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Auf den Spuren der Hethiter

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Unsere Tour führte von Ankara nach Kappadokien, doch zwischendurch gab es noch überaus spannende Zwischenstopps im ehemaligen Hethiterreich, das vor mehreren Jahrtausenden diesen Landstrich dominierte. Zwar freuten sich alle Mitreisenden auf die fantastischen Landschaften Kappadokiens mit den vielfältigen Kulturschätzen, aber es wäre ein Frevel gewesen, diese Stopps nicht einzulegen.

Von den ehemals gewaltigen Bauwerken der Hethiter sind nach den Jahrtausenden nur Ruinen geblieben, doch diese sind noch heute so gewaltig, dass man vor den damaligen Baumeistern nur den Hut ziehen kann. Besonders die ehemalige Hauptstadt Hattuscha zeigte uns die riesigen Dimensionen der Stadt mit ihren beachtlichen und kunstvollen Bauten. Weniger gewaltig aber nicht weniger beeindruckend war das Felsheiligtum von Yazilikaya.

Hattuscha, die Hauptstadt der Hethiter

Von der einst gewaltigen Hauptstadt der Hethiter sind heute nur noch Ruinen übrig, doch auch die zeigen anschaulich, welche Leistungen die damaligen Menschen vollbrachten. Sie erinnerten uns an ähnliche Ruinenstätten in Griechenland und Italien. Die Stadt, in der zur Zeit ihrer Blüte wahrscheinlich mehrere zehntausend Menschen lebten, hatte für damalige Verhältnisse enorme Ausmaße mit steinernen Gebäuden, gepflasterten Straßen und Wällen. In der Ost-West-Achse maß die Stadt 1100 Meter, in der Nord-Süd-Achse gar 2000 Meter, insgesamt ergab das ein Areal von etwa 170 Hektar.

Kappadokien Kappadokien

Schon vor den Hethitern existierte an diesem Platz eine bedeutende Siedlung. Die wurde mehrmals zerstört, aber immer wieder neu gegründet. Um 1500 v. Chr. war sie schon Sitz der hethitischen Könige, wurde mit einer Mauer umgeben, aber trotzdem wieder zerstört. Nach dem Neuaufbau diente Hattuscha seit 1370 v. Chr. erneut als Hauptstadt des Großreiches. Um 1200 v. Chr. drangen fremde Völker ins Land ein und vernichteten Hattuscha. Damit war die große Phase der Stadt beendet. Zwar gab es hier auch später Siedlungen, doch die alte Pracht der hethitischen Hauptstadt erreichten sie nicht mehr.

Kappadokien Kappadokien

Bei unserem Besuch imponierten uns die Reste der Häuser und Straßen, an denen wir gut erkennen konnten, welche Ausmaße die Stadt einst hatte. Noch imposanter sind jedoch die erhaltenen Tore sowie Teile der Wallanlage. Das Nordtor, bei dem man die Anlage betritt, ist allerdings nur noch in wenigen Resten erkennbar. Ebenfalls Ruine ist der Komplex des Großen Tempels, der von einer breiten Straße durchschnitten wird. Die Anlage misst etwa 200 x 130 Meter, der eigentliche Tempelbau 42 x 65 Meter – damals ein architektonisches Meisterwerk. Daran schließt sich das ehemalige Wohnviertel der Unterstadt an.

Von der Unterstadt getrennt war die Oberstadt mit dem Burgberg. Gewaltige Mauern und Tore schützten diesen Sitz der Herrscher. Immer mehr Befestigungswerke entstanden, so die Wallanlagen des Yerkapi. Dieser bis zu 35 Meter hohe Wall war zum Teil mit Steinpflaster versehen. Hier führten auch steile Treppen auf den Burgberg, die uns etwas außer Puste brachten. Außerdem gab es einen Tunnel, der sich mit einer Tür verschließen ließ.

Kappadokien Kappadokien

Insgesamt fünf Tore gab es in diesen Mauern, die zum Teil noch heute existieren. Das Löwentor erschien uns als eines der schönsten. Die Toröffnung, flankiert durch riesige Steinmonolithe von 3,50 Meter Höhe und zwei Türme, ist mit großen kunstvoll gearbeiteten Löwenstatuen geschmückt. Zur damaligen Zeit wurde das Tor mit zwei jeweils nach innen zu öffnenden Doppeltüren verschlossen.

Das Königstor zeigt allerdings gar keinen König, dieser Name kam durch einen Irrtum zustande. Die Archäologen sahen früher in der Statue am Tor einen Herrscher, doch inzwischen hat sich herausgestellt, dass es sich dabei um eine Gottheit handelt. Sie zeigt eine Männerfigur mit der Tracht hethitischer Krieger, doch der spitze Helm mit einem Stierhorn ist eindeutig das Symbol eines Gottes. Vor Ort ist die Kopie zu sehen, das Original befindet sich im Hethitermuseum in Ankara.

Kappadokien Kappadokien

Das Sphinxtor erinnerte uns an ähnliche Darstellungen in Ägypten und das ist sicher plausibel. Die Abbildungen der Sphinxe am Tor wurden wahrscheinlich aus Ägypten übernommen. Dabei handelt es sich um Mischwesen mit einem Löwenkörper und einem Menschenkopf. Vermutet wird, dass es weibliche Darstellungen sein sollen. Insgesamt sind es vier Figuren an den Blöcken der Türlaibungen. Das Tor selbst befindet sich auf dem Wall von Yerkapi in der Mitte der Stadtmauer. Das obere und das untere Westtor sind gegen die anderen Tore weniger imposant, sie sind völlig ohne Statuen und Reliefs.

Das Felsheiligtum von Yazilikaya

Der Name des Heiligtums Yazilikaya beschreibt schon in etwa, was hier vorzufinden ist. Übersetzt heißt es „beschriebener Fels“ - und das trifft die Sache ziemlich gut. Zwar sind es keine Texte, die sich in Yazilikaya an den Felsen befinden, aber eine ganze Reihe von Gravuren und Reliefs. Das Heiligtum in den Felsformationen liegt etwa 2 Kilometer von der ehemaligen hethitischen Hauptstadt Hattuscha entfernt. Zu dieser Zeit verlief hier ein Prozessionsweg, der Hattuscha mit Yazilikaya verband und vom Großen Tempel der Hauptstadt zur Kultstätte führte. Welche Zeremonien und Kulthandlungen hier durchgeführt wurden ist nicht geklärt. Es wird aber vermutet, dass hier vor ca. 3000 Jahren Versammlungen einer Kultgemeinde stattfanden. Das Heiligtum soll auch der Ort sein, an dem das Frühlingsfest gefeiert wurde.

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Unser Reiseleiter hatte Wert darauf gelegt, dass wir am späten Vormittag vor Ort waren. Das ist die beste Zeit für die Besichtigung der in den Felsen gehauenen Kunstwerke, dann scheint die Sonne in die Felsschlucht und hebt die Figuren gut vom Untergrund ab. In dieser Zeit entstehen die wirkungsvollsten Fotos. Natürlich hängt das auch vom Wetter allgemein ab, doch was das betrifft, hatten wir Glück. Der Zustand der Reliefs und Gravuren ist unterschiedlich, neben sehr gut erhaltenen gibt es auch welche, die sich kaum noch von der Umgebung abheben.

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Durch schmale Felsgänge gelangten wir ins Heiligtum, das aus mehreren Felskammern besteht, die nach oben offen sind. Wir hatten Kopien der Felsbilder mit den hervorgehobenen Umrissen und den entsprechenden Beschreibungen bekommen, was sich als sehr nützlich erwies. Die Reliefs und Gravuren zeigen verschiedenen Abbilder von hethitischen Königen sowie Göttern. So gibt es ein Relief mit dem Bild des Gottes Scharumma und König Tuthalija IV. Weitere Bilder zeigen die Begegnung der Götter, den Zug der weiblichen Gottheiten, das 3 Meter hohe Relief des Großkönigs Tuthalija IV sowie das große Relief einer Figurengruppe um den Wettergott von Hatti. Das war sicher das Hauptrelief, doch heute ist es leider nicht mehr gut erhalten. Uns imponierte besonders das ausgezeichnet erhaltene Relief des Zuges der zwölf Götter.

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