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Allgemeine Informationen über Namibia

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Namibia bietet dem an diesem Land Interessierten eine Vielfalt an Sehenswürdigkeiten. Neben einer beeindruckenden Landschaft gibt es einzigartige Tiere und Pflanzen, eine wechselvolle Geschichte mit hoffnungsvollen Aussichten sowie fremdartige und sehr liebenswürdige Menschen. Dazu ein Klima, das auch der Mitteleuropäer als angenehm empfindet.

Geographie und Geschichte

Namibia, dieses Land, das zu großen Teilen aus Wüste besteht, liegt im Südwesten Afrikas an der Atlantikküste. Im Norden von Angola, im Süden von Südafrika und im Osten von Botswana begrenzt ist es mit über 825.000 km² etwa doppelt so groß wie Deutschland. Es ist ein sehr dünn besiedelter Staat mit nur ca. 1,8 Mio Einwohnern.

Seinen Namen erhielt er nach der Unabhängigkeit von der Namibwüste, der ältesten Wüste der Welt, die sich als Küstenwüste als 50 bis 140 km breiter Streifen entlang des Atlantiks zieht. Mit nur durchschnittlich 20 mm Jahresniederschlag gilt sie auch als eine der trockensten Wüsten.

Namibwüste

Namibias zweites großes Trockengebiet ist die Kalahari, eine Halbwüste im Osten des Landes. Die Kalahari erstreckt sich weiter über grosse Gebiete Botswanas und Südafrikas. In der Mitte Namibias liegt das zentrale Plateau mit einer durchschnittlichen Höhe von 1000 bis 2000 Metern. Am bevölkerungsreichsten und auch weniger trocken sind der Norden und der Nordosten mit dem Caprivizipfel, der ins Okawango-Delta reicht.

Die frühesten Bewohner Namibias sind die San (Buschmänner) und die Damara. Nach und nach wanderten dann die anderen Völker ein, also verschiedene Bantu-Stämme, Namas und Hereros. Ende des 15. Jahrhunderts landeten die ersten Weißen, portugiesische Seefahrer. Ihnen erschien dieses unwirtliche Land aber wenig begehrlich, und bis 1723, als Holländer auf der Suche nach Bodenschätzen auftauchten, kamen keine weiteren Weißen. Nach und nach entdeckten dann Missionare das Land und versuchten die Bevölkerung zu bekehren.

Endlose Weite in der zentralen Hochebene

Ende des 19. Jahrhunderts, als Deutschland begann, noch einige Kolonien zu ergattern, kam das damalige Südwestfafrika unter deutsche "Schutzherrschaft". Eines der dunkelsten Kapitel dieses Engagements ist die Niederschlagung des Herero-Aufstandes 1904, bei dem dieses Volk nahezu ausgerottet wurde.

Die deutsche Herrschaft währte aber nicht allzu lange, denn nach der Niederlage im 1. Weltkrieg verlor Deutschland seine Kolonien. Südwestafrika kam jetzt unter südafrikanische Verwaltung; Wie auch in Südafrika wurde hier die Apartheid eingeführt und eine strikte Rassentrennung betrieben. 1960 entstand unter Führung Sam Nujomas die SWAPO, die Befreiungsbewegung. Es folgte ein langer Buschkrieg, bis dann das Land 1990 unter dem Namen Namibia die Unabhängigkeit errang.

Bergland am Rand der Köcherbaumschlucht

Namibia, dieses auf den ersten Blick so arme Land, hat relativ gute wirtschaftliche Chancen. Eine der Hauptstützen der Wirtschaft ist der Tourismus, der immer mehr boomt. Besonders für Deutsche ist dieses Land von großem Interesse, natürlich wegen der landschaftlichen Sehenswürdigkeiten und der Tierwelt aber auch aufgrund der Vergangenheit und der vielen deutschen Relikte.

Der Bergbau mit Kupfer- und Uranvorkommen sowie große Diamantenfelder sind ein weiterer Rückhalt der namibischen Wirtschaft. Vor der Küste liegen beachtliche Gasvorkommen, mit deren Nutzung Namibia zum größten Gasexporteur der Region werden will.

Vorausgesetzt, der friedliche Weg und das relativ unproblematische Miteinander der verschiedenen schwarzen und weißen Bevölkerungsgruppen bleibt bestehen, dann wird Namibia weiterhin eines der stabilsten und wirtschaftlich stärksten Länder Afrikas sein.

Klima und Reisezeit

Namibia ist ein Wüstenstaat mit ausgesprochen trockenem Klima, wobei die Temperaturen eher gemäßigt sind. Da das Land auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten den deutschen entgegengesetzt.

Gewitterstimmung im Khomas-Hochland

Namibias Norden ist feuchter und wärmer, hat gegenüber dem Süden ein eher tropisches Klima. Der Süden ist mehr subtropisch, wobei im gesamten Land Regen die absolute Ausnahme ist. In der Namibwüste, der ältesten der Erde, regnet es nur etwa alle 10 Jahre; Ansonsten gibt es zwei Regenzeiten, in den Monaten November/Dezember und Februar/März. Im Gegensatz zu vielen anderen tropischen Gebieten bedeutet Regenzeit in Namibia keinesfalls, dass es nun täglich und dauerhaft regnet. Es sind eher sporadische Regengüsse, meist im Abstand von einigen Tagen, wenn auch mit imposanter Heftigkeit. Meist entstehen in den späteren Nachmittagsstunden lokale Gewitter, die sich mit extremen Güssen entladen und innerhalb kürzester Zeit die ansonsten trockenen Flussläufe in reißende Ströme verwandeln. Die Straßen sind dann auch oft unpassierbar.

Wir konnten auf unserer Tour im Februar etwa alle zwei Tage ein aufziehendes Gewitter mit traumhaften Lichtstimmungen erleben. Auch wenn wir nicht ins Zentrum der Gewittergüsse gerieten, erkannten wir doch an den ausgespülten Rinnen in der Straße, welche Wucht die Regenmassen haben können. Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Faktor, genügend Zeitreserven in die Fahrplanung einzuarbeiten, denn schnell kann es geschehen, dass eine Straße nicht mehr passierbar ist bzw. nur noch extrem langsam befahren werden kann oder dass ein Fluss erst in ein oder zwei Stunden wieder passierbar wird. In manchen Jahren kann Regen aber auch völlig ausbleiben.

Ausgetrocknetes Land

Im Gegensatz zu diesem wechselhaften Wetter ist in den namibischen Wintermonaten Verlass auf täglichen Sonnenschein mit anhaltender Trockenheit; Reizvoll ist beides, für welche Reisezeit man sich letztendlich entscheidet, wird von verschiedenen Faktoren abhängen.

Abzuraten ist auf jeden Fall von einer Tour in den Monaten Dezember und Januar, in denen das ganze Land unter der Hitze stöhnt. Der Februar ist noch ziemlich heiß und die Nacht verspricht wenig Abkühlung, doch sind die Temperaturen schon erträglich. Als beste Reisezeiten gelten die Monate April/Mai und September/Oktober, also Herbst und Frühling. Sowohl tagsüber als auch nachts herrschen angenehme Temperaturen vor. Der Winter in Namibia ist ausgesprochen trocken, sonnig und tagsüber meist im Bereich von 23 bis 28 Grad Celsius. Nachts allerdings wird es oft empfindlich kalt, sogar Nachtfröste sind nicht ungewöhnlich. Zu dieser Reisezeit sollte man also keinesfalls einen warmen Pullover und lange Hosen vergessen.

Für uns Mitteleuropäer ist ungewohnt, dass selbst im namibischen Sommer die Sonne relativ zeitig untergeht - Sonnenscheindauer ist von ca. 6.00 Uhr bis etwa 20.00 Uhr - und es praktisch keine Dämmerung gibt. Im Winter kann man mit etwa 11 Stunden Helligkeit - von ca. 7.00 Uhr bis etwa 18.00 rechnen. Auch dies sollte man bei der Fahrtplanung berücksichtigen, denn eine Tour im Dunkeln ist auf den Schotter- und Sandpisten nicht zu empfehlen.

Die Bevölkerung von Namibia

Die eigentliche Urbevölkerung Namibias sind die Buschmänner oder auch San, die seit Jahrtausenden im südlichen Afrika leben. Heute haben sie ihre letzten Domizile im Osten Namibias und in Botswana. Die Buschmänner sind klein mit relativ heller Haut und einem eher asiatischen Aussehen.

Damara mit Eselskarren

Auch seit langem leben die Damara im Land, eine negroide Volksgruppe. Sie waren traditionell Jäger und Sammler, beherrschten aber schon das Schmelzen von Eisen und Kupfer. 1973 wurde ein Gebiet im Nordwesten Namibias dieser Volksgruppe zugeteilt und in Damaraland umbenannt. Heute leben aber viele Damara in den städtischen Zentren, oft als Angestellte, Beamte oder Lehrer.

Zu den Stämmen, die erst relativ spät in Namibia einwanderten, zählen die Nama. Sie gehören zu den Khoi-Stämmen, die im 19. Jahrhundert aus der Kap-Kolonie Südafrikas kamen. Die Nama unterteilen sich in verschiedene Clans, deren bekannteste die von Jonker Afrikaner und Hendrik Witbooi waren. Besonders Hendrik Witbooi wurde durch seinen Kampf gegen die deutsche Kolonialmacht berühmt. Die Nama siedeln vorrangig im Süden des Landes.

Vor einigen hundert Jahren kamen die Herero nach Namibia, ein Bantuvolk der Viehzüchter. Da auch die Nama Viehzüchter waren, kam es zwischen beiden Gruppen oft zu Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen. Diese hatten auch Auswirkungen auf den Kampf gegen die Deutschen, denn die alte Feindschaft hinderte die Nama daran, mit den Herero gemeinsam den Aufstand vorzubereiten. So wurden 1904 zuerst die Herero und anschließend die Nama von den deutschen Kolonialtruppen geschlagen und fast vollständig vernichtet.

Hererofrau in typischer Tracht

Nach mündlichen Überlieferungen kamen die Herero von den Seen in Ostafrika. Sie lebten zuerst im Kaokoland, wo noch heute die Himba, eine Untergruppe der Herero, wohnen. Der größere Teil der Hereros zog aber weiter nach Süden und Osten, wo sie in Zentralnamibia ihre Heimat fanden. Den Hereroaufstand 1904 überlebten nur wenige tausend. Heute gibt es wieder etwa 100.000 Hereros. Die typischen farbenprächtigen hochgeschlossenen Kleider und Hauben der Herero-Frauen, für die bis zu 12 m Stoff verarbeitet wird, sind übrigens erst zu wilhelminischer Zeit entstanden. Vorher trugen die Frauen, wie in heutiger Zeit noch die Himbas, lediglich einen Lendenschurz. Die Gattinnen der ersten deutschen Siedler fürchteten deshalb um die Moral ihrer Männer und führten diese doch etwas kuriose Bekleidung ein.

Himbamädchen mit Baby

Die Ovambos sind mit ca. 700.000 Menschen die größte Bevölkerungsgruppe und stellen fast die Hälfte der gesamten Einwohner Namibias. Sie sind Ackerbauer und Viehzüchter, die etwa 1650 von den ostafrikanischen Seen einwanderten und sich im Norden niedergelassen haben. Die Ovambos waren die führenden Leute im Unabhängigkeitskampf gegen die Südafrikaner und stellen heute die meisten Regierungsmitglieder und die Elite des Landes.

Im Osten, am Rand der Kalahari, leben die Tswana, mit ca. 10.000 Menschen die kleinste ethnische Gruppe.

Die Rehobother Baster sind Mischlinge, die aus der Verbindung weißer Siedler mit einheimischen Frauen entsprangen. Da diese "Bastarde" nicht die gleichen Rechte wie die weiße Bevölkerung erhielten, sie sich aber auch nicht zur schwarzen Bevölkerung zählten, gründeten sie ihre eigenen Siedlungen. 1885 schloss der Rat der Baster einen Schutzvertrag mit dem deutschen Kaiserreich, so dass das Baster-Gebiet um Rehoboth zum Staat im Staate wurde. Nach einigem Hin und Her und Verwicklungen aufgrund der politischen Lage gaben die Baster ihre Bemühungen um Eigenständigkeit 1997 endgültig auf und erklärten sich zu namibischen Staatsbürgern ohne Wenn und Aber.

Etwa 6% der Bevölkerung Namibias sind Weiße, davon ca. 2% Deutschsprachige. Wirtschaftlich haben sie einen großen Einfluss, da noch sehr viele Farmen und Betriebe weiße Besitzer haben. Bisher gibt es glücklicherweise noch keine großen Konflikte wie in einigen Nachbarländern zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung. Zwangsenteignungen sind laut namibischer Verfassung nicht vorgesehen, wenn auch der Ton rauer wird. Es bleibt zu hoffen, dass Namibia weiterhin einen friedlichen Weg im Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen geht.

Die Tierwelt von Namibia

Afrikareisende möchten neben faszinierenden Landschaften und fremdartig erscheinenden Menschen natürlich auch exotische Tiere erleben. Namibia, dieser Wüstenstaat, hat eine beeindruckende Tierwelt zu bieten, auch wenn dieser Tierreichtum im vergangenen Jahrhundert stark dezimiert wurde. In letzter Zeit werden aber große Anstrengungen zum Schutz der Wildtiere unternommen und für viele Arten gezielt Landschaftsschutz betrieben.

Erdmännchen

Im Etosha Park, dem bekanntesten Naturschutzgebiet und Wildpark Namibias, findet man immerhin vier der "Big Five". Löwen, Leoparden, Nashörner und Elefanten kann man mit etwas Glück beobachten, nur die Büffel fehlen hier. Der Park beherbergt natürlich noch viele andere Tierarten, Flusspferde, Hyänen, Schakale, Warzenschweine, Giraffen, Antilopen und Vögel.

In einigen Trockenflussbetten des Süd- und Nordwestens kann man den Wüstenelefanten begegnen, die sich an diese extremen Lebensbedingungen erstaunlich gut angepasst haben. Die Büffel, die im Etosha Park fehlen, sind im Caprivi Zipfel und im Okawango Delta zu finden.

Klippschliefer

Relativ oft kann man Geparden begegnen. Dieses schnellste Landsäugetier wird oft mit dem Leopard verwechselt, sieht aber anders aus und hat auch eine andere Lebensweise. Seine Jagdtaktik und die Spezialisierung wird ihm oft zum Verhängnis, denn das Tempo von ca. 100 km/h, mit der er seine Beute jagt, hält er nur ganz kurze Zeit durch. Danach ist er so erschöpft, dass ihm oft Löwen, Leoparden oder Hyänen die Beute streitig machen und er trotz erfolgreicher Jagd leer ausgeht oder von diesen sogar selbst getötet wird.

Besonders im Süden wuseln Trupps von Erdmännchen umher. Diese possierlichen kleinen Gesellen gehören zu den sozialsten Säugetieren und lassen sich fast wie Hunde abrichten. In vielen Gästefarmen und Lodges werden sie halbzahm gehalten.

Oryxantilope

Warzenschweine sind skurril erscheinende Lebewesen, die durchaus sehr wehrhaft sind und sich auch gegen Löwen behaupten können, in einigen Farmen aber auch als "Hausmaskottchen" gehalten werden und hier ihre eher friedliche Gesinnung zeigen. Die Klippschliefer, in großen Gruppen lebende und etwa 3-5 kg schwere Tiere, sind kurioserweise mit dem größten Landsäugetier, dem Elefanten, verwandt.

Maskenwebervogel

Affen sind in Namibia seltener, hier kommen lediglich zwei Arten vor, Bärenpaviane und Grünmeerkatzen. Besonders die Paviane sind bei den Farmern verhasst. Wer einmal einen "Überfall" erlebte und die Verwüstungen und den Dreck gesehen hat, die diese Affen auf einer von ihnen besuchten Farm hinterlassen, kann das verstehen.

Im wahrsten Sinne des Wortes "herausragende Bewohner" Namibias sind die Giraffen, die auf einigen Gästefarmen der Kalahari wieder ausgesiedelt wurden. Während die Steppenzebras in großen Teilen Afrikas verbreitet sind, kommt das Bergzebra ausschließlich in Namibia zwischen der Namibwüste und dem Zentralplateau vor. Springböcke, Gnus, Kuh- und Elenantilopen, Kudus und viele andere Huftiere sind in mehr oder weniger großen Herden zu finden. Am beeindruckendsten ist aber wohl die Oryxantilope, Namibias Wappentier. An der Küste des Atlantiks leben große Kolonien von Pelzrobben. Cape Cross in der Nähe Swakopmunds ist die wohl bekannteste.

Aus der Vogelwelt fallen dem Besucher am meisten die Webervögel mit ihren beeindruckenden Nestern, teilweise regelrechte Kolonien, auf. Die Tokos mit ihren riesigen Schnäbeln, Perlhühner und natürlich Strauße sind weitere Vertreter der Vögel, die in Namibia vorkommen; Natürlich sind diese Aufzählungen bei weitem nicht vollständig, doch würde dies den Rahmen sprengen.

Namibias Pflanzenwelt

Wie auch schon die Fauna ist Namibias Pflanzenwelt geprägt von einer großen abwechslungsreichen Flora, von denen einige endemisch sind und nur in diesem Land vorkommen.

Welwitschia mirabilis

Am bekanntesten ist wohl die Welwitschia mirabilis, diese seltsame Wüstenpflanze, die nur in einigen sehr eng begrenzten Gebieten Namibias existiert. Diese Pflanze gehört zu den zapfentragenden Nacktsamern und wird bis zu 2000 Jahren alt. Sie hat nur zwei bis zu 8 m lange Blätter, die aber vom Wind zerfetzt und aufgetrennt sind, so dass der Eindruck vieler Blätter entsteht und eine Wurzel, die bis 3 m in die Tiefe reicht. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die an ihren Blütenständen zu unterscheiden sind.

Köcherbaum Rinde des Köcherbaumes

Im Süden des Landes ist der Köcherbaum anzutreffen, der eigentlich kein Baum ist sondern eine Aloe, die bis 8 m hoch und 400 Jahre alt wird. Aus den Ästen stellten die Buschmänner ihre Pfeilköcher her, daher der Name. Diese Pflanzen haben sich wunderbar an ihre Umwelt angepasst, in den kurzen Regenperioden sammelt der "Baum" genügend Wasser um die monatelangen Trockenphasen zu überstehen. Besonders eindrucksvoll sind sie im Winterhalbjahr, wenn sie blühen und ihre bis 30 cm langen gelben Blütenstände für einen Farbtupfer in der Landschaft sorgen.

Namibias Nationalbaum ist der Kameldorn, der vorrangig im Süden vorkommt und im Winter Früchte liefert, eine Art Schoten mit samtiger Haut, die getrocknet sehr gute Rasseln ergeben.

Kameldornbaum

Klimabedingt ist die Fauna im Norden, speziell im relativ feuchten Caprivizipfel, am waldreichsten, während im Süden Savannen- und Wüstengebiete dominieren. Im Norden wachsen die Mopanebäume, deren Raupen eine beliebte Delikatesse der Einwohner sind. Zur "Erntezeit" schwärmen Menschenmengen aus, die in allen möglichen Behältern Heerscharen von Raupen sammeln, die dann im Feuer geröstet werden. Hauptsächlich in den Trockenflüssen des Nordwestens ist der Anabaum zu finden, der mit seinem bizarren Stamm, der voller "Warzen" zu sein scheint, ein beliebtes Fotomotiv ergibt.

Auch die "Lebenden Steine", jene Sukkulenten, die in Deutschland oft als Überraschung angeboten werden, sind endemisch und stammen aus Namibia. Andere bemerkenswerte Pflanzen aus Namibias Flora sind der Elefantenfuß und Halfmens, Pflanzen die aus der ferne wirklich wie Menschen aussehen.

Ansonsten sind typisch afrikanische Bäume zu finden, wie Affenbrotbaum, Feigen, verschiedene Palmen und natürlich viele Akazienarten. Eine botanische Spezialität sind die Flechten in der Namibwüste; Es sind Symbiosen aus Algen und Schlauchpilzen, die endlose Trockenzeiten überstehen und dann plötzlich zum Leben erwachen, sobald ein Tropfen Wasser zu finden ist.

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