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Der Süden von La Gomera

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Der Süden La Gomeras ist bei weitem nicht so grün wie der Norden der Insel oder wie im Nationalpark Garajonay. Die Sehenswürdigkeiten - auch die landschaftlichen - sind hier nicht so vielfältig und auch touristisch ist der Süden noch relativ unerschlossen. Unterkünfte, vor allem Hotels, sind in dieser Gegend dünn gesät.

Auf eine Tour durch den Inselsüden sollte man dennoch nicht verzichten, die eine oder andere schöne Ecke gibt es hier auf jeden Fall. Das kleine Örtchen Playa de Santiago lockt mit einem Strand und einer für den Süden guten touristischen Infrastruktur. Nicht vergessen darf man „El Drago“, den einzigen wild wachsenden Drachenbaum La Gomeras. Den Tafelberg La Fortaleza de Chipude wird man auf dieser Tour auch ansteuern, obwohl er sowie die Töpfer-Ortschaft El Cercado vielleicht eher der Inselmitte zuzuordnen sind.

Am Tafelberg La Fortaleza de Chipude

Von Valle Gran Rey aus führte unsere Tour mit dem Auto zur Ortschaft Arure. Hier geht eine schmale und steile Straße ab, die nach Las Hayas und weiter nach El Cercado verläuft. Der Ort selbst ist weniger sehenswert, hat aber einen hohen Bekanntheitsgrad bei Touristen. Den verdankt er der Töpferei, denn El Cercado gilt als Töpferzentrum La Gomeras. An der Hauptstraße reiht sich eine Töpferwerkstatt an die andere und in jeder werden traditionell getöpferte Waren angeboten.

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Das Schöne ist, dass man meist auch den Töpfern bei ihrer Arbeit zusehen kann. Wer schon in anderen Töpfereien war, wird hier trotzdem Neues sehen, denn auf La Gomera erfolgt die traditionelle Töpferei noch ohne Töpferscheibe, so wie die Urbevölkerung ihr Geschirr herstellte. Das ist meist dunkel und sparsam dekoriert. Typisch sind Becher, Krüge und Schalen für die kanarischen Kartoffeln. Besonders haltbar ist dieses Geschirr jedoch nicht, wie wir feststellen mussten, als wir die Schale in unzähligen Bruchstücken dem Koffer entnahmen. Auch eine gute Polsterung hatte da nicht viel genutzt.

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Auch der nächste Ort Chipude ist nicht unbedingt sehenswert, doch von hier sind es nur rund sechs Kilometer bis zum Aussichtspunkt Mirador de Igualero am Fortaleza de Chipude, dem markanten Tafelberg und einem der wichtigsten Wahrzeichen La Gomeras. Der Tafelberg ist immerhin 1241 Meter hoch und auch in weiter Entfernung zu sehen. Auch er ist eine Ergebnis des Vulkanismus. Der Felsen besteht aus hartem Ergussgestein und blieb in seiner einprägsamen Form durch Erosion des umliegenden Gesteins übrig. Der Berg war den Ureinwohnern der Insel heilig. Die Spanier beeindruckte er offensichtlich auch, denn die Übersetzung der Bezeichnung „Fortaleza“ bedeutet „Festung“ - und an diese erinnert er in seiner markanten Form tatsächlich etwas.

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Wer möchte, kann ihn auch besteigen. Eine gute Kondition sollte man dafür haben, doch besondere Kletterkünste werden nicht verlangt. Wir hatten aus Zeitgründen auf diese doch etwas aufwändige Aktion verzichtet und waren lieber zum Mirador de Igualero gefahren. Von diesem Aussichtspunkt bot sich uns ein fantastischer Ausblick auf den Tafelberg. Einigermaßen Glück mit dem Wetter sollte man dafür aber haben, denn der Berg hüllt sich manchmal in Wolken.

El Drago, der alte Drachenbaum

Auf unserer Tour durch den Süden La Gomeras fuhren wir auch durch den kleinen Ort Alajeró, einem architektonischen Schmuckstück, das uns regelrecht zu einem Halt aufforderte. Berühmte Sehenswürdigkeiten findet man hier zwar nicht, doch das Anhalten und Umsehen wird man sicher nicht bereuen, zumal viele der Häuser in den letzten Jahren restauriert wurden. Das moderne Rathaus kann sich sehen lassen, ebenso die komplett sanierte Pfarrkirche.

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In der Nähe Alajerós ist eine der bekanntesten Highlights La Gomeras zu bewundern, das Prachtexemplar eines Drachenbaums. Etwas erstaunt waren wir doch, als wir erfuhren, dass die Drachenbäume zu den Spargel-Gewächsen zählen. Es sind auch – trotz des Namens - keine echten Bäume, sondern sie gelten als baumförmige Lebewesen. Drachenbäume, von denen es zahlreiche Arten gibt, kommen in den Tropen und in den Subtropen vor. Auf La Gomera handelt es sich um den Kanarischen Drachenbaum.

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Genau lässt es sich nicht sagen, doch El Drago bei Alajeró gilt mit einem geschätzten Alter von rund 400 Jahren als der älteste Bewohner der Insel. Zudem ist er der einzige noch wild wachsende Drachenbaum La Gomeras und steht deshalb unter Schutz. Drachenbäume blühen etwa alle 10 bis 15 Jahre, dann verzweigen sie sich. Daraus wurde das wahrscheinliche Alter El Dragos errechnet. Für die Ureinwohner der Insel galten Drachenbäume als heilig und das rote Harz sollte heilende Wirkung haben. Der daraus gewonnene Saft diente als Mittel für Einbalsamierungen und gegen verschiedene Krankheiten wie z.B. Tuberkulose.

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Es war selbstverständlich, dass wir El Drago einen Besuch abstatten wollten. Ein Stück hinter Alajeró gibt es etwas versteckt eine Park-Bucht, an der wir das Auto abstellten. Von dort ging es einen Steinweg hinunter bis zu einer Aussichtsplattform mit dem ersten Blick auf den Drachenbaum, und dann noch einmal weiter bis zu El Drago. Der Abstieg ist nicht übermäßig steil und eigentlich auch nicht besonders schwierig, doch der relativ schlecht zu laufende Steinweg mit Stufen erschien uns mühevoller als gedacht. Man sollte deshalb unbedingt auf gutes und festes Schuhwerk achten.

Mit einer halben Stunde Fußweg muss man sicher rechnen, so dass man für den Hin- und Rückweg mindestens eine Stunde einplanen sollte. Der Weg führt durch eine interessante Landschaft, allerdings gibt es dabei nirgends Schatten. An heißen Tagen ist es sinnvoll, auch eine Wasserflasche mitzunehmen. Der Drachenbaum ist eingezäunt, leider gab es in der Vergangenheit „Souvenir-Jäger“, die ein Stück des Baumes mitnehmen wollten oder ihre Initialen in den Stamm ritzten. Trotzdem kommt man nah heran und kann El Drago in seiner ganzen Schönheit bewundern. Wir finden, auf diesen Ausflug sollte man keinesfalls verzichten.

Playa de Santiago, die kleine Stadt im Süden

Neben der Hauptstadt San Sebastian und dem Valle Gran Rey ist die kleine Stadt Playa de Santiago das dritte Urlauberzentrum La Gomeras. Dazu trägt die Lage an der Südküste bei, die den Ort zu einem der an Sonne reichsten werden lässt. Durch eine Mole, die den Strand abschirmt, ist hier auch das Baden problemlos möglich. Wie gefragt Playa de Santiago inzwischen bei den Urlaubern ist, zeigt das größte Hotel der Insel mit Tennisschule, Golfplatz und einer Tauchbasis.

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Playa de Santiago ist ein netter kleiner Ort, doch besondere Sehenswürdigkeiten hat er ebenso wenig zu bieten wie eine interessante und spannende Umgebung. Für einen Erholungsurlaub mit gelegentlichen Ausflügen ist er sicher eine gute Wahl, für eine umfassende Erkundung der Insel würden wir Valle Gran Rey oder San Sebastian als Ausgangspunkt aber vorziehen.

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Das Urlauber-Leben vollzieht sich vorrangig an der Uferpromenade, wobei man beim Begriff „Promenade“ keinesfalls an solche wusligen und dicht gedrängten Wege denken sollte, wie an einigen Promenaden anderer kanarischer Inseln. Hier geht alles sehr ruhig zu und ein relativ einsamer Platz ist immer zu finden. Einen schönen Blick auf den Ort hat man vom Aussichtspunkt Mirador Tagoror. Viele Bäume und andere Pflanzen sowie Schatten gibt es im Parque Las Eras, einer schönen Parkanlage.

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Möchte man in Playa de Santiago oder der näheren Umgebung baden, dann bietet sich als erstes der Strand am Ort an. Der wurde auf einigen Arealen mit Sand aufgeschüttet, so dass er nicht nur aus Steinen und Kies besteht. Die Betonmole schützt, dadurch ist die Brandung nicht allzu stark und ein gefahrloses Baden möglich. Überfrequentiert ist dieser Strand kaum, doch wer es noch ruhiger möchte, kann auf eine der umliegenden Buchten ausweichen. Dort besteht der Strand jedoch aus Kies, Sand gibt es hier nicht. An der Bucht der Playa del Medio ist sogar FKK üblich, was ansonsten auf La Gomera kaum zu finden ist.

Degollada de Peraza mit einer schönen Aussicht

Wir hatten auf unserer Tour durch den Süden noch etwas Zeit und so fuhren wir noch weiter in Richtung San Sebastián. Etwa 13 Kilometer vor der Hauptstadt kommt man an die Degollada de Peraza, einen Pass an der Höhenstraße. An dieser Stelle lohnt ein Halt, denn hier hat man – schönes Wetter vorausgesetzt – einen wunderbaren Blick auf die Umgebung mit dem Barranco de la Villa. Barranco ist ja das spanische Wort für Schlucht, und die ist beeindruckend. Am Pass gibt es auch ein Restaurant, den Halt kann man also auch mit der Rast in einer Gaststätte verbinden.

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An der Degollada de Peraza beginnen und enden auch einige sehr schöne Wanderwege. Für die meisten muss man jedoch mehrere Stunden einplanen. Möchte man diese Wanderungen unternehmen, sollte man den Tag nur dafür nutzen. Eine sehr gefragte Tour ist der Rundwanderweg über die Ortschaft La Laja bis zur Ermita de las Nieves und wieder zurück zur Degollada de Peraza. Dieser Weg, der den uralten Verbindungswegen der Ureinwohner folgt, beträgt rund 12 Kilometer mit einem zu bewältigenden Höhenunterschied von 550 Metern. Dafür sollte man schon mit einem halben Tag rechnen.

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Wie so oft an bedeutenden Orten rankt sich um die Degollada de Peraza eine schaurig-schöne Geschichte. Seinen Namen verdankt der Pass dem spanischen Feudalherren auf La Gomera, Hernán Peraza el Joven, dem „Jüngeren“. Zusammen mit seiner Frau Beatriz de Bobadilla drangsalierte er die Guanchen, die Ureinwohner, versklavte sie und behandelte sie menschenunwürdig. So kam es, wie es kommen musste, die Guanchen rebellierten gegen diese Zustände. In der Guahedum-Höhle an der heutigen Degollada de Peraza traf sich der Feudalherr mit seiner Geliebten, der Einheimischen Iballa, und wurde hier von dem jungen Guanchen-Krieger Hautacuperche ermordet. Die Rebellion wurde schließlich durch den Gouverneur von Gran Canaria niedergeschlagen. Auch der junge Hautacuperche fand den Tod. Dieser Aufstand und dessen blutige Niederschlagung gelten als wichtigstes Ereignis in der Geschichte La Gomeras.

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