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Ihlara-Tal und Soganli-Tal in Kappadokien

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Das Ihlara-Tal weicht von den üblichen Tälern Kappadokiens ab, es zeigt nicht die ansonsten überall vorzufindenden Tuffstein-Formationen und Feen-Kamine. Das macht es aber nicht weniger reizvoll, unsere Wanderung durch das Tal war eines der vielen wunderbaren Erlebnisse In Kappadokien. Da ist das Soganli-Tal schon bedeutend typischer. Hier sind die charakteristischen Felsen in der Landschaft anzutreffen. Für beide Täler augenfällig sind aber die zahlreichen Höhlenkirchen.

In Kappadokien wurden die Höhlen oft zum Wohnen genutzt, doch nicht überall über der Erde. Es gab auch einige unterirdische Städte, die teilweise bis zu 50 Meter in die Tiefe gingen. Eine der berühmtesten ist Kaymakli, das sich dadurch zu einem der touristischen Höhepunkte der Region mauserte. Weniger bekannt, aber auch überaus sehenswert ist das Kloster Eski Gümüs.

Tour durch das Ihlara-Tal

Unsere Tour zur Erkundung des Ihlara-Tals führte uns zum gleichnamigen Ort, wo sich rund 1 Kilometer nördlich ein großer Parkplatz mit einem offiziellen Zugang ins Tal befindet. Möchte man das Tal in seiner ganzen Länge durchwandern, muss man eine Strecke von 14 Kilometern bewältigen. Das ist durchaus an einem Tag zu schaffen, doch diese Zeit hatten wir nicht. So wanderten wir etwa 5 Kilometer durch die Schlucht, mit einigen kurzen Abstechern zu mehreren Höhlenkirchen. Die sind, neben der traumhaften Landschaft, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Tal. Mehr als ein Dutzend sind hier zu finden, in die steilen Tuffstein-Hänge geschlagen. Dazu gibt es in den Felsen noch Stallungen und Vorratsräume, die zum Teil noch heute genutzt werden.

Kappadokien Kappadokien Kappadokien

Der Fluss, der heute auf der Talsohle fließt, hat in den Jahrtausenden nach den Vulkanausbrüchen die Schlucht gegraben, die an manchen Stellen bis zu 150 Meter tief ist. Durch sein Wasser ist das Tal grün und vorrangig mit Pappeln bewachsen, während die Felshänge und das Hochplateau baumlos sind. Vom Parkplatz aus hieß es für uns, eine Treppe mit 383 Stufen hinunter ins Tal zu steigen. Schon am oberen Ende der Treppe konnten wir erkennen, dass uns eine zauberhafte Landschaft erwartete.

Der Weg durch das Ihlara-Tal ist ideal für fast jedes Wetter. An heißen Tagen ist es hier oft schattig und relativ kühl, an stürmischen Tagen wird der Wind abgeschwächt und auch der Regen wird durch die Bäume gebremst. Zur Not kann man sich zudem in einer der vielen Höhlenkirchen unterstellen. Gleich in der Nähe des Einstiegs liegt die Kirche unter dem Baum, die Agaçalti Kilise. Der Name geht auf den früheren Zugang zurück, um die Kirche zu erreichen, musste man einen Baum hinunter klettern.

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Die Kirche wurde im 11. Jahrhundert in den Felsen gehauen, insgesamt auf drei Stockwerken. Aufgrund von Einstürzen und Auffüllungen konnten wir jedoch nur ein Stockwerk besichtigen. Die Fresken zeigen u.a. Christus, die vier Erzengel sowie Propheten aus dem Geschlecht Davids. Außerdem gibt es Darstellungen der Geburt von Christus, seiner Taufe und des Todes von Maria. Diese Fresken gelten nicht als außergewöhnliche Kunstwerke, sie sind aber sehr gut erhalten.

Schlangenkirchen gibt es einige in Kappadokien, so auch im Ihlara-Tal. Diese Schlangenkirche, die Yilanli Kilise, gilt als die eindrucksvollste aus dem Dutzend Kirchen des Tals. An der Westwand ist ein Bild vom Weltgericht zu sehen, auf dem auch Schlangen und Drachen zu erkennen sind. So erhielt die Kirche ihren Namen. Sie unterscheidet sich sowohl wegen ihres Grundrisses als auch wegen der Zeichnungen, die ganz im Zeichen des Jüngsten Gerichts stehen, von den anderen Kirchen. Leider sind die Fresken aber in einem bedeutend schlechteren Zustand als die der Kirche unter dem Baum.

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Die Duftende Kirche, die Kokar Kilise, ist vor allem durch ihre besonders farbenfrohen Fresken bekannt. Ganz ohne Fresken ist dagegen die Dunkle Burgkirche, die Karanlik Kale Kilise, die tief in den Felsen führt. Eine der ältesten Kirchen des Tals, die Kirche im steilen Fels, ist leider weitgehend zerstört, eine Felswand war hier abgebrochen. Die Hyazinthen-Kirche, die Sümbüllü Kilise, war in früherer Zeit ein Kloster.

Die Kirchen im Soganli-Tal

Es wunderte uns nicht, dass auch im Soganli-Tal die interessante Tuffstein-Landschaft zu finden ist und auch hier eine ganze Reihe von Felsenkirchen existieren. Der Name des Tals bezieht sich auf einen arabischen Heerführer, der im 8. Jahrhundert am Schluss seiner Feldzüge gegen die Byzantiner in dieses Tal kam und es Sonakaldi nannte. Das bedeutet in etwa : „Bis zum Schluss geblieben“. Im Laufe der Zeit wurde daraus Soganli.

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Göreme war das wohl wichtigste Zentrum der Mönche in Kappadokien, aber einen nicht viel weniger wichtigen Platz nahm das Soganli-Tal ein. Auch hier entstanden zwischen dem 9. und dem 13. Jahrhundert Felsenkirchen und Kapellen mit zum Teil künstlerisch wertvollen Fresken. Entdeckt wurden bisher an die 150 Kirchen, doch davon existieren nur noch relativ wenige. Die meisten wurden verschüttet, durch Vulkanismus oder die Bevölkerung zerstört. Einige wurden auch als Taubenschläge genutzt.

Die erste Höhlenkirche, die wir hier besichtigten, war die Kirche mit dem schwarzen Kopf, die Karabas Kilise. Man sollte möglichst eine Taschenlampe dabei haben, damit man in der dunklen Kirche in den Genuss der Fresken kommt. Die wurden von einem byzantinischen Heerführer gestiftet, der im 11. Jahrhundert unter Kaiser Konstantin X. diente. Die Stiftung war vielleicht nicht ganz uneigennützig, denn der Stifter ließ sich sowie seine Familie in einem Fresko abbilden. Leider sind die Fresken in einem nicht sehr guten Zustand, z.B. sind viele der Gesichter ausgekratzt.

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Auch im Soganli-Tal gibt es – wie an einigen anderen Orten Kappadokiens ebenfalls – eine Schlangenkirche. In dieser kann man aber leider nicht mehr viel von den früher sicher sehr imposanten Fresken erkennen, die sind zum großen Teil zerstört oder in einem ziemlich erbärmlichen Zustand. Mit etwas Mühe erkannten wir Bilder vom Abendmahl, dem jüngsten Gericht und der Auferstehung des heiligen Georg.

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Die Kuppelkirche, die Kubelli Kilise, besteht genau genommen aus drei Kirchenbauten, die doch von den üblichen Felsenkirchen Kappadokiens abweichen. Eine Bemalung mit Fresken ist hier kaum zu finden, die Wände zeigen sich im originalen Stein. Im 10. Jahrhundert gestaltete man drei Felskegel zu Kuppelkirchen mit Langhaus und Dach. In der Gestaltung der Kirchen sollen armenische Einflüsse sichtbar sein. Die Armenier spielten in byzantinischer Zeit eine große Rolle in der Architektur Kappadokiens. Besichtigt werden kann jedoch nur noch ein kleiner Teil der Bauwerke. Neben den Kirchen gab es noch Kapellen und Wohnräume, die bis zu sieben Stockwerke erreichten.

Die unterirdische Stadt von Kaymakli

Eine der speziellen Besonderheiten Kappadokiens sind die unterirdischen Städte und Anlagen, die in die Felsen gehauen wurden und von denen es etwa 155 gibt. Das sind dann auch kleinere, doch die unterirdischen Städte von Kaymakli und Derinkuyu haben erstaunliche Ausmaße und reichen über viele Stockwerke in die Tiefe. Genau weiß man nicht, wann diese entstanden und welchem Zweck sie dienten. Man vermutet aber, dass es sie schon zu Zeiten der Phrygier gab um die Bevölkerung vor Angriffen der Assyrer zu schützen. Die unterirdische Stadt von Derinkuyu hat acht unterirdische Etagen, die durch Tunnel und Schächte miteinander verbunden sind. Ein acht Kilometer langer Tunnel reichte bis zum Nachbarort, doch er ist heute verschüttet.

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Wir besuchten die unterirdische Stadt von Kaymakli, deren oberste vier Stockwerke besichtigt werden können. Es ist schon ein sehr erhebendes Gefühl, sich durch die Jahrtausende alten Gänge unter der Erde zu bewegen. Erstaunlicherweise fanden wir die Luft dort unten richtig frisch und gut. Die Erbauer hatten ein ausgezeichnetes bis zu 80 Meter tiefes System der Luftzirkulation mit Luftschächten eingerichtet, die die gesamte Anlage mit genügend Sauerstoff versorgte. Außerdem gab es Vorratsräume und Wasserreservoirs, so dass die Menschen über längere Zeit unter der Erde bleiben konnten.

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Verlaufen konnten wir uns auch nicht, denn die Wege sind mit Pfeilen markiert. Allerdings sind einige abzweigende Wege und Höhlen nicht beleuchtet, eine Taschenlampe ist deshalb praktisch. Platzangst darf man hier unten aber nicht haben und einigermaßen gut zu Fuß sollte man auch sein. Es gibt zwar richtig große Räume, doch auch schmale Gänge, an manchen Stellen kann man sich nur im Entengang vorwärts bewegen. Das hatte durchaus Sinn, denn die Anlagen ließen sich dadurch gut verteidigen. Zusätzlich wurden dann noch große Verschlusssteine vor die Eingänge gerollt. Genaues weiß man auch nicht über die Anzahl der Menschen, die hier unten lebten. Die Schätzungen reichen von 3000 bis zu 50.000. Die letztere Zahl erscheint uns allerdings extrem hoch.

Das Kloster von Eski Gümüs

Das Kloster von Eski Gümüs zählt zu den am besten erhaltenen Felsenklostern in Kappadokien. Eski Gümüs bedeutet soviel wie „Altes Silber“, worauf sich diese Bezeichnung aber bezieht konnten wir nicht herausfinden. Die Anlage wurde im 20.Jahrhundert restauriert, befindet sich also in einem guten Zustand. Da die Fresken des Klosters und der Kirche im 11. Jahrhundert entstanden, kann man sicher davon ausgehen, dass auch die übrige Anlage aus dieser Zeit stammt.

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Um einen zentralen Innenhof befinden sich die Räume in den Felsen – Höhlenwohnungen, Vorratsräume sowie die Kirche. Alles erstreckt sich über zwei Stockwerke, die Zugänge konnten wie in den unterirdischen Städten mit Verschlussteinen gesichert werden. Ein geheimer Tunnel führte aus dem Kloster hinaus. Die Hauptkirche des Klosters gilt als eine der schönsten Kappadokiens. Die vier mächtigen Säulen, die eine Scheinkuppel tragen, sind mit geometrischen Mustern und Blumenmotiven bedeckt. In verschiedenen Nischen sind Fresken zu sehen, die u.a. Maria mit dem Kind, die Erzengel sowie Tierdarstellungen zeigen. Auch in diesem Kloster gibt es unterirdische Räume, in die man hinabsteigen kann. Zu korpulent sollte man dafür aber nicht sein, außerdem etwas beweglich.

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