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Wüstentouren in Namibia

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Namibia ist ein trockenes Land, ein Land in dem Wüsten überwiegen. Im Westen liegt die Namib, der "Ort an dem nichts ist", wie die Übersetzung des Namabegriffs lautet. Im Osten findet man die Kalahari, diese Halbwüste aus Sand und Steppe und alle anderen Landesteile bekommen auch kaum Regen ab. Es ist schwer vorstellbar, dass hier außer Öde etwas ist. Doch wer sich auf diese Landschaften einlässt, wird erkennen, dass sie ihren unverkennbaren Reiz haben und dass auch hier Leben in vielfältiger Form existiert.

Namibwüste - Die Wüste lebt

Swakopmund, Namibias "deutscheste" Stadt, ist ausgesprochen sehens- und erlebenswert, aber auch Ausgangspunkt für verschiedene Touren. Sehr empfehlenswerte bietet Guide Chris Nel an, zum Beispiel "Living Desert", eine außergewöhnliche und hochinteressante Tour zur Erkundung der Flora und Fauna der Namibwüste.

Chris, der Guide, gräbt in der Namib

Die älteste Wüste der Welt erscheint auf den ersten Blick völlig tot und leer. Dieser Eindruck täuscht jedoch, denn ein erfahrener und kenntnisreicher Guide zeigt eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die man hier niemals erwartet hätte. Da es hier praktisch nie regnet, hat sich die Natur einen genialen Trick einfallen lassen: Alle Lebewesen nutzen den Tau, der nachts durch den Küstennebel vom Atlantik herangebracht wird und sichern so ihr Dasein.

Weiße Lady Spinne

Wo wir als Großstadtmenschen nur eine endlose Fläche Sand sahen, fand Chris, unser Guide, immer wieder Spuren. Er las aus Ihnen, ob es alte oder frische waren und von wem sie stammten. Diese Erfahrungen wurden von den Buschmännern übernommen, die jeden noch so winzigen Hinweis im Sand deuten können und für die diese Spuren wie ein aufgeschlagenes Buch sind. Sobald Chris fand, dass eine Spur frisch ist und "Jagderfolg" verspricht, begann er zu graben.

Wüsteneidechse

Der erste Fund war die "White-Lady", eine weiße Spinne, die wie fast alle anderen Wüstenbewohner den Tag im Sand versteckt verbringt. Um ihrem Feind, der "Pombalid-Wespe", zu entgehen, rollt sie mit 44 Umdrehungen pro Sekunde die Dünen herunter und "tanzt" dann am Fußende der Düne zur Verteidigung.

Palmatogecko

Relativ oft begegneten uns "Tok-Tokkis", schwarze Laufkäfer, die imposante Spuren im Sand hinterlassen. Sie sind bevorzugte Nahrung für einige Wüstentiere, wie z.B. den Wüstenchamäleons. Die Wüsteneidechse, die "Sand-Diving Lizard", erhielt ihren Namen durch ihre ungewöhnliche Fortbewegungsart. Sie stürmt mit komisch wirkender tanzender Bewegung über die Dünen um so ihre Füße nicht auf dem heißen Sand zu verbrennen. Um zu demonstrieren, dass sie sich durchaus verteidigen kann, hielt ihr Chris "todesmutig" seinen Finger hin, in den sich die Eidechse prompt verbiss. Sowohl die Eidechse als auch unser Guide haben jedoch keinen Schaden genommen.

Eine sehr interessante und ungewöhnliche Erscheinung ist der Palmatogecko. Es ist ein Tier, das durchsichtig erscheint, so dass Wirbelsäule und Blutgefäße sichtbar sind. Deshalb ist er sehr empfindlich gegenüber Sonnenstrahlen, kann sich nur kurzzeitig in der prallen Sonne aufhalten und verbringt den Tag vergraben im Sand. Erwähnenswert sind seine großen Augen und die "Entenfüße".

Wüstenchamäleon

Stehen an einer Stelle mehrere "Dollarbüsche", sollte man intensiver suchen. Dieser Strauch, dessen Blätter Wasser speichert und der deshalb von den San für ihre Überlebensstrategie in der Wüste genutzt wird, ist beliebter Aufenthaltsort des Wüstenchamäleons; Natürlich hatten wir das Glück des Tüchtigen auf unserer Seite und entdeckten auch ein Exemplar. Es ist schon ein tolles Gefühl, dieses urzeitlich wirkende Tier zu beobachten und auf der Hand zu halten. Ja, wir durften es auch auf die Hand nehmen. Diese Erinnerung wird bleiben, denn wann hat man schon so eine Gelegenheit. Unsere Begegnung mit dem Chamäleon brachte einigen Tok-Tokki-Käfern Pech. Um das Chamäleon beim Fangen der Beute mit seiner körperlangen und blitzschnellen Zunge zu beobachten mussten sie als Futter herhalten.

Dünenottern, Heuschrecken und Skorpione gehören auch zu den Bewohnern der Namib. Zwar gelang es uns nicht, diese zu finden, doch die Tour war trotzdem ein beeinruckendes Erlebnis, die wir bedingungslos weiterempfehlen können.

Mondlandschaft und Welwitschia

Wer Swakopmund besucht, wird nicht versäumen, einen Abstecher in die Mondlandschaft und zu den Welwitschia-Pflanzen zu unternehmen. Die Mondlandschaft trägt ihren Namen zu Recht, erinnert sie doch mit ihrem kargen felsig-sandigen graubraunen Untergrund an Bilder vom Erdtrabanten. Übrigens haben hier die amerikanischen Astronauten für ihre Mondlandungen trainiert und für so manchen Werbefilm lieferte diese unwirklich anmutende Gegend das Colorit. Jedoch auch diese völlig tot wirkende Landschaft ist voller Leben. Steine und Boden sind mit Flechten bedeckt, die ihre erforderliche Feuchtigkeit durch den Nebel erhalten, der nachts vom Atlantik herüberkommt. Sie ist auch Heimat der berühmten Welwitschia mirabilis, einer Pflanze, deren Lebensraum sich nur auf ein eng begrenztes Gebiet in Namibia beschränkt und die einige tausend Jahre alt werden kann.

Mondlandschaft bei Swakopmund

Eigentlich hatten wir geplant, die Welwitschia-Tour durch die Mondlandschaft mit dem Mietauto auf eigene Faust zu unternehmen; Wir waren aber von der "Living-Desert-Tour" mit Chris, unserem Guide, so begeistert, dass wir auch hierfür sein Angebot nutzten. Im Nachhinein zeigte sich, dass dies eine sehr gute Entscheidung war. In eigener Regie lässt sich die Fahrt problemlos durchführen, jedoch muss man sich dabei an die vorgegebene Route halten. Im Ergebnis hat man von einigen Aussichtspunkten wenige Blicke auf die Mondlandschaft und am Endpunkt eine einzelne, wenn auch beeindruckende, eingezäunte Welwitschia.

Welwitschiapflanzen in der Mondlandschaft

Chris, der Guide, hat jedoch die Konzession für Fahrten in die Mondlandschaft. Die Eindrücke, die wir dabei von dieser wild-romantischen Landschaft erhielten, waren wirklich atemberaubend. Sicher ist diese karge, graubraune Gegend nicht jedermanns Sache, wer aber den Blick für interessante und beeindruckende Landschaften jeglichen Couleurs behalten hat, kommt auch hier garantiert auf seine Kosten. Nebenbei erhielten wir noch jede Menge Geschichten, Hinweise und Fakten zu Geologie, Flora und Fauna der Gegend und konnten einiges auch gleich experimentell überprüfen. Einige Tropfen Wasser aus der mitgebrachten Flasche ließ innerhalb weniger Minuten Flechten und Pflanzen aufblühen, quasi "zum Leben erwecken". Dies gab uns eine kleine Ahnung davon, wie diese Wüstenlandschaft nach einem Regen in kürzester Zeit zu einer blühenden Oase wird. Leider passiert dieses Wunder nur etwa alle zehn Jahre.

Welwitschia mirabilis

Dann kam der Moment, an dem wir die erste Welwitschia sichteten, und auf einem kleinen Areal konnten wir insgesamt 18 Exemplare bewundern. Sicher, es waren relativ "junge", also gerade einmal einige hundert Jahre alt. Die jüngste, das "Baby", hatte erst ca. 50 Jahre erlebt. Imposant war es doch, vor diesen urzeitlichen Pflanzen zu stehen, von denen viele schon existierten, als in Europa noch das Mittelalter herrschte. Diese Welwitschia konnten wir ohne störenden Zaun ganz aus der Nähe betrachten.

Chris hatte lediglich aus Steinen einen kleinen Ring um jede Pflanze gebaut, um zu kennzeichnen, wohin man treten darf. Die Welwitschia hat ein feines Wurzelgeflecht, ähnlich einem Spinnennetz, um ihre Mitte gelegt. Tritt man darauf, wird es zerstört. Im schlimmsten Fall hat dies zur Folge, dass die Pflanze abstirbt. Leider wissen das Touristen, die auf eigene Faust Exkursionen unternehmen und Welwitschia finden, oft nicht und zerstören unwissentlich dieses Netz.

Abschluss der Tour war die Fahrt durch das Flussbett des Swakop, der wie alle Flüsse Namibias bis auf wenige Tage im Jahr trocken ist. Sein Lauf ist aber sehr gut zu erkennen, da hier dichtes Grün vorherrscht. Nach der Mondlandschaft ist dieses Flussbett mit Palmen, Kameldornbäumen und Sträuchern umso bemerkenswerter und zeigt, welche Kraftreserven die Natur zur Verfügung hat.

Sossusvlei in der Namibwüste

Sossusvlei, diese Lehmsenke ist ebenso wie der Etosha-Park das "Aushängeschild" Namibias und unbestritten von faszinierender und ergreifender Schönheit; Gelegen in der Namibwüste, einer der trockensten Gegenden der Erde, scheinen die gigantischen, bis zu 385 m hohen Sanddünen, in den Himmel zu ragen. Beeinruckende Licht- und Schattenspiele lassen vor allem frühmorgens und am späten Nachmittag das Herz des Betrachters höher schlagen und machen klar, warum die Sandberge um die Senke von Sossusvlei zu Recht als der touristische Höhepunkt Namibias gelten.

Flug über Sossusvlei

Dementsprechend touristisch erschlossen ist die Umgebung. Zahlreiche Lodges und Gästefarmen bieten Quartier und Service. Da jedoch auch die Nachfrage sehr groß ist, empfiehlt sich auf jeden Fall rechtzeitiges Buchen.

Morgennebel am Sossusvlei

Eine Luxusunterkunft ist die Sossusvlei-Lodge, die direkt am Eingang zum touristisch erschlossenen Teil des Namib-Naukluft-Parkes liegt. Sie zählt zu den teuersten Unterkünften Namibias, dafür bekommt der Gast auch einen Aufenthalt geboten, der keine Wünsche offen lässt. Große Zelte mit allem erdenklichen Komfort, eine Verpflegung, die viele deutsche Sterneküchen in den Schatten stellen würde, erstklassischer Service und zahlreiche Erlebnisangebote sorgen für unvergessliche Urlaubstage. Sicher, auch die anderen Quartiere im weiteren Umland sind von ausgesuchter Qualität, so dass dieser Luxus mit dem entsprechenden Preis nicht zwingend erforderlich ist.

Dünenlandschaft am Sossusvlei

Die Sossusvlei-Lodge hat aber einen großen Vorteil: Durch die Lage direkt am Eingang des Parkes ergibt sich ein Zeitgewinn bei den Touren, der nicht zu verachten ist. Der Zugang zum Namib-Naukluft-Park um das Gebiet von Sossusvlei bleibt auf die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang begrenzt. Übernachten innerhalb des Parkes ist nicht erlaubt, doch wer nach Sonnenuntergang den Park noch nicht verlassen hat, steht vor verschlossenen Toren. Darum ist es natürlich vorteilhaft, den Ausflug nahe des Parkeinganges zu starten, denn von dort bis zur Sossusvlei-Senke sind noch 65 km zurückzulegen.

Die Senke von Sossusvlei

Nach dem Kauf des "Permit" fährt man auf einer asphaltierten Straße entlang der Sanddünen bis ca. 4 km vor Sossusvlei. Dort endet die Straße, ab hier geht es nur mit Allradantrieb weiter. Ein Shuttleservice sorgt für die Überwindung dieser letzten Kilometer. Eine Alternative ist auch der Weg zu Fuß.

Sossusvlei selbst ist eine Senke mit einem Boden aus Salzkristallen und Lehm inmitten der gewaltigen Sanddünen. Der Name kommt aus der Sprache der Nama, in der Sossus "Blinder Fluss" bedeutet. Der Tsauchab endete hier und verschwand im Boden. Zurück blieb eine Kruste, die etwa alle 10 Jahre nach ergiebigen Regenfällen einen See entstehen lässt, durch den dieser Ort eine Zeitlang noch unwirklicher erscheint.

Toter Baum am Death Vlei

In der Senke stehen Kameldornbäume, in deren Schatten ein Picknick eingelegt und das phantastische Panorama bewundert werden kann; Allerdings zeigen die zu recht berühmten hohen roten Sanddünen ihre ganze exotische Pracht nur im Licht der frühen Morgen- und der späten Nachmittagsstunden. Sobald die Mittagssonne steil einzufallen beginnt, verflachen optisch die kühnen Konturen der Dünen, und die leuchtenden Rottöne verblassen zu roetlichem Graugelb. Ganz abgesehen davon dürfte die Mittagshitze in der Wüste jeden schleunigst ins klimatisierte Auto flüchten lassen - wandern kann man dann nicht mehr.

Wandermöglichkeiten gibt es jedoch viele, mehrere Dünen sind zum Besteigen freigegeben. Auch wenn es etwas anstrengend ist sollte man sich den Ausblick vom Gipfel der Dünen nicht entgehen lassen. Diese Beschreibung lässt schon ahnen, dass ein Ausflug nicht reicht, Sossusvlei wirklich zu entdecken. Auch deshalb, weil ganz in der Nähe Sossusvleis die Senke von Death Vlei liegt, die nach einem kurzen Fußmarsch erreicht wird. Hier ragen von Sonne und Wind gebleichte abgestorbene Bäume aus dem Sand und bescheren dem Besucher ebenfalls einen faszinierenden Eindruck.

Düne 45

Ob man für diese Ausflüge eine geführte Tour mietet oder selbst fährt, ist letztlich Geschmackssache. Für den ersten Besuch hatten wir eine Tour gebucht. Das hatte den Vorteil, dass wir auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht wurden, die wir sonst vielleicht nicht bemerkt hätten und außerdem viel Wissenswertes über die erstaunliche Flora und Fauna der Wüste erfuhren. Die weiteren Besuche unternahmen wir als Selbstfahrer mit dem Vorzug, die zur Verfügung stehende Zeit nach eigenen Wünschen einteilen zu können.

So fuhren wir sehr früh los um die Lichtstimmungen zu erleben und den Ausflug bei erträglichen Temperaturen zu absolvieren. Mittags kehrten wir in die Lodge zurück und starteten am Nachmittag erneut, diesmal zur Düne 45. Die Dünen vom Eingang des Parkes bis Sossusvlei sind durchnummeriert und am Kilometer 45 findet man auch die Düne 45. An deren Fuß befindet sich ein kleiner Parkplatz auf dem man das Auto abstellen und die Düne hinaufwandern kann. Der Aufstieg sieht von unten ganz einfach aus, erfordert aber allerhand Anstrengung. Wir kamen völlig außer Puste oben an, doch das Gefühl, es geschafft zu haben und der phantastische Ausblick entschädigen vollauf; Ein Heidenspaß ist es, die steilen Flanken der Düne hinunter zu springen oder zu rutschen.

Im Sesriem-Canyon

Die Düne 45 liegt etwa 20 km näher am Parkausgang als Sossusvlei. Dadurch kann man hier länger verweilen ohne Gefahr zu laufen, am verschlossenen Tor zu stehen.

Ganz in der Nähe der Sossusvlei-Lodge und neben dem Eingang des Parkes liegt der Sesriem-Canyon. An den wenigen Tagen im Jahr, an denen er Wasser führt oder intensive Regenfälle möglich sind, ist der Canyon nicht begehbar und ein Ausflug auf seinem Grund wäre ausgesprochener Leichtsinn und gefährlich. In der restlichen Zeit jedoch lohnt eine Wanderung durch den Canyon und ist sehr zu empfehlen.

Wer sich ein unvergesslich schönes Erlebnis bescheren möchte, kann eine Ballonfahrt oder einen Flug über die Namibwüste buchen. Auch diese Vergnügen sind natürlich nicht gerade billig aber wirklich einmalig. Auf unserer zweiten Reise hatten wir ein Quartier in der Namib Naukluft Lodge gebucht, die zwar etwa 70 km vom Parkeingang entfernt liegt, aber auch deutlich günstiger im Preis ist. Für eine Tour nach Sossusvlei heißt es deshalb, spätestens 5 Uhr morgens zu starten.

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