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Die Geschichte Andalusiens

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Andalusien hat eine bewegte Geschichte hinter sich, in der fremde Eroberer eine grosse Rolle spielten. Das war allerdings nicht immer zum Nachteil Andalusiens, denn nicht umsonst wird die Zeit der Herrschaft der arabischen Mauren als das "Goldene Zeitalter" bezeichnet. Doch schon davor war der Landstrich an den Küsten des Mittelmeeres und des Atlantiks eine gefragte Gegend. Karthager, Römer, Phönizier und Griechen, sie alle hatten ein Auge auf Andalusien geworfen und auch nach der Vertreibung der Mauren war die Region unter den katholischen Königen eine führende Spaniens.

Andalusien vor den Arabern

Andalusien mit seinem angenehmen Klima war schon lange vor der Zeitrechnung eine gefragte Gegend. So entstanden schon relativ hoch entwickelte Königreiche, als große Teile des übrigen Europa noch wild und barbarisch waren. Die älteste bekannte dieser Monarchien ist "Tartessos", eine Monarchie im 11. Jahrhundert v. Chr. Sie stand unter großem Einfluss der Griechen und Phönizier, also auch Kulturvölkern.

Denkmal Senecas in Córdoba

Karthago, die bedeutende Handelsstadt an der nordafrikanischen Küste, gründete Niederlassungen in Andalusien. Der Sieg der Römer über Karthago in den punischen Kriegen hatte auch Auswirkungen auf Andalusien, denn die Herrschaft der Karthager wurde beendet und die Römer dominierten über etwa 700 Jahre den Landstrich, den sie als Provinz "Baetica" vereinnahmt hatten. Andalusien wurde ein wichtiger Zulieferer für Rom, unter anderem mit Wein, Öl und Metallen; Auch einige wichtige römische Persönlichkeiten stammen ursprünglich aus Andalusien, so der Philosoph Seneca, dem ein Denkmal in Córdoba gewidmet ist, sowie die späteren römischen Kaiser Trajan und Hadrian.

Doch auch das römische Reich währte bekanntlich nicht ewig und aus dem Norden, aus Germanien, kamen die neuen Herrscher, die Vandalen. Von ihnen stammt übrigens der Name Andalusien, ursprünglich Vandalusien. Lange dauerte ihr Einfluss jedoch nicht, die naechsten, die hier herrschten waren die Westgoten unter ihrem Anführer Alarich II. Das christliche Andalusien wurde jedoch bald darauf von den Arabern, den Mauren, erobert, mit denen eine fast 800 Jahre währende Blütezeit Andalusiens begann.

Das maurische Andalusien

Bis ins 7. Jahrhundert hinein herrschten in Andalusien die christlichen Westgoten. Anfang des 8. Jahrhunderts kam aus Nordafrika eine Gefahr, die diese Herrschaft bedrohte. Arabische Stämme, darunter viele Berberstämme aus dem Atlas-Gebirge Marokkos, drangen in Andalusien ein und übernahmen nach intensiven Kämpfen die Macht. Mit diesen Mauren genannten Arabern begann ein Zeitalter in Andalusien, das von Toleranz, Wissenschaft und relativem Wohlstand geprägt war. Die Mauren bestanden keineswegs darauf, dass die besiegten Christen und die jüdische Bevölkerung ihren Glauben aufgab; sie erwarteten nur, dass ihre Herrschaft anerkannt wurde. Sie selbst waren auch zu Kompromissen bereit. So wurde das islamische Alkoholverbot keineswegs streng gesehen, sondern der andalusische Weinbau konnte weitergeführt werden.

Maurische Baukunst in der Alhambra

Diese Herrschaft der Mauren, oft auch als "Goldenes Zeitalter" bezeichnet, dauerte bis Ende des 15. Jahrhunderts. Stück für Stück wurde das Land von den christlichen Königen zurückerobert, bis die letzte Bastion der Mauren, Granada, 1492 kapitulierte und damit Spanien wieder vollends christlich war. Sieht man die Toleranz, die von den damaligen maurischen Herrschern über annähernd acht Jahrhunderte ausgeübt wurde, muss man eigentlich bedauern, dass die Christen die Oberhand behielten.

Bis heute hat sich die starke maurische Prägung in Andalusien erhalten; Es sind eine Vielzahl bedeutender und imposanter Bauwerke, die unter den Mauren entstanden und die noch heute von deren erstaunlicher Handwerkskunst und ihrem Kunstsinn zeugen. Die Alhambra in Granada und die Mezquita in Córdoba sind Beispiele für diese gewaltigen Leistungen, die fast 1000 Jahre überdauert haben. Auch viele der christlichen Bauten, Kirchen und Kathedralen sind auf den Grundmauern maurischer Bauwerke entstanden oder haben Teile dieser einbezogen.

Maurisches Kunsthandwerk, Wandkacheln in der Alhambra Maurisches Kunsthandwerk, Wandkacheln in der Alhambra

Doch nicht nur im Bereich des Handwerks waren die Mauren Vorbilder. Das Arabische, ihre Sprache, war die Sprache der Wissenschaften. Mathematik, Geographie, Medizin, Astronomie und Poesie, alles dies wurde oft zuerst in arabisch niedergeschrieben. Viele der alten griechischen Texte kamen erst über die Zwischenstation Arabisch ins Latein. An den Höfen der Kalifen tummelten sich berühmte Wissenschaftler und auch die Kultur der Gesundheit und Erholung stand hoch im Kurs. Überall entstanden Badeanstalten, Gärten mit Springbrunnen und die blumengeschmückten Innenhöfe, die Patios.

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Die Landwirtschaft erlebte eine Blütezeit, ausgefeilte Bewässerungssysteme sorgten für reiche und vielseitige Ernten. Es soll auch erwähnt werden, dass etwa zwanzig Prozent des spanischen Wortschatzes auf das Arabische zurück geht. Die Mauren sind in Andalusien Vergangenheit, doch von ihrem Lebensgefühl, ihrer Kunstfertigkeit und auch ihrer Toleranz ist doch glücklicherweise einiges geblieben. Es wäre zu wünschen, dass sich viele der heute so intoleranten Muslime ein Beispiel an dieser Kultur nehmen würden.

Andalusien bis zum 20. Jahrhundert

Mit der Vertreibung der Mauren aus Andalusien begann eine Zeit, die Spanien, zumindest wirtschaftlich, zu einer führenden Nation in der Welt werden ließ. Durch den Sieg der christlichen spanischen Monarchen wurde freie Kapazität gewonnen, die Columbus für seine Entdeckungsfahrten nutzen konnte. Dadurch gelang es Spanien, ein Weltreich aufzubauen und durch die Ausbeutung der eroberten Gebiete einen unermessliche Reichtum anzuhäufen. Im 16. und teilweise auch im 17. Jahrhundert war Spanien die führende Seefahrernation und spanische Schiffe beherrschten die Weltmeere.

Eine große Bedeutung kam dabei andalusischen Häfen zu. Anfangs war Sevilla der Hauptumschlagplatz für den Handel mit Amerika, später übernahm Cádiz das Monopol. Über diesen Handel bzw. die Ausbeutung der Kolonien wurde das Leben in Europa nachhaltig verändert, z.B. durch neue Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Mais, Tomaten oder auch Genussmittel wie Schokolade und Tabak. In Spanien und damit auch in Andalusien entstanden prachtvolle Kathedralen, Kirchen, Paläste, öffentliche Gebäude und neue Plätze. Viele dieser Gebäude, die oft auf den maurischen Vorgängern aufbauen, sind heute noch in Andalusiens Städten zu bewundern.

Archivo de Indias, die Bibliothek zu Westindien Catedral de Santa Maria de la Sede in Sevilla

Anders sah es mit den wissenschaftlichen und geistigen Errungenschaften aus. Die Zeiten der Toleranz waren vorbei, die katholische Kirche hatte einen extrem starken Einfluss und vor allem auch in den neu entdeckten Gebieten wurden in ihrem Namen ganze Völker ausgerottet.

Wie es aber so oft ist, übergroßer Reichtum verleitet früher oder später zu Missgunst und Überheblichkeit. Misswirtschaft, innenpolitische Rivalitaeten und starre Dogmen führten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum Verlust der Weltherrschaft auf den Meeren. England übernahm diese Rolle und wurde dadurch für sehr lange Zeit zur absoluten Weltmacht.

Im spanischen Erbfolgekrieg fällt das andalusische Gibraltar an England und ist bis heute eine englische Enklave auf spanischem Boden. So geht es Schlag auf Schlag weiter. Cádiz verliert 1788 das Monopol des Handels mit der neuen Welt. Napoleon marschiert in Andalusien ein und in Amerika zerfällt das spanische Kolonialreich, fast alle ehemaligen spanischen Kolonien in Amerika werden unabhängig. Das Goldene Zeitalter in Andalusien ist endgültig zu Ende.

Andalusien im 20. Jahrhundert und heute

Einen großen Vorteil hatte Spanien im 20. Jahrhundert gegenüber vielen anderen europäischen Ländern, es wurde, zumindest militärisch, nicht in die beiden verheerenden Weltkriege hineingezogen. Ansonsten brachte das Jahrhundert Spanien und damit auch Andalusien wechselvolle und problematische Zeiten.

Puente de la Barqueta und Puente del Alamillo

Das begann mit starken sozialen Spannungen, die Anfang des Jahrhunderts in dem weitgehend auf Agrarwirtschaft ausgerichteten Staat herrschten und die zur Diktator führten. In den 30er Jahren etablierte sich dann die Zweite Republik. Gegner der Republik, angeführt von General Franco, putschten und es begann ein drei Jahre waehrender Bürgerkrieg, der zahlreiche Opfer auch unter der Zivilbevölkerung kostete. Franco behielt, auch durch die Unterstützung Hitlerdeutschlands, die Oberhand. Er errichtete eine neue Diktatur, die bis zu seinem Tod 1975 bestand.

Mit der Krönung König Juan Carlos I. begann eine Zeit der Liberalisierung und der Öffnung zum restlichen Europa. Auch die spanischen Provinzen profitierten von dieser neuen Politik. Andalusien erhielt den Status einer Autonomen Region. Für Andalusien begann eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs, der nicht zuletzt auch dem wachsenden Tourismus zu verdanken ist. Mit Spaniens Beitritt zur Europäischen Union sind auch neue Perspektiven für die für Andalusien so wichtige Landwirtschaft möglich.

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