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Ein ausgiebiger Stadtbummel in Venedig

Sträßchen, Brücken, Kirchen, Plätze, Museen, Schulen, Paläste, Gebäude, Shops u.v.m.

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In Venedig gibt es eine ganze Reihe von bedeutenden Monumenten und Sehenswürdigkeiten, die man alle der Reihe nach gezielt abklappern kann wie in jeder anderen Stadt auch. Die Hauptattraktion Venezias ist jedoch nicht eindeutig lokalisierbar und aufsuchbar; es ist die Altstadt mit ihren sechs Bezirken selbst. Die Altstadt von Venedig ist wie ein riesengroßer Irrgarten aus Stein mit breiten Straßen, schmalen Gassen, Plätzen, Brücken und natürlich Sackgassen.

Es würde wenig Sinn machen, wenn ich jetzt eine Idealroute durch das Labyrinth vorgeben würde, da man so eine Route zum einen nur schwer beschreiben und zum anderen nur schwer nachlaufen könnte. Deshalb gebe ich für die Besichtigung des eigentlichen Venedigs nur einen lapidaren Tipp: Rein in den Irrgarten aus Stein und ziellos laufen bis die Füße streiken. Das Erlebnis wird unvergesslich sein.

Was erwartet einen in dem riesigen Irrgarten Venedigs? Die Stadt ist voll von kleinen Shops, Restaurants, Mode- und Schmuckgeschäften. Vom Souvenir für Touristen bis zur Edelkrawatte ist alles zu finden. Allerdings sollte man nie gezielt etwas suchen, denn das findet man in einem Labyrinth bekanntlich nicht. Und schon gar nicht sollte man sich einen Laden oder ein Restaurant zu merken versuchen, denn man wird es gewiss nicht wieder finden; Wie oft haben wir eine nette Trattoria entdeckt, in die wir abends gehen wollten - wir haben sie niemals wieder gefunden.

Manchmal fühlt man sich wirklich verloren in den schmalen Gässchen der Altstadt, und manchmal endet eine Gasse auch plötzlich unverhofft an einem Kanal oder an einer Hauswand und man muss einfach wieder umdrehen. Und manchmal endet eine schmale Gasse ganz unerwartet auf einem netten Platz mit einer prächtigen Kirchen-Fassade im Vordergrund. Dann heißt es erst einmal im Stadtplan zu blättern um irgendwie herauszufinden, wo man gerade ist und was man gerade vor seinen Augen hat.

Eine Sache ist sehr schwierig: Wer gemäß Stadtplan von Punkt A nach Punkt B laufen möchte muss unter Umständen viele Umwege in Kauf nehmen, denn zwischen zwei Punkten ist meist irgendein Kanal dazwischen; Es gibt zwar ein paar Hundert Brücken in der Stadt, aber zumeist fehlt die Brücke an der Stelle, an der man sie unbedingt bräuchte.

Das hört sich nun alles ziemlich wirr und kompliziert an, eher wie eine große Herausforderung oder ein Abenteuer als wie eine romantische Stadtbesichtigung. Dem ist nicht so, denn man ist nicht ganz verloren in dem Straßen- und Kanalgewirr. Immer wieder findet man an den Häuserwänden Hinweisschilder, die einen zu bekannten Orten wie der Rialto-Brücke, der Piazza San Marco oder der Accademia weisen. Das sind dann zwar zumeist direkte Wege, auf denen man bequem geradeaus laufen kann, aber ich fand die Mini-Gässchen viel interessanter als die breiten Fußgängerzonen.

Einen wichtigen Tipp möchte ich an dieser Stelle unbedingt weitergeben: Die meisten Geschäfte schließen um die Mittagszeit für ein paar Stunden. Die Straßen und Gassen sind dann zum Teil richtig ausgestorben und langweilig. Das Stadtbummeln macht also viel mehr Freude am Vormittag, am späten Nachmittag und am Abend.

Auf seinen Spaziergängen durch die Stadtteile von Venedig findet man unzählige Sehenswürdigkeiten, die zum Teil einen bedeutenden Namen haben, zum Teil aber nur schön sind ohne weitere Bedeutung. In den folgenden Unterkapiteln gehe ich auf einige ausgewählte Sehenswürdigkeiten ein, damit man einen Überblick bekommt, was einen im Herzen der Stadt so alles erwartet.

Basilica Santi Giovanni e Paolo

Die Basilica dei Santi Giovanni e Paolo

Bei seinen Stadtspaziergängen durch Venedig läuft man an einer Kirche nach der anderen vorbei. Jede scheint noch prächtiger und noch origineller zu sein als die gerade gesehene. Man könnte ganze Seiten über die vielen Kirchen der Stadt füllen, so viele gibt es in Venedig; Außer der Basilica San Marco hat mich besonders die Basilica San Giovanni e Paolo beeindruckt.

Die Kirche befindet sich im Stadtteil Cannarégio unweit von der Fondamenta Nuove. Es handelt sich um einen roten Backsteinbau mit gigantischen Ausmaßen. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, ein Foto von der Kirche als Ganzes zu schießen. Auch im Innern beeindruckt die gotische Basilika mit ihren großen Ausmaßen. Die Kirche beeinhaltet eine große Kunstsammlung mit Statuen und Bildern namhafter venezianischer Künstler. Die Basilika hat jedoch noch eine Bedeutung ganz anderer Art: 27 Dogen fanden in diesem größten gotischen Gotteshaus ihre letzte Ruhestaette.

Campo di Ghetto

Im nördlich gelegenen Stadtteil Cannarégio befindet sich das weltberühmte Campo die Ghetto. Es ist eigentlich kein besonders schöner Platz, aber seine Bedeutung ist so groß, dass man dieses Feld (italienisch Campo) unbedingt einmal aufsuchen sollte. Hier lebten im 16. Jahrhundert Tausende jüdischer Geschäftsleute, die dieses Gebiet vom damaligen Senat zugewiesen bekamen. Der Name Ghetto stammt von den damals hier ansässigen Metallgießereien (getti) ab.

Der jüdische Bevölkerungsanteil war in diesem Ghetto isoliert, zumal man nachts die Tore schloss, so dass niemand hinaus oder hinein konnte. Durch die geschickte natürliche Anordnung der umliegenden Kanäle war dieses Gebiet leicht zu kontrollieren und abzuriegeln. Dieses Getto aus dem 16. Jahrhundert sollte allen anderen Gettos im Laufe der Geschichte ihren Namen geben, und somit wissen wir, dass der heutige Begriff Getto von den italienischen Mettalgießereien abstammt.

Noch heute leben rund um den Campo di Ghetto zahlreiche jüdische Familien. Von den einst 9 Synagogen im Ghetto gibt es heute immer noch 5. Die Scuola Levantina Sinagoga ist die prachtvollste der jüdischen Gotteshäuser. Sie befindet sich im Ghetto Vécchio, also im "alten" Ghetto.

Ponte dei Tre Archi

Im Stadtteil Cannarégio befindet sich ganz am oberen Ende des Kanals Canal Di Cannaregio eine einzigartige Brücke names Ponte dei Tre Archi. Der Name weist schon auf die Besonderheit dieser Brücke hin: Es handelt sich um eine Fußgängerbrücke, die an den beiden Ufern sowie auf zwei Stelzen steht, so dass die Brücke aus drei runden Bögen besteht.

Ponte dei Tre Archi

Die im 17. Jahrhundert erbaute Brücke ist wirklich schön und ansehnlich, so dass sich ein Spaziergang entlang des Canal Di Cannarégio bis zur Brücke lohnt. Diese Brücke ist jedoch nicht nur schön und interessant sondern auch einzigartig: Es gibt keine annähernd ähnliche Brücke in der ganzen Stadt; das architektonische Meisterwerk wurde nie kopiert; Hunderte anderer Brücken haben alle nur einen großen Bogen, unter dem die Schiffe durchfahren können.

Der Grund für die Einzigartigkeit der Brücke mit drei Bögen liegt nicht etwa darin, dass die venezianischen Baumeister nicht in der Lage waren, ähnlich schöne Brücken über einen Kanal zu bauen, sondern daran, dass sich die Ponte dei Tre Archi als nicht praktikabel erwiesen hat. Sie blockiert die Sicht und den Schiffsverkehr, denn es kann immer nur ein Schiff durch das mittlere Tor hindurchfahren; die beiden seitlichen Torbögen dienen mehr als Ankerplatz als als Durchfahrtsmöglichkeit.

Der Spaziergang vom Palazzo Lábia am Canal Grande aus entlang dem Ufer des Canal Di Cannarégio bis zur Ponte dei Tre Archi ist sehr interessant, da man etwas abseits vom üblichen Touristenrummel der Stadt läuft. An der Brücke gibt es übrigens eine Vaporetto-Station, so dass man auch bequem zurückfahren bzw. gleich weiter zur Insel Murano fahren kann.

Palazzo Contarini del Bovolo

Palazzo Contarini del Bovolo

Mitten im Stadtteil San Marco gibt es einen außergewöhnlichen Palast namens Palazzo Contarini del Bovolo. Der Palast ist durch seinen Schneckenhaus-Turm berühmt; Gegen einen geringen Obulus darf man die Turm-Treppen bis zum obersten Stockwerk erklimmen. Beim Aufstieg erkennt man schnell, dass es sich um ein richtiges Treppenhaus handelt, das die einzelnen Etagen miteinander verbindet.

Dieser ca. 500 Jahre alte Palazzo ist unbedingt sehenswert, vor allem weil er sich von allen anderen Palastbauten durch seinen Schneckenturm deutlich distanziert. Das Finden des Palazzo Contarini del Bovolo ist jedoch eine Herausforderung, denn die schmale Sackgasse ist nicht leicht zu erreichen, obwohl sie sich scheinbar mitten in San Marco befindet. Man muss schon über mehrere Brücken und durch mehrere Gassen gehen, um endlich am Palazzo anzukommen.

Riva Degli Schiavoni und Ponte Dei Sospiri

Ein Spaziergang entlang der Riva Degli Schiavoni gehört zum Standard-Programm eines Venedig-Besuchers, denn vom Markusplatz läuft man sowieso zum Palazzo Ducale und zur Brücke Ponte Dei Sospiri, und dann befindet man sich eh schon mitten auf der belebten Uferpromenade. Wer will kann auf dieser Uferpromenade bis zum südlichsten Zipfel Venedigs flanieren. Auf dem Weg dahin sind natürlich mehrere Brücken zu überqueren.

Touristen-Getummel an der Uferpromenade Riva Degli Schiavoni Die berühmte Brücke Ponte dei Sospiri

Wenn sich auf der ersten Brücke Zig Leute ans noerdliche Geländer drängen um ein Foto zu schießen weiß man, dass hier etwas besonderes sein muss. Zwischen dem Palazzo Ducale und dem durch einen schmalen Kanal getrennten Palazzo Delle Prigioni befindet sich eine der berühmtesten Brücken der Stadt, die Ponte dei Sospiri. Die Brücke ist einerseits so besonders, weil sie sich nicht auf Straßenhöhe befindet sondern auf dem Niveau des ersten Stockwerkes, andererseits weil sie eine besondere geschichtliche Bedeutung hat: Über diese Brücke wurden Gefangene in den Gerichtssaal des Palazzo Ducale geführt. Auch der berühmte Giacomo Casanova marschierte seinerzeit über diese Brücke zurück in seine Gefängniszelle im Palazzo delle Prigioni.

Auf der Riva Degli Schiavoni herrscht Touristenstimmung erster Klasse; ich glaube, kein Einheimischer verirrt sich hierher. Die breite Promenade ist eingesäumt mit kleinen Shops und mobilen Läden, und wo es keine offiziellen Verkaufsplätze gibt, lassen sich Straßenverkäufer nieder und verkaufen typische Touristen-"Schnäppchen" wie Handtaschen, Halsketten oder Tücher. Auf der Riva Degli Schiavoni wird man gestoßen, geschoben und verdrängt; hier heißt es sorgfältig auf seinen Rucksack aufzupassen. Je weiter man allerdings vom Markusplatz in Richtung Südwesten vordringt desto kleiner wird der Touristenstrom.

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