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Eine Rundfahrt durch die Inselmitte

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Um den mittleren Teil der Insel zu erkundigen starten wir im Badeort Costa Calma, fahren die Westküste hinauf um in der Inselmitte wieder zurückzufahren. Es ist eine lange Tour, für die man einen ganzen Tag braucht, da wir immer wieder anhalten um auf Besichtigung zu gehen oder um die teilweise atemberaubenden Ausblicke zu genießen.

Unsere Tour in der Inselmitte

Die Tour durch die Inselmitte ist äußerst abwechslungsreich; Wir fahren durch hügelige Landschaft mit vielen Tälern und Schluchten. Wir gehen am Strand der Toten eine Runde baden, wandern in eine Höhle, besuchen eine Palmen-Oase, füttern Streifenhörnchen, besuchen ein Windmühlen-Museum und fahren auch mal wieder Schotterpiste bis zum Fuße bzw. bis auf halbe Höhe eines Vulkankegels. Wir genießen faszinierende Ausblicke auf verschiedene Teile der Insel von zahlreichen Aussichtspunkten, die teilweise auf der Strecke liegen bzw. zu denen wir extra hinauffahren. Wir besuchen außerdem einen Kaktusgarten und vielleicht sogar noch einen kleinen Zoo. Mehr Abwechslung kann ein einzelner Tag kaum bieten.

Wer diese Tour mit all ihren Höhepunkten vollstens genießen möchte sollte sich früh auf die Socken machen, damit man nicht in Zeitdruck kommt, oder gleich die Tour auf zwei Tage aufteilen, wer nicht so früh aus den Federn kommt.

Costa Calma

Unsere Tour beginnt im Badeort Costa Calma. Wer die Tour vom südlichen Badeort Jandía aus beginnt fährt irgendwann durch Costa Calma hindurch und mag hier vielleicht eine kurze Rast machen. Es ist wunderschön, wenn man in den Ort hinein fährt; man fährt auf einer dicht mit Palmen eingefassten Allee, und man merkt es kaum, da ist man schon wieder draußen aus dem Ort. Was war das jetzt, ist man auf einer Umgehung gefahren, hat man den Ort verpasst?

Die Hauptstraße von Costa Palma

Costa Calma ist ein typischer Badeort, der eigentlich keinen Ortskern oder keine Hauptstraße, wie wir sie kennen, hat. Die Hauptstraße ist zwar prächtig mit Palmen angelegt und man entdeckt auf der zum Meer zugewandten Seite auch die eine oder andere Hoteleinfahrt und einige Shopping-Center, aber das wars auch schon. Es gibt also keine Uferpromenade, wo man sich einen gemütlichen Kaffee gönnt, und es gibt auch kein Ortszentrum, wo man ein bisschen spazieren läuft. Man fährt am Besten einfach nur durch, schaut ein bisschen nach links und nach rechts, und ahnt vielleicht, dass sich in den zahlreichen Hotel- und Appartmentanlagen Tausende von Urlaubern befinden, die vom Rest der Insel nichts mit bekommen.

La Pared

Wenn wir von Costa Calma aus nicht die Hauptstraße weiter in Richtung Hauptstadt fahren sondern linker Hand in Richtung Berge abdrehen, gelangen wir nach kurzer Zeit auf einer gut ausgebauten Straße in den kleinen Ort La Pared. Wir befinden uns jetzt an der schmalsten Stelle der Insel. Es gibt Gerüchte bzw. Geschichtsthorien, die einige Mauerreste als Trennung zwischen zwei Inselreichen, im Süden Jandía und im Norden Maxorata, deuten; Aber bewiesen sind solche Theorien nicht.

Die sauber herausgeputzte Prachtstraße von La Pared Der Strand bei La Pared

Warum stoppen wir in La Pared? Vielleicht halten wir gar nicht an sondern fahren einmal in den Ort hinein, die herausgeputzte Prachtstraße entlang und auf direktem Wege wieder den Ort hinaus. Was wir hier sehen ist ein kleiner Ort, der am Beginn einer vielleicht einmal großen touristischen Entwicklung steht. Die Hauptstraße macht mit ihren Palmen und Sitzbänken den Eindruck, als wäre sie die Fußgängermeile in einer Großstadt. Aber in der Tat ist es nur eine schick angelegte Prachtstraße, an der keine Häuser oder Geschäfte stehen; also eher was zum Beschmunzeln als zum Bestaunen.

Der Grund für unseren Abstecher in La Pared ist aber weniger der Ort selbst sondern der Strand, zu dem man gelangt, wenn man ganz durch den Ort hindurch fährt. Der Playa La Pared bzw. Playa del Viejo Rey ist ein malerischer kleiner Strand aus zermahlenem Vulkangestein, der in einer malerischen Felsbucht liegt. Die langen Sandstrände Fuerteventuras sind nicht jedermanns Sache; so mancher Badefreund fühlt sich in so einem von Felsen abgegrenzten Strandbereich wohler als an einem endlos lange wirkenden Sandstrand. Mit dem Auto kann man oberhalb der Bucht parken, um zum Strand selbst zu gelangen muss man einige Meter zu Fuß gehen.

Hochstraße von La Pared nach Pájara

Von La Pared aus fahren weiter zum nächsten Ort Pájara. Der Ort Pájara interessiert uns kaum; vielleicht schauen wir uns kurz die schöne Pfarrkirche Iglesia Nuestra Seņora de Regla an und bestaunen das prächtige Rathaus, von dem aus der ganze Bezirk regiert und verwaltet wird. Aber eigentlich interessiert uns nicht der der Ort selbst, sondern vielmehr der Weg bis dahin ist das Ziel. Wir fahren nämlich auf einer traumhaften Hochstraße, die meiner Meinung nach die schönste Panoramastrecke der gesamten Insel ist.

Blick auf die abgerundeten Berghügel im Inselwesten

Die Straße ist sehr gut ausgebaut und windet sich durch die hügelige Landschaft. Wer zuvor im Süden der Insel war erkennt in der Inselmitte eine ganz andere Landschaft: Während ganz im Süden steile, schroffe Berge und davon oberhalb eine gelbe Wüstenregion das Landschaftsbild prägen, sind die Berghügel in der Inselmittel weich und abgerundet. Man erkennt den einen oder anderen Vulkankegel, aber man erkennt genauso gut, dass die Erosion im Laufe der Jahrmillionen schon saubere Arbeit geleistet hat.

Die Landschaft und die Bergformationen sind wunderschön; man hält immer wieder an, um die fantastischen Ausblicke zu genießen. An einem kleinen Parkplatz gibt es zwei kleine Aussichtshügel, auf die man bequem mit Sandalen hinaufwandern kann. Belohnt wird man mit einem Rundumblick bis weit in den Inselnorden und Inselsüden.

Ajuy / Puerto de la Peņa

Nachdem wir in einer gemütlichen Fahrt die Hochpanoramastraße von La Pared bis Pájara genossen haben wird es Zeit für einen kurzen Strandaufenthalt und einen kleinen Snack. Wir machen von Pájara aus einen kleinen Abstecher in das Hafendörfchen Ajuy, auch Puerto de la Peņa benannt. Hier finden wir alles, was wir auf unserem Tagesausflug benötigen: Zunächst einen Parkplatz, wo wir unser Auto abstellen können, dahinter einen Supermarkt, um unseren Getränkevorrat auffüllen zu können, ein paar Restaurants, um uns etwas zu stärken, und einen herrlichen schwarzen Lavasand, der zum Pausieren einlädt.

Der Playa de los Muertos in Ajuy; an der Felswand im Hintergrund führt der Weg zur Caleta Negra hinauf.

Der Strand hat den erschreckenden Namen Playa de los Muertos, zu deutsch Strand der Toten. Keine Sorge, dieser Name ruehrt nicht daher, dass an diesem Strand zahlreiche Badegäste ihr Leben ließen; der Name reicht vielmehr in alte Zeiten zurück, als Piraten hier landeten und für ein verheerendes Blutbad sorgten. Man kann an diesem schönen Strand also ohne Bedenken eine kurze Erholungsphase einlegen. Feiner dunkler Lavasand, der zur Mittagszeit so heiß ist, dass man kaum barfüßig gehen kann, prägt diesen Strandabschnitt, an dem immer eine gute Brandung herrscht; also viel Spaß für Wellenfreaks!

Blick auf die Bucht Caleta Negra mit den dunklen Felswänden und Höhlen

Nachdem wir uns im Restaurant etwas gestärkt und am Strand etwas von der Fahrerei erholt hatten, begeben wir uns auf eine kleine Wandertour, die direkt vom Strand aus beginnt. Am nördlichen Ende des Strandes befindet sich ein kleiner elektrischer Seilzug, der die Fischerboote aus dem Wasser herauszieht; Gleich dahinter steigt ein Felspfad die Felswände hinauf, und von hier aus starten wir zu einer halbstündigen Wanderung, für die wir besser Turnschuhe als Badelatschen tragen.

Der steinernde Weg ist gut abgesichert, so dass man nicht die Steilküste hinunterstürzen kann. Wir marschieren ca. 10 Minuten bis zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir herrlich in die Bucht Caleta Negra hineinblicken können. Was sehen wir hier? Eine beeindruckende Steilküstenbucht mit zum Teil überhängenden Lavawänden; immer wieder entdecken wir große Höhlen, aber wir sehen auch alte Schiffs-Anlegestellen. Was war denn hier einst geboten? In diesem Gebiet wurde Kalk abgebaut und auf Schiffe verladen; deshalb sieht man heute noch einige alte Verladestellen und Kalkbrennöfen.

Blick in die erste zugängliche Höhle der Caleta Negra

Vom Mirador aus marschieren wir weitere ca. 10 Minuten den Fels hinunter zu zwei Höhlen. Hier wird der Weg etwas schwieriger, da die in den Felsen eingeschlagenen Stufen teilweise steil und eng sind; aber der ganze Weg ist gut mit Seilen gesichert. Man steigt also zum Meer hinunter und hört die gegen die Steilküsten schlagende Brandung immer lauter. Man kommt an einem großen Höhlentor an, das zum Einmarschieren in die Höhle einlädt. Ein Stück gehen wir einfach so, dann wird es dunkel. Für die zweite Höhle braucht man bereits eine Taschenlampe, aber wer hat die schon im Urlaub dabei?

Nach dem Besuch des Aussichtspunktes und der Cuevas (spanisch für Höhlen) laufen wir zurück an den Strand und erholen uns noch einmal für kurze Zeit, denn der Weg war zwar nur kurz, aber die Temperatur an den westlichen Felswänden der Insel ist heiß und die Luft steht, so dass es nichts Schöneres gibt, als nach der kleinen Wanderung noch einmal kurz unterzutauchen und sich zu erfrischen, bevor es mit dem Auto weitergeht.

Vega de Río Palmas

Nachdem wir uns am Strande von Ajuy etwas erfrischt haben fahren wir zurück nach Pajara und von dort aus weiter Richtung Norden nach Betancuria die Westküste der Insel entlang. Die Straße schlängelt sich die schöne Berglandschaft hinauf und hinunter; es gibt zahlreiche Aussichtspunkte, wo man parken und traumhafte Ausblicke sowohl nach oben zu den Berggipfeln als auch hinunter bis zum Meer genießen kann. Faszinierend sind die abgerundeten Vulkangipfel; hier hat die Erosion im Laufe der Millionen Jahre ganze Arbeit geleistet. Auch ein Zeugnis der langjährigen Erosion sind tiefe Schluchten zwischen den Berghügeln, auf spanisch Barrancos genannt.

Blick hinunter auf Vega de Rio Palmas mit dem ausgetrockneten Stausee dahinter

Circa 10 km nördlich von Pájara finden wir inmitten einer solchen Barranco ein kleines Dorf namens Vega de Río Palmas. Die Einwohner haben aus ihrem Dorf eine richtig fruchtbare Palmenoase gemacht. Zahlreiche Palmen und bunte Felder, auf denen Kartoffeln, Erbsen, Salat und Gemüse angebaut wird, laden zu einem Abstecher in diesem kleinen Ort ein. Das Faszinierende ist, dass wir zuerst von einem Aussichtspunkt aus auf das Dorf hinunterblickt, ehe man die paar Kilometer bis hinunter zur Oase fährt.

Von den Bergen aus erkennt man auch, dass es am unteren Ende des Dorfes einen kleinen Stausee namens Embalse de las Peņitas gibt bzw. einmal gegeben hat. Hier wurde also einst das Wasser aus der Schlucht aufgestaut. Heute ist der Stausee voll mit Sand und Geröll; das Stauseeprojekt war kaum gestartet, da war auch schon wieder das Scheitern erkennbar. Wer wanderlustig ist, kann vom Stausee aus eine kleine Wanderung bis zur Staumauer und dann die wildromantische Schlucht hinunter machen.

Der Ort Vega de Río Palmas ist wunderschön vom darüber gelegenen Aussichtspunkt zu genießen. Fährt man in den Ort rein, bewundert man zwar die vielen Palmen und Felder, aber der Eindruck einer blühenden Oase verschwindet ein bissschen. Am Ende des Ortes befindet sich eine kleine Wallfahrtskirche namens Virgen de la Peņa, die einen kleinen Abstecher wert ist. Aber noch haben wir eine weite Strecke zum Fahren vor uns, denn von der Palmenoase aus geht es nun wieder die Berghänge hinauf bis zum nächsten Aussichtspunkt.

Betancuria und der Mirador Morro Velosa

Die Weiterfahrt in Richtung Norden führt uns zu einem der meistbesuchten Orte der Insel, nämlich der ehemaligen Inselhauptstadt Betancuria. Hier finden wir an gewissen Tagen Busse, die ganze Heerscharen von Touristen zur Stadtbesichtigung abliefern. Der gesamte Ort steht unter Denkmalschutz; zu besichtigen gibt es natürlich die schöne Pfarrkirche Nuestra Seņora de la Concepción und ein kleines Museum; am Besten man läuft einfach ein bisschen durch das kleine Städtchen hindurch und genießt die alten Häuser und die frische Luft. Städtchen ist eigentlich immer noch übertrieben, denn in dem Dorf leben gerade einmal ein paar Hundert Menschen.

Blick nach Norden vom Mirador Morro Velosa aus Streifenhörnchen sind sofort zur Stelle, wenn man ihnen was zum Knabbern anbietet.

Wenn wir von Betancuria weiter bergauf fahren kommen wir schließlich an den schönsten Punkt dieses Gebietes, nämlich den Mirador Morro Velosa. Von diesem Aussichtspunkt aus genießen wir Ausblicke, dass man lange Zeit braucht, um alles zu verarbeiten bzw. zu fotografieren. Im Süden blicken wir über das Tal von Betancuria hinweg bis ganz hinunter zum höchsten Berg der Insel, dem Pico de Jandía. Und im Norden erstreckt sich vor einem die riesige Ebene Llanos de la Concepción und das Tal Valle de Santa Inés. Am Besten man bleibt einfach eine halbe Stunde stehen und dreht sich von einer Seite zur anderen, um sich einen Blick über die gesamte Insel zu verschaffen.

Was passiert denn, wenn man von seinem Pausenbrot ein paar Brocken verliert und liegen lässt? Da wartet eine ganz Schaar von Erdhörnchen nur darauf, eine leckere Mahlzeit zu bekommen. Wie zuneigig werden doch diese süßen Tierchen, wenn man ihnen ein paar Krümelchen Keks oder Brot zum Fressen hinhält. Ein wahres Festessen bahnt sich an und in Minutenschnelle wimmelt es nur so vor Streifenhörnchen!

Antigua

Vom Mirador Morro Velosa, dem nördlichsten Punkt unseres Tagesausfluges geht es noch ein Stück gut ausgebaute Bergstraße ins Tal hinunter, und damit endet unsere Fahrt durch die bergige Landschaft in Fuerteventuras Inselmitte. Unten im Tal bzw. auf der Ebene angekommen legen wir schnell zahlreiche Kilometer zurück; wir fahren mit Tempo 100 auf den breiten Hauptstraßen und bremsen nur in der einen oder anderen Kurve bzw. in der einen oder anderen Ortschaft herunter.

Der erste Ort, in dem wir einen kurzen Halt machen ist Antigua. Eine malerisch schön restaurierte Windmühle am Ortseingang lädt uns zu einem kurzen Abstecher ein. Wir betrachten die Windmühle El Molino de Antigua und promenieren ein bisschen in dem kleinen Park hinter der Mühle oder nehmen einen kleinen Imbiss im gegenüber liegenden Restaurant zu uns. Im althistorischen Zentrum von Antigua finden wir die schöne Kirche Nuestra Seņora de la Antigua, die wir kurz besichtigen. Außerdem begeben wir uns noch kurz hinter die Kirche, wo wir eine pastellfarbene Jugendstilvilla von außen besichtigen können.

Tiscamanita - Mühlenmuseum und Lavafelder

Nur wenige Minuten nach Antigua gelangen wir in den kleinen Ort Tiscamanita, ein harmlos erscheinendes kleines Dorf, das uns aber doch ein kleines Highlight bieten soll. In Tiscamanita gibt es ein Mühlenmuseum (Centro de los Molinos), das wir gerne mitnehmen. Wir brauchen nicht lange, um die restaurierte Windmühle zu besuchen und uns etwas aufzuschlauen, wie so eine Mühle wirklich funktioniert. Wir haben auch nicht allzu lange Zeit, denn auf uns wartet ein Highlight, für das wir eine Stunde Zeit brauchen.

Auf der Schotterpiste fahren wir bis auf halbe Höhe auf der rechten Seite dieses Vulkankegels

An der Bushaltestelle von Tiscamanita führt ein scheinbar unbedeutender Weg ins Dorf hinein; Nach wenigen Hundert Metern sehen wir links eine Aloe-Vera Plantage und dann ist es auch schon aus mit geteerter Straße. Jetzt heißt es mal wieder Piste fahren, und die ist rauh und wellig! An einer Gabelung halten wir uns links uns so landen wir nach ca. 4 km Strecke direkt unterhalb eines Vulkankegels, der Caldera de la Laguna. Hier wird heute noch Vulkanasche abgebaut; wir befinden uns quasi mitten in einem Tagebergwerk, und das mit einem normalen Kleinwagen!

Der Vulkankegel sieht bedrohlich aus, als würde er gleich einstürzen. Aber wir haben nicht die unangenehme Pistenfahrt auf uns genommen, um einen Vulkankegel aus nächster Nähe zu betrachten; uns interessiert vielmehr das, was der Vulkan vor über 10.000 Jahren ausgespuckt hat. So blicken wir über ein weites Feld alten Vulkangesteins, das als Malpaís Grande bezeichnet wird, zu deutsch "Großes Schlechtes Land". Hier wird einem mal wieder bewusst, welch zerstörerische Kraft so ein winziger Vulkan haben kann: Kilometerweit wurde das Land mit Lava meterhoch bedeckt.

Las Playitas / Punta de la Entallada

Zurück von der Schotterpiste freuen wir uns wieder auf einer normalen Straße fahren zu dürfen. Wir fahren weiter nach Tuineje und dann zur Küste hinunter Richtung Gran Tarajal. Ehe wir aber einen kleinen Aufenthalt in Gran Tarajal einlegen, machen wir noch einen Abstecher nach Las Playitas. Der Name (zu deutsch: die Strändchen) deutet schon darauf hin, dass hier alles etwas kleiner zu geht. Wir fahren hinunter zu einer lang gezogenen Bucht namens Cala de las Playas, wo wir einen windgeschützten, dunklen Sandstrand vorfinden. In dem alten Fischerdörfchen bleiben wir nicht lange; vielleicht fallen uns einige Villen mit prachtvoll angelegten, blühenden Gärten auf, aber der Grund, weshalb wir nach Las Playitas gefahren sind, ist nicht der Ort selbst, sondern ein auf einem hohen Felsen gelegener Leuchtturm.

Der Leuchtturm Faro Punta de la Entallada

Kurz vor der Einfahrt in den Ort Las Playitas finden wir nach links eine Straße abbiegend, die uns direkt zum Faro Punta de la Entallada führt. Die Teerstraße wird nach einigen Kilometern immer schmaler und beim Aufstieg auf den Felsen nur noch zu einem Sträßchen. Man muss stark aufpassen beim Fahren, denn links der Straße geht es zum Teil ohne Sicherung abschüssig den Hang hinunter. Schließlich gelangen wir in 185 m Höhe am Leuchtturm an und bewundern das schöne Bauwerk. Vielmehr als den Leuchtturm selbst fasziniert uns jedoch der Blick hinunter aufs Meer, die Küste entlang und hinein ins Land. Für den Abstecher zu diesem Leuchtturm brauchen wir nicht viel Zeit, aber die Fahrt hinauf lohnt sich auf alle Fälle wegen der beeindruckenden Rundumsicht.

Gran Tarajal

Von Las Playitas ist es nur ein Katzensprung zum Nachbarort Gran Tarajal. Beim Hineinfahren in den Ort stecken wir zum ersten Mal seit wir auf der Insel sind in einem kleinen Verkehrsstau. Wir merken jetzt schon, dass wir in die zweitgrößte Stadt der Insel fahren; in Deutschland würde man wahrscheinlich einen Ort mit ein paar Tausend Einwohnern gar nicht als Stadt bezeichnen. Aber Gran Tarajal hat eine große Bedeutung für die Insel: Es ist ein wichtiges Einkaufszentrum und Dienstleistungszentrum für den südlichen Inselbereich. Was die Hauptstadt Puerto del Rosario für den Inselnorden ist, ist Gran Tarajal also für den Inselsüden.

Die Uferpromenade und der Strand von Gran Tarajal

Dennoch ist Gran Tarajal keine hässliche Stadt sondern ein netter Ort mit einer wunderschön angelegten Meerespromenade. Wir freuen uns, dass wir nur 100 m von der Promenade entfernt kostenlos parken können. Dann finden wir das vor, von was man als Urlauber eigentlich immer träumt: Gran Tarajal hat einen schönen großen Lavastrand (Playa de Gran Tarajal) mit viel Platz für Ballspiele zwischen Meer und Uferpromenade. Gleich hinter dem Strand befindet sich die schöne Meerespromenade mit zahlreichen Restaurants und Bars. Es macht Freude, die Promenade einmal bis zum Hafen hinauf- und wieder hinunterzuspazieren. In einem der Restaurants, wo wir eine kleine Mahlzeit einnehmen, merken wir sofort, dass sich hier hauptsächlich Einheimische und kaum Touristen aufhalten.

Bei unserem Stadtspaziergang merken wir auch, dass Gran Tarajal das wichtigste Einkaufszentrum im Süden der Insel ist. Hier gibt es keine Läden, wo man Badetücher und Postkarten bekommt; hier gibt es Schuhgeschäfte, Kinderartikelläden, Kaufhäuser und sonstige Fachgeschäfte, die das verkaufen, was die Inselbewohner zum Leben brauchen. Gran Tarajal hat uns viel Spaß gemacht; es ist ein netter Ort, in dem man sich gut von der Fahrerei entweder am Strand oder an der Uferpromenade entspannen kann.

La Lajita

Von Gran Tarajal aus fahren wir zurück nach Costa Calma. Die gut ausgebaute Straße geht mal bergauf mal bergab und führt an so manchem unspektakulärem Ort vorbei. Von der Ferne sehen wir dann einen großen, dichten Palmenhain; da muss doch was sein! Schließlich kommen wir in dem kleinen Ort La Lajita an, wo rechts und links der Straße bunte Blumen blühen als wären wir im Paradies der Insel angekommen. Was ist denn hier geboten? Schnell weisen uns große Hinweisschilder auf den Zoo und den Kaktusgarten der Insel hin. Das nehmen wir doch gerne noch mit, zumal wir nur noch wenige Kilometer bis zu unserem Ausgangsort der Tour zu fahren haben.

Im Zoo finden wir unzählige verschiedene Vogelarten. Auch bestaunen wir Krokodile, Affen und Kamele; Ein paar Hundert Dromedare werden hier gehalten, und dies nicht alleine zur Ausstellung: Für Kinder ist es ein Highlight, von hier aus eine halbstündige Kameltour zu machen. Die Erwachsenen hingegen freuen sich auf eine Erfrischung im Café und bewundern anschließend noch den großen Kaktusgarten. Es sind weniger die einzelnen Tiere oder Pflanzen, die mich beeindruckt haben als vielmehr die gesamte Anlage.

Von La Lajita aus sind es nur noch wenige Minuten zurück zu unserem Ausgangsort Costa Palma bzw. eine halbe Stunde Fahrt für denjenigen, der aus dem südlichen Urlaubszentrum Jandía kommt. Es war eine große, lange Tour, auf der wir viele Kilometer gefahren sind. Da wir aber rechtzeitig losgefahren sind und zwei angenehme Strandaufenthalte eingelegt hatten, war es eine angenehme Tour, die viel Abwechslung geboten hat.

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