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Sehenswürdigkeiten in Rom rund um den Palatin

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Von den sieben Hügeln Roms ist der Palatin einer der bekanntesten und gleichzeitig erscheint er in entsprechenden Büchern als Synonym für den Sitz der römischen Kaiser. Das ist verständlich, denn auf diesem Hügel standen die Paläste, in denen Caligula, Nero und viele andere römische Kaiser residierten. Aber auch weitere wohlhabende römische Aristokraten hatten auf dem Hügel ihren Wohnsitz, das heißt, prachtvolle Villen mit wunderschönen Parks. Sehr gut ist noch heute der Flavian-Palast mit dem angrenzenden Garten erhalten, der bei einem Besuch des Palatins besichtigt werden kann.

Der Palatin gilt als Keimzelle Roms, hier soll Romulus die Ewige Stadt gegründet haben. So kam es, dass im antiken Rom inmitten der prachtvollen Villen eine ärmliche Hütte stehen geblieben war. Sie soll der Sage nach die Wohnstätte des Romulus gewesen sein. Erste Ansiedlungen gab es auf dem Hügel jedoch schon im 10. Jahrhundert v. Chr.

Heute ist der Hügel des Palatins und die umliegende Gegend eine der Ecken Roms, in der sich die bedeutenden Sehenswürdigkeiten aneinander reihen. Das berühmte Forum Romanum ist hier zu sehen, Ruinen der römischen Paläste, mehrere Triumphbögen und andere antike Bauten. Diese Sehenswürdigkeiten auf dem Hügel sind abgegrenzt und können nur gegen Eintritt besichtigt werden, während das Kolosseum – zumindest von außen – und der Konstantinsbogen frei zugängig sind. Wir möchten aber jedem empfehlen, die Tour auf den Palatin nicht auszulassen – hier gibt es wirklich geballte Weltgeschichte zu bewundern.

Das Kolosseum, Roms antikes Stadion

Es nötigte uns immer wieder Hochachtung vor den Baumeistern ab, wenn wir vor einem der monumentalen und – zumindest in der damaligen Zeit – prachtvollen antiken Bauwerken standen. Eines der bekanntesten und zugleich architektonisch wohl auch meisterhaftesten ist das Kolosseum. Die riesige Arena diente im Rom der ersten Jahrhunderte n. Chr. der Unterhaltung der Massen ebenso wie zur Erbauung der Adligen und Kaiser. Das dies sehr oft durch blutige Kämpfe und Massenhinrichtungen ereicht wurde, übersteigt unser heutiges Verständnis, ändert aber nichts am genialen Geschick der Erbauer dieser gewaltigen Arena.

Ein Gerücht half sehr viel dabei, dass dieses Bauwerk noch heute – nach rund 2000 Jahren – in einem verhältnismäßig guten Zustand ist und die Jahrhunderte einigermaßen überdauerte. Die Annahme, dass hier auch Christen aufgrund ihres Glaubens umgebracht wurden, führte dazu, dass die Ruine des Kolosseums gesichert und 1750 sogar vom Pabst geweiht wurde. Inzwischen ist die Wissenschaft zur Überzeugung gekommen, dass diese Christenverfolgungen nichts mit dem Kolosseum zu tun hatten, für das Bauwerk war diese Annahme aber ausgesprochen förderlich, denn in der Renaissance diente der Kolossalbau als Steinbruch für Paläste und Kirchen Roms. Wäre nicht der Glaube an die Massentötung von Christen in der Arena gewesen, könnten wir uns heute vielleicht nicht mehr an diesem Bauwerk erfreuen.

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Der Bau dieses größten Amphitheaters der Antike begann im Jahre 69 n. Chr., veranlasst durch Kaiser Vespasian. Elf Jahre später konnte sein Nachfolger, Kaiser Titus, die Arena einweihen. Rund 400 Jahre fanden hier die blutigen Spiele statt, die von den Römern begeistert aufgenommen wurden. Den Namen Kolosseum erhielt die Arena übrigens erst viel später. Namensgeber war im Mittelalter eine Kolossalstatue des Kaisers Nero. Diese 36 m hohe Figur wurde als Sonnengott umgestaltet und vor dem Theater aufgestellt. Heute existiert die Statue leider nicht mehr.

Als wir vor dem gewaltigen Bau des Kolosseums standen, konnten wir nur wieder einmal den Hut ziehen vor dem Können der antiken Baumeister. Selbst mit heutigen Mitteln wäre ein derartiges Unterfangen eine große Herausforderung. Mit den damaligen Möglichkeiten ist der Bau einfach eine grandiose Leistung. Die vier Stockwerke ragen 54 m in die Höhe und die bebaute Grundfläche beträgt 188 x 156 m. Vom Arkadengang im Erdgeschoss gingen 80 Eingänge ab, von denen tausende Besucher über Treppen und Gänge zu ihren numerierten Plätzen geleitet wurden. Aufgrund der vielen Eingänge konnten die Besucher des Stadions schnell ihre Plätze erreichen und es auch schnell wieder verlassen.

Die Sitzordnung war genau geregelt. Der erste Rang mit bestem Blick auf die Arena war den Priestern, Senatoren und natürlich der Kaiserfamilie vorbehalten.Den zweiten Rang durften die Ritter nutzen, während den einfachen Bürgern der dritte und vierte Rang vorbehalten war. Deren Frauen wiederum mussten mit dem fünften Rang – ganz oben, weit weg von der Arena – vorlieb nehmen.

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Das Kolosseum hatte uns schon von außen ungemein beeindruckt, doch natürlich wollten wir es uns nicht nehmen lassen, es auch von innen zu besichtigen. Dabei hatten wir versucht, möglichst zeitig da zu sein. Der Andrang ist nämlich enorm, besonders zu den „touristenfreundlichen“ Zeiten am späten Vormittag und zeitigen Nachnmittag. Bereut haben wir diesen Besuch keine Sekunde, denn im Kolosseum gibt es jede Menge interessante architektonische und künstlerische Sachen zu sehen, außerdem eine Ausstellung zur Geschichte der Antike. Wenn man an solchen geschichtsträchtigen Orten steht, kann man sich einer großen Ehrfurcht nicht erwehren - zumindest geht uns das so.

In der Anfangszeit des Kolosseums konnte die Arena geflutet werden, um hier Seeschlachten nachzustellen. Später wurden dann unter der Arena Katakomben eingerichtet, in denen sich Ankleide- und Aufenthaltsräume der Gladiatoren befanden sowie Käfige für die wilden Tiere, die in der Arena gegeneinanderr oder gegen Menschen kämpfen mussten. Es gab sogar Aufzüge, mit denen man diese Tiere schnell in die Arena beförderte. Heute ist dieses Untergeschoss zum großen Teil freigelegt, so dass sich ein guter Blick auf diese unterirdische Welt ergibt. Vom höher gelegenen dritten Rang bot sich uns ein ausgezeichneter Überblick. Wie genial die damaligen Baumeister geplant hatten, zeigen u.a. Stützsteine am oberen Ende des Bauwerks. Sie dienten als Halterung für Holzbalken, an denen ausrollbare Sonnensegel befestigt waren.

Gladiatoren trifft man auch heute noch am Kolosseum an. Allerdings handelt es sich dabei um Römer, die in ein entsprechendes Kostüm geschlüpft sind und mit Schwert oder Dreizack ziemlich martialisch aussehen. Wer möchte, kann sich gegen einen entsprechenden Obulus – meist ca. 5 Euro – mit diesen Kämpfern vor den Mauern des Kolosseums fotografieren. Wie wir hörten, sollen sogar noch Gladiatorenkämpfe stattgefunden haben. Dabei gab es keine Toten, aber einige blaue Augen ujnd Beulen. Im Kampf um die Touristen prügelten die Darsteller aufeinander ein. Wir selbst haben das jedoch nicht erlebt, an dem heißen Tag standen die Kämpfer eher träge beieinander.

Der Konstantinsbogen, der Arco di Constantino

In unmittelbarer Nähe des Kolosseums steht einer der drei großen Triumphbögen Roms, der Konstantinsbogen. Er ist um einiges jünger als das Kolosseum, schließlich lag die Kaiserzeit Konstantins im 4. Jahrhundert n.Chr. Im Gedenken an die siegreiche Schlacht über seinen Rivalen Maxentius an der Milvischen Brücke im Jahre 312 ließ er den Triumphbogen errichten, der die anderen Bögen ergänzte.

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Ein gänzlich neues Bauwerk entstand jedoch nicht. Als Vorbild des Konstantinsbogen nahm man den Septimius-Severus-Bogen, der auf dem Forum Romanum steht. Bei den Statuen und Reliefs, die den Konstantinsbogen schmücken, griff man zu älteren Werken aus der Zeit Marc Aurels, Hadrians und Trajans und ließ sie umarbeiten. So wurden die Porträts dieser Kaiser durch das Konstantins ersetzt. Auch schon in früheren Jahrhunderten kannte man also die Verwendung von Sekundärrohstoffen. Entstanden war ein überaus prachtvoller Triumphbogen, dessen ursprüngliche Kunstfertigkeit man noch gut erkennen kann – trotz der Schäden, die sich im Laufe der Jahrhunderte ergaben. So sind viele Gesichter stark abgeschliffen.Trotzdem, wieder einmal waren wir stark beeindruckt, als wir vor diesem monumentalen Bogen standen.

Das Forum Romanum, der Mittelpunkt der Welt

Natürlich stimmt das nicht, das Forum Romanum ist keineswegs der Mittelpunkt der Welt. Doch nach dem Verständnis der Römer, die weite Teile der damals bekannten Welt beherrschten, waren sie und das Forum Romanum am Ursprungort der Stadt eben der Mittelpunkt ihrer Welt. So ganz unberechtigt waren diese Gedanken nicht, denn auf dem Palatin und auf dem Kapitol entstanden die ersten Siedlungskerne Roms, noch weit vor der glorreichen Zeit des Römischen Reiches. Schon die Etrusker begannen die Senke zwischen den beiden Hügeln, in der später das Forum entstand, zu entwässern. Das war dringend nötig, denn diese Gegend bestand aus Sumpfland.

In der Zeit der Römischen Republik entwickelte sich dieses Zentrum der imer weiter wachsenden Stadt zum führenden Marktplatz, aber auch zum geistigen und religiösen Mittelpunkt des expandierenden Reiches. In der Kaiserzeit erreichte er seinen Höhepunkt, doch mit dem Verfall und Untergang des Römischen Reiches begann auch der Verfall des zentralen und so bedeutenden Platzes. Der einst so prunkvolle Ort wurde zuerst von den Barbaren verwüstet und dann von den Päbsten als Steinbruch missbraucht. Heute ist das Forum Romanum nur noch ein Schatten der einstigen Pracht – und doch waren wir noch immer beeindruckt, denn mit etwas Fantasie konnten wir uns vorstellen, welche Augenweide und Machtdemonstration dieser römische Mittelpunkt einmal gewesen sein muss.

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Mit der Eintrittskarte zum Besuch des Palatinhügels erwirbt man auch den des Forum Romanums. Alllein waren wir hier keineswegs, denn wenn sich die Besucher noch einigermaßen im Areal des Palatin verstreuen, so konzentrieren sich die Massen vor allem am Forum. Natürlich will jeder diese Stätte besichtigen – und zu sehen gibt es hier trotz der Zerstörungen noch sehr viel.

Von den drei großen Triumphbögen Roms steht der Konstantinsbogen neben dem Kolosseum, außerhalb des Palatinhügels. Die beiden anderen, der Septimius-Severin-Bogen und der Titusbogen, befinden sich auf dem Gelände des Hügels und können bei einer Tour durchs Gelände mit besichtigt werden. Der Titusbogen steht an einem der Eingänge, in Richtung des Kolosseums. Der noch verhältnismäßig gut erhaltene Triumphbogen ist im Durchgang mit Darstellungen des Tempelschatzes von Jerusalem geschmückt – und natürlich darf auch Kaiser Titus nicht fehlen. Der hatte den Bogen aus Anlass seines Sieges über die Juden Palästinas und der Zerstörung ihres Tempels in Auftrag gegeben und ließ sich entsprechend verherrlichen. Dieser Sieg gelang Titus 71 n.Chr., 10 Jahre später war der Triumphbogen fertig. Weniger gut erhalten ist der Septimus-Severus-Bogen, obwohl er mehr als 100 Jahre jünger ist. Er ist geschmückt mit Reliefdarstellungen der vielen siegreichen Schlachten seines Namensgebers. Der Zahn de Zeit hast jedoch schon ziemlich an diesen Reliefs gearbeitet, auch die Plünderungen in späteren Jahrhunderten werden das ihre getan haben. Mit 21 Metern Höhe war der Bogen einer der größten der Antike und Vorbild für den Konstantinsbogen.

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In unmittelbarer Nähe des Septimus-Severus-Bogens, am Fuße des Kapitols, stehen acht Säulen. Sie sind der Rest des ältesten Tempels des Forum Romanum. Der Saturntempel wurde schon 498 v. Chr. erbaut. Nur noch in Teilen erhalten ist die Basilica Julia, die im Auftrag Cäsars entstand und unter Augustus fertig wurde. Die Rostra, die Rednertribüne, war mit den Rammspornen erbeuteter Schiffe geschmückt. Sie stammt aus dem Jahre 338 v. Chr. und wurde von Cäsar erweitert. Zu sehen ist von den Rammspornen heute jedoch nichts mehr. Leicht zu übersehen ist der Lapsis Niger, ein schwarzer Marmorblock, der angeblich über dem Grab des Romulus, des Gründers und Namensgebers Roms, liegt.

Drei korinthische Säulen sind das Wahrzeichen des Forum Romanum, sie erscheinen oft auf Darstellungen und Fotos. Sie gehörten einst zu einem Tempel aus der Frühzeit der Stadt. dem Castor-und Pollux-Tempel. Er wurde 484 v. Chr. erbaut, im Gedenken an die Götterbrüder Castor und Pollux, die hier 15 Jahre früher den Sieg der Römer über die Latiner verkündet haben sollen.

Der Romulus-Tempel ist nicht – wie man sicher glauben könnte – dem Stadtgründer gewidmet, sondern dem Sohn des Kaiser Maxentius, der 307 n. Chr. verstarb. Im Mittelalter wandelte man den Tempel in eine Kirche um. Ganz in der Nähe stehen noch der Antonius-und-Faustino-Tempel mit 17 m hohen Säulen in der Eingangshalle sowie der Priestersitz Regia.

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Die Kurie – oder lateinisch Curia - war in den römischen Städten der Versammlungsort der stimmberechtigeten Volksvertreter, also gewissermaßen das Rathaus. In Rom selbst gab es davon mehrere, die bekannteste war jedoch die auf dem Forum Romanum. Die erste Curia stammte aus dem Jahre 29 v. Chr., die noch heute vollständig erhaltene wurde 303 n. Chr. auf den Fundamenten der alten erbaut. In der Curia kann man eine Ausstellung besichtigen, mit zwei Reliefs aus der Zeit des Trajan als interessante Ausstellungsstücke.

An vielen Stellen Roms finden sich Überbleibsel der grandiosen Vergangenheit dieser Stadt, doch an wohl keiner so intensiv wie auf dem Forum Romanum. Neben den genannten Gebäuden und Ruinen steht hier noch ein kolossales Bauwerk, die Maxentius-Basilika. Die Ruinen des Vestatempels, des Concordiatempels, des Venus- und Romatempels sowie des Tabulariums ergänzen die Vielfalt der historischen Bauten. Auf dem Hügel des Kapitols gibt es einen Aussichtspunkt, von dem man einen fantastischen Blick über das Gelände des Forum Romanum hat.

Weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Palatin

Der Name Palatin bedeutet soviel wie Palast, und dieser Name für den Hügel Roms wurde nicht ohne Grund gewählt. Er war der Wohnsitz vieler reicher Bürger und nicht zuletzt auch der vieler Kaiser. So sind hier die Ruinen einiger Kaiserpaläste und Villen zu finden. Einer dieser Komplexe ist die riesige Anlage des Domus Augustana, die Kaiser Domitian als Wohnhaus diente. Allzu viel ist hier nicht mehr erhalten, doch selbst die noch vorhandenen Ruinen ließen uns erahnen, welche Pracht und welcher Gigantismus zur Zeit der römischen Kaiser geherrscht haben müssen.

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Richtig beeindruckend sind die Ruinen und Mauern des von Septimius Severus errichteten Komplexes, der den Palast damit erweiterte. Dieser Teil des Palatins ist mit am besten erhalten und lohnt auf jeden Fall eine intensivere Erkundung. Von den Mauern bietet sich ein hervorragender Ausblick über den Hügel. Allerdings sind die Öffnungszeiten dieses Teils des Palatins ziemlich gewöhnungsbedürftig und mit viel Glück verbunden.

Nicht weit davon befindet sich der große Komplex des Stadion des Domitian. Dieser ovale Bau erinnert an die römischen Stadien, in denen Pferderennen stattfanden. Nach den Erkenntnissen der Archäologen diente dieser Bau des Domitian jedoch nicht dafür, sondern als ein großer Garten in Form eines Zirkusses. Von den Gärten der Anlage ist heute nicht mehr viel zu erkennen, doch auch hier waren wir, wenn wir unsere Fantasie spielen ließen, tief beeindruckt von der Kunstfertigkeit der Römer.

Eine weiteres sehesnwertes Highlights auf dem Palatin ist die Domus Flavia, das Haus der Flavier. Diese Bezeichnung klingt regelrecht verniedlichend, denn hier handelte es sich um eine etwa 80 n. Chr. erbaute Palastanlage. Davon erhalten ist noch der Teil eines Hauses mit einer gepflegten Gartenanlage.Hier lohnt auch der Besuch des Gebäudeinneren, denn es sind wunderschöne Fresken zu bestaunen.

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Das eine Verschönerung des Geländes zu nicht wieder gut zu machenden Schäden führen kann, zeigen sehr eindrucksvoll die Farnesischen Gärten. Sie sind viel jünger als die übrige Anlage und wurden im 16. Jahrhundert auf Initiative eines Neffen von Pabst Paul III. errichtet. Diese Gartenanlagen galten als erster Botanischer Garten und waren mit Sicherheit sehr schön anzusehen. Leider fielen ihnen aber auch Teile der antiken Kaiserpaläste zum Opfer.

Schließlich machte der Palatin seiner Rolle als Gründungsort Roms alle Ehre. Es ist erst wenige Jahre her, als man beim Restaurieren des Augustus-Hauses eine 16 m tiefe Höhle entdeckte. Sie soll die Höhle sein, in der die Wölfin die Zwillinge Romulus und Remus säugte. Deshalb wurde sie zu einer der wichtigsten Kultstätten Roms und zur Zeit des Augustus prachtvoll mit Muscheln und Mosaiken geschmückt. Ob die gefundene Höhle aber wirklich die Wolfshöhle ist, da herrscht noch keine Gewissheit. Bisher wurde sie nur mit Kameras erkundet, aber noch von keinem Forscher der Neuzeit betreten. Für Besucher ist sie also völlig tabu.

Santa Maria in Cosmedin und der Mund der Wahrheit

Die kleine Kirche Santa Maria in Cosmedin ist ausgesprochern sehenswert, vor allem im Inneren. Doch bekannt und zum wahren Publikumsmagneten wurde sie durch ein anderes Phänomen, den Bocca della Veritá – den sogenannten Mund der Wahrheit. In der Vorhalle der Kirche steht ein großer runder Stein mit dem Gesicht des Flussgottes Triton. Der Sage nach soll jeder, der seine Hand in den Mund des Antlitzes legt und nicht die Wahrheit sagt, seine Hand verlieren. Früher hat das oft sogar funktioniert - allerdings mit einem Trick: Hinter der Maske versteckt stand ein Bewaffneter mit einem Schwert, der das entsprechende Urteil vollzog. Ob es da immer die Richtigen erwischte möchten wir bezweifeln.

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Da wir ziemlich sicher waren, dass heutzutage niemand mehr mit dem Schwert hinter der Figur steht, ließen wir es auf eine Probe ankommen. Unsere Hände sind noch dran, also heißt das, wir sagen immer die Wahrheit – oder ? Zweifler scheint es jedenfalls viele zu geben, denn zu den Öffnungszeiten drängen sich die Menschenmassen an der Vorhalle. Ein Ordner lässt die Interessierten kurz an den Stein treten, schnell ein Foto schießen, um dann die nächsten heran zu winken. Es ist also praktisch, an der Kamera beim Warten schon alle Einstellungen vorzunehmen. Durch diese Prozedur halten sich die Wartezeiten trotz des Andrangs in Grenzen.

Etwas kurios ist allerdings die Herkunft dieses „Mundes der Wahrheit“. Der Stein war im 4. Jahrhundert v. Chr. ein ganz ordinärer Kanaldeckel der Cloaca Maxima. Wer den Stein passiert hat, gelangt anschließend in die Kirche. Eigentlich ist der Eintritt frei, doch auf einem Schild wird eine Gebühr von 1 Euro als Fotogenehmigung verlangt. Kassiert hat bei uns jedoch keiner.

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Die Basilika Santa Maria in Cosmedin ist eine Griechisch-Byzanthinische Kirche. Sie geht zurück auf eine Säulenhalle aus dem 1. Jahrhundert, noch gut zu erkennen an den Säulen der Vorhalle. In diesem Gebäude befand sich die zentrale Verwaltungsstelle für Lebensmittel.Schon bald jedoch wurden die meisten Säulen zugemauert und die Halle als Kirche genutzt. Hadrian I. - Pabst Hadrian, nicht zu verwechseln mit dem römischen Kaiser – ließ die Kirche umbauen und mit Mosaiken und Marmorarbeiten verschönern. Mehrere spätere Päbste erweiterten die Kirche durch An- und Umbauten. Das heutige Bild des Gebäudes entspricht jedoch nicht mehr dem Original, denn im 16. Jahrhundert veränderte man die Fassade im Stil des Rokoko. Diese Fassade wurde Ende des 19. Jahrhunderts wieder entfernt und durch eine romanische Fassade ersetzt, die den Vorstellungen dieser Zeit entsprach, jedoch nicht das Original widergibt.

Die Besichtigung des Inneren der Kirche lohnt sicher. Wir fanden hier einige sehr bemerkenswerte architektonische und künstlerische Sehenswürdigkeiten, z.B. ein wunderbares byzanthinisches Mosaik, einen prachtvoll gestalteten Marmorfußboden, einen gotischen Baldachin und einen bemerkenswerten Kandelaber. Interessant fanden wir auch den Abstieg in die Krypta, in der noch die Überreste des früheren Herkulestempels und des Altars des Herkules aus der Antike zu erkennen sind.

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