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Eine Rundfahrt im Norden der Insel Fuerteventura

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Um den nördlichen Teil der Insel Fuerteventura zu erkundigen starten wir eine kleine Rundreise vom Badeort Corralejo aus, fahren hinüber zur Westküste der Insel, dann quer durch die Inselmitte in Richtung Inselhauptstadt Puerto del Rosario, um schließlich als Highlight des Tages das unter Naturschutz stehende einmalige Dünengebiet El Jable kurz vor Corralejo zu genießen.

Tour im Inselnorden

Zu dieser Tour sei vorweggesagt, dass der Inselnorden, was die Landschaften und Ortschaften betrifft, bei weitem nicht mit der Inselmitte oder dem Inselsüden mithalten kann. Einziges richtiges Highlight im Inselnorden ist die besagte Dünenlandschaft südlich von Corralejo, die jedoch so einzigartig und spektakulär ist, dass man an den traumhaften Dünensandstränden einen ganzen Tag oder gar einen ganzen Urlaub verbringen kann; Nicht umsonst gibt es direkt am nördlichen Ende von El Jable einige riesige Hotelbauten und Appartmentanlagen.

Corralejo

Wir beginnen unsere Tour im zweitgrößten Touristenort der Insel Corralejo; Wer in einem anderen Ort der Insel Urlaub macht lässt diesen Teil der Tour am Besten weg, denn Corralejo ist keine Reise wert. In den 50er und 60er Jahren war Corralejo noch ein winziges Fischerdorf, erst in den 70er und 80er Jahren setzte ein Bauboom ein, so dass Corralejo zu einem rießigen Ferienzentrum, dem zweitgrößten der Insel, wurde. Es handelt sich um einen typischen Touriort, wo man keine einheimischen Bewohner mehr trifft außer denjenigen, die in einem Hotel, einem Restaurant oder einem Touristenladen Arbeit gefunden haben.

Corralejo hat aus zwei Gründen diesen sensationellen Aufstieg zur Touristenhochburg gemacht: Da sind zum einen die ewig langen Sandstrände im Dünengebiet El Jable, und zum anderen bietet die Meeresenge El Río zwischen der Insel Los Lobos und Fuerteventura ein ideales Revier für Wassersportler und Taucher.

Auf der Hauptstraße von Corralejo reihen sich Restaurants, Bars und Touristenläden eng aneinander wie an einer dicht bestückten Perlenkette. Tagsüber herrscht Verkehrsstau und man riecht die Abgase. Da ist es angenehmer am grossen Strand Playa de Corralejo, wo man an einer Art Uferpromenade etwas Ruhe findet. Auf Orte wie Corralejo steht man entweder voll oder man meidet sie gar; einen Extra-Ausflug dahin empfehle ich nicht, schon gar nicht wenn man in einer anderen Touristenhochburg der Insel wohnt.

Lajares

Restaurierte Gofio-Windmühle in Lajares

Von Corralejo aus fahren wir zunächst ein Stück südwärts Richtung La Oliva um dann auf halber Strecke nach Westen abzubiegen. Wir fahren durch weites ödes Land bis wir schließlich in dem kleinen Dorf Lajares ankommen. Schon von weitem erblicken wir eine schöne Windmühle, zu der wir einfach mal hinfahren. Es handelt sich um eine typische Windmühle, von denen es zahlreiche auf der Insel gibt. Hier wurde einst das Korn zu Mehl gemahlen um daraus Gofio herzustellen. Wir entdecken noch eine zweite Windmühle und schauen die restaurierten Mühlen gerne aus der Nähe an.

Der Hauptgrund, weshalb wir in Lajares stoppen, ist jedoch die berühmte Kunsthandwerksschule Escuela de Artesanía Canaria. Diese Ausbildungsstätte für Kunststickerei ist Teil eines großen Souvenirladens, wo man für nicht ganz wenig Geld authentische Mitbringsel von der Insel erwerben kann. Erwerblich sind jedoch nicht nur Stickereien sondern auch andere auf der Insel hergestellte Produkte wie zum Beispiel Keramikwaren, Korbwaren oder einheimische Trachten.

Cotillo

Während wir Lajares auf unserer Fahrt mal schnell mitgenommen haben, machen wir einen ausgedehnten Stopp in Cotillo an der Nordwestküste der Insel. Cotillo ist ein kleines Fischerdorf, wo nach und nach einige Appartmentanlagen gebaut werden, so dass auch hier allmählich der Tourismus einzieht, aber längst nicht in dem Maße wie in den anderen Touristenhochburgen der Insel. Cotillo ist weder ein schöner noch ein idyllischer Ort, aber es gibt einiges zu sehen und wir finden einen wunderschönen Strand vor.

Die historische Bedeutung des Ortes ist im Kalkexport begründet. Noch heute können wir am Ortsrand einige Kalköfen besichtigen. Kalk war das einzige Wirtschaftsgut des Ortes und wurde mit Schiffen exportiert. Wer die enge Hafenbucht erblickt, erkennt sofort, dass der Ort einen natürlichen Schutz vor Piratenüberfällen hatte: In diese schmale Bucht mit seinem vorgelagerten Riff konnten nur Einheimische den Weg finden; Piraten hatten da keine Change. Dennoch wurde am Ortsrand mit dem Castillo de Tostón eine kleine Schutzburg errichtet, um Piratenangriffe abwehren zu können; Auch diese alte Bastion besichtigen wir gerne.

So richtig Freude macht uns der traumhafte goldgelbe Sandstrand Playa del Castillo, der zum Baden und Strandspazierengehen richtig einlädt. Dieses Highlight heben wir uns jedoch noch für eine Stunde auf, denn wir machen zunächst eine Pistenfahrt zum Nordwestzipfel der Insel, dem Punta de Tostón, wo wir den Leuchtturm und die Sicht nach Lanzarote genießen. Mit einem Jeep könnten wir die Nordküste entlang zurück nach Corralejo fahren, aber wir fahren zurück nach Cotillo, wo wir uns jetzt einen kurzen Strandaufenthalt gönnen, um danach fit für die Weiterfahrt zu sein.

Tindaya - der heilige Berg der Guanchen

Der 397 m hohe Berg Tindaya

Von Cotillo aus fahren wir weiter nach Oliva, wo wir einen Blick in die große Pfarrkirche werfen, sofern sie geöffnet ist. Aber unser nächstes Ziel ist der 397 m hohe Montaņa de Tindaya, der heilige Berg der Guanchen, der auch dem sich am Fuße des Berges befindlichen Ort seinen Namen gab. Wir betrachten den majestätischen Vulkanhügel nur aus der Ferne, aber diesen Berg kann man auch besteigen!

Zum Besteigen des Berges braucht man zum einen eine Erlaubnis und zum anderen einen Führer. Mit Sandalen oder Badeschlappen braucht man den Aufstieg gar nicht erst anzupacken; dieser Berg ist etwas für Könner, die schwindelfrei und trittsicher sind. Auf dem Weg zum Gipfel sieht man einige Felszeichnungen der Guanchen und man findet auch Reste von alten Grabstätten. Vom Gipfel aus genießt man natürlich einen faszinierenden Rundblick über den gesamten Inselnorden hinweg.

Der Aussichtsgipfel Temejereque

Von Tindaya aus fahren wir in Richtung Hauptstadt Puerto del Rosario. Kurz bevor wir den Ort Tetir erreichen weist ein kleines Schild zum Aussichtsgipfel Temejereque hin. Auf diesem 511 m hohen Berg befindet sich eine Funkantennenstation, zu der wir bequem mit dem Auto hinauffahren können. Diesen kurzen Abstecher nehmen wir gerne mit, denn von diesem runden Gipfel aus haben wir einen grandiosen Panoramablick über den gesamten Inselnorden und über weite Teile der Inselmitte.

Salinas del Carmen

Wir fahren weiter in Richtung Hauptstadt Puerto del Rosario, umrunden diese jedoch auf der gut ausgebauten Umgehungsstraße um weiter an der Ostküste entlang in Richtung Süden zu fahren. Die Inselhauptstadt ist zwar für deutsche Verhältnisse eine Kleinstadt mit einem großen Hafen, aber um eine richtige Stadtbesichtigung haben wir während unseres Fuerteventura-Urlaubes gerne einen Bogen gemacht.

Die Salzgewinnungsanlagen Salinas del Carmen

So fahren wir durch tristes Land weiter südwärts bis wir schließlich an den Salinas del Carmen ankommen. Hier kann man sehen, wie aus Meerwasser Salz gewonnen wird. Freilich ist diese Anlage nur noch zu Museumszwecken in Betrieb, aber es ist interessant zu sehen, wie Meerwasser von Becken zu Becken umgeleitet wird, wie das Wasser allmählich verdunstet und in den hintersten Becken das weiße Salz ausgeschaufelt werden kann. Angenhm ist, dass die gemauerten Steineinfassungen der einzelnen Becken begehbar sind, so dass man alles aus nächster Nähe betrachten kann. Wir sind viele Kilometer nach Süden gefahren, um die Salinas del Carmen anzuschauen, aber diese kleine Attraktion wollten wir noch mitnehmen, ehe jetzt endlich die Hauptattraktion unserer Tagestour kommt.

Parque Natural de las Dunas de Corralejo

Vom Süden her kommend umrunden wir die Hauptstadt Puerto del Rosario um anschließend an der Küste entlang bis nach Corralejo zurückzufahren. Und wir freuen uns tierisch auf die letzten 10 km, wo sich die Traumwelt El Jable links und rechts der Fahrbahn erstreckt. Ich habe unsere Tour bewusst so gewählt, dass wir diesen Nationalpark von Süden her entdecken, denn so fährt man immer tiefer in die langsam sich aufbauende Dünenlandschaft hinein und gelangt kurz vor Corralejo zum Höhepunkt. Das ist viel interessanter als wenn man direkt von Corralejo nach El Jable fährt.

Fahrt durch die Sanddünen von Corralejo

Es ist faszinierend, wie die dunkle Asphaltstraße sich plötzlich inmitten einer weißsandigen Dünenlandschaft befindet. Am Anfang sieht man noch direkt zum Meer hinunter; es gibt immer wieder Haltemöglichkeiten, wo man auch direkt an den Strand gehen kann. Das Einmalige an dieser Dünenlandschaft ist, dass sie direkt in einen großen Strand übergeht; man kann also einfach über die Sanddünen hinweg bis ans Meer laufen, um dort sein Handtuch auszubreiten.

Kurz vor Corralejo ist die weiße Dünenwelt dann so breit, dass man das Meer nur noch in der Ferne sieht. Es gibt genügend Parkmöglichkeiten; man stellt sein Auto einfach am Straßenrand ab und wandert in Richtung Meer; Es kann dann gut 10 Minuten dauern, bis man den eigentlichen Strand erreicht. Aber so eine Dünenwanderung gehört zu einem Urlaub auf Fuerteventura, und hier bekommt man einmal das Gefühl, sich in einer Wüste zu befinden, wo es nichts als Sand und einige trockene Pflanzen gibt. Die Strände sind natürlich genauso traumhaft wie lang sie sind. Die zahlreichen Badegäste verstreuen sich an den weitläufigen Stränden. Vorsicht nur beim Zurückgehen, dass man sein Auto wieder findet, denn die eigenen Spuren sind durch den Wind längst verweht.

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