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Touren im Valle Gran Rey

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Nicht ohne Grund hat sich im Valle Gran Rey das Urlauberzentrum der Insel herausgebildet. Das „Tal des Großen Königs“ gilt als eine der schönsten Landschaften La Gomeras, manche sagen sogar, aller Kanarischen Inseln. Als wir das erste Mal von den Bergen die Serpentinen herab ins Tal fuhren, waren auch wir gleich begeistert. Es ist eine ungemein beeindruckende Landschaft mit steil abfallenden Hängen, die von Terrassenfeldern und Palmenhainen bedeckt sind. An die Hänge schmiegen sich schmucke Häuser und im Tal gibt es mehrere kleine Ortschaften, teilweise direkt am Strand des Atlantiks.

Die Orte im oberen Teil des Valle Gran Rey werden auch heute noch weitgehend vom Tourismus „links liegen gelassen“. Für Urlauber relevant sind vor allem die Ortschaften direkt am Meer – La Playa, La Puntilla und Vueltas – sowie einige Meter weiter im „Hinterland“ Borbalán und La Calera. Im Tal sowie auf dem Weg hinein gibt es viel zu sehen, wunderbare Ausblicke und nicht zuletzt starten vom Hafen in Vueltas mehrere Touren per Boot.

Interessantes im Valle Gran Rey

Die wichtigste Rolle im Valle Gran Rey spielt dabei La Playa mit seiner – wenn auch kurzen – Strandpromenade, Restaurants und Geschäften. Hier befindet sich der längste Strand der Insel, zudem auch einer der schönsten. Trotzdem ist baden hier oft nicht angesagt, denn die Brandung kann zeitweise extrem stark und lebensgefährlich sein.

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Eine Besonderheit des Strandes ist, dass sich hier jeden Abend eine Menschenmenge versammelt, denn dann trommeln Hippies zum Sonnenuntergang. Außerdem gibt es nach Einbruch der Dunkelheit meist noch eine Feuershow. Erwünscht ist natürlich ein Obolus für die Darbietung, doch Zwang besteht keiner. Wir hatten natürlich auch eine kleine Summe beigesteuert, denn die Darbietungen waren wirklich beeindruckend. Sonntag vormittags findet am Busbahnhof ein Trödelmarkt statt, zu dem auch die Hippies ihre Angebote präsentieren.

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In La Puntilla gibt es auch einige Badestrände, die aber nicht mit dem von La Playa mithalten können. Wer jedoch kleine Kinder hat, wird den „Baby Beach“ zu schätzen wissen, einen Strandabschnitt an einer kleinen Bucht. Dadurch ist das Wasser hier sehr flach, warm und durch die Felsen am Eingang der Bucht wird die gefährliche Strömung abgehalten. In La Puntilla sind einige Ferienunterkünfte entstanden, so Appartements und das Hotel Gran Rey. Zudem konzentrieren sich hier viele Restaurants.

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Vueltas hat für den Tourismus eine besondere Bedeutung, denn hier befindet sich der Hafen mit den Ablegestellen der Schiffstouren zu den Walen sowie zu den Basaltsäulen Los Órganos. Doch auch unabhängig von den Schiffstouren lohnt der Abstecher zum Hafen. In der kleinen Bucht liegen zahlreiche bunte Fischerboote, die im Hintergrund von bis zu 500 Meter hohen Felsen überragt werden. Der Anblick ist ein Erlebnis, besonders in den Abendstunden. Direkt am Hafenbecken gibt es einen kurzen Sandstrand mit Bademöglichkeit, die Playa de Vueltas. So richtig begeistern konnte uns dieser Strand jedoch nicht, die Wasserqualität ist hier nicht berauschend und die unmittelbare Nähe zum Hafen fanden wir auch nicht toll. Im neueren zweiten Hafenbecken legen seit einiger Zeit Kreuzfahrtschiffe an, es kann also passieren, dass man so fast auf Tuchfühlung mit einem der Ozeanriesen kommt.

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Im „Hinterland“ von La Puntilla und Vueltas liegt Borbalán, ein Ortsteil, der ganz angenehm aussieht aber keine Höhepunkte bietet. La Calera dagegen, das etwa auf halber Höhe des Tales liegt, ist ein sehr schmuckes Örtchen von dem man ausgezeichnete Ausblicke über das Valle Gran Rey und hinunter zur Küste hat. Man kann mit dem Auto bis hierher fahren, die engen Gassen mit den weißen Häusern aber nur per Fuß erkunden. Ein kleines Stück weiter steht auf einer beeindruckenden Terrasse die kleine Kirche Ermita San Antonio. Hier sollte man unbedingt einmal anhalten.

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Fährt man die Straße weiter aus dem Tal in Richtung Arure, kommt man etwa 9 Kilometer hinter La Calera an den Mirador César Manrique. Der berühmte Künstler war vor allem mit Lanzarote verbunden. Auf dieser Insel schuf er zahlreiche sehenswerte Bauten, Denkmäler und Kunstwerke. Auf La Gomera entstand dieser nach ihm benannte Aussichtspunkt in der für ihn typischen Optik. Wir wären begeistert gewesen von dem Kaktus-Garten und dem in die Felsen gebauten Restaurant mit den großen Panorama-Fenstern über dem Abgrund. Doch leider hatte dieses in allen Reiseführern genannte Restaurant keinen Pächter mehr und war seit geraumer Zeit geschlossen. Sollten Sie sich mit dem Gedanken der Auswanderung tragen und an Gastronomie interessiert sein, dann finden Sie hier garantiert ein lohnendes Engagement.

Wanderung zum Wasserfall im Barranco de Arure

Wandermöglichkeiten gibt es auf La Gomera alles andere als wenig, und die Einstufung reicht von leicht bis sehr schwer. Nun laufen wir zwar gern, doch die perfekten Hochleistungs-Wanderer sind wir nicht. Also hatten wir uns Wanderungen ausgesucht, die von leicht bis mittel angegeben waren. Einer dieser Wandervorschläge begann im Valle Gran Rey, also ganz in der Nähe unserer Unterkunft. Die Tour zum Wasserfall im Barranco de Arure sollte zu den leichteren zählen. Geschafft hatten wir sie, aber man sollte schon einigermaßen gut zu Fuß sein. Unterschätzen darf man diese Wanderung nicht, denn an einigen Stellen erfordert sie etwas größeres sportliches Vermögen.

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Man kann an der Tankstelle in La Calera starten, doch diesen ersten Abschnitt kann man auch getrost weglassen. Die meisten Wanderer beginnen die Tour in El Guro, etwa 2 Kilometer hinter La Calera. Auch wir waren mit dem Auto hierher gefahren, Parkmöglichkeiten gibt es an der Straße ausreichend. In der Nähe des Ortsschildes El Guro sahen wir ein Haus, an dem ein Pfeil mit der Bezeichnung „Wasserfall“ aufgemalt war. Der Weg bis zum Wasserfall ist nun kaum noch zu verfehlen, gelb-blaue Wegzeichen und aufgeschichtete Steinpyramiden führen verlässlich dort hin.

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Die erste Wegstrecke ist eher ein Spaziergang. Vom Weg hatten wir ausgezeichnete Ausblicke in das Valle Gran Rey, schon deshalb hätte sich die Wanderung gelohnt. Nachdem wir zum Bachbett des Barranco de Arure gekommen waren, wurde die Strecke schwieriger. Zwischendurch mussten wir mehrmals den Bach überqueren, da die Strecke teils am linken und teils am rechten Ufer verläuft. Romantisch war es auf jeden Fall, denn der Weg durch mitunter dichtes Gestrüpp und dichten Wald ist ein Genuss für jeden, der Natur mag. Festes Schuhwerk mit Profilsohle ist hier aber Pflicht, denn die Steine sind oft sehr glitschig und man rutscht sehr leicht aus. An einigen Stellen gibt es Hilfen per Seil oder Leitern, ansonsten würde es gefährlich werden.

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Unterwegs trafen wir auf Hippies, die es sich am Weg gemütlich gemacht hatten und Schmuck sowie Andenken verkauften. Wir fanden, das war keine schlechte Idee und origineller als die üblichen Verkaufsaktivitäten an Touristen-Schwerpunkten. Das letzte Wegstück zum Wasserfall hatte es in sich, da mussten wir schon alle unsere Kletterkünste aktivieren. Der Wasserfall in einem kleinen Tal hat eine stattliche Höhe, sehenswert ist er auf jeden Fall. Die Wanderung hierher können wir durchaus empfehlen. Mit normalem Wandertempo und einigen Pausen kann man mit etwa 3 Stunden Gesamtzeit rechnen.

Auf Beobachtungstour zu den Walen

Die Kanarischen Inseln sind ein ideales Revier um Touren zur Wal- und Delfinbeobachtung anzubieten. Im Meer rund um die Inseln sind immerhin etwa 26 Arten von Walen und Delfinen anzutreffen, auch wenn die Gäste meist nur zwei bis drei Arten sehen. In den meisten Fällen sind das Grindwale sowie Delfine. Das ist auch sehr stark von der Jahreszeit abhängig, denn viele der Meeressäuger bleiben nicht das ganze Jahr hier. Die Riesen der Meere, die Pottwale, wandern z.B. zwischen den polaren und äquatorialen Gewässern und statten dabei auch den Kanarischen Inseln einen Besuch ab. Einen Pottwal zu sichten ist also eine große Glückssache.

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Doch auch die Beobachtung von Grindwalen und Delfinen ist ein Erlebnis, wenn auch ein umstrittenes. Umweltschützer sind besorgt über die zurück gehenden Populationen, was auch mit der Störung durch die zahlreichen Beobachtungsboote zusammen hängen soll. Unternimmt man solch eine Tour, sollte man zumindest darauf achten, dass es eine Gesellschaft ist, die Rücksicht auf die Wale und Delfine nimmt, sie also möglichst wenig stört und keinesfalls jagt.

Bei unserer Walbeobachtungstour hatten wir die Qual der Wahl zwischen den Anbietern. Vom Hafen in Valle Gran Rey aus fahren zwei größere Schiffe – eines davon ein Glasbodenboot – sowie kleinere Fischerboote regelmäßig die Touren. Trotzdem sollte man vorher nachfragen, denn die Touren sind wetterabhängig. In der manchmal rauen See kann es sein, dass die Boote im Hafen bleiben.

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Die kleinen Boote sind dabei natürlich mehr vom Wetter abhängig und der Wellengang macht sich deutlich bemerkbarer. Dafür sind sie oft unabhängiger von den Routen und kommen der kleinen Gästezahl mehr entgegen. Wir hatten uns trotzdem für das große Glasbodenboot entschieden, denn hier steht man auf dem Deck weit oben und hat den besseren Überblick. Zudem kann man hinunter gehen und durch die Fenster unter der Wasserfläche mit etwas Glück die Wale und Delfine auch unter Wasser beobachten. Überschätzen darf man diese Möglichkeit aber nicht, denn die Fenster sind klein und das Wasser ist meist ziemlich trüb. Auf diesem Boot hat man die Garantie, die Fahrt kostenlos wiederholen zu können, falls man keine Wale oder Delfine antrifft. Zu den etwa dreistündigen Touren auf den großen Booten gehört meist noch ein Badestopp in einer Bucht sowie ein Imbiss.

Bootstour zu den Los Órganos

Vom Hafen in Vueltas im Valle Gran Rey gibt es eine weitere sehr interessante Bootstour. Mit dem Schiff geht es zu den imposanten Basaltsäulen Los Órganos im Norden La Gomeras. Die Yacht Tina fährt einmal pro Woche zu den Felsen, das Glasbodenboot auf Anfrage. Eine weitere Abfahrtmöglichkeit existiert in Playa de Santiago. Diese Touren zu den Los Órganos können wir sehr empfehlen, doch sie sind auch etwas unsicher. Wegen der oftmals rauen See können die Schiffe die Felsen an vielen Terminen nicht ansteuern, so dass die Touren ausfallen. Da diese sowieso nur sehr begrenzt stattfinden, ist das Risiko hoch, während des Urlaubs nicht zu den Los Órganos zu kommen.

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Die Tina steuert von Vueltas nur mittwochs nachmittags zu den Felsen, fällt diese Tour aus, hat man erst am nächsten Mittwoch wieder die Gelegenheit. Mit dem Glasbodenboot ist es noch unsicherer, denn die fahren nur nach Anfrage. Etwas mehr Sicherheit hat man mit der Firma Speedy Adventure. Die fahren immerhin dreimal pro Woche, jeweils montags, dienstags und freitags vormittags. Allerdings sind das kleinere Schlauchboote für maximal 12 Personen, rechtzeitiges Anmelden ist da oft notwendig. Hier sind die Preise für die Tour auch ziemlich hoch, eine Familie mit mehreren Kindern kommt da schnell in den dreistelligen Bereich.

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Wir hatten Glück, unsere Tour mit der Tina fand statt und wir würden sie jedem empfehlen. Die Tour dauert rund 3 Stunden, ein kleiner Imbiss mit Rotwein und Tapas ist inklusive – zumindest bei den großen Booten. Schon die Fahrt entlang der Küste in Richtung Norden lohnt die Entscheidung an der Tour teilzunehmen. Wir kamen so zu ansonsten völlig ungewohnten Ansichten der Küste mit den teilweise steilen Felswänden und den kleinen versteckten Orten. Die Zeit verging praktisch wie im Flug und pünktlich zum besten Sonnenstand kamen wir an den Basaltsäulen an.

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Die einzige Möglichkeit, die sehr imposanten Los Órganos – die „Orgelpfeifen“ - zu erleben sind diese Bootstouren, denn von Land aus kann man sie nicht erreichen. Ihren Namen erhielten diese Säulen aus Basalt völlig zu Recht, sie sehen wirklich aus wie die Pfeifen einer Orgel. Sie sind der Nachweis, dass die Insel vulkanischen Ursprungs ist. Entstanden sind sie aus erkalteter Lava, die in den Schloten der ehemaligen Vulkane stecken blieb. Die Erosion hat im Laufe der Zeit diese erkaltete Lava mit ihren bemerkenswerten Formen freigelegt. Dadurch kamen wir in den Genuss eines fantastischen Naturerlebnisses.

Auf einer rund 200 Meter breiten und etwa 80 Meter hohen steilen Felswand drängt sich eine enorme Anzahl dieser Säulen, die bis zu 1 Meter im Durchmesser erreichen. Wir glauben nach unserem Besuch ohne weiteres, dass dieses Naturwunder als eines der beeindruckendsten Basaltröhrenanlagen der Welt gilt. Wenn die See einigermaßen mitspielt, kommt man mit dem Schiff relativ nahe an die Säulen heran und kann sie aus der Nähe betrachten. Wir wären gern noch länger hier geblieben, doch die Tour dauert nun einmal nur 3 Stunden.

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