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Der Norden von La Gomera

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Der Norden La Gomeras ist der grüne Teil der Insel mit einer wilden felsigen Küste und vielen landschaftlichen Highlights. Auch einige der größeren Orte La Gomeras sind hier zu finden, die touristischen Unterkünfte konzentrieren sich jedoch eher auf das Valle Gran Rey und die Insel-Hauptstadt San Sebastián. Die Erkundung des Nordens gehört einfach dazu, denn solch wunderbaren Ortschaften wie Vallehermoso und Hermigua sollte man einfach gesehen haben und die wundertätigen Quellen von Epina darf man ebenfalls nicht verpassen.

Die wundertätigen Quellen Chorros de Epina

Auch auf La Gomera kursieren viele Sagen und Geschichten zu allen möglichen Wundern. Eine dieser Geschichten rankt sich um die Quellen von Epina, denen die verschiedensten Zauberwirkungen nachgesagt werden. Das Wasser der Quellen wird durch sieben Rohre in ein Becken geleitet. Wer vom klaren Quellwasser trinkt soll vor dem Ablauf eines Jahres die Liebe finden und heiraten. Wer das ausprobieren möchte, sollte jedoch genau aufpassen. Der Zauber wirkt nämlich nur, wenn Frauen aus den geraden und Männer aus den ungeraden Rohren trinken. Dabei darf man links und rechts nicht verwechseln und muss links mit dem Zählen beginnen. Frauen, die aus den Rohren für die Männer trinken, werden zu Hexen. Wir haben lieber ganz auf den Versuch verzichtet und nicht von der Quelle getrunken.

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Die wohlhabenden Familien von Vallehermoso wollten früher auf die Wirkung des Quellwassers nicht verzichten, aber den langen Weg nicht auf sich nehmen. So schickten sie ihre Dienstmädchen zur Quelle. So ganz trauten sie diesen jedoch nicht und ließen sich zur Sicherheit ein Blatt von der alten Ardisie mitbringen, die an der Quelle wächst. Das sollte zeigen, dass die Dienstmädchen wirklich an der Quelle waren. Unklar blieb uns, wie überprüft wurde, aus welchen Rohren das Wasser stammte.

Unabhängig von diesen Wunderwirkungen sind die Quellen ein schönes schattiges Plätzchen unter Bäumen. Nur etwa 200 Meter von der Hauptstraße und einem Restaurant entfernt kommt man an die Kapelle Ermita de San Isidro, von der aus man durch den Wald spazieren kann. Die eigentliche Quelle ist jedoch schlecht ausgeschildert. Wir suchten einige Zeit, bis wir einen handschriftlichen Hinweis fanden und einige Stufen zur Quelle hinunter stiegen. Hier gibt es auch einen schattigen Picknick-Platz mit Bänken.

Vallehermoso und der Roque Cano

Vallehermoso hielten wir für einen der schönsten Orte La Gomeras – sofern man nicht mit dem Auto durch fuhr. Die Straßen von Vallehermoso sind nämlich extrem eng, inklusive der Hauptstraße. Der Gegenverkehr kann dadurch sehr lästig werden. Doch diese kleine Unannehmlichkeit war schnell vergessen, der Ort „punktete“ mit schön anzusehenden Häusern in einem Tal und an dessen Hängen. Auch im Namen des Ortes ist das zu erkennen, denn Vallehermoso bedeutet übersetzt „schönes Tal“. Wir fanden, den Namen erhielt der Ort völlig zu Recht.

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Ein Spaziergang durch Vallehermoso ist eine empfehlenswerte Unterbrechung der Fahrt durch den Norden der Insel. Besonders der zentrale Platz, die Plaza de la Constitutión, ist ein wahres Schmuckstück und zudem Treffpunkt der Einwohner sowie der Touristen. Hier kann man auch in der Mittagshitze gut sitzen, denn der Platz ist von Palmen gesäumt und es sind auch genügend Bänke vorhanden. Natürlich gibt es rings um den Platz auch einige Restaurants. Das Rathaus ist kein kulturelles und architektonisches Juwel, aber sehr schön anzusehen. Das Gleiche gilt für die Kirche Iglesia San Juan de Batista.

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Fährt man etwa 4 Kilometer, kommt man an die Playa de Vallehermoso. An diesem Strand lässt es sich durchaus baden, auch wenn es kein Sandstrand sondern Kieselstrand ist. Das gilt allerdings nur für die Sommermonate, ansonsten ist meist die Brandung mit Unterströmungen zu stark. Ganzjährig könnte man jedoch das Meerwasser-Schwimmbad nutzen. Hier gibt es Duschen, ein Café sowie Umkleidemöglichkeiten. Bei unserem Besuch befand es sich jedoch gerade im Umbau, so dass wir es nicht testen konnten.

An den Felsen neben dem Strand wurde um 1890 eine Verladestation für Bananen erbaut. In dieser burgartigen Befestigung wurden im Untergeschoss die für den Export bestimmten Bananen sortiert, gewaschen und verpackt. Diese Verladestation ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Im Gebäude, dem Castillo del Mar, war einige Jahre ein Kulturzentrum untergebracht. Leider wurde es jedoch bis heute nicht an das Stromnetz angeschlossen und musste deshalb im Jahre 2008 wieder geschlossen werden. Ob irgendwann eine Wiedereröffnung erfolgt war bei unserem Besuch völlig unklar. So dauerte unser Abstecher zu diesem eigentlich sehr schönen Plätzchen nur kurz.

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Ebenfalls enttäuscht wurden wir vom Botanischen Garten, in dem eingeführte Pflanzen aus aller Welt gezeigt werden sollen. Wir hatten ihn schlichtweg nicht gefunden, denn eine Ausschilderung gab es nicht. Laut Reiseführer soll er noch nicht offiziell eröffnet und inzwischen schon wieder ziemlich verwildert sein. Auch hier ist die Inbetriebnahme wegen Geldmangels fraglich. Einen kleinen Abstecher kann man aber noch zum etwa 2,5 Kilometer entfernten Stausee Encantadora unternehmen. Das ist ein nettes Plätzchen, man verpasst jedoch nicht viel, wenn man aus Zeitmangel darauf verzichtet.

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Das imposante Wahrzeichen Vallehermosos ist aber der Roque Cano, der über dem Ort thront. Dieser Felsmonolith erreicht die stattliche Höhe von 650 Metern und überragt Vallehermoso um rund 400 Meter. Der Roque Cano ist ein ehemaliger Vulkanschlot, der im Lauf der Jahrtausende durch die Erosion freigelegt wurde. Übrig blieb die verhärtete Lava, die vor mehr als 4 Millionen Jahren aus dem Vulkan floss.

Übersetzt man den Namen ins Deutsche, erhält man den Begriff „Der weißhaarige Fels“. Das bezieht sich auf die Passat-Wolken, die den Felsen vor allem in den Morgenstunden sehr oft einrahmen und ihm mit etwas Fantasie durchaus das Aussehen eines Kopfes mit weißem Haar geben können. Wegen der seltenen Felsvegetation mit endemischen Pflanzen, von denen mehrere vom Aussterben bedroht sind, erhielt er vor einigen Jahren den Status eines Naturschutzgebietes. Auch Turmfalken, Waldohreulen und andere Vogelarten sind hier zu finden.

Hermigua, die „Hauptstadt der Bananen“

Der Begriff Stadt ist für Hermigua allerdings sicher ziemlich hoch gegriffen,denn die Einwohnerzahl bewegt sich gerade einmal bei etwas über 2000. Trotzdem ist die Bezeichnung „Hauptstadt der Bananen“ nicht abwegig, denn fast das gesamte Tal, in dem der Ort liegt, ist mit terrassenförmigen Bananenplantagen bestückt. Wir fanden dieses Tal mit dem Blick auf das Straßendorf Hermigua sehr reizvoll. Wer den Ort von einem Ende zum anderen durchqueren möchte braucht aber Zeit. Hermigua zieht sich über rund 5 Kilometer hin. Bedeutende Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht, ein Halt bietet sich jedoch immer an.

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Ähnliches trifft für die Kirche zu, die Iglesia de Santo Domingo de Guzmán beherbergt keine großen Kunstschätze. Der Blick in das Innere ist aber durchaus lohnenswert. Schon um 1511 stand an dieser Stelle eine Kapelle, die vergrößert und mit einem Klostergebäude ergänzt wurde. Das Kloster der Dominikaner wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aufgelöst, übrig blieb die Kirche. Die zweite Kirche des Ortes, die Iglesia N. S. de la Encarnatión ist etwas jünger, sie wurde um 1650 erbaut. In dieser Kirche ist die Marienfigur sehenswert.

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Das wichtigste Highlight Hermiguas ist jedoch das „Gofio-Museum“, das Museo Molino de Gofio. Das Museum ist allerdings in den Gebäuden sehr gut versteckt und auch nicht besonders attraktiv. Wichtigstes Relikt ist eine voll funktionsfähige Gofiomühle, von der wir jedoch etwas enttäuscht waren. Trotzdem wimmelt es hier meist von Besuchern, denn so gut wie jeder Bus der Rundfahrten hält an dieser Stelle. Besonders durch die Tagesausflügler von der Nachbarinsel Teneriffa können sich die Betreiber über mangelndes Interesse nicht beklagen. Das gilt aber vorrangig dem Shop mit Souvenirs und Kunsthandwerk. Angeschlossen ist ein kleines Café, in dem es sich gut sitzt. Uns interessierte vor allem der große Garten, der an die Gebäude angrenzt. In ihm kann man zahlreiche Pflanzen der Gegend bewundern, z.B. Bananenstauden, Papayas, Mangobäume und Avocados. Gut fanden wir, das alles aussagekräftig beschildert war.

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