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Rund um die Piazza Navona von Rom

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Die Piazza Navona ist aus mehreren Gründen ein außergewöhnlicher Platz. So soll er einer der schönsten Plätze Roms sein, manchmal wird er sogar als schönster der Welt bezeichnet. Inwieweit das wirklich zutrifft, können wir nicht beurteilen. Mit Sicherheit können wir aber behaupten, dass die Piazza Navona ein exquisites Schmuckstück Roms ist.

Es ist auch ein riesiger Platz mit einer ungewöhnlichen langen ovalen Form. Die rührt vom Ursprung des Platzes her. Kaiser Domitian ließ hier 86 n. Chr. ein Stadion errichten, das weder Arena noch römischer Zirkus – also Rennbahn – war. Vielmehr sollten hier griechische Atlethen ihre Sportwettkämpfe austragen, was den Bürgern Roms suspekt war, denn diese griechischen Wettkämpfe galten als unmoralisch. Wegen dieses Zweckes war das Areal bis auf die umliegenden Tribünen völlig leer um den Atlethen ausreichend Raum zu geben.

Im Mittelalter entstanden hier Häuser, die sich mit ihrem Standort an der Form des Platzes orientierten und so das langgestreckte ovale Areal erhielten. Sein prachtvolles Gesicht und damit den Status einer der schönsten barocken Platzanlagen erhielt die Piazza Navona im 17. Jahrhundert. Der Familienpalast wurde umgebaut, die Kirche Sant´ Agnese neu errichtet und zwei der drei Brunnen gebaut. Der dritte Brunnen entstand im 19. Jahrhundert.

Originell war im 18. und 19. Jahrhundert die zeitweise Nutzung der Piazza Navona als „Wassergrundstück“. Vorrangig an den Wochenenden verstopfte man die Abflüsse der Brunnen und flutete so den gesamten Platz. In dem entstandenen See wurden Wasserspiele durchgeführt und das „gemeine Volk“ nutzte ihn als Freibad. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das verboten, aus Angst vor einer eventuellen Malaria-Epidemie. Wettermäßig wäre uns solch eine Überflutung entgegen gekommen, eine Abkühlung im Wasser hätte uns schon gereizt. Lange trauerten wir dieser nicht mehr vorhandenen Möglichkeit aber nicht nach, die Piazza Navona zog uns auch trocken in ihren Bann.

Als wir das erste Mal auf den Platz traten, waren wir überwältigt vom Trubel. Nun ist Rom an kaum einer Stelle ruhig, doch das Gewimmel auf der Piazza Navona toppte unserer Ansicht nach vieles. Das liegt sicher am bunten Leben auf dem Platz. Hier stehen dutzende Straßenmaler und preisen ihre Kunstwerke an und alle paar Meter bietet ein Straßenkünstler die unterschiedlichsten Darbietungen. Lebende Statuen, Feuerschlucker, Porträtmaler und natürlich fliegende Händler bevölkern das Areal und versuchen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen. Dazu haben rund um den Platz die Cafés und Gaststätten ihre Freisitze etabliert – mit Preisen, die sich sehen lassen können.

Die Brunnen der Piazza Navona

Die große Stunde der Piazza Navona schlug Ende des 15. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurde der Platz, der bis dahin noch von den Resten der Arena eingegrenzt war, bebaut. Oder genauer, der Platz der eigentlichen Arena blieb frei, auf den ehemaligen Rängen der Zuschauertribünen errichtete man Wohnhäuser. So behielt die Piazza Navona ihre markante Form eines langgestreckten Ovals. Es war ein bevorzugtes Wohngebiet, in dem die wohlhabenden Bürger ihre Häuser hatten.

Es verwundert nicht sehr, dass diese gutsituierten Bürger den Platz noch ansehnlicher haben wollten und so beauftragten sie im 17. Jahrhundert den berühmten Künstler und Bildhauer Gianlorenzo Bernini mit der Gestaltung mehrerer Brunnen. Bernini, der noch einige andere wunderbare Kunstwerke in Rom schuf, war zu seiner Zeit einer der gefragtesten Kunsthandwerker. Das lag natürlich an seinem Talent, aber zu einem gewissen Teil auch an seinen guten, ja sogar sehr freundschaftlichen Beziehungen, zu Pabst Urban VIII. Auch der nächste Pabst, Innozenz X., setzte auf Bernini.

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Der herausragende Brunnen auf der Piazza Navona – und einer der schönsten Roms – ist der Vierströmebrunnen, die Fontana dei Fiumi. Er gilt als ein Meisterwerk des Barock. Die Figuren des Brunnens wurden zwar von den Schülern Berninis angefertigt, doch der Entwurf und die Gesamtkonzeption stammen vom Meister persönlich. So kann man ihm wohl zu Recht diesen wunderschönen Brunnen zuschreiben.

Der Brunnen wurde an zentraler Stelle des Platzes errichtet. Dadurch und durch den hoch aufragenden Obelisken aus dem Isis-Tempel Domitians, der in den Brunnen eingearbeitet wurde, beherrscht er die Piazza Navona auch optisch. Zur damaligen Zeit waren vier der Kontinente bekannt. Vier Männerfiguren am Brunnen symbolisieren diese vier Kontinente und deren damals wohl wichtigsten Flüsse, den Nil, den Ganges, die Donau und den Rio de la Plata.

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Jeweils charakteristische Tiere, Pflanzen und andere Symbole sind den Figuren zugeordnet und lassen so den jeweiligen Fluss erkennen. Das sind der Löwe und ein verdecktes Haupt für Afrika, eine Schlange und Münzen für Amerika, das Wappen des Pabstes und ein Pferd für Europa sowie ebenfalls eine Schlange und eine Palme für Asien. Heute würden diese Symbole wahrscheinlich anders aussehen, doch in der damaligen Zeit galten sie als charakteristisch.

Mit dem Vierflüssebrunnen huldigte Bernini auch dem Pabst, denn auf dem Obelisken prangt das Wappentier des Pabstes, eine Taube. Insgesamt soll der Brunnen die Vorherrschaft des Pabstes und damit des Christentums über die gesamte damals bekannte Welt symbolisieren. Mit dieser Vorherrschaft hat es nicht ganz geklappt, doch das schmälert den künstlerischen Wert des Brunnens in keiner Weise.

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Zwei weitere Brunnen befinden sich an den beiden Enden der Piazza Navona. Am südlichen Ende steht der Maurenbrunnen, die Fontana del Moro. Seinen Namen erhielt der Brunnen von der zentralen Figur. Ein Äthiopier, also ein „Maure“, kämpft mit einem Delfin. Dieser Brunnen wurde zwar nicht von Bernini geschaffen, doch von ihm überarbeitet und durch diese zentrale Figur ergänzt. Erbaut wurde der Brunnen von 1574 bis 1576, damals nur mit vier Tritonen und einigen anderen Figuren am Rand. Bernini setzte dann 1652 den Mauren in die Miite des Brunnens und gab ihm damit seinen Namen.

Der sternenförmige Brunnen am nördlichen Ende des Platzes, der Neptunbrunnen, wurde ebenfalls von Bernini überarbeitet, erhielt sein endgültiges Aussehen jedoch erst im 19. Jahrhundert. Der Name, Neptunbrunnen oder Fontana di Nettuno, bezieht sich auf den Meeresgott Neptun, der mit seinem Dreizack ein Meeresungeheuer bekämpft.

Die Kirche Sant´Agnese in Agone und die Paläste

Das wohl auffälligste Bauwerk an der Piazza Navona ist die hoch aufragende Kirche Sant´Agnese in Agone. Schon lange vor dem heutigen Kirchenbau existierten an dieser Stelle christliche Kultstätten und kleinere Kirchen. Belegt ist das erste christliche Gebäude im 8. Jahrhundert, es diente Mönchen als Wirkungsstätte. Um 1123 entstand hier eine Basilika, die bis zum Ende des 16. Jahrhunderts unverändert blieb. Der Grund und Boden sowie das Bauwerk, die mehrmals den Besitzer wechselten, gelangten schließlich an den Neffen von Pabst Innozenz X., dessen Familie an der Piazza Navona ihren Wohnsitz hatte. Damit begann der Neubau der Kirche im Stil des Barock, die in den Palastkomplex integriert und zum päbstlichen Mausoleum gemacht wurde.

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Zwischen Baumeistern und Auftraggebern kam es zu erheblichen Differenzen, die den Fortgang des Baues verzögerten. Zwischenzeitlich war auch Pabst Innozenz X. gestorben. Im Jahre 1672 konnte die Kirche dann endlich geweiht werden, obwohl sie immer noch nicht völlig fertig war. Fünf Jahre später war es soweit, die sterblichen Überreste von Pabst Innozent X. konnten aus dem Petersdom – wo sie bis dahin geruht hatten – in die Kirche Sant´Agnese in Agone überführt werden.

Die Kirche Sant´Agnese in Agone ist jedoch nicht das einzige Kleinod am Platz. Die gesamte Bebauung um das Oval ist eine Augenweide. Hier hatte sich die vornehme Bevölkerung niedergelassen, und das sieht man den Gebäuden an. Die Kirche ist in den Palazzo Pamphilj integriert, der einen großen Teil des Platzes einnimmt. Die Südseite wird vom Palazzoo Braschi bestimmt, der als letzter Palast an diesem Ort entstand. Er ersetzte 1792 den Palazzo Orsini. Heute befindet sich in dem Gebäude das Museo di Roma. Sehr sehenswert sind auch der Palazzo Lancelotti-Torres und die Kirche Nostra Signora del Sacro Cuore.

Das Pantheon, ein beeindruckender Kuppelbau

Von außen erschien uns das Pantheon relativ unscheinbar, doch nachdem wir uns näher informiert und auch das Innere besichtigt hatten, stieg unsere Ehrfurcht vor den römischen Baumeistern der Antike um einiges. Es gilt nicht ohne Grund als das faszinierendste Gebäude des alten Rom neben dem Kolosseum. Das Pantheon entstand schon 27 v. Chr., Baumeister war Marcus Agrippa, der Schwiegersohn von Kaiser Augustus.

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Das Gebäude musste mehrere Brände überstehen und wurde dann im 2. Jahrhundert n. Chr. von Kaiser Hadrian neu gestaltet. Was beim Bau geleistet wurde, ist wirklich phänomenal. Das Heraussragende des Gebäudes ist die gewaltige zweischalige Kuppel, die mit 43 m Höhe und gleichem Durchmesser beachtliche Ausmaße erreicht.. Das Pantheon kann für sich in Anspruch nehmen, der gewaltigste Kuppelbau der Antike zu sein. Selbst heute ist sie noch die größte Kuppel in Rom. Die Baumeister der Antike vollbrachten hier eine wunderbare Leistung der Ingenieurkunst. Möglich wurde das u.a. durch den Einsatz einer Art Beton, der über einer Holzverschalung gegossen wurde. Erst viele Jahrhunderte später war eine derartige Leistung wieder möglich.

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Die Kuppel bietet noch eine Besonderheit: in ihrem Scheitelpunkt liegt eine Öffnung von 9 m Durchmesser, die für die Beleuchtung sorgt, zusammen mit dem Eingangsportal. Das sind die einzigen Lichtquellen im Gebäude. Da diese Öffnung in der Kuppel nicht verglast ist, regnet es bei entsprechendem Wetter ins Pantheon hinein. Die Baumeister haben deshalb den Fußboden zum Zentrum hin leicht aufgewölbt und an einigen Stellen kleine Abflüsse angebracht, durch die das Wasser abfließen kann.

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Im Ursprung diente das Pantheon wahrscheinlich als Kultstätte der sieben planetarischen Götter. In den Nischen des Innenraums stehen noch heute die Statuen von Merkur, Venus, Mars, Saturn, Jupiter, Apollo und Diana. Glücklicherweise hat man diese Statuen bei der Umwandlung des Gebäudes in eine christliche Kultstätte nicht beseitigt. Andere Kunstschätze des Pantheon hatten dieses Glück nicht. So wurden im Mittelalter die vergoldeten Dachziegel und die antiken Marmorverkleidungen vernichtet, später ließ Pabst Urban VIII. auch noch die Kasettendecke aus Bronze einschmelzen.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Pantheon zu einer Art Grabstätte für bedeutende Persönlichkeiten. So finden sich hier die Grablegen der italienischen Könige, außerdem die Grabstätten einiger berühmter Künstler. Einer davon ist Raffael, auf dessen Grabmal dieser Spruch steht: „Hier liegt Raffael. Die Natur fürchtete, von ihm besiegt zu werden; und jetzt, da er tot ist, fürchtet sie, selbst sterben zu müssen“. Das ist sicher ein Grabspruch, der eines großen Künstlers würdig ist – oder?

Die Piazza Campo de´Fiori

Ehrlich gesagt, der Campo de´Fiori lag in unserer Gunst um einiges hinter den Plätzen Navona und Venezia zurück. Dabei sind die Häuser um die Piazza sicher interessant und sehenswert und strahlen einen gewissen Charme aus. Doch in der Woche findet hier ein großer Markt statt. Dann ist der Platz von früh bis nachmittags von mobilen Ständen übersät. Von der Bebauung hatten wir zu dieser Zeit wenig mitbekommen, unser Eindruck war: laut und hässlich.

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Das lag sicher an den Menschenmassen, die sich auf engstem Raum drängelten, dem vielen Müll um die “Buden“ sowie an den immer mehr werdenden Ramschständen, die den ursprünglichen Charakter als Wochenmarkt für Lebensmittel immer mehr verdrängen. Am späteren Nachmittag und abends bietet der Platz sicher einen bedeutend angenehmeren Anblick, doch für einen zweiten Besuch reichte unsere Zeit nicht. Sollten wir wieder einmal in Rom sein, werden wir den Campo de´Fiori aber bestimmt nicht vor Nachmittag besuchen.

Der Platz hat aber auch eine wechselvolle und historisch bedeutende Geschichte. Hier soll sich das älteste Theater Roms befunden haben, das schon 55 v. Chr. erbaut wurde. In diesem Gebäude hielt man oft auch Senatssitzungen ab. Bei einer dieser Sitzungen soll hier Julius Cäsar am 15. März 44 v. Chr. von den Verschwörern um Brutus ermordet und am Fuß der Statue seines Gegners Pompejus gestorben sein.

Auch im Jahre 1600 war der Campo de´Fiori Schauplatz einer düsteren Inszenierung. Hier stand der Scheiterhaufen, auf dem Giordano Bruno wegen seiner Zweifel an der göttlichen Ordnung im Universum als Ketzer verbrannt wurde. Über mehrere Jahrhunderte, in der dieser Teil Roms zum Kirchenstaat gehörte, konnte diesem Ereignis nicht gedacht werden. Nach der Einigung Italiens und der Zurückdrängung des Kirchenstaates stellte man am Campo de´Fiori 1889 ein Denkmal für Giordano Bruno auf. Es zeigt einen Mann in Dominikanerkutte, mit gesenktem Kopf und düsterem Blick.

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