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Vom Mittleren Atlas in die Wüste

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Von der alten Königsstadt führte unsere Tour durch das Gebirge des Mittleren Atlas bis in die Wüste im Süden Marokkos an der Grenze zu Algerien. Landschaftlich war dies eine der schönsten Etappen, denn der Mittlere Atlas mit seinen Zedern-Wäldern und den teilweise schroffen Bergen ist für Naturfreunde eine Offenbarung. Der höchste Gipfel dieser rund 350 Kilometer langen Gebirgskette erreicht immerhin stattliche 3356 Meter.

In den Bergregionen dieser Gegend leben auch heute ausschließlich Berber. Ein immer wieder besonderer Programmpunkt in dieser Region sind die Berber-Affen, die hier leben und sich gern von den Touristen füttern lassen. Gänzlich anders ist dagegen die Wüste, das Randgebiet der riesigen Sahara. Hier fanden wir etwas, das wir hier am wenigsten erwartet hatten: Die Monumental-Kunst eines Deutschen, der bei Erfoud seinen Lebenstraum verwirklichte.

Bei den Berber-Affen des Mittleren Atlas

Es gab Zeiten, da konnte man im Atlasgebirge Löwen begegnen und diese Zeiten sind noch gar nicht so lange her. Noch im 20. Jahrhundert gab es diese stattlichen Tiere, die durch eine dichte dunkle Mähne auffielen und ziemlich groß waren. Der letzte dieser Atlas-Löwen – oder auch Berber-Löwen – wurde 1922 getötet. Heute findet man hier vor allem eine an Arten reiche Vogelwelt, außerdem Mähnenspringer, Berber-Hirsche und Wildschweine. Für uns am exotischsten waren jedoch die vorrangig in den Zedern-Wäldern des Mittleren Atlas lebenden Makaken, die Berber-Affen.

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Bei fast allen Touristen-Touren, die durch dieses Gebiet führen, ist eine Begegnung mit diesen Affen vorgesehen. Während man die anderen Tiere des Mittleren Atlas selten zu Gesicht bekommt, „zieren“ sich die Makaken kaum. Das ist nicht verwunderlich, denn durch die Touristen kommen sie an einen reich gedeckten Tisch. Auch unsere Reiseleiterin hatte vorsorglich einige Stauden Bananen besorgt und an uns verteilt.

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Am Parkplatz der Busse herrschte bei unserer Ankunft schon reger Betrieb, wir waren keineswegs die einzigen Touristen. Das war am Vormittag, nachmittags sind dann die Affen sicher ziemlich satt. Auch auf uns machten sie keinen ausgehungerten Eindruck, doch immerhin kamen sie heran und verlangten ihre Bananen-Portionen. Verweigerte man diese, konnten sie schon etwas unwillig werden und zerrten dann an der Kleidung. Gefährlich war es trotzdem keinen Moment, doch man sollte nie vergessen, dass es sich um Wildtiere handelt – und auch Affen haben ein eindrucksvolles Gebiss. Es ist also nicht ratsam, die Affen zu ärgern. Natürlich ist das alles eine Touristenattraktion und die Affen sind schon ziemlich „zivilisiert“, doch für uns Mitteleuropäer war so eine Affenfütterung aus der Hand immer noch etwas Besonderes.

In der Oase Tafilalt

Ein Abstecher unserer Tour führte uns nicht weit weg von unserer Unterkunft bei Erfoud in die Oase Tafilalt. Unter einer Oase hatten wir uns bisher immer einen relativ kleinen Platz in der Wüste vorgestellt, an dem sich eine Wasserstelle befindet und einige Palmen stehen. Diese Oasen sind die Überlebensgarantie für vorbeiziehende Karawanen. Entsprechende Dokus und Filme untermauern ja diesen Eindruck noch, so dass er sich in unseren Köpfen festgesetzt hat.

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An der Oase Tafilalt bot sich uns jedoch ein völlig anderes Bild. Sie liegt an den Ufern der beiden Flüsse Wadi Ziz und Wadi Rheris und zieht sich über viele Kilometer hin. An den Ufern erstreckt sich ein üppiger Grüngürtel, vorrangig aus Dattelpalmen. Dieser Dattelpalmen-Hain besteht aus sagenhaften 800.000 Bäumen. Die Datteln bieten den Bewohnern von Tafilalt ein gutes Auskommen. Das ist jedoch gefährdet, denn die Palmen wurden von einer Pilzkrankheit befallen, die Bestände gehen deshalb immer mehr zurück. Da bleibt also nur zu hoffen, dass sich die Bestände erholen oder ein wirksames Gegenmittel gefunden wird.

Die Himmelstreppe und andere Kunstwerke in der Wüste

Die Wüste ist in der Umgebung von Erfoud eine weite ebene Steinfläche, in die wir mit Jeeps eine Tour unternahmen. Es klingt vielleicht seltsam, Kilometer um Kilometer durch eine derartige Landschaft zu fahren, doch nach einer knappen Stunde sahen wir die Ziele – und über die konnten wir nur staunen. Mitten im steinigen „Nichts“ stehen drei eindrucksvolle riesige Kunstwerke.

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Der deutsche Projektkünstler Hannsjörg Voth hat sich hier einen Lebenstraum erfüllt und in der Wüste die „Himmelstreppe“, die „Stadt des Orion“ und die „Goldene Spirale“ erbaut. Die Himmelstreppe ist ein 16 Meter hohes spitzwinkliges Bauwerk aus gestampftem Lehm, vermischt mit Stroh. Auf einer Seite führen 52 Stufen steil hinauf und enden an der Spitze „im Nichts“, also quasi im Himmel. Da wir mit offiziellen Führern hier waren, durften wir auch die Treppe besteigen. Es war schon ein Erlebnis der besonderen Art, von hier oben über die scheinbar endlose Wüste zu blicken. Da merkt man erst einmal, wie klein man eigentlich ist.

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Nur zwei Kilometer entfernt steht das zweite Bauwerk, die Stadt des Orion. Die Mauern und Türme dieser „Stadt“ sind ebenfalls aus Lehm erbaut. Die Türme wurden so angeordnet, dass sich von oben gesehen das Sternbild des Orion bildet. Leider bekommt man diese Anordnung von ebener Erde oder von einem der Türme nicht richtig mit, die eigentliche Wirkung ergibt sich erst richtig aus der Luft. Trotzdem, auch dieses Kunstwerk fanden wir überaus beeindruckend und konnten den enormen Aufwand nur bewundern.

Das dritte Objekt schließlich ist die Goldene Spirale, ein sehr großes Bauwerk, das teilweise in die Erde eingelassen wurde und in dem sich Büro und Wohnung des Künstlers befinden, sofern er sich in Marokko aufhält. Wir hatten das Glück und konnten mit dem Künstler sprechen. Die Kunstwerke dürfen nur nach vorheriger Anmeldung und gegen einen Obolus sowie mit dem offiziellen Führer besichtigt werden. Als Studiosus-Gruppe kamen wir jedoch ebenfalls in diesen Genuss. Man kann geteilter Meinung sein, ob diese strikte Vorgabe sinnvoll ist, doch Fakt ist, dass rücksichtslose Besucher großen Schaden an den Kunstwerken anrichteten. So umrundeten sie mit Quads und mit großem Tempo die Goldene Spirale und zerstörten den Untergrund.

Dromedar-Ritt durch die Dünen der Sahara

Die Sahara, die mit rund 9 Millionen Quadratkilometer größte Trockenwüste der Welt, existiert in unseren Vorstellungen meist als riesengroßer „Sandkasten“ mit hohen Dünen. Doch der weitaus größte Teil der Wüste ist Steinwüste, Sand bedeckt nur etwa 20% der Fläche. Interessanter finden wir aber natürlich die Sanddünen. Solch eine Dünenlandschaft gibt es bei Erg Chebbi, ca. 40 Kilometer von Erfoud entfernt.

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Eine Tour in Jeeps führte uns zu diesem „Sandkasten“ unweit der Grenze zu Algerien. In Erg Chebbi hatten wir die Wahl, entweder die Dünen per Fuß zu besteigen oder uns von einem Dromedar hinauf tragen zu lassen. Alternativ konnte man auch ganz gemütlich in einem Café sitzenbleiben und die Landschaft so genießen. Wir entschieden uns natürlich für die Dromedare, schließlich bekommt man das nicht jeden Tag geboten.

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Es war schon ein Erlebnis, auf dem Rücken des Dromedars zu sitzen und die Wüste aus dieser Perspektive schaukelnd zu erleben. Hinauf war das gar nicht so schwer, hinunter brauchte es schon etwas Kraft um sich auf dem Dromedar zu halten. Besonders wenn sich das Tier zum Absteigen niederlegte und dabei zuerst mit den Vorderbeinen einknickte, kamen wir leicht aus dem Gleichgewicht. Bereut hatten wir die Entscheidung für den Dromedar-Ritt keinesfalls, wir fanden es auf jeden Fall angenehmer als per Fuß die teilweise bis zu 150 Meter hohen Dünen hinauf zu steigen. Der Ritt führte uns auf die Dünenkämme, wo wir den Sonnenuntergang erleben konnten. Angenehm fanden wir auch, dass dieser Spaß zu einem humanen Preis zu bekommen war.

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