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Städteführer Rom: Rund um die Villa Borghese

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In der hektischen verkehrsreichen Stadt Rom mit antiken und anderen Bauwerken auf engstem Raum ist Grün eine abwechslungsreiche Wohltat. Neben den Vatikanischen Gärten, die jedoch für die Öffentlichkeit nicht frei zugängig sind und in denen nur auf Voranmeldung Führungen stattfinden, gibt es im Bereich um die Innenstadt noch zwei größere Parkanlagen. Die eine ist auf dem Monte Gianocolo im Stadtteil Trastevere, die andere ist der Park der Villa Borghese direkt oberhalb der berühmten Spanischen Treppe.

In diesem weitläufigen Park mit viel Grün lässt es sich sehr gut ausspannen, wenn man „pflastermüde“ ist. Allein ist man jedoch auch hier kaum, denn besonders am Wochenende und zu Feiertagen kommen gefühlte 80% der Römer ebenfalls auf die Idee sich in den Grünanlagen zu erholen. Man wäre aber nicht in Rom, wenn es nicht auch hier Architektur und Kunst zu bewundern gäbe. Einige Museen in schönen Bauten sind in den Park integriert, aber auch der Zoologische Garten ist an diesem Ort zu finden.

Ist man nach einigen Runden im Grünen wieder „heiß“ auf weitere Erkundungen in der Innenstadt, braucht es nur wenige Meter, um wieder im Straßentrubel zu sein. Die Spanische Treppe und die Piazza del Popolo liegen am Fuße des Hügels mit dem Park und der Villa Borghese und wer ein wunderschönes Café mit ebenfalls „wunderschönen“ Preisen erleben möchte, der sollte den Besuch des Antico Caffé Greco nicht versäumen.

Der Name sagt es schon, Park und Villen gehen auf einen Borghese zurück, den Kardinal Scipio Borghese. Diesen Titel hatte er schon mit 26 Jahren erhalten. Ob dabei eine Rolle spielte, dass er der Lieblingsneffe von Pabst Paul V. war, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall war er ein begeisterter Kunstsammler, der seine Kunstschätze in der Anfang des 17. Jahrhunderts entstandenen Landvilla ansammelte. Zur gleichen Zeit wurde auch der 80 Hektar große Park angelegt. Um 1900 waren die Borghese pleite, Park und Häuser wurden an den italienischen Staat verkauft und gingen danach in den Besitz der Stadt Rom über.

Den Spaziergang durch den Park fanden wir überaus erholsam, nicht nur wegen des Grüns, sondern auch weil im Gelände neben den großen Gebäuden mit Museen viele schöne Skulpturen, kleine Tempel und andere Kunstwerke verstreut sind. Außerdem gibt es im Park ein Globe Theatre ähnlich dem in London, in dem Stücke von Shakespeare gespielt werden.

Die Galleria Borghese und die Nationalgalerie der modernen Kunst

Die ehemalige Landvilla des Lieblingsneffen von Pabst Paul V., in der er seine umfangreiche und ausgesprochen kostbare Kunstsammlung untergebracht hatte, ist heute ein Museum. Die Galleria Borghese gilt vielen als eines der schönsten Museen der Welt. Darüber kann man vielleicht streiten, wir könnten noch einige Museen nennen, die unserer Ansicht nach ohne weiteres mithalten können. Doch unzweifelhat ist, dass die Galleria Borghese eine der bedeutendsten Sammlungen enthält, in einer fantastischen Parkanlage und einer architektonisch sehr reizvollen Villa liegt.

Rom

Von außen erscheint die Villa gar nicht so groß, doch die Ausstellung ist über 20 Säle verteilt. Die Kunstschätze, die hier gezeigt werden, reichen von der Antike bis zum 19. Jahrhundert und die Liste der Künstler, deren Werke verteten sind, weist so große Namen aus wie Bernini, Carracciola, Raffael, Peter Paul Rubens, Tizian und Lucas Cranach d. Ä. So ist von Bernini eine Skulptur Davids zu sehen, in der er mit seiner Schleuder ausholt. Interessant ist, dass Bernini als Vorlage für das Gesicht des David sein eigenes Spiegelbild nahm. Auch andere Persönlichkeiten sind in einigen Kunstwerken „verewigt“. So zeigt eine freizügige Skulptur der römischen Liebesgöttin Venus das Antlitz der Schwester Napoleons.

Auch eines der ersten Werke Berninis überhaupt ist in der Galleria vertreten, die Figurengruppe „Aeneas, Anchises und Ascanius“. Sie fußt auf der Sage von Aeneas, dem Helden aus Troja, der mit Vater und Sohn aus der brennenden Stadt fliehen konnte und sich im Gebiet des späteren Rom niederließ. Von Carravaccio sind sechs seiner bedeutendsten Gemälde ausgestellt, von Tizian ist das Bild „Himmlische und irdische Liebe“ zu sehen und von Peter Paul Rubens eine Pietá. Zu Rafaels „Die Grablegung Christi“ aus dem Jahre 1507 gibt es eine interessante Geschichte. Scipione Borghese ließ das Gemälde aus einer Kirche stehlen und sich von seinem Onkel, dem Pabst, nachträglich als Besitzer bestätigen. Ob der Pabst und sein Neffe dafür vom himmlischen Gericht zur Verantwortung gezogen wurden ist offen...

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Der Besuch der Villa ist nicht ganz einfach. Montags ist generell geschlossen, an den anderen Tagen erfolgt der Einlass nur alle zwei Stunden. Die Tickets müssen vorher telefonisch oder per Internet reserviert sein und gelten für eine vorgegebene Zeit. Audioguides gibt es auch in deutscher Sprache, Führungen aber nur in Italienisch und Englisch. Auch hier sind bestimmte Zeiten einzuhalten.

Die Nationalgalerie der modernen Kunst im Palazzo delle Belle Arti ist noch relativ neu, zumindest historisch gesehen. Der Palast wurde 1915 anlässlich der Weltausstellung erbaut. Die ausgestellten Exponate sind Kunstwerke aus den letzten 200 Jahren. Als Nationalgalerie wird dabei natürlich besonderer Wert auf italienische Künstler gelegt, doch sind auch andere berühmte Namen dabei. Zu den Bildern ausländischer Maler zählen Werke von Monet, Degas, Vincent van Gogh, Klimt und weiteren. Für das leibliche Wohl ist durch ein Café gesorgt, außerdem gibt es einen Buchladen im Gebäude.

Die Villa Medici und weitere Museen

Nur wenige Schritte von der Spanischen Treppe entfernt trifft man auf ein wunderschönes Gebäude mit Garten im Stil der Spätrenaissance. Dieser Ort ist mit großen Namen verbunden, denn schon in der Antike stand hier die Villa eines berühmten Römers: Lucius Licinius Lucullus, der noch heute für genussvolles Essen und Trinken steht. Auf den Überresten dieses Gebäudes errichtete die nicht minder berühmte Florentiner Bankiersfamilie Medici die heute noch existierende Villa. Benannt wurde sie nach Kardinal Ferdinando de´ Medici, der sie für seine antike Sammlung nutzte.

Rom

Seit 1803 hat die Französische Akademie in Rom, die König Louis XIV. 1666 gründete, ihren Sitz in der Villa. Der Garten kann im Rahmen von Führungen besucht werden, ebenso das Gebäude. Außerdem finden hier Ausstellungen, Konzerte und Filmvorführungen statt. Der Besuch lohnt also, aber es ist sinnvoll, sich vorher über die Veranstaltungen zu erkundigen. Einige Meter weiter am Piazzale Napoleone bot sich uns wieder ein wunderbarer Ausblick über Rom. Im 19. Jahrhundert wurde hier eine Aussichtsterrasse errichtet. Auf dem Platz steht auch ein Obelisk – was in Rom keine Seltenheit ist. Dieser Obelisk ist allerdings nicht aus Ägypten hergebracht, ihn ließ Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert anfertigen. Er ist seinem Geliebten gewidmet – im alten Rom waren solche Beziehungen nicht ungewöhnlich.

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Ehrlich gesagt, der Künstler Pietro Canonica war uns vor unserer Rom-Tour nicht bekannt. Das änderte sich mit dem Besuch des Museo Pietro Canonica im Park der Villa Borghese. Es ist im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers untergebracht, der 1959 verstarb. Nach seinem Tod richtete die Stadt Rom in den Räumen ein Museum ein, das vorrangig Gemälde und Skulpturen Canonicas zeigt.

Rom

Pabst Paul III. hatte seine Sommeresidenz in einem sehenswerten Palazzo im Stil der Renaissance mit mehreren Gärten. Heute findet man im Gebäude das Museum für etruskische Kunst. Es ist eines der wenigen in Rom, in dem man die Exponate in Ruhe betrachten kann, denn der Besucheransturm hält sich meist in Grenzen. Wir hatten trotzdem bei weitem nicht alles gesehen, denn um alle 40 Räume ausführlich zu erkunden fehlte uns die Zeit – und ehrlich gesagt auch die Geduld. Wir spazierten lieber noch etwas durch die fantastischen Gärten, zunal hier auch eine Cafeteria zu einer Pause einlädt.

Am Rande des Parks gibt es ein außergewöhnliches Museum, das Museo dei Bambini. Kinder allen Alters – und natürlich junggebliebene Erwachsene - sind hier im Paradies, denn im Museum gibt es nicht nur Exponate zum Schauen, sondern die Kinder werden angeregt, beim Spielen und Experimentieren Zusammenhänge zu verstehen und zu erleben. Der Weg zwischen den einzelnen Gebäuden im Park wird nicht langweilig, denn überall finden sich sehenswerte Skulpturen und andere Kunstwerke.

Die Spanische Treppe, Roms beliebtester Treffpunkt

Wer Rom besucht, muss einmal auf der Spanischen Treppe gesessen haben, das ist einfach Kult. Wir haben uns das natürlich auch nicht entgehen lassen, zumal in der Nähe einige weitere sehenswerte Orte wie die Piazza del Popolo, das Mausoleo di Augusto sowie der Palazzo Borghese zu finden sind und die Treppe hinauf zum Hügel mit dem Park der Villa Borghese führt.

Rom

Der Name Spanische Treppe ist eigentlich etwas irreführend, denn mit Spanien hat sie nichts zu tun. Vielmehr ist sie im italienischen Stil gebaut und weist Verzierungen mit den Symbolen des französischen Königs aus – Lilien und Adler. Hintergrund ist, dass der französische König Louis XII. den Bau einer Kirche auf dem Hügel finanziert hatte. Auf den Hügel führte jedoch kein akzeptabler Weg, sondern man musste einen wild bewachsenen Hang hinauflaufen. Pabst Innocenz XIII. befahl deshalb später den Bau einer Treppe, schließlich hatten beide Seiten ein großes Interesse daran. Es entbrannte jedoch ein Streit, da Louis XIV. - der Sonnenkönig – die Treppe zu einem französischen Denkmal machen wollte und zudem vorhatte, ein monumentales Reiterstandbild von sich aufzustellen. Im Endeffekt setzte sich der Pabst weitgehend durch, die Treppe entstand im italiensichen Stil und erhielt nur die Lilien- und Adlersymbole. Das spanische an der Treppe ist lediglich der Name, der von der Piazza di Spagna kommt, an der sie beginnt.

Die Spanische Treppe hat insgesamt 138 breite Stufen, doch die sind fast immer besetzt. Der Andrang der Touristen und auch der Römer ist enorm, so dass es oft schwer fällt, ein Plätzchen zu ergattern. Ein Wunder ist das nicht, denn der Ort ist zauberhaft. Auf der Treppe stehen zahlreiche Kübel mit blühenden Pflanzen, die alles bunt und lebhaft erscheinen lassen – zumindest in der warmen Jahreszeit, wie es im Winter aussieht, können wir nicht sagen. Vom oberen Ende der Treppe bietet sich ein schöner Blick über die Piazza di Spagna und die Häuser von Rom, am unteren Ende steht die Fontana della Barcaccia, ein Brunnen in der Form eines Kahnes. Angeblich soll bei einer Überschwemmung ein Boot hierher getrieben sein, das als Vorbild für den Brunnen diente. Baumeister des Brunnens war Pietro Bernini, der Vater des berühmten Gianlorenzo.

Als wir am Fuß der Spanischen Treppe standen, imponierte uns der Blick hinauf zur Dreifaltigkeitskirche, die Kirche, die von den Franzosen erbaut wurde. Besichtigen kann man den Innenraum aber leider nicht, der ist nur zu den Gottesdiensten geöffnet. Vor der Kirche steht einer der vielen ägyptischen Obelisken, die in Rom zu finden sind. Er wurde schon in der Antike in die Stadt geschafft.

Piazza del Popolo, der Platz des Volkes

Die Piazza del Popolo - der Platz des Volkes - ist wie fast alle Plätze in Rom umgeben von einer großen Anzahl interessanter und historisch wertvoller Bauten. In der Mitte des Platzes steht – wie sollte es wohl anders sein – ein ägyptischer Obelisk. Diese 24 m hohe Säule ließ Kaiser Augustus im Jahre 10 v. Chr.nach Rom bringen und hier aufstellen. Im 19. Jahrhundert baute man einen Brunnen um den Obelisk. Die Hauptfiguren des Brunnens sind vier weibliche Löwen, die Wasser spenden. Auch Bernini, dessen Werke fast überall in der Altstadt Roms anzutreffen sind, hatte am Platz seine Hände im Spiel. Er gestaltete die Innenfassade des Tor des Volkes – des Porta del Popolo – das dem Platz seinen Namen gab.

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Einen guten Ausblick über den Platz und über Rom hat man von der Aussichtsterrasse, der gleichen, die man auch von der Villa Medici erreicht. Am Fuße des Hügels Monto Pincio mit der Terrasse steht noch ein Brunnen, der die Göttin Roma mit den Flüssen Aniene und Tiber darstellt. Ein weiterer Brunnen auf der gegenüberliegenden Platzseite zeigt Neptun mit zwei Tritonen.

Rom

Zwei Kirchen säumen die Piazza del Popolo, die Kirche Santa Maria del Popolo und die Kirche Santa Maria in Montesanto. Santa Maria del Popolo, die eine interessante Geschichte aufweist, erscheint von außen ziemlich unscheinbar. Der erste Kirchenbau entstand im 13. Jahrhundert durch Spenden römischer Bürger. Im 15. Jahrhundert ließ Pabst Sixtus IV. das Gebäude neu errichten und im 17. Jahrhundert wurde es im Barockstil restauriert, natürlich von Bernini. Im Gegensatz zum schlichten Äußeren bietet das Innere der Kirche einen wahren Fundus an Kunstschätzen von einigen berühmten Künstlern. Absolutes Highlight ist dabei die von Raffael 1513 entworfene Cappella Chigi. Sie diente als Grabkapelle der Familie. Ergänzt wurde die Kapelle rund 140 Jahre später durch ein Fußbodenrelief mit dem Wappen der Chigis und zwei Figurengruppen, „Daniel in der Löwengrube“ und „Habakuk“. Wen wundert es, dass der Baumeister dieser Ergänzungen wieder einmal Bernini war ?

Der absolute Besuchermagnet in der Kirche ist jedoch die Cerasi-Kapelle mit zwei großartigen Werken Caravaggios. Die Gemälde „Kreuzigung Petri“ und „Bekehrung des Paulus“ begeistern den Betrachter immer wieder und zeigen, welche Meisterschaft viele der damaligen Künstler aufzuweisen hatten. Die Kuppel über dem Querschiff stammt von Bramante, dem Erbauer der Kuppel der Peterskirche. In der Cappella Cybo gibt es zwei Gräber von Kardinälen zu sehen.

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