Allgemeine Infos
Geschichte
Malaga + Umgebung
Granada
Cordoba
Carmona
Sevilla
Puerto Santa Maria
Die weißen Dörfer
Wetter und Klima
Reiseführer
Weitere Infos
Impressum
Scan-Service
Banner

Andalusien Inhalt | Allgemeine Infos | Geschichte Andalusiens | Málaga und Umgebung | Granada, die Stadt der Alhambra | Cordoba | Carmona | Sevilla, Andalusiens Hauptstadt | Puerto Santa Maria | Die Weißen Dörfer | Wetter und Klima | Reiseführer | Weitere Infos

DeutschEnglish

Die weißen Dörfer Andalusiens

Scan-Service

Die meisten Dörfer Andalusiens erstrahlen in einem blütenreinen Weiß. Die in weißer Farbe gekalkten Häuser, die engen romantischen Gassen und viele architektonisch interessante Kirchen sind ein besonderer Anziehungspunkt für Touristen.

Im Südwesten Andalusiens, eingebettet in eine wunderschöne Berg- und Hügellandschaft, gibt es besonders viele dieser Dörfer, die dazu noch oft in malerischer Lage an einem Berghang oder auf einer Bergkuppe liegen oder sogar waghalsig an die Felsen "geklebt" sind. Kein Reiseführer verzichtet deshalb auf die Empfehlung der "Route der weißen Dörfer", obwohl es eine Route im landläufigen Sinn eigentlich gar nicht gibt. Es sind mehrere Strecken, die durch diese Gegend führen und an denen man die landschaftlich wunderschön gelegenen Orte mit ihren strahlend weißen Gebäuden finden kann. Der Begriff der weißen Dörfer ist auch deshalb nicht korrekt, weil einige dieser Orte längst kein Dorf mehr sind, sondern schon zur Stadt angewachsen.

Wir möchten jedem empfehlen, zumindest einige dieser weißen Dörfer zu besuchen. Sicher reicht auf einer normal langen Tour die Zeit nicht, auch nur die Hälfte dieser romantischen Ortschaften zu besichtigen. Doch auch der Abstecher zu nur wenigen der weißen Dörfer wird mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis; Wir hätten uns auf unserer Reise gewünscht, viel länger in dieser Gegend zu sein, doch was auf der ersten Tour nicht möglich war, lässt sich sicher irgendwann nachholen.

Ronda, die Stadt Carmens

Von Ronda, einem der bekanntesten weißen Dörfer Andalusiens, waren wir hellauf begeistert. Zumindest nachdem wir in den Ort hineingefunden hatten, denn auch hier sind in den verwinkelten und engen Gassen Parkplätze überaus knapp. Sinnvoll ist auf jeden Fall, das Auto möglichst außerhalb des Zentrums stehen zu lassen und lieber 10 oder 15 Minuten zu laufen.

Diese kleine Anstrengung lohnt aber, der Ort kann in vielerlei Hinsicht punkten. Es ist zum einen die fantastische Lage, die einen weiten Blick in die Umgebung erlaubt; Auch in seiner Geschichte hat Ronda Bemerkenswertes zu bieten. Gegründet wurde es in grauer Vorzeit von den Iberern, denen die Karthager und die Römer folgten. Knappe 800 Jahre residierten hier die Mauren, bis sie im Jahre 1485 durch die Katholischen Könige vertrieben wurden. Nach einer langen Blütezeit verwüstete Napoleon den Ort in großen Teilen. Danach nisteten sich hier Straßenräuber und Schmuggler ein und trugen nicht zum guten Ruf bei. Allerdings wurde Ronda dadurch auch indirekt berühmt, denn Carmen, die heißblütige Spanierin aus Prosper Merimées Erzählung und Bizets Oper, soll genau hier in Ronda die Männerwelt verrückt gemacht haben.

Ronda, eines der weißen Dörfer

Nicht zuletzt hat Ronda einige touristische Höhepunkte, die man einfach gesehen haben muss. Das wohl berühmteste Bauwerk der Altstadt ist die Puente Nuevo, eine 70 m lange und etwa 150 m hohe Bogenbrücke, die zwischen 1751 und 1793 erbaut wurde und die Schlucht des Flusses Rio Guadalevin überspannt; Ganz gleich, ob man auf der Brücke steht oder aus der Schlucht zu ihr hinaufsieht, der Anblick ist einfach atemberaubend. Wir hatten hier fast die Zeit vergessen und mussten uns dann sputen, um noch rechtzeitig weiter zu fahren. Von der Brücke aus hat man eine beeindruckende Aussicht auf die gegenüberliegenden Häuser und Terrassen. Nach einem kurzen Fußmarsch in die Schlucht hinunter sieht man die Brücke von unten und kann erst jetzt richtig einschätzen, welch kolossales Bauwerk hier geschaffen wurde. Den Rückweg kann man über die Terrassen und durch die engen Gassen antreten und wird immer kurze Pausen einlegen, weil der Ausblick einfach grandios ist.

Natürlich hat La Ciudad, die Altstadt, auch Museen zu bieten. Spaniens größte Privatsammlung mit Uhren, Volkskunst, Waffen und archäologischen Funden ist im Museo Lara zu bewundern. Es liegt in der Nähe der Puente Nuevo und hat täglich von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet.

Die Puente Nuevo in Ronda Terrassen an der Schlucht des Rio Guadalevin

Wer die Spannung mag, ist im Museo del Bandolero richtig. Hier erfährt man alles über das Raeuberwesen in Ronda und Umgebung. Es sind Steckbriefe von berüchtigten Banditen, Waffen und Lebensberichte zu bewundern. In unmittelbarer Nähe befindet sich noch das Museo de Caza, das Jagdmuseum.

An die maurische Vergangenheit Rondas erinnert die Kirche Santa Maria la Mayor, die ursprünglich als Moschee erbaut wurde. Noch heute zeugen vier maurische Kuppeln davon und auf den Grundmauern des Minaretts entstand der Glockenturm der Kirche. Von der Kirche aus hat man auch den Blick zum Rathaus, einem sehr schönen Bau mit Arkaden.

Ansonsten sind in der Altstadt einige wunderschöne Palacios zu bestaunen, z.B. der Palacio de Mondragón. Seine Vornehmheit bezeugt die Tatsache, dass die Katholischen Könige in ihm eine Residenz hatten. Doch auch die anderen Gebäude in den verwinkelten Gassen, die Terrassengärten und einige kleinere Kirchen lohnen mit Sicherheit einen Aufenthalt in Ronda. Übrigens gilt Ronda als Wiege des Stierkampfs in der heute ausgeführten Form.

Digitalkamerareinigung

In der Mercadillo, der Neustadt, ist Spaniens älteste Stierkampfarena zu finden. In der 1785 erbauten Arena, die auch heute noch in Betrieb ist, kann ein Stierkampfmuseum besichtigt werden, das im Sommer von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr und im Winter von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet ist. Sicher, wir Deutschen stehen oft dem Rummel der Stierkämpfe und dem Kult darum verständnislos gegenüber. Dieses Abschlachten in der Arena sollte man doch in Frage stellen. Das Bauwerk jedoch ist architektonisch interessant und lohnt einen Besuch

Arcos de la Frontera

Genau wie Ronda ist auch Arcos de la Frontera eines der weißen Dörfer, die sehr attraktiv auf einem Berg liegen und dem Besucher eine grandiose Ansicht bieten. Den besten Blick auf den Ort hat man etwas außerhalb und östlich Arcos de la Fronteras. Von hier aus sieht man die steilen Felsen, die sich 160 m über den Fluss Rio Guadalete erheben und auf deren Spitze die weißen Häuser und einige Kirchen stehen.

Arcos de la Frontera

Auch die Geschichte Arcos de la Fronteras ist ähnlich der von Ronda. Schon zu Zeiten der Karthager und Römer existierte hier eine Siedlung und später stand an diesem Ort eine maurische Hauptstadt, Medina Arkosch. Allerdings wurde dieses Gebiet, im Gegensatz zu großen Teilen Andalusiens, nicht sehr lange von den Mauren beherrscht. Etwa 1250 kam der Ort zum christlichen Königreich Ferdinands des III., der jedoch die maurische Bevölkerung unbehelligt ließ; Nach einem Aufstand 1264 vertrieb der damalige König Alfons X. die Mauren und die Stadt wurde vollends spanisch. Auch der Name Arkosch wurde in Arcos geändert.

Wie in vielen andalusischen Orten und Städten ist die Altstadt, die auf einen maurischen Grundriss zurückgeht, der sehenswerte Teil Arcos de la Fronteras. Auch hier ist es sehr sinnvoll, das Auto etwas außerhalb abzustellen. Die verwinkelten, steil ansteigenden und abfallenden Gassen sind einen längeren Spaziergang wert, doch freie Parkplätze wird man hier ziemlich vergeblich suchen.

In Arcos de la Frontera

Zu entdecken gibt es praktisch an jeder Ecke etwas. Mehrere Adelspaläste zeugen von der bedeutenden Vergangenheit der Stadt und auch einige Häuser mit ihren Patios, Portalen und Fassaden sind bauliche Meisterwerke.

Die beiden bedeutendsten Kirchen der Stadt, San Pedro und Santa Maria de la Asunción, sind auf den Resten einer maurischen Bebauung errichtet. San Pedro hat einen beeindruckenden Innenraum, der aus der spätgotischen Zeit stammt. Beachtenswert sind auch die Abbildungen der Heiligen Ignatius, Hieronymus, Petrus und der Jungfrau Maria, die meisterhaft dargestellt sind.

Wohl noch imponierender ist die Basilica Santa Maria de la Asunción. Sie ragt auch über alle anderen Gebäude hervor, denn der quadratische Turm der Kirche ist das höchste Bauwerk des Ortes; Entstanden ist er im Barock, das Kirchenschiff jedoch stammt aus dem 16. Jahrhundert. Allerdings stand hier schon eine Kirche, die durch den jetzigen Bau ersetzt wurde. Diese frühere Kirche wiederum wurde auf den Fundamenten einer Moschee errichtet. Santa Maria de la Asunción hat also eine wirklich bewegte Vergangenheit.

Die Basilica steht am Plaza del Cabildo, dem Platz der das Zentrum Arcos de la Fronteras bildet und an dem auch das Rathaus zu finden ist. Besonders eindrucksvoll ist die Aussichtsterrasse am Platz, von der man einen grandiosen Blick vom Gipfel des Berges auf das umliegende Land hat.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Andalusien