl. deren eigene Sprache auf; Natürlich lehnten sich die Einwohner Barcelonas gegen diese Unterdrückung vehement auf. Von der heutigen Burg aus wurde die tumultierende Bevölkerung jedoch in Schach gehalten.

Barcelona und Katalonien war seit Langem kein eigenes Königreich mehr; es wurde zu einem Teil Kastiliens und von der spanischen Zentralmacht sogar unterdrückt und in seiner kulturellen und sprachlichen Freiheit stark eingeschränkt. So gab es in einem vereinten Land zwei Volksgruppen, die Herrscher und die Unterdrückten. Dass es unter solchen Bedingungen im Laufe der Jahre zahlreiche Aufstände und Unruhen im Lande gab, erklärt sich von selbst.

Aufschwung und Unabhängigkeitstendenzen im 19. Jahrhundert

Während die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts (nach der Französischen Revolution) von landesinternen Unruhen geprägt war, begann zu gleicher Zeit und vor allem in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ein unglaublicher wirtschaftlicher Aufschwung in Barcelona und in ganz Katalonien. Während die Wirtschaft des übrigen Spaniens im Wesentlichen von der Landwirtschaft geprägt war, entwickelte sich in Katalonien eine effektive Textilindustrie her.

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Am Ende des 19. Jahrhunderts waren die Gegensätze zwischen dem hoch industrialisierten Katalonien und dem landwirtschaftlichen Kastilien so hoch, dass sich bei den Katalanen ein neues Selbstwertgefühl und ein neuer Patriotismus entwickelte. Die lange Zeit unterdrückte Kultur und Sprache der katalonischen Bevölkerung sollte wiederbelebt werden; diese Bewegung sollte die Periode der Renaissance werden.

Die katalonische Sprache erlebte ein neues Aufblühen. Die wohl bekannteste und bedeutendste Bewegung im Zuge der Renaissance ist die Entwicklung einer neuen Kunstrichtung, der Modernisme, die das Stadtbild Barcelonas entscheidend geprägt hatte. Der bedeutendste Künstler und Architekt des Modernisme, Antoni Gaudí, setzte Wahrzeichen in der Stadt, die ganz deutlich machten, dass hier nicht von anderen kopiert wurde, sondern etwas Eigenes, Unabhängiges und Neues entstanden ist.

Im Modernisme entdeckt man also ein Stück Unabhängigkeit vom restlichen Spanien und von der übrigen Welt. Die Weltausstellung 1888 in Barcelona nahmen die Städteplaner zum Anlass, zahlreiche Bauprojekte im Stil des Modernisme durchzuziehen.

Während der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts platzte Barcelona aus allen Nähten. Die alten Stadtmauern hatten längst ihre Bedeutung verloren; die Stadt musste vergrößert werden. Macht man heute einen Spaziergang durch das Eixamples, so erkennt man, was die Architekten und Städteplaner von damals aufbauten: ein neuer, riesiger Stadtteil im Schachbrettmuster, mit großzügigen, breiten Straßen und gleichmäßig gebauten Häuserblöcken mit Innenhöfen.

Eine neue Gas-, Strom- und Wasserversorgung wurde eingerichtet, die Straßen wurden nachts beleuchtet, für die Bevölkerung wurden Krankenhäuser und Polizeistationen eingerichtet und als neues Transportmittel wurde eine pferdegezogene Straßenbahn etabliert.

Katalonien und Barcelona im 20. Jahrhundert

Kein anderes Jahrhundert in der Geschichte Kataloniens und Barcelonas enthielt mehr Aufs und Abs als das vergangene. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die kulturellen und sprachlichen Unabhängigkeitsbewegungen auf politischer Ebene fortgesetzt. 1907 wird im Zeichen der wachsenden Bedeutung der katalanischen Sprache das Institut für katalanische Studien gegründet.

Spanien heute mit den unabhängigen Regionen Katalonien, Galicien und Baskenland

Im Jahre 1914 war es endlich soweit: Mit der Gründung der Mancomunitat de Catalunya wurde erstmals seit mehr als 200 Jahren ein politisches Organ geschaffen, welches Teile des Lebens in Katalonien unabhängig von der Zentralregierung regelte. Diese politische Selbstverwaltung sollte jedoch nur bis 1925 bestehen bleiben, denn obwohl Spanien im Ersten Weltkrieg neutral geblieben war, wurde 1923 das spanische Parlament durch eine Militärdiktatur über das gesamte Land abgelöst.

Katalonien erhielt seine Autonomie bereits im Jahre 1932 wieder zurück um schließlich im Jahre 1939 komplett von den Truppen des neuen Militärgenerals Franco besetzt zu werden. Franco blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1975 spanischer Diktator und unterdrückte die gesamte Bevölkerung.

Nach dem Tod Francos wird Spanien mit König Juan Carlos I zur konstitutionellen Monarchie. Sowohl die katalanische als auch die baskische und galicische Sprache werden als Amtssprachen in den jeweiligen Regionen anerkannt. Katalonien erhielt eine unabhängige Regierung, die über große Teile der Landespolitik selbst bestimmen konnte.

Einen weiteren Höhepunkt in der Stadtgeschichte erlebte Barcelona im Jahre 1992, als die 25. Olympischen Spiele in der katalanischen Metropole stattfanden. Enorme Summen von Geld wurden ausgegeben, um die Stadt zu erneuern: Die olympischen Sportanlagen auf dem Montjuic sind fast bescheiden gegenüber den übrigen baulichen Veränderungen, die in der Stadt durchgeführt wurden: Züge wurden unter den Erdboden verlegt, der olympische Hafen ganz neu gebaut, Strände und Promenaden ganz neu gestaltet und zahlreiche Straßen neu gebaut.

Barcelona und Katalonien heute

Katalonien regiert sich heute in gewissen Teilen der Politik unabhängig von der spanischen Zentralregierung; Es dominiert die katalanische Sprache, sowohl im Volksmund als auch in Schulen und Universitäten. Wer in öffentlichen Einrichtungen Kataloniens Arbeit finden will, muss mit einem Zeugnis beweisen, dass er der katalonischen Sprache mächtig ist.

Bei der katalonischen Bevölkerung sind die Wunden aus langer zentralspanischer Unterdrückung jedoch noch lange nicht geheilt. Insbesondere ältere Menschen sind noch ganz schlecht auf das übrige Spanien zu sprechen. Und man hüte sich davor, so einen Menschen als Spanier anstatt Katalonier zu bezeichnen.

Auch heute noch zeigt sich die ablehnende Einstellung der Einwohner gegenüber Madrid, wenn in Barcelona irgendetwas schief geht: Passiert irgendein Missgeschick oder ein Unglück, stimmt die Finanzplanung nicht oder gewinnt Barcelona nicht die Fußballmeisterschaft - Schuld findet man stets im Herzen Spaniens...

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