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Sehenswürdigkeiten am Hohen Atlas

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Marokko ist nicht gerade arm an fantastischen Landschaften und anderen Sehenswürdigkeiten, aber etwas Besonderes ist der Hohe Atlas. Diese gewaltige Gebirgskette zieht sich von Ost nach West über rund 800 Kilometer Länge und einer Breite von bis zu 100 Kilometern quer durch das Land. Viele der Berge sind mehr als 3000 Meter hoch und es gibt auch einige Viertausender. Der höchste Berg – und damit gleichzeitig der höchste Nordafrikas – ist mit 4167 Metern der Jebel Toubkal.

Aus diesen Gegebenheiten heraus war und ist diese Region ziemlich abgeschnitten und diente früher als Rückzugsgebiet für Verfolgte. So gibt es viele befestigte Wohnburgen, um die sich die Dörfer gruppieren. Einige der imposantesten Landschaften sind hier zu finden. Am südlichen Rand des Hohen Atlas, in der Region um Ouarzazate, besuchten wir die gewaltige Todra-Schlucht und das Dadès-Tal mit der nicht minder beeindruckenden Dadès-Schlucht.

Am Tizi-n-Tichka-Pass

Die Tour durch die Berge des Hohen Atlas war für uns eine der spannendsten und zugleich optisch wirkungsvollsten Etappen unserer Marokko-Reise. Zugleich konnten wir uns dabei entspannen, denn schließlich saßen wir gemütlich im Bus und konnten unserem Fahrer die Arbeit überlassen. Die meisterte er vorzüglich, so wie auf der gesamten Reise.

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Die Straßen im Hohen Atlas – zumindest die Hauptstrecke – waren in sehr gutem Zustand und das Wetter spielte Anfang November auch noch sehr gut mit. So kamen wir ohne Probleme über die Serpentinen des Gebirges. Garantiert ist das allerdings nicht, denn in diesen Höhen kann es richtig kalt werden und zudem meterweise Schnee herunter kommen. Im Winterhalbjahr sind deshalb nicht selten einige Straßen gesperrt.

Erfreulicherweise gab es auf der Fahrt durch das Gebirge immer wieder einige kurze Fotostopps, bei denen man natürlich auch ohne Kamera die fantastische Landschaft genießen konnte. Selbstverständlich gab es auch einen Halt am Tizi-n-Tichka-Pass, dem mit 2260 Metern höchst gelegenen Pass Marokkos. Ein kleines Denkmal weist auf diese Höhe hin, so bekommt man einen Beweis. Hier haben sich auch einige Händler versammelt, die eine Gelegenheit suchen, ihre Ware an den Mann zu bringen.

Die Oase Tinerhir und die Todra-Schlucht

Als wir von einem Aussichtspunkt auf die Oase Tinerhir blickten, erinnerte uns das an die Oase Tafilalt mit ihren tausenden Palmen. Der Palmenhain von Tinerhir ist bei weitem nicht so umfangreich wie der von Tafilalt, doch beeindruckend ist er auch. Die Oase Tinerhir liegt inmitten von Bergen, entlang des Flusses Wadi Todra. Hier gibt es mehrere Silberminen und der Ort wurde durch Silberschmuck bekannt und wohlhabend.

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Rund zwei Kilometer vom Fluss entfernt befindet sich eine Aussichtsplattform, ein gefragter Halt für Touristen-Touren. Auch wir kamen natürlich hierher und uns bot sich ein fantastischer Anblick, den wir nicht vergessen werden. Von diesem Ort hat man einen wunderbaren Überblick über die Oase mit ihrem 12 Kilometer langen Palmenhain und hinüber zu einigen ksour (die Einzahl ist ksar), alten Wehrdörfern mit Verteidigungsmauern und Türmen an den Ecken. In jedem lebten früher 50 bis 100 Familien. Vom Aussichtspunkt kann man in das Tal mit der Oase hinuntersteigen, wer möchte, kann aber auch einen Führer mit einem Dromedar anmieten. Nötigt ist das jedoch nicht, denn der Abstieg ist wenig anstrengend.

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Vom Aussichtspunkt bis zur Todra-Schlucht ist es nicht mehr weit. Die Schlucht ist eines der gefragtesten Ausflugsziele in Marokko, verwunderlich ist das nicht. Die Todra-Schlucht wurde durch den Fluss in die Felsen gegraben und beeindruckte uns mit bis zu 300 Meter hohen und steilen Felswänden. Die Sonne scheint hier fast nie, nur am frühen Morgen haben die Sonnenstrahlen eine Chance. Durch die Schlucht führt eine asphaltierte Straße, so dass der Lauf durch die Todra-Schlucht kein Problem ist. Die steilen Felswände locken Kletterer, sie sind ein Paradies für Freunde des Freikletterns.

Tour in die Dadès-Schlucht

In die Dadès-Schlucht hatten wir etwas länger zu fahren. Die Serpentinen des Dadès-Tales und der Schlucht sind mit Bussen nicht zu bewältigen, dafür ist es einfach zu eng und teilweise zu steil. Also stiegen wir in Jeeps um, in denen wir durch die wilde Bergwelt des Hohen Atlas bis zu einem Aussichtspunkt an der Dadès-Schlucht gefahren wurden. Es war ein Erlebnis, das wir nicht missen möchten, zumindest landschaftlich.

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Die Häuser in dieser Gegend sind jedoch nicht besonders ansehnlich, meist sind es von zurückgekehrten Gastarbeitern erbaute Häuser in Leichtbauweise. Da stach die Ruine der Kasbah Tamnalt heraus. Diese alte Kasbah im traditionellen Lehmbaustil steht vor einer fantastischen Felskulisse. Nicht weit davon kamen wir noch an originellen geologischen Felsformationen vorbei, die den Beinamen „Das Gehirn des Atlas“ tragen. Uns erinnerten sie wirklich etwas an Gehirnstrukturen...

Der obere Teil der Dadès-Schlucht ist überaus interessant, von hier hatten wir auch einige traumhafte Blicke in die tiefere Schlucht und auf die faszinierenden Felsformationen. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, aus den Jeeps auszusteigen und den engsten Teil der Schlucht per Fuß zu durchqueren. Wettermäßig hatten wir auch großes Glück, denn es kann durchaus passieren, dass die Schlucht wegen ungünstiger Wetterbedingungen und Hochwasser gesperrt wurde.

Ait ben Haddou, die alte Wüstenstadt

Am Fuß des Hohen Atlas liegt die Wüstenstadt Ait ben Haddou, die seit 1987 auf der Liste der Welterbestätten der UNESCO steht. Genau genommen sind es heute zwei Dörfer. Das alte Ait ben Haddou, in dem eine größere Anzahl ineinander verschachtelter Wohnburgen aus Lehm auf einem Hügel steht und das von einer Festung auf der Kuppe des Hügels gekrönt wird, ist der Ort, der jedes Jahr Unmengen von Touristen anzieht. Diese traditionelle Lehmbausiedlung war und ist auch immer wieder Kulisse für Spielfilme, so wurden hier u.a. Szenen zu „Gladiator“, „Die Mumie“ und „Lawrence von Arabien“ gedreht.

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Wir waren fasziniert vom Anblick der Stadt aus Lehm inmitten der Wüste. Schon der Weg in die Stadt wurde zum Erlebnis, denn wir nahmen dafür nicht die neue Brücke über den Fluss sondern den alten Übergang. Der besteht aus Sandsäcken, die in Abständen im Fluss liegen und so als provisorische Brücke dienen. Da hieß es, über die Sandsäcke zu balancieren um mit trockenen Füßen ans andere Ufer zu kommen. Das war nicht ganz einfach, und einige nasse Füße das Ergebnis. Eine Mitreisende hatte das Pech, statt auf einen Sandsack auf einen etwas wackligen Stein zu treten und sich dadurch in den Fluss zu setzen. Glücklicherweise beschränkte sich der Schaden aber auf eine nasse Hose. Die Reiseleiterin besorgte ihr sofort bei einem Händler eine neue und wir hatten das Vergnügen, den Rest des Tages eine Frau mit Pluderhose zu bewundern.

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Der Spaziergang durch die Stadt mit der Besichtigung des Inneren einiger Häuser war ein Höhepunkt der Reise. Der Status als Welterbestätte ist ungeheuer viel wert, hat aber den Nachteil, dass viele ehemalige Bewohner lieber im neuen Dorf wohnen, das einfach mehr Annehmlichkeiten bieten kann. So leben heute nur noch etwa 10 Familien im alten Ait ben Haddou, die anderen kommen nur tagsüber. Wir ließen es uns auch nicht nehmen, die steilen Treppen und Wege zur Festung hinauf zu steigen. Der Ausblick von hier über die Stadt und in die Wüste ließ uns die Anstrengung schnell vergessen. Ait ben Haddou sollte man bei einem Marokko-Besuch auf keinen Fall auslassen.

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